einen Paradigmenwechsel durchs Internet erfahren und viele Musiker auch nicht aufspringen wollen oder können. Sei es drum.
Nein, sei es nicht drum. Aber man kann es nicht ändern.
wohin man mit der Musik will. Also Hobby, Semi-Pro oder Pro.
Wer so ansetzt wie PartricB1984, wird sich denken können, dass die ganz große Karriere eher unwahrscheinlich ist. Das bessert sich aber kaum für ihn, wenn er sich als 5tes Rad am Wagen in einer Band aushalten lässt, die meint, dass er einfach nicht rein passt. Für mich liest sich das so, dass es ihn -bei aller Kompromissbereitschaft- in (s)eine Richtung zieht.
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Wenn ich schon -egal ob gut oder schlecht- höchstwahrscheinlich kein Superstar werde (die Illusion hatte ich nie), dann will ich es so machen, wie ich es gut finde.
Und was sind die Paradigmenwechsel? Schwammig...Was es schon immer gab sind Superstars mit handwerklichem Können, welches den meisten Musikern lebenslang fehlt. Weil sie Talent haben, und oder entsprechend ausgebildet wurden und oder sich richtig angestrengt haben, bestimmte Leistungen abzurufen. Ebenso gibt es Supersternchen, die können offenbar nach 40 Jahren immer noch nicht singen, wie zB jüngst Madonna. Wie viel Verarsche drin steckt, erkennen die meisten (mich eingeschlossen) wohl oft nicht. All das gibt es schon sehr lange. Elternkompatible Softis und halbstarke Outlaws, "Bürgerschrecks" und der bisweilen etwas arg albern anmutende Habitus und Gestus, der ja auch zur Routine wurde, bis es alle doof fanden (Hotelzimmer zerstören...). Playback Truppen und echte Musiker, Rampensäue und Langweiler (Ich habe bis heute nicht begriffen, was einen zur Rampensau macht. Extrovertiertheit allein reicht nicht.)
Es gibt halt Trends, die je nach Genre bisweilen gegenläufig sind. Und Trends können urplötzlich auch wieder kippen. Die Musikindustrie macht jeder Generation ein neues Angebot, weil Pop eben den Teens auch dazu dient, sich von den Eltern abzugrenzen. So eine Mode zu bedienen, bevor sie verwertet ist, dürfte auch eher schlecht als recht funktionieren. Die Gitarre ist nicht mehr In bei den Knöpfchendrehern und doch sind viele damit unterwegs. Blues war mega out und behauptet sich nun doch, aber wie? Statt Expression wird viel auf Emotion und Sound-Filter, besonders reibungslose Progressionen, Klangteppiche (oft sphärisch) gelegt. Egal ob Schmusekitsch oder Mörder-Rapper (was oft ja auch kaum lächerlicher geht). "Primitive" Musik funktioniert auch schon eine Ewigkeit. (Das veraltete) E und U mag man erst gar nicht bemühen.
Anders als reibungslose Schmuse-Rockbands wie die Scorpions oder Aerosmith zogen die richtig harten Genres kaum Frauen an. Es war schon in den 90ern so, dass Hardcorekonzerte nur einen geringen Prozentanteil an Mädels zog. Das waren in Berlin meist die immer gleichen verbiesterten Polit-Tuzzis. Ich weiß nicht, wie es zuletzt war, als der Kultfaktor stieg. Aber auf Motörheadkonzerten sah man lange Zeit auch wenig Frauen. Die waren bei Justin Timberlake eine Halle weiter. Musikalische Fragmentierung geht quer durch die Gesellschaft, die Familien, die Partnerschaften. Ist er weg, legt sie Modern Talking auf. Ist sie weg, legt er AC/DC auf. Dann beschwert sich der Sohn und es wird als Kompromiss Klassik aufgelegt, während die Tocher laut Reggae und Dance-Hall bemüht, weil sie glaubt, so den Regenwald zu retten und die Menschen bessern zu können. Andere wollen ganz böse sein und schwingen die Metall Axt. Die eine steht auf Limp Bizkit und will "alternativ" sein, die andere identifiziert sich mit Helene Fischer und will attraktiv bei Männern sein. Das schweift aus...
Der Massenkonsum ist nicht unerheblich von der Industrie gelenkt. Wer meinte zuerst, die Leute wollten keine langen Solos mehr hören? Die Punks oder die Musikindustrie? Man weiß es nicht und es ist letztlich auch egal. Tatsächlich gibt es immer noch Leute, die gerne lange Solos hören.
Meine Meinung: Auf all das gepfiffen. Weder dagegen anpredigen, da sinnlos. Noch dem hinterherlaufen. Mach das was du willst gut, dann steigen auch deine Chancen. Ist doch viel geiler zu sagen: "Es ist geil was ich mache." Kompromisse zwingen sich ohnehin genug auf. Damit sollte man nicht unnötig früh anfangen. Funktioniert eine Truppe, müssen sich die Individuen dauerhaft aushalten. Daran zerbrechen viele. Ich finde, man sollte machen was man will, und -so lange keine anderen Verpflichtungen bestehen- alles andere locker nehmen.