Ungewissheit mit Musikunterricht

Also such nach dem richtigen Lehrer und es wird sich für dich richtig anfühlen
Eigentlich ist doch die Frage, was fängt der Schüler mit dem Wissen an, das ihm vermittelt wird. MMn. muß ein Lehrer einem Grundlagen beibringen, die prinzipiell
auf der Gitarre von Nöten sind. In erster Linie, wie setzen sich z.B. Akkorde zusammen, wo liegen die Töne auf dem Griffbrett und was bedeutet das, und vor allem, was spielt die Anschlagshand für eine Rolle (für mich eine sehr gewichtige), also Verständnis für die Gitarre und eben Techniken. Das alles ist Genre unabhängig und muß eigentlich von dem Schüler selbst übertragen werden, um seine gewünschte Musik machen zu können. Man kann einfach nicht 1 zu 1 übertragen, was der Lehrer vorgibt und was dann draus wird.
Ich finde, da ist auch die Kreativität des Schülers gefragt, in seinem Übungsräumchen. In diesem Sinne möchte ich halt mal die Lehrer in Schutz nehmen, mit dem Wissen, das es gute oder auch schlechte gibt.
einen schönen Tag
Micky
 
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Der TE behauptet Jazz-Tonleitern zu lernen. Meint er etwa die Kirchentonleitern? Also ich kenne viele Metall-Bands, deren Musik auf diesen Tonleitern aufbaut. Anders gesagt: Lernt er eigentlich gerade nicht genau das, was er lernen will?
Das wurde doch noch immer nicht ausgeräumt oder?
@Muaik , könntest du uns ein paar Beispiele der Tonleitern und Akkorden präsentieren, mit denen du gequält wirst?

Grüße
 
Ich bin auch seit ein paar Wochen bei einem eingefleischten Jazzer obwohl ich Hard-Rock, Metal mag.
Meine Meinung ist, dass es besser ist zumindest mal eine Zeit lang in jede Richtung reinzuschnuppern und sich ein paar Standarts draufzuschaffen. Finde es schon peinlich wenn du sagst du kannst spielen und der fängt mit Funk oder Jazz an und du hast da null im Köcher ... Vielen Metlern merkst man auch an dass sie in der Jazz Ecke ausgebildet wurden und ich persönlich halte - auch wenn es mir null gefällt - Jazzer und vor allem Fusion Jazzer für die wesentlich vollständigeren Musiker. Die jüngeren stehen auch technisch und in der Geschwindigkeit Metlern in nichts nach. Daher ist meine Meinug. Gib dem ganzen eine Chance. Sowas wie Harmonic Minor Scale emotionslos herzuhauen schafft man sich gleich drauf ;-) ...

Mit den Scalen verstehe ich nicht ganz was gemeint ist. Mir wäre es nicht bewusst, dass es DIE Jazz Skala gibt und am Ende orientiert auch der Jazz sich an den Kirchentonleitern zB dorisch und lydisch. Akkorde sind auch "nur" drei und vierklänge mit Tensiontones ergänzt. Traditionalisten bleiben sogar ganz nah am Blues. Der extrem aufreibende Jazz hält sich einfach nur nicht an die Skalen und mischt, alteriert und substituiert Akkorde und Skalen ... aber ... ich bin da erst am Anfang.

Warum sagst du deinem Lehrer nicht mal wie es dir mit dem Unterricht geht und schlägst vor ihr macht 1 für dich 1 für mich?
 
Ich sehe keinen Grund, warum jemand, der sich für ein Hobby entscheidet und dieses lernen will, demotiviert werden muss, indem man ihm sagt: also erstmal musst du aber etwas machen, was nicht viel mit dem zu tun hat, was dich motiviert hat...

Ich möchte meine Position einfach mal anhand einer Analogie veranschaulichen.

Nehmen wir an, ich bin ein Freund der Asiatischen Küche geworden und finde Gefallen daran, diese Gerichte selbst zu kochen. Ich suche mir einen passenden Kochkurs. Ich schildere meinen Wunsch, asiatisch kochen zu wollen, und höre vom Veranstalter: alles klar, kommen sie vorbei.
Vor Ort geht es dann aber los mit Eisbein und Sauerkraut als erstes Gericht. Auf meine Frage, ob wir hier nicht lernen, asiatische Gerichte zu kochen, höre ich dann: naja, das machen wir schon noch, aber die Grundlagen üben wir am besten erst einmal an traditionellen deutschen Gerichten. Mit der Zeit kann sich dann verständlicherweise ein gewisser Frust breit machen und vielleicht die Euphorie in eine Abneigung gegen das Kochen an sich umschlagen.
Es gibt ja auch kaum einen guten Grund, warum man die Basics nicht in dem favoritiserten Kontext lernen können soll. Natürlich kann man auch hier sagen: du behauptest später, dass du kochen kannst, und dann weißt du noch nicht einmal, wie man ein Kotlett paniert? Das ist doch peinlich! Nein, sehe ich nicht so. Gerade für die Motivation eines Anfängers ist es doch wichtig, dass er neben den Beschwerlichkeiten gerade zu Anfang auch kleine Erfolge sieht und einfache Dinge kann, die ihn begeistern. Es gibt so viele anfangs motivierte Instrumenten-Schüler, die genau durch das Ausbleiben solcher positiven Momente mit der Zeit keine Lust mehr auf das Instrument haben, weil ihnen jemand immer wieder sagt: zuerst musst du diese ganzen Sachen lernen, bevor wir das machen können, weshalb du eigentlich gekommen bist.

Was spricht denn dagegen, mit einem coolen Black-Sabbath-Song anzufangen? Da gibt es Riffs, die ein Anfänger, der Heavy Metal spielen möchte, gut lernen kann. Und dann kann man dem Schüler schon zeigen: schau mal, für einen sauberen Anschlag musst du ein paar Übungen machen, und ich erkläre dir mal, wie die Akkorde aufgebaut werden, wie aus einem Power-Chord ein Dreiklang wird... Welche Tonleiter bei einem langsamen Solo benutzt wird... Es ist doch eher normal, dass man ein neues Hobby anfängt, um dann möglichst schnell auch was zu können, was einem Spaß macht. Es ist doch eher der natürliche Weg, mit einfachen Dingen anzufangen und das Interesse, über den Tellerrand hinauszublicken, entsteht auf dem weiteren Weg. Wenn man z. B. irgendwann Musik spielen will, bei der die (in diesem Fall Metal-)Band eben nicht einfach Pentatonik benutzt, sondern irgendwelche orientalisch oder "schräg" klingende Skalen benutzt. Dann schlägt man den Bogen in andere Gefilde wie Jazz. Damit fängt man doch nicht an, wenn jemand Metal lernen will! Es sei denn, man will ihn ganz schnell demotivieren oder dazu bringen, sich einen anderen Lehrer zu suchen. Wie schon gesagt: viele Lehrer sagen dem Schüler aber nicht: "Das kann ich dir nicht bieten, das ist nicht mein Fachgebiet." Da wird dann so lange wie möglich darauf hingewiesen, dass die Grundlagen nun mal im Blues und Jazz zu finden sind und deshalb müssen wir da durch. Das ergibt keinen Sinn.

Zum Schluss noch eine ganz offensichtliche Sache: wenn ich etwas lernen möchte, dann gehe ich doch auf jemanden zu, bei dem ich sehen kann, dass er das, was ich lernen will, gut kann, oder?
Ich gehe doch nicht zu einem Blues-Gitarristen, wenn ich Metal lernen will. Mindestens möchte ich sehen und hören, dass mein Lehrer die Sachen kennt und spielen kann, die ich lernen will. Falls nicht, erwarte ich dann ernsthaft, dass er mir das beibringen kann? Man muss doch als Lehrer auch das Genre kennen und beherrschen, um es weiter geben zu können.
Also: lass dir von deinem Lehrer doch mal etwas darbieten, was du gerne spielen können würdest. Wenn er das gar nicht drauf hat, dann gibt es sicher bessere Lehrer für dich.

Zur Analogie von oben: niemand von uns würde über Monate hinweg Lust haben, Eisbein mit Sauerkraut, Maultaschen, Schweinebraten und Eintopf zu kochen, wenn er eigentlich vor hatte, das Kochen mit dem Wok zu lernen und wie man andere asiatische Leckereien zubereitet. Vielleicht ist der Leiter seines Kochkurses gar nicht vertraut mit den Besonderheiten der Asiatischen Küche? Er kennt vielleicht weder die besonderen Gewürze, noch die Zubereitungsmethoden. Also was soll das? Klar, er kann einem beibringen, wie man grundsätzlich mit den Messern umgeht und einiges mehr, aber warum soll das nicht gleich im Kontext geschehen, für den man sich interessiert?
 
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Warum sagst du deinem Lehrer nicht mal wie es dir mit dem Unterricht geht und schlägst vor ihr macht 1 für dich 1 für mich?

Das verstehe ich nicht ganz. Wenn ich einen Gitarrenlehrer bezahle, dann erwarte ich eigentlich, dass er von 2 auch 2 für mich macht.

Ansonsten sehe ich es wie suckspeed, verschiede Musikrichtungen haben völlig unterschiedlich Schwerpunkte obwohl sie auf denselben Grundlagen basieren.
Und ein wesentliche Punkt zum Erlenen ist die Motivation. Ohne Motivation steckt doch keiner ein haufen Zeit und evtl. auch Geld in ein Hobby.

Bei manchen Beiträgen hier komme ich mir vor wie bei Karate Kid, erstmal ein Jahr lang den Fußboden polieren ;)
 
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Stimme meinen beiden Vorrednern zu.

Gerade am Anfang ist die größte Gefahr, die Motivation zu verlieren. Auch wenn viele von uns wissen, was der beste Weg ist, wie viele haben ihn denn wirklich beschritten oder beschreiten ihn konsequent weiterhin?

Nicht umsonst sind doch die Foren und YouTube Kanäle voll von Beiträgen wie "Diese zehn Fehler sollte man nicht machen!", "Warum du schlecht Gitarre spielst!" Und so weiter.

Wir alle wissen mehr oder weniger, was richtig wäre. Und dann tun wir weiterhin das, was Spaß macht. Für Anfänger gilt das zehnfach. Dabeibleiben ist imho das allererste und wichtigste Ziel.
 
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Meine Erfahrung mit Unterricht besagt im Grunde nur eines: Unterricht nehmen, wenn die eigenen Neigungen von Anfang an gefördert werden.
Das erhält die Motivation und sorgt eventuell sogar dafür, dass man später auch ein Interesse für andere Genre entwickelt.
Geld für Unterricht auszugeben, wo ich Birne anstatt Banane bekomme, halte ich für völlig sinnlos.
Es ist wie eine destruktive Bewertung in einem konstruktiven Gespräch: Zerstörend.

vlg
 
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Nicht umsonst sind doch die Foren und YouTube Kanäle voll von Beiträgen wie "Diese zehn Fehler sollte man nicht machen!", "Warum du schlecht Gitarre spielst!" Und so weiter.


Nicht zu vergessen: "Musikschulen hassen diesen Trick":D


Mir selbst gehts grad ähnlich. Ich würde gerne Klavierunterricht nehmen, aber die Musikschulen in der Nähe haben offensichtlich kein Interesse, mir das freie Klavierspiel bei zu bringen, wobei durchaus Grundlagen in Theorie und Praxis vorhanden wären. Alles muss offensichtlich erstmal über die Klassikschine laufen, worauf ich keine Lust habe. Und wenn ich auf was keine (richtige) Lust habe, wird es mittelfristig im Sand verlaufen... Mit Anfang 40 kennt man sich selbst ja ein wenig :)
 
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Gerade am Anfang ist die größte Gefahr, die Motivation zu verlieren. Auch wenn viele von uns wissen, was der beste Weg ist, wie viele haben ihn denn wirklich beschritten oder beschreiten ihn konsequent weiterhin?

Nicht umsonst sind doch die Foren und YouTube Kanäle voll von Beiträgen wie "Diese zehn Fehler sollte man nicht machen!", "Warum du schlecht Gitarre spielst!" Und so weiter.

Ja, gut. Diese Beiträge versprechen aber auch etwas, das von Haus aus zum Scheitern verurteilt ist, nämlich schnelle Fortschritte durch scheinbar einfache Rezepte, und selbst da ist noch die Motivation vorausgesetzt. Wenn jemand die Motivation nicht aufbringen kann/will dann hat er halt auch am Instrument nicht so viel verloren, so ist das doch überall im Leben. Wenn ich einen Sixpack will, brauche ich auch dementsprechende Disziplin, Abkürzung gibt es eben keine. Wenn jemand schon am Anfang in den ersten 1-2 Jahren die Motivation verliert, so sei es.....

Mir selbst gehts grad ähnlich. Ich würde gerne Klavierunterricht nehmen, aber die Musikschulen in der Nähe haben offensichtlich kein Interesse, mir das freie Klavierspiel bei zu bringen, wobei durchaus Grundlagen in Theorie und Praxis vorhanden wären. Alles muss offensichtlich erstmal über die Klassikschine laufen, worauf ich keine Lust habe. Und wenn ich auf was keine (richtige) Lust habe, wird es mittelfristig im Sand verlaufen... Mit Anfang 40 kennt man sich selbst ja ein wenig :)

Vll einen Jazzer suchen? Ansonsten: Wenn man irgendein Instrument ganz gut selbst lernen kann, dann doch Klavier. Ich würde mir ein paar Grundlegende Fingersatzregeln reinziehen und ansonsten kannst du einfach anfangen, wenn du grundlegendes Wissen über Akkordaufbau und Harmonielehre hast.

grüße B.B.
 
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Ist aber alles ein bisschen arg spekulativ, vom TE wissen wir genau das:

Moin, ich nehme nun seit fast einem Jahr Gitarrenunterricht an einer Musikschule. Mein Lehrer hat direkt angefangen mir Jazz Tonleitern, Akkorden usw. beizubringen. Also ich lerne im Prinzip nur Jazz und auch ein bisschen Blues. Eigentlich würde ich aber deutlich lieber in die Richtung Metal und Rock gehen.
Meine Frage wäre, ob es normal ist, dass man mit Jazz und Blues anfängt?

Das sagt über seinen Stand/Fähigkeiten oder was konkret im Unterricht gemacht wurde nicht viel aus..
Es ist immer noch offen trotz mehrfacher Nachfrage was unter Jazz-tonleitern gemeint ist ...btw. bisschen Blues Grundlagen hört sich ja auch nicht völlig falsch an.

Hey, danke für die zahlreichen Antworten :)
Ich glaube nun auch, dass es ja echt nicht verkehrt sein sollte dies zu lernen.

Auch gut..es wurde schon paarmal hingewiesen einfach mal mit dem Lehrer die Problematik oder Wünsche anzusprechen..
Also wäre es in Bezug auf die Fragen oder Sorgen des TE am hilfreichsten, wenn er sich nochmal äussern würde, sonst spekuliert man von seiner auf andere Situationen..
 
Wenn jemand die Motivation nicht aufbringen kann/will dann hat er halt auch am Instrument nicht so viel verloren, so ist das doch überall im Leben. Wenn ich einen Sixpack will, brauche ich auch dementsprechende Disziplin, Abkürzung gibt es eben keine. Wenn jemand schon am Anfang in den ersten 1-2 Jahren die Motivation verliert, so sei es.....
Klar muss dich das nicht scheren! Aber viele von uns haben mindestens einmal ans Aufhören gedacht. Ich selbst habe wohl so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Und dennoch bin ich heute für das bisschen Gitarre spielen, dass ich dann tatsächlich kann, unendlich dankbar.

Ich möchte das maximal vielen Menschen ermöglichen. Und nicht unbedingt eine Elite der denkbar besten Gitarristen züchten.
 
Analogien gibts da genug.
Musste erst Buchstaben lernen und nicht gleich lesen, hab im flachen Wasser geplantscht obwohl ich sofort schwimmen wollt, Lehre habe ich auch erst im dritten annähernt das gemacht was ich machen wollt, Studium auch, ... auch zu den Mädels musst ich erst freundlich sein ...
Meistens muss man "investieren" um ans Ziel zu kommen und wer meint mit ich lern nur dann und das was ich will durchs leben zu kommen bleibt eh nicht an der Gitarre ...

MAn kann sofort das gelernte aus Blues und Jazz unmittelbar in Metal einsetzen ... Ich hätte noch nie gehört dass ein Lehrer einen hindert über die Pflicht auch nocht etwas Kür zu machen und sich zB Paranoid anzusehen. Und wenn du beim Blues aufgepasst hast wird dir bei Paranoid was auffallen - nämlich dass es das gleiche ist. Also lernst du genau das was du willst. Nur langsamer und noch einfacher und du wirst schon nach ein paar Wochen mit anderen zusammen Musik machen können. Sehr demotivierend.
Ich hätt ja auch keinen Bock mit Klassik oder Kumbaja am Lagerfeuer anzufangen, aber was am Blues falsch ist versteh ich echt nicht ...

Ich hab mit "Learn Guitar with Metallica" angefangen und ich fand es genauso demotivierend, dass ich nach einem halben Jahr nicht einen Song wirklich spielen konnte. Würde ich nochmals anfangen, würde ich sofort zu einem Lehrer und mir wäre es egal ob das Kind Blues oder Metal heist, hauptsache er kann Wissen vermitteln, das kann nämlich nicht jeder.
 
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Ok, die Analogie mit dem Lesen hatte ich auch schon auf dem Schirm. Aber auch hier passt das: klar, du lernst erst Buchstaben, dann einige Worte und dann liest du deine ersten Sätze. DAS ist dann schon ein Erfolgserlebnis. Es motiviert einen solchen Schüler aber sicher mehr, wenn er einfache Geschichten eines bestimmten Genres lesen kann, oder? Nicht umsonst gibt es für Leseanfänger eine breite Palette von Geschichten: Pferdegeschichten, Gruselgeschichten, Abenteuergeschichten,... Ein Anfänger wird natürlich Lesen lernen wollen, aber warum soll er das nicht in dem Kontext machen, der ihn am meisten reizt und motiviert, ein Buch in die Hand zu nehmen? Da könnte man auch argumentieren: erstmal die Tiergeschichten, denn das ist nie falsch. Tiere sollte man schließlich lesen und schreiben können. Wie peinlich wäre das, wenn du eines Tages behauptest, du könntest lesen und dann kannst du nicht einmal Esel lesen... Aber das wird zur rechten Zeit schon kommen. Man läuft aber Gefahr, dass jemand keinen Bock auf Tiergeschichten hat und deshalb viel weniger liest oder gar zu wenig, um es richtig zu lernen.

Nichts ist an Blues falsch. Das hat keiner behauptet, aber es ist auch nicht jedes Gitarristen Ziel, mit anderen zu jammen. Viele wollen einfach die Musik spielen können, die sie gerne hören. Und beim Metal gehört dazu eben auch eine ganz andere Technik als beim Blues. Dass einem gewisse Basics aus anderen Genres über kurz oder lang helfen, die Sache interessant zu machen oder zu halten, das ist keine Frage. Aber da will jemand einfach verzerrte Metal-Songs spielen und im Unterricht wird dann Blues gespielt? Warum?

Warum soll ich Blues und Jazz lernen, um es dann im Metal einzusetzen? Warum nicht anders herum? Einfach mal die Basics im Metal lernen und später dies durch Blues und Jazz bereicher? So wird für mich eher ein Schuh draus.

Dass ein Buch alleine dir nicht geholfen hat, ist verständlich. Hat vermutlich bei den wenigsten geklappt, aber manche kommen damit klar. Kommt auch auf das Buch an: genau wie ein Lehrer kann ein Buch geeignet sein, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln oder auch nicht. Es gibt zu viele solcher Bücher, die einen mit kryptischen Symbolen und akstrakten Beschreibungen allein lassen. Ein Lehrer - gerade zu Anfang - kann durch Beobachtung und Eingehen auf den Schüler einen immensen Unterschied machen. Aber dieses Eingehen auf den Schüler beinhaltet für mich eben auch, die Interessen des Schülers anzusprechen und im dümmsten Fall offen zu sagen: ich bin nicht der richtige Lehrer für dich!
 
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Analogien gibts da genug.
Musste erst Buchstaben lernen und nicht gleich lesen, hab im flachen Wasser geplantscht obwohl ich sofort schwimmen wollt, Lehre habe ich auch erst im dritten annähernt das gemacht was ich machen wollt, Studium auch, ... auch zu den Mädels musst ich erst freundlich sein ...
Meistens muss man "investieren" um ans Ziel zu kommen und wer meint mit ich lern nur dann und das was ich will durchs leben zu kommen bleibt eh nicht an der Gitarre ...
Naja, mit Analogien sollten wir vorsichtig sein, da lässt sich für alle Richtungen etwas finden, was passt.
Ich suche z.B. eine Wanderführer, der mir den Wanderweg nach Prag zeigt.
Der Führer sagt dann: "Ich zeige dir einzigen und wahren Weg nach Rom."
Ich: "Und wie komme ich dann nach Prag?"
Der Führer: "Wer den einzig wahren Weg kennt, der wir überall hinfinden"
Die richtige Antwort wäre eigentlich gewesen: "Ich habe keine Ahnung wo Prag überhaupt liegt."

Ich hätt ja auch keinen Bock mit Klassik oder Kumbaja am Lagerfeuer anzufangen, aber was am Blues falsch ist versteh ich echt nicht ...
Am Blues ist überhaupt nichts falsch, ausser dass es vielleicht mit das Schlechteste ist um Musikthorie zu lernen.
Wichtig am Blues ist z.B. das Shuffle-Feeling, das Phrasing, Smear Bends, Dur- und Mollpentatonik (vor allem das Mischen der beiden), die Pausen beim Solo, wann starte ich mit einem Lick, Frage und Antwort etc.pp..
All das trägt dazu bei, dass es bluesig klingt.
Und jetzt lehne ich ich mit meinem theoretischem 10-tel Wissen weit aus dem Fenster: Ein Dominat 7 auf der I, IV und V passt nicht so ganz zu den Kirchentonleitern.
Und auch eine Pentatonik oder Arpeggios unterbrechungsfrei über einen 32er genudelt ist kein Blues

Ich habe mir das letzte Jahr meine rudimentären Theoriekentnisse auch bei einem Lehrer geholt, der eher in Richtung Rock orientiert ist.
Ich will aber auschliesslich in Richtung Blues gehen, daher war mir klar, dass das nur ein kleiner Baustein ist, der mich nicht beschleunigt zum Ziel führt.
Sozusagen ein zeitlich begrenztes Intermezzo. Jetzt mache ich im Selbststudium wieder mehr Blues bis ich wieder genug Fragen habe für eine zweite Runde Theorie.

Ich gehe davon aus, dass es einem Metaller ähnlich geht, der will halt, dass es nach Metal klingt und nicht Autumn Leaf bis zum Abwinken nudeln.
Ich sehe es schon wieder so wie suckspeed: Erstmal einen Lehrer für das eigene Genre suchen (evtl. auch Online Kurse) und im Wechsel mit Theorie (evtl. auch Jazz)
beständig ausbauen und verfeinern.
 
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Mein Lehrer hat direkt angefangen mir Jazz Tonleitern, Akkorden usw. beizubringen ...
Sorry. Ich verstehe die Ausgangsfrage anders. Ich fasse die so auf, dass es um Musiktheorie, Akkorde und Skalen geht und nicht um die Feinheiten der jeweiligen Stilistik. Egal wie ihrs nennt, es bleibt überall das gleiche, kapiert mans fürs eine, kapiert mans fürs andere.
 
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MAn kann sofort das gelernte aus Blues und Jazz unmittelbar in Metal einsetzen ...
Man kann auch gleich mit Metal anfangen ... Das dort gelernte kann man sicherlich auch im Blues und Jazz einsetzen. :)

Ich hätt noch eine schön Analogie: Wenn man sich durchs tote Latein gequält hat, dann fällt es einem leicht, eine lebende romanische Sprache zu lernen.

Schön und gut, aus meiner Hinsicht aber Blödsinn. Mann kann auch gleich eine lebende romanische Sprache lernen. Dann fällt es einem auch leicht, eine andere romanische zu lernen.

aber was am Blues falsch ist versteh ich echt nicht ...
Es gibt Leute, denen gefällt diese Art Musik einfach nicht. Ist das so schwer zu verstehen...? :weird:
 
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Also: lass dir von deinem Lehrer doch mal etwas darbieten, was du gerne spielen können würdest. Wenn er das gar nicht drauf hat, dann gibt es sicher bessere Lehrer für dich.
Vielleicht etwas ketzerisch. Aber ich glaube die Wahrscheinlichkeit, dass ein Metalprofi auch eine pädagogische Ausbildung hat, ist geringer, als bei einem Jazzer. Fachwissen und damit genrespezifische Spieltechniken sind nur ein kleiner Teil von professioneller Lehrerkompetenz...
Ein Anfänger wird natürlich Lesen lernen wollen, aber warum soll er das nicht in dem Kontext machen, der ihn am meisten reizt und motiviert, ein Buch in die Hand zu nehmen?
Nur hat man davor den Schriftspracherwerb im 1./2. Schuljahr, der ja nur bedingt solche Geschichten liefert.

Letztendlich geht es hier um den Lerntransfer von Metal - Jazz oder umgekehrt. Da wir jetzt nur mutmaßen können, welche Skalen oder Arpeggien... der TE lernen musste ist eine Aussage schwierig. Ich denke allerdings, dass der Lerntransfer von Jazz zu Metal andere (vielleicht sogar bessere?) Möglichkeiten bietet als umgekehrt.

Sicherlich hat die Selbstbestimmung bei der Wahl der Stücke/Lieder positiven Einfluss auf die Motivation. Allerdings muss man auch betonen, dass die romantische Vorstellung von der intrinsischen Motivation nur selten 100% zutrifft. Wie oft macht man etwas aus inneren Druck heraus, oder weil man es persönlich für wichtig hält... und dann ist es halt keine intrinsische Motivation mehr.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Schön und gut, aus meiner Hinsicht aber Blödsinn. Mann kann auch gleich eine lebende romanische Sprache lernen. Dann fällt es einem auch leicht, eine andere romanische zu lernen.
Ich glaube dazu gibt es Studien. Die Korrelation basiert eher auf der Sprachgewandtheit, als auf der Ähnlichkeit der Sprachen, wenn ich mich nicht irre...
 
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Vielleicht etwas ketzerisch. Aber ich glaube die Wahrscheinlichkeit, dass ein Metalprofi auch eine pädagogische Ausbildung hat, ist geringer, als bei einem Jazzer. Fachwissen und damit genrespezifische Spieltechniken sind nur ein kleiner Teil von professioneller Lehrerkompetenz...

Das ist nicht nur vielleicht etwas ketzerisch.
Wenn man das umdreht, kann man auch (ebenfalls ketzerisch) behaupten, dass bei einem Jazzer, der seine Musik für den Nabel des Universums hält, eine pädigagogische Ausbildung auch nicht mehr viel nützt.
Aber wir kennen alle die betroffenen Personen nicht. Ist aber auch egal, wir haben uns in dem Thread schon eh in eine allgemeine Ebene verabschiedet

Letztendlich geht es hier um den Lerntransfer von Metal - Jazz oder umgekehrt. Da wir jetzt nur mutmaßen können, welche Skalen oder Arpeggien... der TE lernen musste ist eine Aussage schwierig. Ich denke allerdings, dass der Lerntransfer von Jazz zu Metal andere (vielleicht sogar bessere?) Möglichkeiten bietet als umgekehrt.

Nein letztendlich geht es darum, dass ein Gitarrenlehrer, der ja auch musikalischer Förderer und Wegbegleiter sein sollte, etwas verkauft hat, von dem er vermutlich keine Ahnung hat.
Oder sein pädagogischer Ansatz ist völlig ins Leere gelaufen und lässt einen ratlosen Schüler zurück, wobei wir wieder beim ersten Abschnitt wären.

Letztendlich wird man in Blues, Rock, Metal immer nur eine Teilmenge dessen an Theorie brauchen, was ein gestandener Jazzer können muß.

Wobei mir jtzt doch noch ein humplender Vergelich einfallen ist:
Ein Schreiner muß rechnen können, deshalb schickt man ihn aber auch nicht gleich in ein Mathe-Studium ;)
 
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Wenn man das umdreht, kann man auch (ebenfalls ketzerisch) behaupten, dass bei einem Jazzer, der seine Musik für den Nabel des Universums hält, eine pädigagogische Ausbildung auch nicht mehr viel nützt.

In diesem Einzelfall ja, aber meine Aussage war ja allgemeiner Natur.
Letztendlich wird man in Blues, Rock, Metal immer nur eine Teilmenge dessen an Theorie brauchen, was ein gestandener Jazzer können muß.
Was meine These ja bekräftigt.
 
Bei allem Respekt, es kommt der Schüler zum Lehrer in dem Falle, es ist keine Zwangsgeschichte ohne Wahl wie bei Kindern mit Schulpflicht.
Der Lehrer hat im besten und meisst anzunehmenden Falle eine deutlich höhere Kompetenz, sowohl in der Spielfähigkeit als auch im Wissen und Überblick über Grundlagen, Kenntnisse
und ev. eine recht guten Blick über die Fähigkeiten des Rat- und hilfesuchenden Schülers.

Ich gehe auch davon aus, dass der Schüler in etwa volljährig ist. Wenn er Fragen zum Unterricht oder dessen Ziele hat, steht es ihm nicht nur frei sondern es ist
geradezu seine Aufgabe nachzufragen, nachzuhaken. Genauso ist es seine wichtige Aufgabe seine Vorlieben und Ziele gegenüber dem Lehrer zu formulieren.
und natürlich sollte jeder Lehrer ein eigenes Konzept haben, was alles wichtig ist auf der Gitarre zu lernen, will man sich auf dieser in absehbarer Zeit frei bewegen können.

Natürlich ist unter den Lehrern sicher auch viel Verbesserungswürdiges zu entdecken aber jetzt den Lehrer in etwa als mangelhaften Dienstleister zu skizzieren,
der dem Schüler unbedingt das unbrauchbare Jazz-ding aufs Auge drücken wolle und dessen Aufgabe es eher sei doch besser Licks und Tricks auf Abruf und Wunsch des
Schülers auszupacken habe um ihm nur und genau das zu vermitteln, halte ich für einigermassen die Idee verfehlt.

So in etwa, " Lehrer, bring mir Reiten bei, aber ich will nur aufsitzen und Galopp, der Rest ist mir egal" das funktioniert auch nicht so ideal..

Ich möchte auch nochmal betonen, solche Sachen wie Barre oder wie Powerchords sind vom Verständnis her des Grundprinzips eigentlich Sachen die kann man
gerade im YT-zeitalter recht schnell selber lernen, begreifen und auch üben. Dazu muss ich nicht erstmal nen Lehrer bemühen oder wenn , dann vielleicht nur
recht rudimentär um paar Fehler auszumerzen oder Ergonomie zu entdecken.

Zu einem Lehrer geht man um tiefer in eine Materie einzutauchen, Eigenarbeit hat noch nie jemand abgenommen..
 
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