Wie schreibt man (mehrstimmige) Pop-Musik Chöre

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Hallo liebes Community,

Ich möchte gerade einen Refrain eines 80er Pop/RnB Songs schreiben, nur weiß ich noch nicht genau, wie ich das anstellen soll und bitte hiermit um Euren Rat.

Ich habe beispielsweise eine ganz normale Melodie und überlege wie ich dazu einen normalen "Pop-Song-Chor" im Refrain schreiben kann. Klar ist mir bis jetzt nur, dass ich erstmal die Tonart herausfinden muß.. aber das wars dann. Evtl. dachte ich das ich die Melodie als Oberstimme für Dreiklänge nehme. Aber wie gesagt: ich habe keine Ahnung! :)

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Großmutter B
 
Eigenschaft
 
Hast du eine stilistische Vorlage, z.B. einen konkreten Song aus den 80ern? Sowas wie "How deep is your love" z.B.? Das war bei den Bee Gees schon stark chorlastig und bei Take that fast noch mehr. Willst du sowas schreiben oder stilistisch was anderes?

  • Mal ganz von der Basis angefangen: Grundsätzlich kannst du jeden Akkord singen lassen, der sich in einer singbaren Lage befindet. Also mußt du erst mal die Gesangslagen deiner Sänger kennen. Kennst du die?
  • Der nächste Schritt ist die Dramaturgie deiner stilistischen Vorlage: sind die Chöre für den gesamten Background zuständig, oder tummeln sich da evtl. noch wesentliche Anteile von Gitarren und Keyboards? Gibt es einen Solosänger, dessen Phrasen im wesentlichen abwechselnd mit dem Chor kommen oder singen beide gemeinsam? Oder hat der Chor die tragende Rolle (z.B. oft bei Münchener Freiheit oder den Prinzen)? Oder hast du bereits eigenständige Vorstellungen über die dramaturgische Rolle des Chores?
  • Dann - welches Ziel strebst du an: schreibst du für eine Band oder für Vokalchor a capella? Ist ein Solist beteiligt?
Wenn du die Fragen, insbesondere zur musikalischen Dramaturgie beantworten kannst, bist du deinem Ziel ein gutes Stück näher.

Harald
 
So, wie ich Dein Posting lese und interpretiere, bist Du noch eine Schritt VOR dem Stadium, in dem Du dir über Dramaturgie und dgl. Gedanken machen würdest ...

Als ganz pragmatischen und ERSTEN Ansatz würde ich folgendes bedenken:

1) WER steht als Sänger/in bzw. Sängerinnen zur Verfügung ? Welche Anzahl? Welche Stimmen (S, A, T, B) ?

2) Wer davon soll die Melodie kriegen? Solo, oder eine Chor-Stimme ?

3) Je nachdem, WER die Melodie übernimmt und nach deren Tonumfang ergibt sich dann die Tonart des Stückes ...

4) Rein satztechnisch kann die Melodie in JEDER Stimme liegen. Es ergeben sich dann halt jeweils andere Begleitstimmen, und der "Sound" ist halt jeweils ein anderer.

Ist das alles einmal geklärt würde ich sagen: Dann einfach mal die Melodie wem zuordnen, sich ans Klavier setzen und an den Begleitstimmen basteln und probieren ... basteln und probieren ... basteln und probieren ... basteln und probieren ...

LG, und gues Gelingen,
Thomas
 
Hallo Harald,

Ein schonmal vorweg: VIELEN DANK MEIN FREUND!! :)

Also genauer gesagt, ist Chöre möglicherweise falsch ausgedrückt.. Stillistisch ist es so ein 80er Jahre Funk/ RnB (also eher tanzflächenorientiert). Allerdings möchte ich die Chöre selbst "einsingen". Und zwar ala Roger Troutman & Zapp mit einer Talkbox. So kann selbst ich als untalentierter Sänger ganz genau die Töne treffen ;) Falls Ihr/Du/Sie die Combo nicht kennt, hier mal ein Lied, damit ihr es Stilistisch einschätzen könnt: http://www.youtube.com/watch?v=AVuJ16Tabbk ; http://www.youtube.com/watch?v=e4fJcARkBUQ&feature=related

Es handelt sich -so wie mein schlechtes Gehör es hört- nur um 2-3 Stimmen, deswegen ist Chor evtl ein falscher Begriff. Aber ich bitte um Verständnis, mir viel nichts besseres ein :)

edit: auch dir vielen, vielen Dank Thomas, ich habe Deinen super Beitrag erst jetzt gesehen! :)
 
Ich empfehle dir dafür einen guten Vocoder... in Verbindung mit noch anderen Effekten...
Das ist dann eher eine Produktions- als eine Kompositionsfrage.
 
Hi Fugato! Danke erstmal für deinen Post! Aber das ist eine Talkbox, die habe ich auch und kann ich auch spielen. Aber du meinst sicherlich das man zb mit dem Vocoder Akkorde spielen kann, die ich dann auch mit der Talkbox (nacheinander) aufnehmen kann.
 
Das ist ein Vocodereffekt, du hörst noch den Synth durch...
 
So, wie ich Dein Posting lese und interpretiere, bist Du noch eine Schritt VOR dem Stadium, in dem Du dir über Dramaturgie und dgl. Gedanken machen würdest ...[...]
2) Wer davon soll die Melodie kriegen? Solo, oder eine Chor-Stimme ? [...]
4) Rein satztechnisch kann die Melodie in JEDER Stimme liegen. Es ergeben sich dann halt jeweils andere Begleitstimmen, und der "Sound" ist halt jeweils ein anderer.

Aber mit diesem Punkt 2 und 4 behandelst du doch genau die musikalische Dramaturgie des Chorarrangements...? Wer wann was singt macht einen Chorsatz farbig und interessant und gestaltet die musikalische Dramaturgie. Was bringt es, Überlegungen zur Dramaturgie zurückzustellen, wenn sie doch der eigentliche Kern des Arrangierens sind?

ans Klavier setzen und an den Begleitstimmen basteln und probieren ... [...]

Das kann man ja machen, aber Grandmaster hat ja eine Stilkopie vor. Daher spricht doch nix gegen eine Analyse der Stilvorlage, oder? Warum soll man basteln und ausprobieren, wenn man durch Analyse viel schneller und zielgerichteter die Mechanismen eines 80er-Pop-Chorsatzes erlernen kann? Bringt es einen Vorteil, die hörbaren Strukturen durch Ausprobieren statt durch Analysieren rauszufinden?


Ah, okay. ich höre da als Riff bei "Computer Love" bei 0:26 so etwas:
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Es handelt sich -so wie mein schlechtes Gehör es hört- nur um 2-3 Stimmen, deswegen ist Chor evtl ein falscher Begriff. Aber ich bitte um Verständnis, mir viel nichts besseres ein :)

Das kommt schon sehr gut hin, ich höre auch im ganzen Song im wesentlichen 2-3 Chorstimmen. Dazu eine männliche und eine weibliche Solostimme. Die Chöre sind in der Tat Talkboxes oder Vocoder. Solche Chöre könnte man auch mit einer Software wie Melodyne konstruieren, was die Tonhöhen angeht. Die Chöre singen im Song hauptsächlich Riffs wie oben (Dreiklänge in enger Lage, nur mit leitereigenen Akkorden harmonisiert) und unterstützen die Melodie, die von den Solisten abwechselnd übernommen wird - das wäre so eine Dramaturgie-Grundlage, auf deren Basis man auch neue Chorsätze in dem Stil konstruieren kann.

Harald
 
Das ist ein Vocodereffekt, du hörst noch den Synth durch...
auf gar keinen fall, das ist ein talkbox wie roger troutman sie immer gespielt hat.
den synth den du hörst ist der synth an dem die talkbox angeschlossen ist, und den ton modulierst du durch den mund.
 
auf gar keinen fall, das ist ein talkbox wie roger troutman sie immer gespielt hat.
den synth den du hörst ist der synth an dem die talkbox angeschlossen ist, und den ton modulierst du durch den mund.

an harald: vielen dank! das ist wirklich super von dir, danke für den post! die chöre spiele ich selber mit der talkbox ein. einfach nacheinander, deswegen ist das kein problem!
DANKE!!
 

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