Wenn die Leidenschaft zur Last wird...Oder: Wenn die Zeit fehlt

Hab ich alles schon hinter mir. Okay, muss man üben und sich bisschen was freischaufeln :D aber irgendwann geht es dann :D
 
Kommt. Mit den Kids sind auch nur "Ausreden" :) Meine Twins sind jetzt 4. Ich könnte jeden ABend wenn die im Bett liegen üben...wenn ich wollte. Aber ich will nicht, bzw klar, man ist dann mal müde oder so. Den ganzen Tag arbeiten, am Anfang noch nachts raus bei den Kleinen....Das hat allerdings fast nur meine Frau gemacht, von daher. Wenn "Mann" unbedingt üben will, geht das auch.:rolleyes:;)
 
@Rotor
100% agree.
Mein Junior wird dieses Jahr 16 und ich hätte abends ordentlich Zeit, um zu üben. Als er noch klein war, hab ich mir immer gesagt: Später, später, später hau ich wieder mehr in die Saiten. Aber dann haben sie natürlich das vermaledeite Netflix erfunden und jetzt hab ich immer noch keine Zeit, um wirklich mal vernünftig zu üben und alte spieltechnische Schwachstellen auszumerzen.

Fazit: "Die" sind schuld. Whoever they are!
 
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Netflix hat mich nie vom spielen abgehalten. Das Musiker Board ist da für mich viel gefährlicher! :whistle:
 
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Ich gehöre schon zu den älteren Semestern und habe die Erfahrung gemacht, daß sehr häufig (zumindest in meiner Generation) nach dem Studium (so ca. zwischen 28-45) das Instrument an den Nagel gehängt wird und Familie, Haus und Karriere allein im Fokus stehen. Irgendwann wenn das alles soweit geregelt ist, kramt man die Gitarre wieder raus und dann geht es ganz gemütlich wieder los.
War bei mir auch so und jetzt lebe ich seit knapp 20 Jahren vom Gitarre, Bass und Keyboard/Klavierunterricht. Hätte ich gar nicht für möglich gehalten nach ca.12 Jahren Pause das zu meinem Beruf machen zu können. Ich übe übrigens nur, wenn ich Lust dazu habe und freue mich, daß ich definitiv jedes Jahr zumindest etwas besser und sogar noch schneller werde.
Ich mache mir einfach keinen Druck und natürlich gibt es auch Phasen, wo man das Instrument gegen die Wand kloppen könnte, aber das ist doch normal. Das hat mit diversen Faktoren von innen und außen zu tun und ist individuell verschieden. Mir drückt z.B. seit Monaten das ständige trübe Wetter leicht aufs Gemüt. Gerade scheint hier aber die Sonne und ich merke sofort, wie sich das positiv auf mein Gefühl auswirkt und ich sofort aktiver werde.
Also einfach nicht soviel drüber grübeln und immer weiter machen. Der Weg ist das Ziel.:great:
 
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Ich muss ehrlich sagen, dass ich aktuell auch ein bisschen an mir zweifle. Das liegt entweder an meiner sehr selbstkritischen Ader, oder einfach daran, dass ich irgendwas falsch mache.

Bei mir ist es nicht die Geschwindigkeit, keineswegs. Ich muss nicht tausende Schläge pro Minute spielen, oder alle Skalen rauf und runter sweepen können, ich mag Solos im Stile von Ghost, oder Lordi ganz gern (hab keinen besseren Vergleich, die Solos der Bands sind für mich halt ein gutes Mittelding aus Technik, Ausdruck, Gefühl und Coolness) und viele würden sagen, dass die meisten Solos sehr einfach sind, darin kommt ja kein Sweeping vor und sie sind grundsätzlich nicht schnell. Und in so einem Stil spiele ich auch Solos.

Allerdings hab ich oft das Gefühl, dass etwas falsch klingt, leicht schief und ich verstehe nicht, woher das kommt. Meine Gitarren sind nicht verstimmt, die Intonation ist auch nicht verkehrt und rein von Musiktheoretischer Seite aus spiele ich auch keine falschen Noten rein.
Wenn ich mir dann YouTuber anhöre, wie sie teilweise "falsche Skalen" über irgendwas spielen, oder chromatische Sachen, dann klingt das in der Regel noch harmonischer, als das, was ich da spiele. Lang gehaltene Noten klingen teilweise richtig übel in meinen Ohren.

Komisch ist halt auch, dass ich grundsätzlich keine schlechte Technik habe und auch flüssig spiele, aber irgendwie wollen manche Melodien, die mir in den Kopf kommen, nicht zum Rest passen.
Vielleicht bin ich eher der Rhythmusgitarrist und sollte es mit Solos lieber sein lassen, who knows, who nose, wer Nase? :nix:
 
Hallo Ripple,
das Problem kenne ich auch. Ich kann aus Zeitgründen und will auch sonst schon lange nicht mehr täglich verbissen üben. Bleib einfach locker - man verlernt nichts wirklich! Das Üben schneller Läufe bringt ab einem bestimmten Grad bringt mitunter keine wesentlichen Fortschritte mehr, vor allem, wenn man seine Übungsstücke nach 500.000 Malen schon gut kann. Da bleibt der Kick aus, dann wird es zum dummen Übungsparcours, den man bocklos- gelangweilt und ohne Spass, aber mit viel zu viel Perfektionismus runterknattert. Und noch schnelleres Spielen gibt auch keinen Kick, sondern irgendwann nur noch Geräuschkulisse.
Dass ich auch nicht mehr so viel ZEIT wie früher habe, macht mir nicht sooo viel aus. Ich übe am Sa und am So jeweils ca 1 Std, das halte ich nach Lust und Laune, Hauptsache ich hab was gemacht. Da ist es auch egal, ob ich mit dem Gespielten zufrieden bin - ich bin keine Jukebox und bin jeden Tag in anderer Verfassung.
Nach einer Woche Nicht- Spielen ist es wichtig, das Instrument am Sa. überhaupt erstmal wieder anzufassen, und mich ein bisschen warm zu spielen mit bekannten Sachen - man kann auch mal 2 Wochen pausieren, dann gehts immer noch gut. Am Sonntag mache ich dann schwerere bzw. neuere Sachen, die ich noch nicht so gut kann. Ganz neue Sachen übe ich, so lange ich es noch nicht vollständig kenne, zwei, drei Mal zwischendurch in der in der Woche für ca 15-max.20 Minuten. Der wirkliche Lerneffekt ist im Kopf! Auf diese Art geht es lerntechnisch genau so schnell voran, wie wenn ich täglich üben würde. Der Rest ist ja Geläufigkeit, und die bleibt mir auf meine Weise erhalten. Irgendwann hast du sicher auch mal wieder mehr Zeit, und dann hast du dann auch nicht das Gefühl, komplett wieder bei Null anzufangen.
Schnell spielen können dient für mich vor allem für die Fingergeläufigkeit, -ausdauer und Treffsicherheit. Je besser man irgendwas kann, desto mehr neigt man zum "Preschen". Das ist sehr viel einfacher als langsames und ausdrucksvolles Spiel mit viel Gefühl. Es ist so verdammt schwer, auch mal eine Pause zwischen den Tönen zu lassen, damit ein einzelner Ton sich wirklich entfalten kann! Also: locker bleiben und bloss nicht zwanghaft werden, denn mit zuviel Disziplin killt man die Motivation!
Geh in dich und stell fest, warum du so dolle übst. Wenn der Faktor SPASS und Freude am Musikmachen dabei nicht vorkommt, warte ab, bis er wieder da ist, der Spass. Bleib einfach im Hier und jetzt und frag dich, ob du heute, hier und jetzt wirklich LUST zum Spielen hast. Und lass die Gitarre tatsächlich offen stehen, damit du jederzeit auch mal nur mal nebenbei zum Spass ein bisschen spielst und das Instrument sofort wieder wegstellst, sobald die Konzentration nachlässt oder du keine Lust mehr hast. Erlaube dir, auch mal keine Lust zum Spielen zu haben, denk nicht: "... ich müsste doch noch sooo viel üben..." Denn es gibt keinen Weg zum Glück. Glück ist der Weg.
LG,
Plasma Phantom
 
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@Ripple Wenn Anspruch (an Dich) und Wirklichkeit nicht übereinstimmen, dann musst Du eines von beidem ändern.

Ich habe meinen Anspruch runtergeschraubt und lustigerweise genau dadurch inzwischen manche Sachen geschafft, die ich früher nicht für möglich gehalten hätte.

Du erreichtst nun auch wie bereits früher Plateaus und brauchst aber länger um diese zu überwinden.

Wenn Dir das Gitarre spielen als Stress vorkommt, dann lass es eine Weile bis die Finger wieder jucken;)

Alles Gute,

Thorsten
 
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Wenn der Faktor SPASS und Freude am Musikmachen dabei nicht vorkommt, warte ab, bis er wieder da ist, der Spass.
Genau das ist meine Ansicht! Üben und spielen wenn es Spass macht. Wenn nicht, leg ich die Gitarre mitunter schon nach paar Minuten wieder zur Seite.
 
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Meine Gitarren sind nicht verstimmt, die Intonation ist auch nicht verkehrt und rein von Musiktheoretischer Seite aus spiele ich auch keine falschen Noten rein.
Komisch, wenn Intonation/Bund-Oktavreinheit passen... Vielleicht bendest du zuviel ? Ansonsten: Mach dich nicht verrückt. Einfach spielen. Versuche doch mal, ein bekanntes Lied per solo zu "begleiten", die Tonart solltest du ja rausfinden können. Dann hörste mal, wie es klingt bzw ob dir was schief vorkommt. Wenn du es noch aufnehmen kannst für dich, wäre zum kontrollieren ja noch besser.
Wenn Dir das Gitarre spielen als Stress vorkommt, dann lass es eine Weile bis die Finger wieder jucken
Finde ich auch. wenn es "nur" hobby ist, sollte es in erster Linie Spass machen.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
leg ich die Gitarre mitunter schon nach paar Minuten wieder zur Seite.
Oder paar Tage :)
 
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Komisch, wenn Intonation/Bund-Oktavreinheit passen... Vielleicht bendest du zuviel ? Ansonsten: Mach dich nicht verrückt. Einfach spielen. Versuche doch mal, ein bekanntes Lied per solo zu "begleiten", die Tonart solltest du ja rausfinden können. Dann hörste mal, wie es klingt bzw ob dir was schief vorkommt. Wenn du es noch aufnehmen kannst für dich, wäre zum kontrollieren ja noch besser.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es teilweise die Bendings sind, es klingt ja nicht grundsätzlich jeder Ton falsch. :D
Danke auf jeden Fall für die Tipps! :)
 
Tippe auch auf ungewollte Bendings. Das kommt bei meinen Schülern auch häufiger mal vor und wird oft durch zu hartes und verkrampftes greifen erzeugt.
 
Das Problem ist, dass Lernen und Verbesserung soo gerade nicht funktionieren. Das Gehirn schaltet nur dann neue Synapsen, wenn etwas praktiziert wird, das für den betreffenden NEU ist. D.h. Fortschritte gibt es nur, wenn Unbekanntes, neue Stile, neue Licks, neue Übungen usw. praktiziert werden. Bereits internalisierte Läufe, also solche, die im motorischen Gedächtnis verankert sind, einfach nur immer schneller spielen zu wollen, genügt als Anreiz nicht. Es handelt sich nicht um neue Herausforderung für das Gehirn....

Wenn Du immer nur Bekanntes wiederholst, wirst du gut darin das Bekannte immer schlechter zu spielen....
 
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Ich probier's mal. Ich lese in diesem Unterforum hier eigentlich nicht mit, da ich Akustiker und Basser bin, aber die Probleme sind ja deswegen keine anderen. Ich habe vor 43 Jahren mit dem Gitarrespielen angefangen, war sehr davon fasziniert, wobei es noch ein anderes Hobby gab und gibt, das mir ebenso wichtig ist. Ich habe zu spät für eine Profilaufbahn (ich schreibe mal bewusst nicht "Karriere") angefangen, wollte ich aber auch nie werden, aber etwas musikbezogenes studiert. Wenngleich Musikwissenschaft mit praktischer Musikausübung ungefähr soviel zu tun hat wie Sportmediziner mit Sportausübung. Oder Fischereiaufsicht mit Angeln gehen.

Quasi mit Beginn des Studiums hat die Zeit zum Üben und Spielen nachgelassen, danach ging es in den Beruf, Berufswechsel, Kinder, Fortbildung, Familienpflege etc. In der Zeit habe ich einerseits immer wieder mal neue Instrumente gekauft (die Hoffnung stirbt zuletzt), andererseits nur auf Sparflamme selbst Musik gemacht. (Die Kinder waren und sind da deutlicher aktiver, aber in der Zeit, in der ich die zum Unterricht fahre, kann ich nicht selbst üben.) - Seit ca. 4 Jahren, mit Anfang 50, habe ich nun endlich mehr Zeit, bin ich in anfänglich 3, jetzt 2 Ensembles aktiv, mit ca. 15 Auftritten p.a., regelmäßigem Üben etc. Die 16tel bei 200bpm schaffe ich nicht, habe ich auch noch nie geschafft. Andere technische Dinge werden allmählich durch systematisches Üben besser, das geht auch mit Mitte 50 noch. Die Geschwindigkeit scheint mir die stärkste Begrenzung zu sein.

Aaaber: Ich habe in den ganzen letzten 40 Jahren sehr bewusst Musik gehört, mich mit Musik beschäftigt etc. Ich bin heute sicherlich "musikalischer" als früher, wenngleich vielleicht technisch nicht so versiert, wie es wünschenswert wäre. Aufhören war aber nie eine Idee, dazu ist Musik viel zu sehr im Denken verinnerlicht. Ich habe bis Anfang letzten Jahres auch noch nie Equipment verkauft (und dieser einzige Verkauf war davon geprägt, dass jemand ein Instrument haben wollte, das ich eigentlich als Bastelobjekt gekauft hatte). Jetzt freue ich mich darauf, (hoffentlich) irgendwann noch mehr Zeit dazu zu haben. Notfalls als Rentner... (Mein Vater hat zu seinem 60. eine Mandoline von mir bekommen. Mit der hat er noch 25 Jahre geübt und gespielt.)

By the way: Bei den meisten Profis im Musikbereich, die ich kenne, ist der Alltag von Antrag schreiben, Unterrichten, GEMA usw usf. dermaßen geprägt, dass das eigentliche Musizieren auch eher ein "Nebenjob" ist. Wenn Du viel Zeit zum Üben haben möchtest, dann werde E-Ingenieur und arbeite halbtags. Dann hast Du vermutlich dasselbe Geld, wie viele Profis, weniger Alltagssorgen und kannst Dich um Deine Musik kümmern.

Bin zwar noch aktiver MuWi-Student, kann mich aber leider insofern damit identifizieren, dass ich im Leben bisher leider kaum so wenig gespielt habe wie im MuWi Studium....

Lg B.B
 
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ich habe ein änliches problem wie du. mache im nächsten semester meinen ba und habe die letzten vier monate so gut wie garnichts musikalisch auf die kette bekommen, weil die zeit, bzw viel mehr die muße einfach fehlt. dazu kommt noch, das ich auch singe und vor besagten vier monaten mit dem rauchen aufgehört habe, um beim gesang mehr rausholen zu können. jedenfalls bin ich derzeit aufgrund des nichtrauchens und nichtmusizierens etwas ungenießbar geworden, nett ausgedrückt. an manchen tagen passt depressiv als beschreibung wohl eher.

ich habe mir vor dem studium die frage gestellt, ob ich evtl was mit musik studieren sollte und bin zu dem schluss gekommen, das mir die musik zu persönlich und wichtig ist, als das ich sie mir durch ein studium "versauen" lasse. das ist keine kritik an die, die in welcher form auch immer dies tun, lediglich meine art mit dem thema umzugehen.

dieses "versauen" passiert sehr vielen die mit absoluter leidenschaft musik machen, sich dadurch ausdrücken, weil sie innerhalb einer beruflichen ausübung sehr oft lediglich "funktionieren" müssen. sei es innerhalb eines orchesters/ensembles, als tontechniker oder in einer pro cover band.

wenn du dich für so eine karriere entscheidest die nicht zu 100% der des musikers als künstler entspricht, der seine visionen auslebt und umsetzt, wirst du zwangsläufig immer wieder an punkte kommen, an denen die musik dir eher negative als positive vibrationen beschert.

deswegen sehe ich die musik lieber weiterhin als meinen "zufluchtsort" der nur mir gehört. ein sicherer ort an dem ich ganz ich sein kann, frei sein kann, wo es nur darum geht, dass ich tue was ich will, zu meiner persönlichen zufriedenstellung, nicht um andere zufriedenzustellen.

für die zukunft plane ich, mein über die jahre gesammeltes material in eigenarbeit aufzunehmen und durch diese aufnahmen dann leute zu finden, denen das was ich mache zu 100% gefällt, sich damit musikalisch wie von der einstellung her identifizieren können und bock haben mit mir eine band zu gründen und "for real" "echte musik" zu machen um der musik willen und nicht auf auftragsbasis welcher art auch immer. so wie es auch schon meine idole vor mir getan haben.

bleib dir selbst treu, dann wird dir die musik ein treuer begleiter bleiben und dein leben weiterhin bereichern. konzentrier dich aufs komponieren, technik ist nur ein mittel zum zweck. dein favorisierter stil ist für dich technisch ja schon erschlossen. mach dir klar, das du schon viel auf dem instrument erreicht hast und das du auch noch mehr erreichen kannst und wirst, wenn du cool bleibst und weitermachst. der weg ist das ziel. bei der musik geht es ja darum, im moment zu sein.

ich hoffe, ich konnte dir mit meinen worten ein bisschen bessere laune machen, sorge nehmen. du bist nicht der einzige, dem es so geht. ich glaube es geht sehr vielen so. einen gutbezahlten job zu haben, der einen nicht jeden tag frustriert und der es einem ermöglicht, ohne leistungsdruck musikalisch tätig zu sein, ist viel wert.

ich habe zb schon covermukker kennengelernt, die sehr gut verdient haben, aber schnell wieder aufgehört haben, weil sie sich nicht wohl dabei gefühlt haben und es sich für sie nur wie eine zeitverschwendung angefühlt hat und sie dadurch im endeffekt keinen bock mehr auf musik hatten.

und wie ich gelesen habe, arbeiten zb nur ca ein % von klassisch studierten musikern hinterher als musiker im orchester, der rest als lehrer oder jobt sonst was. mittlerweile wird zb und um im bsp zu bleiben in der klassik, wo ein so hohes niveau herrscht, dass jeder die erste geige oder ein anderes solo instrument perfekt beherrscht und auch eine eigene persönliche individuelle nuance in die komposition bringt, die es wert ist, gehört zu werden, im endeffekt auch nach aussehen ausgesucht. gleiches gilt für sänger in der klassik, darüber gibt es viel unmut bei den musikern. die professionelle musiker karriere beinhaltet eben leider auch diese und weitere unangenehme, nichts mit musik zu tun habende thematiken. als "professioneller" pop musiker müsstest du evtl deine single im frühstücks fernsehen performen, morgens um acht. bock darauf?

oder bock drauf als tontechniker die neue scheibe von den amigos aufzunehmen? oder wanna be pop stars, die von money und fame träumen? ein pro muss das evtl um die miete zu bezahlen. was meinst du wie schön deine ohren nach acht stunden so einer session klingeln.

keep it real. damit fährt man am besten.
alles andere ist fake und verschwendung.
 
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Ich denke auch Du solltest etwas relaxen und Dir niedrigere Ziele setzen. Dein Fall liest sich für mich nach "weniger ist mehr".

Mein Punkt wäre: vielleicht hilft auch das Öffnen hinsichtlich anderen Musikrichtungen. Blues um es zu benennen. Denke mal an Howlin* Wolf, Elmore James, John Lee Hooker, Muddy Waters. Die haben angefangen ihre Musik zu machen, wenn sie mit ihrem 15-Stunden-Arbeitstag fertig waren. Sie hatten sehr wenig Zeit, brachten aber jede Menge Gefühl ein.

Ich habe mich lange gefragt was denn dran ist am Blues. Ist es doch mehr oder weniger die ewig gleiche Akkordfolge. Bis ich darauf gekommen bin, dass es die Stilrichtung ist, die am meisten Spielraum für Spielgefühl und Improvisation bietet.

Vielleicht kannst Du Dich mit diesem Ansatz mit weniger Zeit trotzdem weiterentwickeln.
 
... ist es doch mehr oder weniger die ewig gleiche Akkordfolge
Das ist eines der Klischees unter denen der Blues leidet.
Richtiger wäre wohl "... leider spielen viele nur Sachen mit ewig gleichen Akkordfolgen" ...
Blues ist Vielfalt pur, all die persönlichen und regionalen Stile, besonders der Blues der Anfangszeit. Die "ewig gleichen Akkordfolgen" haben sich erst später daraus entwickelt, auch weil sie immer wichtiger fürs Zusammenspiel mit anderen wurden ... aber selbst beim sog. Bluesschema gibt es eigentlich ein Dutzend verschiedene ...
 
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war schon so gemeint
 
mittlerweile wird zb und um im bsp zu bleiben in der klassik, wo ein so hohes niveau herrscht, dass jeder die erste geige oder ein anderes solo instrument perfekt beherrscht und auch eine eigene persönliche individuelle nuance in die komposition bringt, die es wert ist, gehört zu werden, im endeffekt auch nach aussehen ausgesucht. gleiches gilt für sänger in der klassik, darüber gibt es viel unmut bei den musikern. die professionelle musiker karriere beinhaltet eben leider auch diese und weitere unangenehme, nichts mit musik zu tun habende thematiken.

Ich habe mich lange gefragt was denn dran ist am Blues. Ist es doch mehr oder weniger die ewig gleiche Akkordfolge. Bis ich darauf gekommen bin, dass es die Stilrichtung ist, die am meisten Spielraum für Spielgefühl und Improvisation bietet.
Mal ganz plump gesagt: handwerkliche Skills nur grob geschätzt die Hälfte von dem, was eine Band bzw. ihre Musik ausmacht, wenn überhaupt. Ihr wisst ja alle, dass viele Pop- und Rocksongs mit wenigen Standard-Riffs und Strukturen gemacht sind. Was nicht heißt, dass es schlechte Musik ist! Die Besonderheiten liegen oft eben woanders, wie z.B. bestimmter Sound/Atmosphäre in den Songs, die Songtexte, die Bühnenshow, der Lifestyle der Band, wie sie sich präsentiert usw.

Daher tue mich auch schwer, sowas nachzuvollziehen wie im Eingangspost:
diverse schnelle Gitarrensoli mit 16teln bei 200bpm sind gut drin. Um allerdings jetzt weiter zu kommen, muss ich halt üben.
Zum besseren Verständnis gefragt: Wofür das "Weiterkommen"? Sind mit deinen jetzigen Skills deine musikalischen Vorstellungen nicht umsetzbar?
Mein Punkt wäre: vielleicht hilft auch das Öffnen hinsichtlich anderen Musikrichtungen
Da stimme ich zu. Es ist bisweilen auch mal so (nicht nur in der Musik), dass man irgendwann die Distanz und damit auch die Maßstäbe zu dem verliert, was man da tut.
 
Hört sich für mich irgendwie nach Leistungssport an den du da auf der Gitarre betreiben willst. Was hast du davon das du immer schnellere Songs spielen kannst ? Ist das für Zuhörer von Interesse ?
Was ich damit sagen will: checke doch mal, warum du überhaupt Gitarre spielst. Wäre es vielleicht nicht besser, mal ein paar neue Songs zu lernen als immer schneller herumdduddeln zu können ?
Vilelleicht bist du auf Dr ganz falschen Baustelle und hast in den 10 Jahren, in denen du spielst noch gar nicht erkannt was die Gitarre für ein tolles Begleitinstrument ist.
 

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