Sammelthread: Tonart bestimmen

  • Ersteller Algabal
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Zieht man in Betracht, dass die IIIm Stufe einer Durtonart stellvertretend für die Tonika stehen kann
Die "dritte Stufe" ist funktionsharmonisch uneindeutig. In A-Dur kann sowohl als Dominantparallele (Dp) als auch als Tonikagegenklang (Tg) interpretiert werden.

Übrigens: Wenn wir F#m als Tonart bestimmen (Stichwort gleiche Skala), ist C#m die Dominante, wenn auch mit Mollterz. Da gibt es dann keine Doppeldeutigkeit. Ich kann deinen Gedanken des Tonikastellvertreters nachvollziehen, aber aus Stimmführungs/Melodiefaktoren ist für mich Dp naheliegender.

(Trugschluß von E7 nach C#m)
Wo kommt auf einmal die Septime her? Ich höre da keine...
Bei einem Trugschluß geht es um die Auflösung des Leittons, die hier nicht stattfindet. Ein weiterer Aspekt gegen C#m als Stellvertreter einer Tonika-Funktion.

Ich war ja nur auf der Suche nach der Tonart des Songs.
Das ist immer die Sache mit Musiktheorie. Jedes Werk ist individuell und bei einigen gibt es nicht immer eine 100% richtige Antwort. Da muss man dann Anhaltspunkte sammeln und kombinieren, um die bestmögliche Antwort zu bekommen.
 
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Also ich persönlich höre hier ganz klar die Tonart f#m.
Die Akkordfolge ist eine erweiterte D - E - f#m Akkordfolge wie sie in vielen populären Songs vorkommt. Solo würde ich ganz klar auf f#m spielen.
 
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Die "dritte Stufe" ist funktionsharmonisch uneindeutig. In A-Dur kann sowohl als Dominantparallele (Dp) als auch als Tonikagegenklang (Tg) interpretiert werden.

Übrigens: Wenn wir F#m als Tonart bestimmen (Stichwort gleiche Skala), ist C#m die Dominante, wenn auch mit Mollterz. Da gibt es dann keine Doppeldeutigkeit. Ich kann deinen Gedanken des Tonikastellvertreters nachvollziehen, aber aus Stimmführungs/Melodiefaktoren ist für mich Dp naheliegender.
Die Folge IV - V - IIIm - VIm ist in der Jazz- und Popularmusik so allgegenwärtig als Variation von IV - V - I - VIm, daß die III Stufe als Tonikavertreter, in diesem Fall ist das auch unbedingt durch den Harmonische Rhythmus gegeben, eindeutig gegen F# als tonales Zentrum spricht!

PS
Die III und VI Stufe sind in der Jazz- und Popularmusik eindeutig als Stellvertreter der Tonika zuzuordnen.
Wo kommt auf einmal die Septime her? Ich höre da keine...
Natürlich hörst man keine Sept da sie von der Band nicht gespielt wird. Die Sept ist aber unbedingt Bestandteil der unterliegenden Chordscale und ist dadurch passiver Bestandteil des Hörerlebnisses.
Bei einem Trugschluß geht es um die Auflösung des Leittons, die hier nicht stattfindet. Ein weiterer Aspekt gegen C#m als Stellvertreter einer Tonika-Funktion.
Die Fortführung des Leittons spielt beim Trugschluß weniger eine Rolle als die Fortführung der Sept (Gleitton).

PS
In der funktionalen Jazz und Popularmusik gilt: löst sich die Dominante nicht quintweise nach unten auf spricht man prinzipiell von einem Trugschluß.
 
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@CUDO II vielen dank für deine Interpretationen.
Die Folge IV - V - IIIm - VIm ist in der Jazz- und Popularmusik so allgegenwärtig als Variation von IV - V - I - VIm, daß die III Stufe als Tonikavertreter
Ja, die dritte Stufe *kann* tonikal interpretiert werden, aber das ist kontextabhängig. daher meine Gegenfrage: was spricht gegen eine dominantische Funktion? Schließlich haben beide Akkorde (I und V) zwei gleiche Töne mit der III. Stufe in A-Dur
in diesem Fall ist das auch unbedingt durch den Harmonische Rhythmus gegeben, eindeutig gegen F# als tonales Zentrum spricht!
Wenn F#m für dich die Tonart ist (was ich keinenfalls leugnen würde) - spricht nicht genau jenes Argument für eine schwach-dominantische Interpretation des Akkordes? Implikation (bzw. Diatonik allein) ist naheliegend aber nicht das Hauptargument.
Die III und VI Stufe sind in der Jazz- und Popularmusik eindeutig als Stellvertreter der Tonika zuzuordnen.
Mit dem Begriff "eindeutig" wäre ich etwas vorsichtiger. Stufen und Funktion sind gewiss nicht immer das selbe.
Natürlich hörst man keine Sept da sie von der Band nicht gespielt wird. Die Sept ist aber unbedingt Bestandteil der unterliegenden Chordscale und ist dadurch passiver Bestandteil des Hörerlebnisses.
Die Fortführung des Leittons spielt beim Trugschluß weniger eine Rolle als die Fortführung der Sept (Gleitton).
Diesen beiden Zitate schließen sich meiner Meinung nach irgendwie gegenseitig aus - dadurch dass keine Septime zu hören ist, gibt es ergo auch keinen Gleitton, der sich auflösen kann. Implikation und das tatsächliche Hörereignis können voneinander abweichen.
 
Ich programmiere bereits in F#m, Soli spielen sich prima in F#m.
Yamahas Chord Trakcer wertet F#m aus.
Und, ohne das bös‘ zu meinen oder abwertend: für mich ist inzw. der Eindruck entstanden, das hier unnötig verkompliziert wird.
Auf die vermeintlich einfache Frage nach der Tonart des Songs wurde mit sehr viel Fachsimpelei hin und her reagiert, was mich letzten Endes mehr verwirrt, statt geholfen hat. Dabei hat der Song hat nur 3 Akkorde.
Möchte da wirklich niemandem auf den Schlips treten. Soll nur mein Erlebnis reflektieren.
 
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Und, ohne das bös‘ zu meinen oder abwertend: für mich ist inzw. der Eindruck entstanden, das hier unnötig verkompliziert wird.

Aber Du musst auch zugeben, dass es sich hier um einen Sonder- oder Grenzfall handelt.
Es gibt nicht immer genau eine richtige Lösung und ich finde es gut, wenn nicht einfach Behauptungen in den Raum gestellt werden, ohne diese zu begründen.

Einfache, klare und alternativlose Antworten kann man vielleicht in der Politik geben, in der Musik geht das nicht immer.


Ich programmiere bereits in F#m
Ich bin vielleicht zu blond, um das zu durchdringen...

Eine Begleitautomatik erzeugt einen passenden Budenzauber zum vorgegebenen (gegriffenen Akkord).
Programmiert wird eine Grund- bzw. Ausgangsform wie z. B. das, was das Instrument bei einem Cmaj7-Akkord spielen soll.
Daraus werden dann andere Akkordarten (angefangen bei Dur- und Moll-Dreiklang) abgeleitet.

Wenn man dann im Spielbetrieb einen F#m9 greift, wird eben F#m9 gespielt. Wenn man aber einen G7 greift, wird G7 gespielt.
Das ist doch völlig unabhängig von der Tonart, die man später benutzt?

Oft kommt im der Popmusik ja z. B. eine Rückung um einen Halbtonschritt vor. Und - schwupps, ist man von D-Dur in Es-Dur.
In welcher Tonart steht dann das Stück? Gewinnt die Tonart am Anfang oder die am Ende?
Dann hat man natürlich die Wahl, das einfach zu spielen oder zu schummeln und den Transposer zu nutzen.
Was ist, wenn sich die Tonart in der Brigde oder im Chorus ändert?
Und so weiter...

Viele Grüße
Torsten
 
Ich bin vielleicht zu blond, um das zu durchdringen...

Eine Begleitautomatik erzeugt einen passenden Budenzauber zum vorgegebenen (gegriffenen Akkord).
Nur, wenn die Begleitung auch nur die Töne des Akkords nutzt. Dann ist es in der Tat so und recht einfach.

In dem Moment, wo eine repetierende Melodie, also Tonfolge, über verschiedene Akkorde gespielt werden soll, bist Du gezwungen diese entsprechend anzupassen. Sonst klingt die zwar bei E noch richtig, bei F#m passt es dann aber nicht mehr.

Das bedeutet dann natürlich, dass die programmierte Begleitung nicht mehr universell sondern nur noch für das Lied einsetzbar ist.
Ich habe zum Lied A 1000 Years eine Begleitung einprogrammiert. Hat 5 Wochen gebraucht.
Die funktioniert eben nur mit diesem Lied.
Nicht desto trotz ist es eben eine - per Akkorde drücken - gespielte Begleitung und nicht einfach nur ein MIDI das abläuft.

Eine komplette Transposition, um die Gesangslage zu treffen, ist dann am Ende unerheblich. Denn die gespielte Akkordfolge bleibt gleich.

Mein Keyboard bietet auch die Option für verschiedene Akkorde unterschiedliche Begleitungen zu erstellen. So kann es in Moll oder Septime anders sein als bei Dur. Damit kann man die Problematik bei Melodien ausgleichen. Muss aber eben erhöhten Programmieraufwand betreiben.
Ich nehme das aber in Kauf um dem Original nahe zu kommen.

Setzt aber eben voraus, sich mit dem Instrument und der Programmierarbeit auseinander zu setzen. Und das scheuen wohl viele. Entsprechend gruselig klingt es dann bei diversen Alleinunterhaltern, die versuchen, jeden Song in ihren 10 Standard-Begleitungen unter zu kriegen. Da graut es mich.

Ich ersetze für mich damit lediglich die nicht vorhandene Band.
 
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