Rythmus richtig notieren/ Rythmus raus hören

von Backstein123, 10.07.16.

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  1. Backstein123

    Backstein123 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.07.16   #1
    Hallo Freunde,

    Und zwar spiele ich seit zweieinhalb Wochen Klavier und heute morgen hab ich mich dran gesetzt und ein Teil der Gesangsstimme von "Over the Rainbow" in C Dur notiert.
    Wahrscheinlich ist der Song gar nicht in C Dur, aber so geschult sind meine Ohren noch nicht :)
    Ich weiß auch nicht ob ich 100% richtig liege, meine aber das ganze recht gut getroffen dafür dass ich den Song Stück für Stück aus dem Kopf notiert habe.

    Nun aber meine Frage:

    Wie höre ich den richtigen Rythmus aus dem Song raus? Wie setze ich die Noten richtig in Länge und Takt?
    Ich bin zwar kein rhythmischer Alphabet und wenn ich Noten vorliegen habe, verstehe ich das auch.
    Aber ich hab das noch nie "andersrum" gemacht, also das ich den Song notiere und den Rythmus selbst erkennen muss.

    Ich häng mal meine zwei Zeilen dran, und warte froh, wenn jemand das ganze rhythmisch richtig setzen würde UND mir erklären könnte wie er/sie das gemacht hat :)

    Danke und schönen Sonntag noch
    image.jpeg
     
  2. cwtoons

    cwtoons Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.16   #2
    Als allererstes musst Du den Takt feststellen. Pfeif' oder sing' die Melodie und klopfe mit dem Fuß in GLEICHMÄßIGEM Tempo mit. Meistens sind die Fußklopfer die Viertelschläge. Und auch bei dem Rainbow ist es ein 4/4-Takt. Man zählt bei dem Stück immer gleichmäßig von Eins bis Vier durch.

    Dann musst Du herausfinden, wie lang jeder einzelne Ton ist. Dazu musst Du feststellen, wann ein Ton anfängt und wann er aufhört. Fängt der Ton genau auf einem Fußklopfer = Viertel an oder startet er zwischen zwei Vierteln? Der erste Ton beim Rainbow beispielsweise startet genau auf der Eins und dauert zwei Viertelschläge. Es ist also eine halbe Note. Der zweite Ton fängt auch genau mit einem Schlag an, nämlich mit der Drei und auch er dauert zwei Schläge lang. Also wieder eine halbe Note.

    "Some" wird auf der Eins und der Zwei des ersten Taktes gesungen und "where" auf der Drei und der Vier. Damit ist der erste Takt komplett.

    "O ver the" werden auf der Eins und der Zwei des folgenden Taktes gesungen. Es sind drei gleichlange Töne - o ver the - über die zwei ersten Viertel des Taktes, mithin eine Triole über der Eins und der Zwei.
    "rain bow" sind zwei gleichlange Töne - Viertel - auf der Drei und der Vier des zweiten Taktes. Damit ist der zweite Takt komplett.

    Tja, und so weiter und so weiter. Das Ganze erfordert Geduld, genaues Hinhören und Hartnäckigkeit. Erleichtern kann man es sich, in dem man mit Transcribe! oder BestPractise einzelne Takte in Schleife abspielt, bis man sie begriffen hat.

    CW
     
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  3. TaTu

    TaTu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.16   #3
    Hallo Backstein,

    das erste was Auffällt: die Taktstriche fehlen!
    klopf den Takt im 4/4 Takt einfach mit der Hand mit, dann hörst du wo du die Taktstriche setzen musst.
    Somewere / over the rainbow / u.s.w
    jetzt siehst du, das du bei "Somewere" nur 2 Noten im Takt hast ( C und h) die sind gleich lang, also 2 halbe Noten. Im nächsten Takt hast du 5 Noten aufgeschrieben, also müssen da 2 8tel Noten bei sein....
    Auf die Weise kannst du 1/4, 1/2, ganze, u.s.w Noten in den Takten verteilen.
    Zum Schluss den Feinschliff: Vorgezogene Noten, Stakatopunkte, Haltebögen usw

    So gehe ich zumindest vor, wenn ich etwas notieren will.

    Lg, TaTu

    P.S. da war cwtoons schneller. ;)
     
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  4. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 10.07.16   #4
    Hallo Backstein,

    Naja, "Over the Rainbow" ist ein Jazz-Standard geworden, von dem es unzählige unterschiedliche Aufnahmen gibt. Oft richtet sich die Tonart nach den Sängern/Sängerinnen oder speziellen Instrumenten. Es gibt nicht - wie in der Klassik - eine eindeutige Notenvorlage, von daher: Nimm die Tonart, die Dir paßt. :)


    Ja, das ist immer eine einschneidende Erfahrung. Nachvollziehen ist viel einfacher, als selbst zu entscheiden, was wie und warum genau so geschrieben werden soll. Je nach Vorbildung/Übung und Kenntnisstand können verschiedene Vorgehensweisen hilfreich sein.

    Erst einmal gibt es zwei - zunächst einmal unabhängige Aspekte:

    Die Noten müssen relativ zueinander die richtigen Längenverhältnisse haben

    Auch, ohne sich für einen Takt und die Position der Noten darin entschieden zu haben, ist es klar (z. B. durch Klopfen/Zählen, notfalls Klopfen von sehr kleinen Einheiten, um die nötige "Auflösung" zu erreichen).
    In Deinem bisher unstrukturierten "Notenschlauch"

    Die Noten müssen in ein Taktschema eingepaßt werden
    Vielleicht fällt es Dir aber leichter, den Grundpuls zu erkennen, Betonungsschwerpunkte herauszuhören, und dann die Töne auf diesem Raster anzuordnen.
    So haben es ja cwtoons und TaTu beschrieben.
    Das Klopfen/Zählen wird durch die Viertelnoten dargestellt, die dem rhythmischen Grundpuls entsprechen, darunter das "Zählen in Achteln": 1-und-2-und-3-und-4...

    rainbow-rhythm-1.png
    Über diesem rhythmischen Taktgerüst kann man (durch die Textsilben und Pfeile repräsentiert) einzeichnen, wo die Töne "hingehören".
    Ich habe absichtlich die Pfeilmarkierung gewählt, um die richtigen Zeitpunkte zu markieren, ohne über Notenlängen nachdenken zu müssen.


    Mit dieser Vorlage ist es jedoch eine einfache Rechnung, die passenden Notenwerte einzutragen. Eventuell könnte man noch Pausen unterbringen, z. B. die letzte Note nicht über den gesamten Takt aushalten, aber das wäre dann quasi Feinarbeit.

    rainbow-rhythm-2.png

    Die Melodie habe ich hierbei komplett ignoriert (nur rhythmische Darstellung), weil sie nichts zur Sache tut und ich außerdem Copyright-Probleme vermeiden möchte (der Textausschnitt wäre im Grunde auch schon illegal, aber lassen wir die Kirche im Dorf...).

    Viele Grüße
    Torsten
     
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  5. cwtoons

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    Erstellt: 10.07.16   #5
    Und so sieht es dann aus:
    Rainbow 2.jpg
    CW
     
  6. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 10.07.16   #6
    Genau. Das wäre dann eine Variante mit Triolen, das geht natürlich auch.

    @Backstein123 : Du siehst, es gibt - je nach Vorlage/Vorstellung einen gewissen Interpretationsspielraum.
    Allen gemein ist, daß es sich quasi um eine Vereinfachung/Abstraktion handelt, denn all die kleinen rhythmischen Feinheiten (Agogik, Microtiming usw.) des tatsächichen Vortrags können und sollen in den Noten kaum abgebildet werden, das wäre dann quasi unlesbar.
     
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  7. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.07.16   #7
    Hey Leute, danke für die Tipps.
    Wenn ich daheim bin, versuche ich das mit dem Auszählen mal.
    Wenn ich fragen hab, meld ich mich dann nochmal:great:
     
  8. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.07.16   #8
    Hey Leute,

    Sorry dass ich es schon wieder tun muss aber ich hab da schon wieder etwas gehört....
    image.jpeg
    Ist das die Melodie unserer Hymne?
    Also nicht der Rythmus, da hab ich schon ne ungefähre Vorstellung von, sondern die Frage ist eher "stimmt die Notation / die Melodie?".

    Tut mir echt leid euer Gehör noch mal zu missbrauchen.:o
    Tut mir noch mehr leid das ich die Entschuldigung erst nach der Frage schreibe, so dass ihr gezwungen seid die Frage zu lesen:ugly::D
     
  9. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.16   #9
    Die letzten 3 Takte sind falsch.
    Und zwischen zweiter und dritter Zeile fehlt eine ganze Passage.

    Und Du solltest einmal die Setzung der Taktstriche überdenken. Ich meine, daß man sich mit der rhythmisch richtigen Notierung schwer tut, ist verständlich. Aber dennoch sollten doch die "wichtigen" Töne jeweils auf die EINS in einem Takt fallen, oder ?

    LG
    Thomas
     
  10. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 01.08.16   #10
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  11. Hans_3

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    Erstellt: 01.08.16   #11
    Was ich nicht ganz verstehe: Warum spielst du die aufgeschriebene Melodie nicht einfach auf einem Deiner Instrumente? Dann hörst du doch, was richtig oder falsch klingt. :confused: Nach 13 Jahren Gitarre kannst du doch sicher die Töne C, D, E, D, F usw. spielen oder sie dir auf dem Klavier ganz einfach zusammensuchen?
     
  12. cwtoons

    cwtoons Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.16   #12
    Hört sich vielleicht etwas oberlehrerhaft an, aber ich rate dringend dazu, saubere und gut lesbare Noten schreiben zu lernen. Das ist bei Dir sehr unbeholfen.

    Noten haben ovale, leicht schräg stehende Köpfe und gerade Hälse. Wenn man den Kopf und den Hals in einem Zug als Kringellinie schreibt, wird das nix.

    CW
     
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  13. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.16   #13
    Hey erstmal danke für die Antworten.

    Ich glaub es erklärt viel wenn ich kurz malb erklärte wie ich das mache.
    Ich übe, komm auf 1-2 Ton folgen die mir bekannt vor kommen und versuche dann, den Rest aus dem Gedächtnis zusammen zu bekommen.
    Also ich höre das Lied nicht währenddessen.
    Und dann schreib ich direkt die Noten auf wärend ich mit der anderen Hand die Melodie spielte.

    Ich hab nie mein Gehör gezielt geschult und es ist ein reines "Intervall aus dem Gedächtnis" hören/erinnern.
    Um mich zu prüfen frag ich halt. :)
    Die Alternative wäre, zu sagen "könnte hin kommen" und immer falsch zu spielen, oder aber an Hand von Notensätzen aus dem Internet zu vergleichen und da vielleicht ohne es zu wissen ne Gurke zu ziehen, und dann immer falsch zu spielen.

    Das mit den richtigen Taktstrichen ist gar nicht so einfach, weil das Rythmus hören und notierten für mich recht schwer ist.
    Den Auftakt z.b. Nicht gehört und hätte das Stück einfach auf der 1 starten lassen
     
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  14. McCoy

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    Erstellt: 01.08.16   #14
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    Bach:
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    Schumann:

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    Monteverdi:

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    tbc. ... ;)
     

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  15. cwtoons

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    Erstellt: 02.08.16   #15
    Eine schlecht leserliche Notenschrift haben viele, auch die zitierten Herren.

    Das kann man sich leisten - sofern man ein Genie ist.

    CW
     
  16. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.08.16   #16
    Ich kann das alles sehr gut lesen, auch Backsteins Schrift.
    Dann bin ich auch ein Genie, und zwar ein großes. :rofl:
     
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