Wäre es nicht einfacher, die gestellten Fragen, direkt von den HCAs beantworten zu lassen? Das wäre dann aber wieder contra Forum.
..das wäre dann die Expertenlösung.
Expertenglauben bringt aber einige Probleme mit sich.
Am besten und zuverlässigsten sind Expertenaussagen zu "abgeschlossenen Wissensgebieten", bei denen auf komplexes, aber sich nicht dynamisch veränderndes Wissen zurückgegriffen werden kann (etwa elektronische oder physikalische Funktionsprinzipien, oder bspw. Informationen über bestimmte beendete Produktpaletten).
Experten sind nur so gut, wie ihre Bereitschaft, sich als nicht fehlerlos zu begreifen (selbst wenn sie es tatsächlich sein mögen).
Ich kann nur entscheiden, ob ein Experte einer ist, wenn ich annähernd genau so viel weiß (ansonsten muss ich "glauben" und vertrauen).
Expertentum ist immer relativ (wie
@hack_meck ja schon am Beispiel von Reviews aus Anfängersicht belegt) und hat eine Tendenz zu Überspezialisierung, sowohl von der Betrachtungstiefe, wie von der Sprache.
Fehlt Experten ein korrigierendes feedback (so wie in guten Forenkulturen ständig präsent), und weisen sie eine starre Haltung auf, droht Sektenbildung
Experten sind Menschen mit menschlichen Stärken und Schwächen. Die können ihren Expertenstatus zum Guten wie Bösen beeinflussen.
Mir kommt da eine noch ältere Kommunikations- bzw Präsentationsplattform in den Sinn, die "Fachzeitschriften". An denen lässt sich prima ablesen, wie Expertenaussage ohne aktuelles feedback aussehen kann. Die "Leser fragen Experten"-Ecke, die es in dieser Kultur fast immer irgendwo gibt. Da werden gelegentlich Weisheiten in Stein gemeißelt, die einfach falsch sind. *)
Da lobe ich mir doch die Foren-Experten
*) ist mir mal bei einer Leserfrage in Gitarre&Bass untergekommen zu einem Instrument, das ich 20 Jahre vorher besessen hatte und seinerzeit erfolgreich ausrecherchiert hatte, was damals selbstverständlich einfacher war. Meine Bemühungen, mein Wissen nachträglich als Ergänzung dazuzugeben, scheiterten da schlicht an der Publikationsstruktur ...
Nicht-Eingehen auf die Fragestellung
.. da taucht bei mir gleich die Frage auf: ist das ein Symptom von Forenkultur??
Schaue ich mich in anderen Kommunikationsebenen um, gelange ich eher zu der Ansicht: nein. Das ist ein Grundproblem menschlichen Informationsaustausches. Schon immer. Überall.
Es ist hier sicher besonders plastisch und augenfällig nachweisbar, keine Zweifel. Aber es zieht sich nach meiner Einschätzung durch so ziemlich jede Sphäre, in der Fragen gestellt werden und Antworten erwartet
Es würde nur zu einer besseren Kommunikation führen, wenn wir den anderen sachlich und (Thread-)kontextbezogen begegnen, aufgrund der Inhalte die er in eine Thread schreibt.
... gewagte These.
Ich teile da dein Bild von "guter Kommunikation" offenbar nicht so ganz

Denn ich gehe davon aus, dass genau die Anteile, die über den Inhalt hinausgehen, überhaupt erst zu "Verstehen" führen. Eine erfolgreiche Reduzierung auf "sachliche Inhalte" würde voraussetzen, dass Menschen in der Lage sind, sich vollumfänglich verbal zu ihrem Anliegen zu äußern. Das genau scheint mir nicht der Fall zu sein (übrigens auch ein Problem, mit dem sich KIs rumschlagen müssen und an dem sie gerne scheitern

)
Aus meiner Sicht ist der Lösungsansatz eher der, das eigene Bild vom virtuellen Gegenüber möglichst ergebnisoffen und beständig "nachjustiert" zu entwickeln (und nicht, so wie ich dich verstehe, die Entstehung und Verwertung dieses Bildes tendenziell zu vermeiden). Genau wie in der real world Verständigung stößt das immer da auf Grenzen, wo ich durch bestimmte Äußerungen meines Gegenüber getriggert werde, mein Kopfkino die Führung übernehmen zu lassen. Das droht aber ohnehin ständig, auch wenn ich mich wähne rein sachlich aufzunehmen und zu agieren.
Von daher: besser kein Versachlichungsdogma, wir sind nun mal keine Sachen
