Hallo Gitarreros,
bevor mir hier jmd. den Kopf abreißt, eins vorweg, die folgenden Zeilen sollen bitte nicht als Provokation, sondern mehr als pers. Erfahrungsbericht verstanden werden.
Am 1. Advent war ich bei einer Session, die 1 mal im Jahr bei Freunden stattfindet. Immer eine große Freude für alle Beteiligten. Es sind immer recht viele Leute da und wir spielen und singen dann meistens mehrere Stunden (da gabs schonmal die ein oder andere Blase

).
Da wir uns leider meistens nur dieses eine Mal im Jahr sehen, kommt es immer mal vor, dass dann der ein oder andere mit einer neuen Gitarre aufkreuzt. Diesmal waren wir gleich zu zweit. Ein Freund hatte eine D-28 dabei, ein Hochzeitsgeschenk seiner Frau (das muss Liebe sein, was?!) und ich kam mit einer Framus Fd 30 N, die ich bei einer Ladenauflösung günstig abstauben konnte (Interessierte finden die Kleine im Framus-User-Thread

).
Wenn also neue Babies am Start sind, pflegen wir, die Anderen auch mal testen zu lassen und tauschen für ein Weilchen.
So hatte ich endlich mal die Gelegenheit länger auf einer Martin zu spielen (also nicht nur mal kurz im Laden) und ich nahm die Gitarre mit einiger Ehrfurcht entgegen. Der Besitzer bekam so lang meine Framus. Zunächstmal war die Martin tadellos verarbeitet, da gabs wirklich absolut nix zu meckern, was ich aber ehrlich gesagt bei dem Preis auch erwarte. Dann mal angespielt. Sehr gute Bespielbarkeit, sehr guter, differenzierter Sound- kein Grund zur Klage. Alles in Allem, kurz gesagt, ein wundervolles Instrument! Aber dieser Hauch von Magie fehlte mir irgendwie. Das hat dann doch meine Vorahnung bestärkt, dass auch bei Martin (nur) sehr gute Gitarrenbauer, aber eben keine Alchemisten in der Produktion sind. Um nochmal die Session-Situation mit einzubeziehen, im Mix harmonierten die Framus und die Martin ausgezeichnet miteinander. Die Framus hat ein etwas schlankeres Profil und nur die Decke (Fichte, Body ist Mahagoni) ist massiv. Knochenparts und Grovermechaniken sind desweiteren an Bord (ich erwähne das nur, weil Ihr die D-28 Specs. wahrscheinlich kennt, die der Framus wahrscheinlich aber nicht). Sie hat etwas weniger Höhen, als die Martin und schien mir ein klein wenig lauter zu sein. Bei beiden Gitarren stach sehr angenehm hervor, dass sie trotz gel. hartem Strumming fast nicht nachgestimmt werden mussten. Sowohl vom Sound, als auch Stimmstabilität hatte es eine Hoyer Jumbo, die noch mit von der Partie war, echt schwer. Der Martin Besitzer war von der Framus echt angetan und ich war auch nicht traurig, als ich sie zurückbekam und die Martin wieder abgegeben habe.
Was will ich nun damit sagen? Ich finde, dass die Martin zweifelsohne eine hervorragende Gitarre ist, finde aber auch, dass meine Framus sich mehr als gut gegen sie behaupten konnte und ich hatte an diesem Abend nicht als Einziger diesen Eindruck. Bei dem beträchtlichen Preisunterschied muss man aber schon erstmal schlucken (die Framus hatte 95/96 eine UVP von umgerechnet ca. 750 Euronen).
Wenn meine finanzielle Situation es einmal zulassen sollte, auch Gitarren von dem Preis der D-28 anzuschaffen, werde ich sicherlich Martin ernsthaft mit in Betracht ziehen, aber auch die Konkurrenz stark mit in den Blick nehmen.
Ist jetzt doch ganz schön lang geworden, ich hoffe das ist nicht allzuz schlimm
