Sofern mit Hirn entwickelt wurde und es Pläne gibt...
Ich arbeite in einer Branche die ehemals Bosch Telekommunikation heist, und dort habe ich öfters Anlagen die die 30 Jahre überschritten haben. Auch dort wurde schon SMD verwendet. Aber Bosch hat (zumindest für seine Techniker) alle Schaltpläne und Beschreibungen ausgegeben. Und da diese alten Akten noch vorhanden waren in Papierform, konnte ich die ICs austauschen. Es gibt Vergleichslisten mit alten und neuen ICs. (Allerdings setzte ich und auch meine Kollegen an allen ICs die wir tauschen, Sockel ein, falls nochmal wer dran muss.)
Papier finde ich wichtig. Ist für mich einfacher als am Rechner in ner PDF zu scrollen und mich zurecht zu Finden.
(Ich hasse PDF Schaltpläne. Papier Pläne kann ich notfalls bunt nachmalen und mit dem Finger verfolgen.)
Aber auch ich bin der Meinung, sobald ICs mit Software oder Spezial teile verwendet werden, wird es heftig. Chip abgekündigt, Nachfolger nicht voll kompatibel und und und...
Und selbst wenn es der Chip irgendwie mit gebastel wieder tut, tut es auch die Software? Lässt sich das Programm noch schreiben? (Rückt der Hersteller auch seinen Code mit seinen Sound Algorythmen Raus? Gibt es diese Sparte dann noch beim Hersteller? Bosch gibt es noch, aber aus dem Telekommunikationssektor gibt es da keine mehr. Motorola hat die übernommen und auch wieder Abgestoßen. Wen rufe ich bei einem Problem mit Bosch Funkgeräten an? Versteht ihr was ich meine?)
(Viele meiner Geräte lassen sich nur mit win xp oder dos per serieller Schnittstelle Programmieren. Es wird immer schwerer die noch zu beschreiben.)
Es ist immer eine Frage der Kosten und des Aufwandes. In manchen Fällen repariere ich auch uralt Anlagen, aber meist heist es: wegen Aufwand und Gewährleistung unserer Seits= keine Chance, nicht machbar.
Wenn es in 20 Jahren so weit ist, dürften sich einige Techniker auf edel Marken spezialisieren für die sie teile Bunkern oder fertigen. Aber das wird nicht hauptamtlich gehen, weil die Masse an Aufträgen nicht da sein dürfte.
Und Mercedes bunkert für seine youngtimer bis zu 30 Jahre teile. Danach sind es Oldtimer und es gibt weiter teile, nur teurer.
Ich habe erst vor drei Wochen für ein 20 Jahre alten Benz sehr günstig Original teile bekommen. Auspuff Gummis für 2,50€ das Stück. Made in Germany, und in der selben Fabrik aus der das alte teile stammt und für die ich gearbeitet habe.
Je nach Wille des Herstellers geht da schon was...
Wie stehts denn mit dieser Kompetenz? Gezielte Ausbildungen zum Rundfunktech gibt es ja nicht mehr in diesem Sinne, wer lernt heute noch, Verstärker zu bauen?
Verstärker bauen eher keiner groß.
Mein einer Kollege hat informations und kommunikationselektroniker gelernt. Er programmiert unsere Geräte. Und tauscht grobe Hardware aus. Sobald es ans Eingemachte geht, geht es an unseren alten Radio Techniker mit Inventar Nummer auf der Stirn. Aber der geht bald in Rente. Ohne ihn wird es heftig.
Aber in der Lehre wird versucht viel zu viel Bandbreite in 3,5 Jahren zu vermitteln. Je nach Fähigkeit und wollen des Lehrers kann das auch klappen. Aber es wird eher mehr Stoff als weniger, die die Techniker können und wissen sollen. Da muss zwangsläufig was auf der Strecke bleiben.
Beste Beispiel: ein Kundendienst Elektriker lernt nicht mehr anhand der Geräusche eines Motors dessen Fehler festzustellen oder wie man Motor Kohlen ab und nachfeilt. Ich habe das von meinem alten Gesellen lernen dürfen. Austausch der Maschine lernt man in der Schule.
Es kommt darauf an was der lehrmeister kann und ob er es vermittelt.
Schon wieder viel zu lang und ausführlich. Sorry.