Bei mir ist es auch so daß ich einfach zu faul bin um mich groß mit equipment zu beschäftigen. Wenn dann greif ich zu meiner immer griffbereiten Konzertgitarre/fertig.
Anekdote dazu - meine billigste (A)-Gitarre ist auch meine derzeit mit weitem Abstand meist gespielte. Das ist nämlich das Teil, das wegen kleiner Tochter noch frei im Wohnzimmer stehen "darf", die "richtigen" Gitarren sind oben im Arbeitszimmer... aber wenn, dann greift man halt doch zu dem was grad da ist und siehe da, es geht auch ganz einfach und billig
Ich erkenne bei mir ein gewisses Pattern von "entweder günstigst, oder das nonplusultra". Beispiel? Ich koche gerne und viel, und mein Nudelsieb war bisher das von Ikea für 5 EUR oder so. Alle paar Jahre ersetzt weil Flugrost und unansehlich, aber funktional. Jetzt habe ich mir zu Weihnachten ein Nudelsieb in der 50-EUR-Preisklasse von Roesle gekauft, das ist das letze Nudelsieb das ich in diesem Leben kaufen werde. Oder auch Bücher - von den Werken die mich wirklich lange begleiten kaufe ich mir gerne limitierte Luxusausgaben um sie ins Regal zu stellen und mich an ihnen zu erfreuen.
Ein wenig ist es so auch bei der Musik - auf der A-Gitarren-Seite habe ich mit meiner National Reso-Phonic Style O für meine Delta-Blues-Ecke "fertig" (und das seit 1993), evtl. kommt noch ein Vintage-Instrument oder eine Tricone dazu, aber eher aus Freude und nicht weil ich will oder meine zu brauchen oder besser zu werden. Der Vorteil an hochwertigem Equipment is der, dass es dann als Entschuldigung nicht mehr gilt - wenn ich kacke klinge dann liegt es an mir und nicht am Instrument.
Das Schöne an der (E)-Gitarrenwelt ist auch gleichzeitig deren Fluch - es gibt so ein breites Spektrum an Musik, Herangehensweisen, Sounds und Stilen - und kein "allgemeines" richtig oder falsch. Und dann sind wir auch noch Menschen mit einem sehr unzuverlässigen Gehör und jeder Menge psychoakustischer Faktoren ("war teuer, also wird erwartet dass es toll klingt, also klingt es toll ... aber einen etwas wissenschaftlicheren Doppelblindtest oder gar Messergebnisse/Aufnahmen will ich auch gar nicht"), so dass das alles nicht nur rein mit Fakten erschlossen werden kann.
Ein spannender Aspekt by the way ist das Thema "Nachhaltigkeit" - die Produktion von Instrumenten und besonders auch von E-Gitarren-Technik (Effekte, Kabel, Amps, ...) verbraucht Ressourcen und resultiert in jeder Menge durchaus kritischem Schrott (Plastik, Bauteile, Gummi). Weniger kann also mehr sein, ganz davon ab das "neu" auch nicht unbedingt immer "besser" ist (zumal ja viele neue Teile drauf abzielen so zu klingen wie Zeugs aus den 1950er bis 1970er Jahren). Auch von daher versuche ich ein wenig, mich einzuschränken.