Doch doch, wie
@chnöpfleri und
@Landes kenne ich die Teile auch schon seit 30 Jahren
Klar, die Bretter gabs schon vor den Digitalakkordeons. Wollte ich immer haben, aber als dann die Akkordeons kamen (1995 etwa) war das für mich erledigt. Zur Zeit habe ich (leider zu wenig Zeit dafür) ein Seaboard und noch besser ein
Linnstrument.
Die Dinger sind viel spannender!!!
Kurzes Fazit: Wenn ich neu anfangen würde, wäre dieses überlegene Knopfsystem meine erste Wahl. Es ist so bequem, einfach nur mit einem robusten handlichen Brett um sich zu werfen...
Das System hat große Verwandschaft mit Saiteninstrumenten, denn es ist chromatisch gerastert und hat 8 Reihen, die in Quarten versetzt sind. Somit ist es der Gitarre sehr ähnlich - allerdings wieder einmal nicht genau gleich, so dass auch Gitarristen regelmäßig umdenken müssen.
Das interne Protokoll erlaubt polyphones Bending und polyphone Modulationen, neben nomalem Velocity - was ziemlich cool ist!
Das Problem - je mehr ein Instrument bietet, desto mehr verlangt es dem Spieler ab.
Ich bin mir nicht sicher, ob die gebotenen Features von einem "Umsteiger" bis in die Tiefe ausgelotet werden können. Es ist damit nämlich mindestens genauso schwierig wie Geige zu spielen. Wenn man diese Möglichkeiten abschaltet, findet man sich schnell zurecht. Für intuitive Nutzung muss man jedoch hart trainieren.
Ein intuitiver Umgang mit dem Akkordeonbalg stellt neben polyphonem Spiel auf 3 Knopfmanualen ja schon eine gewisse Herausforderung dar. Beim LinnStrument wird nun alles in die Finger verlagert, was einerseits zwar den Körper befreit, andererseits aber eben auch weniger körperlich, sondern manueller ist.
Ich würde mir wünschen, dass dieses Hardware Keyboard in unsere Midialkkordeons verbaut werden würde - allerdings in unserem gewohnten chromatischen System oder besser noch, mit frei wählbarem System. Auch die X Achse der Modulation könnte man ja wahlweise abschalten und stattdessen den Balg verwenden.
Trotzdem kann ich die Konservativität in der Akkordeonentwicklung verstehen, denn ein Akkordeonist würde ein mit dieser Tastatur ausgestattetes Midiakkordeon trotz der fantastischen Möglichkeiten wahrscheinlich verschreckt wieder ins Regal stellen.