Holzgewinde der Halsschraube ausgenudelt, wie reparieren?

  • Ersteller Uhu Stick
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Spritzen gibt's für 20ct in der Apotheke.
Wobei Augenmaß ausreichen sollte.
Und ich habe eher das Problem bei der Verarbeitungszeit, rührt und fummelt man zu lange dran rum , wird's bröckelig.
Ein bekannter baut Schwimmbäder aus dem Zeug.
Aber für Holz reicht Ponal , und ist dafür optimal
 
An die Experten: Wie oft muss man den Hals abnehmen, damit die Holzschrauben bei einer neuen, unmodizifierten Gitarre nicht mehr halten?
Ich frage, weil ich bald eine Gitarre im Flieger mitnehmen muss. Will aber kein extra Flugticket und Reservierung dafür kaufen. Daher wollte ich den Hals abschrauben und alles in den Koffer tun.
 
Wenn Du beim montieren darauf achtest, nicht zuviel Kraft aufzuwenden, geht das schon ne ganze Weile gut. Schraubst Du die Schrauben zu feste ein und sie drehen durch, hast Du ein Problem (Lösungen, siehe oben).

Solltest Du jedoch mit dem Gedanken spielen, das regelmäßig zu machen, bietet sich die Option mit den Rampa Muffen an.
 
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Wenn man beim Ansetzen und Eindrehen vorsichtig ist, kann man auch Gewinde in Holz mehrfach lösen und verschrauben. Wichtig ist, die Schraube beim Ansetzen vorsichtig (nur von Hand) so einzudrehen, dass sie den alten. vorhandenen Gewindegang findet. Und dann mit Gefühl wieder fest ziehen.
Sobald man mal durch falsches Ansetzen einen 2. Gwindegang anlegt, hat man verloren.
Das heißt, bei den (meist) 4 Halsschrauben alle vorsichtig von Hand reindrehen, bis alle ihren Gewindegang gefunden haben, erst dann festziehen.

Mit Gefühl hält manches deutlich länger.
Ich hatte beruflich mit Hochfrequenz Steckverbindern zu tun, für die offiziell 20 - 50 Steckzyklen angegeben waren. Die habe ich deutlich über 100x gesteckt, während der Entwicklungszeit und die waren immer noch gut.
 
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Falls die Gitarre wirklich öfter mal demontiert werden sollte, würde ich auf jeden Fall solche Rampa-Muffen nehmen.
Dann natürlich auch metrische Schrauben nehmen. Und Unterlegscheiben würde ich auch verwenden bei Inbusschrauben.
Ich habe M5x40 genommen. Da muss man aufpassen wg. Drehmoment, weil mit Inbus-Schlüssel hast du mehr wumms als von Hand zugedreht.
Es gibt aber auch Linsenkopfschrauben mit Kreuzschlitz. Dann kannst du auch mit nem Schraubendreher von Hand zudrehen.

Oder M5 x 35 (muss man genau messen wg. Stärke Hals/Korpus)

Ich denke, bei den Linsenkopfschrauben brauchst du auch keine U-Scheiben, da die Köpfe groß genug sind. Inbusschrauben sind kleiner im Durchmesser.

Das ist zwar Hartholz, der Hals, aber all zu oft auf- und zugedreht leiert das irgendwann bestimmt aus.
 
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Wichtig ist, die Schraube beim Ansetzen vorsichtig (nur von Hand) so einzudrehen, dass sie den alten. vorhandenen Gewindegang findet. Und dann mit Gefühl wieder fest ziehen
An das hätte ich nicht gedacht.
Danke für die ausführliche Beschreibung!
Werde ich so machen.

Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! 🎆🎊
 
Wurde schon erwähnt, dass alle Schrauben beschriftet werden sollten, wo welche eingeschraubt war? Und nicht vergessen, den richtigen Schraubenzieher mitzunehmen. ;-)
 
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Moin Schrauben-und Streichholz-Könige.

Hier noch mal was anderes:

Ein Gitarrenbauer hat mir mal vorgeführt, wie die Verschraubung das Soustain verändert. Wir reden von einer einfachen Squire-Telecaster. Also Aschenbecher und Saiten durch den Korpus.

Die hatte ich angespielt. Dann hat er den Hals abgenommen, die Auflagefläche im Korpus geglättet, dann die Auflage am Hals mit Kopierpapier ( Durchschlag-Papier >>> gibt es so was noch?) sauber tuschiert. Dann den Hals eingepasst, die seitlichen Spalte mit passenden Fournierstreifen gefüllt. Dann hat er den Hals und den Korpus mit einer gewaltigen Schraubzwinge zusammen gedrückt ( Natürlich mit Zwischenlagen) und dann Schrauben mit durchgehenden Gewinden eingedreht.

Hat ca. 1/2 h gedauert. Was soll ich sagen: es war ein anderes Instrument. Ich selber würde mir das nicht zutrauen, vor allem den letzten Schritt fand ich sehr überraschend.

Aber wenn ich mir ansehe, wie bei meiner Panthera oder meiner stop-Tail-Strat die Fläche zwischen Hals und Korpus aussehen, erscheint mir die Reparaturmethode für ausgenudelte Schrauben ziemlich egal. Hauptsache fest.

Müsste ich heute noch mal an einen Schraubhals dran, würde ich als erstes eine super Passform herstellen, und dann Rampamuffen verwenden.

Olaf
 
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Dann natürlich auch metrische Schrauben nehmen.
Versteht sich bei Muffen mit metrischem Innengewinde von selbst, oder?
Und Unterlegscheiben würde ich auch verwenden bei Inbusschrauben.
Wovon redest du hier? Unterlegscheiben hinten auf den Korpus und dann Inbusschrauben mit zylindrischem Kopf ?
Oder flache Unterlegscheiben unter eine Inbusschraube mit Senkkopf? Ist beides zumindest sehr fragwürdig.
Es gibt aber auch Linsenkopfschrauben mit Kreuzschlitz
Ja, und es gibt auch Linsenkopfschrauben mit Innensechskant oder Torx

Wenn das Ganze vernünftig sein soll, dann benutzt man für sehr weiche Korpushölzer eine Neckplate, um den Druck besser zu verteilen.
Ansonsten Zylindrische Topfscheiben mit Kegelsenkung um Linsenkopf- oder Senkkopfschrauben zu verwenden. Das setzt jedoch voraus, dass man einen passenden Flachsenker hat.

Zur Verwendung von Rampamuffen möchte ich euch dazu raten immer die Stahlvariante zu verwenden.
Wenn man Alumuffen verwendet und die auch nur etwas schräg sitzen, frisst sehr leicht das Gewinde fest und dann kann es passieren, dass man beim Versuch die Schrauben rauszudrehen, die muffe mit rausgedreht wird und die Halstasche im Korpus beschädigt. Auch Edelstahl neigt leicht zum Festfressen, deshalb bitte immer leicht fetten.
Ich benutze zum Fetten von solchen Gewinden übrigens gerne Seife. Die bietet getrocknet auch einen leichten Klebeeffekt, kann aber jederzeit wieder gut gelöst werden.
 
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dass alle Schrauben beschriftet werden sollten, wo welche eingeschraubt war?
Auch wenn du dich jetzt hier eher lustig machen willst, es gibt durchaus auch an Instrumenten unterschiedliche Schraubentypen, z.B. für's Pickguard und für andere Arten der Befestigung. Und dummerweise können die - wenn es Holzschrauben sind - durchaus unterschiedliche Gewinde mit leicht unterschiedlichem Durchmesser und Steigung haben. Wenn man die dann ein paarmal wechselweise in die verschiedenen Löcher schraubt, sind alle ausgefranst.
Bei gleichartigen Schrauben (außer mit unterschiedlicher Länge) kann man davon ausgehen, dass die Gewinde gleich sind (und da war früher die Fertigungsgenauigkeit nicht so dolle, so dass man sogar die Schrauben beschriftet hat- wenn man's richtig macht).

Aber das mit dem richtigen Ansetzen (von Hand nach Gefühl bis die Schraube erkennbar den Gewindegang richtig getroffen hat) ist durchaus wichtig. Ich habe schon etliche ausgerissene Schraubgewinde erlebt, nicht bei Gitarren (da habe ich noch nicht an so vielen herumgeschraubt) aber bei Möbeln, vor allem nach Umzügen. Die Gewinde im Holz waren teils komplett unbrauchbar geworden und haben nichts mehr gehalten, nur weil da immer wieder jemand die Schrauben einfach wieder ohne Rücksicht auf Verluste reingebolzt hat. Alles zuerst ansetzen, solange alles noch etwas Spiel hat und dann der Reihe nach fester ziehen.

und dann Schrauben mit durchgehenden Gewinden eingedreht.
Da waren die Bohrungen im Korpus hoffentlich so groß, dass dort das Gewinde nicht gegriffen hat, sondern nur im Halsfuß. Sonst kannst du das Gegenstück nämlich nicht richtig ranziehen, wie es im Idealfall sein sollte. Wenn das Gewinde auf beiden Seiten greift, bleibt prinzipbedingt eine Lücke zwischen den Teilen bestehen.
Mit der größeren Bohrung und dem dort frei drehenden Gewinde muss man das auch nicht mit einer riesigen Schraubzwinge zusammen pressen, damit es fest zusammen gezogen wird. Das erledigen dann die Schrauben alleine, wenn man sie fest zieht.
 
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Das macht schon Sinn, ich bin noch bei der Tütchen Methode, aber die styrodur Methode ist definitiv Vorteilhaft.
 
@KlampfenTom
...metrische Schrauben versteht sich von selbst bei Muffen..... - stimmt. Ich habe die Betonung aber nicht auf metrisch gelegt.
.....Unterlegscheiben bei Inbusschrauben mit so einem kleinen Schraubenkopf machen Sinn wg. des unheimlichen Drehmments, den du mit einem Inbusschlüssel hast. Deshalb Unterlegscheiben, die man natürlich bei solch einer Platte NICHT bräuchte. Sonst reißt man sich vielleicht den Ranzen auf.

......Linsenkopfschrauben mit Innensechskant oder Torx....... wären ideal. Große Auflagsfläche.

Danke für deine wertvollen Tips hier ;-)
 

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