Warum findet man keine Keyboarder?

  • Ersteller Jerry77
  • Erstellt am
topo schrieb:
Ich stelle mal eine gewagte These aus dem Bauch heraus auf.Bei 70% der "Hobby" Bands ist der Keybaordsound einfach nur schlecht !
Da magst Du recht haben, topo, aber ist es nicht so, daß auch die weit überwiegende Anzahl der Hobby-Bands Cover-Songs "zum Besten" gibt?

Ist doch klar, daß der geneigte Zuhörer, sozusagen "mit dem Original im Ohr" eher die "Sounds" des Keyboarders als dessen Virtuosität wahrnimmt. Natürlich muß schon der Versuch scheitern, Van Halens "Jump" auf einem 99,- EUR Casio-Keyboard wiederzugeben. Gleichwohl stimme ich Stefans Ansicht zu, denn sicherlich läßt sich aus so einem Apparillo was machen, wenn's mit der Fingerfertigkeit stimmt und es "etwas Eigenes" ist.
 
Mahlzeit,

also ich habe festegstellt, dass es viele schlechte Coverbands und noch mehr mit schlechtem Sound gibt.
Aber bei ungefähr 80% von diesem sind die Fans und das Publikum begeistert. Die gehen ab, haben spaß und genau das ist es doch, was eine Coverband ausmacht, oder?!
Dass das Publikum spaß hat.

Ich halte mich auch nicht für einen sehr guten Keyboarder und auch meine Sounds sind sicher nicht die besten. Da lässt sich aus meinem Zeug doch wesentlich mehr rausholen denk ich mir.

Aber es juckt keinen. Weil wir ein Bandgefüge sind.

Demzufolge - zurückkommend auf die Ursprungsfrage des Threads - ich denke es gibt eigentlich genug Keyboarder - aber diese haben eher ein Erfahrungs- und Selbstbewusstseinsproblem denn ein Können- oder Equipmentproblem - auch mit einer heute auf dem Markt befindlichen Casio-Tischhupe kann man in den allermeisten Bands mehr als mithalten - die Guitarrren- oder Bass-Sounds sind zumeist schlechter am Original.

Da stimme ich Stefan voll und ganz zu. Wenn ein Gitarrist n paar Powerchorde kann, fühlt der sich schon sicher genug irgendwo hinzugehen und zu sagen: Ich kann spielen.

Gruß
 
@stefan:
Wenn die Jazzpianisten aus so einem Gammelteil so was rausholen, müssen sie wahrhaft exzellent sein. ;)

@topo vs. toeti und Sticks:
Meine Erfahrung ist nicht unbedingt, daß die Keyboardsounds schlecht sind (das sind sie nur dann, wenn man versucht, mit 99€-Kisten akustische Instrumente nachzuahmen), sondern oft sehr, sehr unkreativ. Meist orientieren sich die Coverbands klanglich (wie auch spieltechnisch) zu 100% am Original und dabei könnte ich einschlafen! Etwas mehr Mut und Freude am Experimentieren täte vielen Musikern aus der Ecke gut.
 
Das sehe ich wieder mal anders. Viele versuchen sich 100% am Original zu halten und das haut sehr oft nicht hin. Dann versucht man es mit irgendwelchen Sounds, die ungefähr so klingen und das finde ich nicht schön.

Von einer Coverband erwarte ich irgendwo schon, dass sie dann auch die Sounds haben, die im Original vorkommen. Ich habe nichts gegen eigeninterpretationen: Aber viele sagen doch: Dann kann ich auch eine CD einlegen oder wir haben uns da was anderes ausgedacht, weil sie gar nicht in der Lage sind.
Das sind dann keine Interpretationen, sondern nur ein anderer Keyboardsound und der Rest ist Original.

Gruß
Thorsten
 
Die müssen nicht unbedingt gleich exzellent sein, sondern etwas zu sagen haben. Wenn sie sich dann nicht vom etwas komischen Instrument aus dem Konzept bringen lassen, passts.
Ein schönes Solo bleibt ein schönes Solo, egal ob der Pianoklang scheppert oder nicht.
Optimal ist natürlich schönes Solo + schöner Flügel, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Nochmal was zur Klassik: So grundsätzlich schlechtheißen würde ich die klassische Schule nicht. Es kommt auch sehr darauf an, was der einzelne Schüler damit anfangen kann. Ich selbst hatte da ca. 10 Jahre meine Freude daran, auch mit moderneren Stücken. Beim Versuch, Jazz und Klassik zu kombinieren hat allerdings dann der Jazz gesiegt. Naja...
 
Also erstmal Gruß an die Gemeinde hier,

ich z.Bsp wohne in Hamburg und habe meine Not gehabt einen Keyboardlehrer zu finden bei dem man nicht Angst haben muss, mit dem Erlernten als Alleinunterhalter zu enden.

Will sagen, der Nachwuchs braucht auch Lehrer und nicht nur Klavierlehrer.

Gruß Kay
 
Ich hab auch erst Akkorde gelernt, als ich mal im Klavierunterricht meine Noten vergessen hatte, und der Lehrer mir dann "My Way" mit Melodie und Akkorden drüber in die Hand gedrückt hat und mir die Akkorde aufgeschrieben hat.
Die können es also doch, auch ohne Begleitautomatik!!! ;-)

(Wenn ich mir dieses My Way heute angucke, dann denk ich nur: "Warst du damals wirklich so blöd")

Aber das Problem mit den Keyboardern kenne ich auch. Wenn wir bei uns im Musikkurs Klassenmusizieren (alein schon dieses Wort) machen, bin ich der einzige von den Tasteninstrumentlern der es (zumindest halbwegs) hinbekommt, mit der rechten Hand Melodie + Akkorde zu spielen und mit fer linken Bass. Die, die Klavierunterricht haben, können gar keine Akkorde, die die Keyboard gelernt haben, können sie nur mit der linken Hand, und das hört sich verdammt schwammig an.
 
Meiner Meinung nach ist ein Leher nicht nur zum Anfangen notwendig, weil Sachen die man dann wirklcih in einer Band braucht lernt man erst entwas später wenn eben technische Grundfertigkeiten da sind (oder irre ich mich?)
Ich selbst spiele seit 10 Jahren (bin 17), die ganze Zeit mit Lehrer; is einfach immer wieder notwendig jemanden zu haben der nicht nur sagt "das passt nicht zum Lied" oder "der Sound is sch.....", sondern "spiel das so und so" oder "probiers mal mit nem andern Sound" ....

Ein weiteres Phänomän ist ja auch das Keyboarder zunehmend durch Playback und spieln zum Klick ersetzt werden, eine Entwicklung die mir garnicht gefällt...ham mal mit Leuten aus so ner Band geredet warum sie keinen Keyboarder haben, die Antwort war dann: "Schlechte Erfahrungen gemacht, falsch gespielt....."
Wenn dann der potenzielle Nachwuchs sowas sieht denkt man sihc ja: "geht auch ihne Keys, da kamma dann auch schön rumhupfen....."
 
Also bei uns hier in der Gegend gibt es genug Keyboarder. Ich kenn 2 befreundete Bands die jeweils einen haben und kenn noch 2 andere Leute die Keyboard spielen können aber in keiner Band spielen. Vielleicht sucht ihr nur falsch oder nicht öffentlich genug?
Wo ist deine Gegend? Wir suchen verzweifelt Keyborder/in !!!
 
Also ich kann dein Problem nicht direkt nachvollziehen. In meiner Gegend ist es viel schwieriger einen Bassisten zu finden.
Ich spiele selbst seit neun Jahren Keyboard, davon sieben Jahre mit Unterricht bei einem wirklich guten Lehrer. War zwar mit 70 DM im Monat verdammt teuer aber meine Mutter hat das damals für mich gezahlt.
Eure Argumente mit dem Epuipment kann ich nur bestätigen, da ich inzwischen mein drittes Keyboard habe und mir ein viertes zulegen will.
Seit Juni spiele ich in einer Band. Und es stimmt schon, Keyboarder in einer Band sind oft irgendwie das fünfte Rad am Wagen wenn sie nicht wissen was zu tun ist.
Ich denke, ein Keyboarder ist die Verbindung zwischen Rhythmus(Drums, Bass) und Melodie(Gitarre, Vocals). So ist das bei mir. Ich spiele meistens Akkorde und variire dann
mein Spiel ein wenig in dem ich sie halte oder die einzelnen Töne appregiert spiele also einzeln wie ei einer Harfe. Ein Keyboarder kann auch Soli spielen, sofern er sich an die Tonleitern hält alles andere klingt beschissen.
Man muss sich nur berühmte Bands mit Keyboard anhören, dann weiß man ungeähr welchen Part ein Keyboarder hat.
Solche Bands sind zum Beispiel: TOTO, Manfred Mann's Earth Band, Deep Purple. Speziell bei den letzteren ist der Keyboarder(Don Airey) gar nicht wegzudenken, da der Orgelsound einfach dazu gehört.
Fazit:
Es gibt genug Keyboarder. Manche von uns sind nur ein wenig feige.
Ein Keyboarder kann eine wichtige Ergänzung sein, sofern er es drauf hat.
 
Also wir suchen schon seit über einem Jahr intensiv nach einem oder eine Keyborder/in und finden hier bei uns niemanden. Mit dem Bass war es auch schwierig (eigentlich war es bei jedem Instrument schwierig jemanden zu finden). Die Keys spiele ich jetzt teilweise mit ein wobei da das Problem ist ICH KANN NICHT SPIELEN (hatte nur ein paar Stunden) da ich gleichzeitig singe, ist das ein großes Problem. Bei 2 Acc geht das noch, aber wenn mehr kommen, dann passe ich mich mit dem Keyb. meiner Gesangslinie an und dann passt die Gitarre und das Schlagzeug nicht mehr.
 
Vielleicht sollte man das mal im Gitarren-Forum pinnen ;-)

Micha
 
Hallo,

das liegt wohl daran, dass Schlagzeug und vor allem Gitarre viel cooler sind. Pianisten sind halt eher die mit ihren Anzügen, und Krawatte, die eh nur so Zeug wie Mozart und Co. spielen.


Aber weit gefehlt natürlich. :)
 
@drum_machine:
Ja genau, Pianisten sind immer voll spießig! Und viel zu interlektuell! Immer so ne Kopfmusik - Mozart, Bach und Goethe und so... zu viele Töne... versteht doch kein Mensch... da lob ich mir doch meine dreieinhalb Gitarren-Akkorde, die ich kann, die rocken wenigstens ordentlich! :D:D
 
highway star oder knocking at your backdoor vo deep purple an der hammond rocken auch:) ma muss halt die richtigen sachn spieln... *g*
 
Hammond rockt fast immer :D
 
Hammond rockt nicht nur fast immer. Hammond rockt IMMER!!
Vor allem mit einem geilen Leslie-Verstärker.
Geiler Sound

PS: Keyboarder spielen nicht nur Klassik
Schaut euch mal den Reamonn Keyboarder an. Der geht voll ab.
Genau wie ich :)
 
Nein, ich trage sicherlich keinen Anzug und Krawatte. Ist ein altes Image, das noch aus Zeiten kommt, wo Keyboards nicht bezahlbares Equipment waren. Unser erster Keyboarder war Bänker, der nächste Immobilienmakler, der nächste Vertriebsleiter usw. und die kamen zum Proben im Anzug mit Krawatte, weil sie direkt von der Arbeit kamen, und fühlten sich auch sonst gewohnheitsbedingt in solchen seidenen Gewändern wohl. Das mal dazu...

Das Grundproblem mit den Keyboards ist doch, dass es oft nicht als eigenständiges Instrument gilt, sondern als Füller, für all das, was man mit Drums, Gitarren, Bass nicht hinbekommt. Ob Streicher, Saxofon solo, Trompeten, Posaunen, Dudelsack, Harp, Chor, Glocken und co ... "die Sounds sind doch drin in deiner Tischhupe, oder?" ... Klar, aber warum kann ich das Sax-solo nicht mit einem geilen Moog-Sound interpretieren? Warum muss ich überhaupt irgendwelche Glockensounds darein spielen, nur weil sie im Original zu hören sind? Ab und zu mal fette Streicher-Sounds find ich noch ganz geil. Aber nur weil die Vielfalt meiner Sounds keine Grenzen kennt, muss ich die noch lange nicht voll ausschöpfen. Warum kann der Sänger nicht Blues Harp lernen (ist wirklich nicht so schwer).
Oft ist ne 2. Gitarre eher angesagt als n Keyboard, was aber nicht heißt, dass ich jetzt auch noch die Gitarrensounds aus meinem Keyboard vergewaltige. Ich habe zum Glück den Vorteil, dass ich 15 Jahre Gitarrist war, und kann diesen Part netterweise authentisch mit 6 Saiten und 22 Bünden erledigen.
 

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