Würden sie heute noch berühmt werden?

  • Ersteller PureBend
  • Erstellt am
das ist absolut nicht offtopic sondern beschreibt exakt die 'moderne' Variante der 60er Situation:
einige Protagonisten fallen aufgrund ihrer Medienpräsenz überdeutlich auf und bekommen 'ihre' Plattform

Skrillex ist ein Musterbeispiel für gefällige Belanglosigkeit
...oder das was passiert, wenn man alles, was sich so auf einer DAW finden lässt, in einen Topf schmeisst.
Frei nach dem Motto: huch, wie fett klingt das denn :eek:
ich höre da eine Menge Zufall, aber weder Konzept noch Stil
symbolisch für die heutige, überfrachtete Produktionsumgebung und insofern auch absolut 'zeitgeistig'
so wie es halt immer war - also keine negativ-Wertung - es ist einfach nur typisch. :D

cheers, Tom
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
glaubt ihr ne band wie z.B. die Guns würden heute wenn sie heute enstehen würden und im verlauf der Zeit die gleichen Songs machen würden noch berühmt werden oder nicht über kneipen gigs hinauskommen?

Es sind ja nicht nur die Songs: ganz klar zu sehen am monumentalen 9.11''-Opus November Rain. Man müsste eher fragen: hätte eine Band mit den Songs/Konzerten/Videos/etc. von G'n'R heutzutage eine Chance auf Erfolg? Wirtschaftlicher formuliert: wäre das Gesamtprodukt G'n'R in gleicher Form heutzutage tragfähig und wirtschaftlich erfolgreich? Die Song sind ja nur ein Teil des Gesamtprodukts.

Ich denke: nein, sie hätten keinen wesentlichen Erfolg. Aus zwei Gründen:

1. G'n'R gab es schon, und sie sind aus der Musikgeschichte nicht wegzudiskutieren. Jede Band, die heutzutage ähnliche Musik mit ähnlichen Texten, Videos und Konzerten machen würde, würde nur als G'n'R-Abklatsch wahrgenommen. Damit kann man (z.B. als Tribute-Band) auch erfolgreich sein, aber es ist dann eben nicht mehr neu und originell.

2. G'n'R haben gesellschaftliche Strömungen ihrer Zeit aufgenommen und künstlerisch-kommerziell umgesetzt. "November Rain" (Wikipedia-Beschreibung) z.B. atmet den Geist der späten 80er/frühen 90er, mit allen Frisuren, Sounds, gesellschaftlichen Anspielungen und der plakativen Konfrontation von Gut-Böse / Teufel-Engel / Hochzeit-Tod ... . Sowas ginge zwar heute theoretisch schon, würde aber vermutlich musikalisch und filmisch anders umgesetzt, um erfolgreich zu sein. Auch andere Songs entspringen ihrer jeweiligen Zeit und sind nicht ohne Weiteres in eine andere Zeit versetzbar - zumindest hätten sie dann nicht den gleichen Erfolg.

Das ist der Biergarten, wohin denn nun noch? :) Das Gitarrensub wird nun mal mit Abstand am meisten frequentiert.

Naja, laut Boardregel 7 müssen Threads im passenden Unterforum eröffnet werden. Und es geht bei "passend" weniger darum, wo die meiste Userfrequenz ist, sondern dass der Thread inhaltlich zum Subforum passt. Bisher sind wir im E-Gitarren-Forum, aber das Thema hat mit E-Gitarren nix zu tun. Wenn die Diskussion weiter so grundsätzlich über Musikgeschichte, Entwicklungen und Zukünftiges geht, hol ich den Thread mal in die Musikwissenschaft rüber.

Harald
 
2. G'n'R haben gesellschaftliche Strömungen ihrer Zeit aufgenommen und künstlerisch-kommerziell umgesetzt. "November Rain" (Wikipedia-Beschreibung) z.B. atmet den Geist der späten 80er/frühen 90er, mit allen Frisuren, Sounds, gesellschaftlichen Anspielungen und der plakativen Konfrontation von Gut-Böse / Teufel-Engel / Hochzeit-Tod ... .

Ich habe grad zufällig erst die Biografie von Slash gelesen. Ich sag dir, das sieht er aber gaanz anders ;) Die ganzen Hair-Bands waren denen ein Graus. Und zum Zeitpunkt von November Rain war die Kluft zwischen Axl und dem Rest schon unüberbrückbar.

"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" + Orginalität "anders als der Rest"
Die Beatles waren anders, hatten etwas Neues, Jimi Hendrix sowieso.
Oder denkt nur an Dire Straits mit ihrer ruhigen ersten LP zu einem Zeitpunkt an dem es nur noch Bombast-Rock gab. G'n'R wollten eben auch anders sein und sich vom Einerlei des damaligen Heavy-Rock unterscheiden. Und heute halt Lady Gaga oder vielleicht auch Katy Perry - die sind eben auch "anders".

 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von Rickenslayer
Demzufolge sind "Alle meine Entchen", Ententanz, "Brother Louie", dieser nervige Lambada-Song oder "Hänschen klein" wahre Kunst?
Ja. So komisch das klingt.

;) Ihr redet völlig aneinander vorbei.
Rickenslayers provokante Frage zielt auf das Problem, wenn man versucht, Popularmusik in ein Korsett des klassischen Kunstbegriffs seit Beethoven zu stecken.

Bei allem hier genannten handelt es sich einfach um Unterhaltungsmusik. Natürlich kann man z.B. den Beatles, Stones eine Popart Prägung nicht wegdiskutieren. Popmusik braucht aber die Frage nicht, ob es sich um Kunst handelt.

Ob die Stars von gestern heute noch berühmt wären? Jedenfalls wäre die heutige Musik ohne sie nicht vorstellbar.
 
Ich habe grad zufällig erst die Biografie von Slash gelesen. Ich sag dir, das sieht er aber gaanz anders ;) Die ganzen Hair-Bands waren denen ein Graus.

Mit den Frisuren meine ich vor allem die Hochzeitsgesellschaft, nicht die Band. Und den Dirigenten, die Orchester-Flötistin und die Raucherrunde bei 2:24. Das sind keine riesen Sachen, aber Details der Inszenierung, die man heutzutage vermutlich anders machen würde. Von solchen Details gibt's eine ganze Menge - gar nicht so auffällig, aber sie bestimmen das Flair, das Ambiente, sie bilden die Gesellschaft ab. Das würde man heutzutage vermutlich anders machen. Denn wenn man heute solche 80er-Frisuren in ein Video bringt, wäre das ein historischer Bezug - aber kein aktueller.

Harald
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben