Denkbar wäre ein Spannungsteiler: 910 kOhm in Reihe mit dem Poti und 100K parallel. 1/10 des Spannungs-Regelbereichs für halbe Lautstärke, so war das mit den dBs, wenn ich mich nicht irre...
Eine Zehntelung der Leistung wird in etwa als Halbierung der Lautstärke empfunden. Wenn Du aber die Spannung um den Faktor 10 verminderst, verminderst Du die Leistung gleich um den Faktor 100. Du solltest die Spannung also nur etwa um den Faktor 3 vermindern.
Wenn ich mir die Graphen angucke und mir ein lineares Potentiometer reindenke, müsste der Anstieg doch am Anfang eher geringer sein?! Logarithmische Kurven zeichnen sich ja durch den starken Anstieg am Anfang aus. Für mich würde eine Lineare Linie näher an der Blauen liegen und somit weit unter der Grünen, die ja für die Lautstärke steht.
Das Poti kann nicht auf seinem gesamten Bereich exakt logarithmischen Verlauf haben, da es dann am Linksanschlag bereits ein beträchtlicher Widerstand zwischen Schleifer und "kaltem Beinchen" liegen müsste. Beim Zurückdrehen fällt der Widerstandswert zunächst um einen Faktor, der nur vom Drehwinkel abhängt. Dreht man noch einmal um denselben Betrag weiter zurück, verringert sich der Widerstandswert abermals um diesen Faktor. Die prozentuale Veränderung des Widerstandswerts wäre also auf dem ganzen Regelweg konstant, und der abgegriffene Widerstand könnte nie auf null Ohm sinken. So geht es also nicht.
Deshalb fällt der Widerstandswert in der Nähe des Linksanschlags schneller als theoretisch richtig. Anders herum: Der prozentuale Zuwachs zwischen Linksanschlag und z. B. 5 % des Regelweges ist praktisch unendlich groß, wie bei einem linearen Poti!
Nach dem Logarithmieren ergibt sich dann die grüne Kurve, die in der Nähe der Ordinate praktisch so verläuft, als hätte man eine lineare Funktion logarithmiert. Also erhält man hier eine Logarithmusfunktion, die sich weiter rechts wieder einer linearen Funktion annähert.
Um das Maß der Verwirrung voll zu machen: Eigentlich müsste man zur Umrechnung zwischen tatsächlicher und gehörmäßiger Lautstärke nicht logarithmieren, sondern radizieren! Man hat die Dezibel-Skala ursprünglich eingeführt, weil man annahm, der Mensch empfinde alles logarithmisch. Der Unterschied zwischen Reiz 1 und Reiz 2 würde demnach als so groß empfunden werden wie der Unterschied zwischen Reiz 3 und Reiz 4, wenn die Reizstärke von 1 nach 2 um denselben Prozentsatz zunähme wie von 3 nach 4. Der empfundene Lautstärkeunterschied zwischen 20 und 30 dB wäre also derselbe wie der zwischen 90 und 100 dB. Man liest aber in etlichen Büchern, dass der Mensch 10 dB mehr als Verdoppelung der Lautstärke empfindet. 10 dB mehr sind aber stets eine Verzehnfachung der tatsächlichen Lautstärke. Ein beliebig lautes Signal müsste also stets um den Faktor 10 lauter werden, damit man eine Lautstärkeverdoppelung empfindet. Die empfundene Lautstärkeerhöhung entspräche also der 0,3ten Potenz der tatsächlichen Lautstärkeerhöhung. Demnach wäre die Funktion zur Umrechnung zwischen tatsächlicher und empfundener Lautstärke annähernd eine Kubikwurzelfunktion!
Die empfundene Lautstärke wächst demnach langsamer an als bei einer linearen Funktion, aber schneller als bei einer Logarithmusfunktion, eben einer Wurzelfunktion entsprechend. Man hat deswegen auch die Sone-Skala eingeführt. Bei niedrigen Dezibelwerten entsprechen ein paar Dezibel mehr vielleicht 1 Sone. Bei hohen Dezibelwerten dagegen entspricht derselbe Unterschied in Dezibel vielleicht 2-3 Sone.
Offenbar gab es deswegen auch drei Bauformen von Potentiometern, nämlich lineare, logarithmische und "wurzelige". Die "Wurzelpotentiometer" haben erwartungsgemäß ihre 50-Prozent-Widerstandswert-Marke rechts von der Mitte des Regelweges, aber nicht so weit rechts wie die logarithmischen. Etliche Musiker bevorzugen diese "Wurzelpotentiometer", die landläufig ebenfalls als logarithmische Potis bezeichnet werden und inzwischen leider aus dem Handel verschwunden sind.
Überbrückt man jedoch ein als Spannungsteiler geschaltetes logarithmisches Potentiometer mit einem Widerstand, so verändert sich seine Widerstandskurve etwas in Richtung eines linearen Potentiometers, so dass man einem "Wurzelpotentiometer" näher kommt. Theoretisch müsste sich mit einer "volume bleed"-Schaltung also der Regelweg eines logarithmischen Potis noch verbessern lassen. Allerdings: Ein Verstärker ist kein Tonabnehmer und arbeitet natürlich auch nicht wie ein solcher! Deshalb würde ich in Verstärkern keinen Kondensator im Überbrückungsglied verwenden.