Hallo Benjey,
Engl verbaut über die Jahre immer wieder Röhren auch von verschiedenen Herstellern, und lässt diese nur auf sich labeln. Steht also Engl drauf, ist aber z.B. JJ (ist ein slowakischer Hersteller) drin. Deswegen kann zumindest ich Dir nicht mit Garantie sagen, von welchem Hersteller in Deinem Engl welche drin sind. Hintergrund: In der Vorstufe z.B. sind vier ECC83 Röhren. Den meisten Soundeinfluss haben die ersten beiden (von vorne auf den Amp geguckt von Links nach Rechts gezählt). Diese spielen eine Hauptrolle, wie z.B. die Zerre klingt. Und wie das klingt, das hängt wiederum von den Röhreneingenschaften ab. Sprich: ist es eine Röhre, die eher wenig Ouput hat oder eher mehr. Es gibt auch Toncharaktere von Röhrentypen (eher mittig, eher hell, eher bassig usw.), hier muss man tüfteln. Eine Empfehlung zum Nachlesen ist das Forum bei Tube Town. Dort gibt es auch Tipps für den Fireball. Die vierte Vorstufenröhre sollte dagegen eine "balanced type" sein, also mit einem sehr gleichmäßigen Signal, denn sie sorgt - untechnisch gesprochen - nur dafür, dass das Signal korrekt an die Endstufe weitergeleitet wird.
Bei Tube Town z.B. kannst Du auch Röhren bestellen. Dies ist deutlich günstiger als im großen Musikhaus eine original Engl-gelablete Röhre zu kaufen. Vorstufenröhren kannst Du ganz einfach selbst wechseln: Metallschutzkappe aushakenn, Röhre senkrecht rausziehen, neue Röhre auf den Sockel drücken (auf die Pins achten, kann man nichts falsch machen) und wieder Schutzkappe drüberhaken. Fertig. Bei Endstufenröhren gilt im Prinzip das gleiche, allerdings gibt es hier zwei Dinge zu beachten: erstens solltest Du immer nur das ganze Paar tauschen (zwecks Soundgleichheit - beim Kauf immer ein "gematchtes Paar" bestellen, die sind vorgemessen und passen gut von ihren Werten zueinander); zweitens muss die Bias-Spannung beachtet werden. Damit regelst Du den Stromfluss durch die Röhre. Die sollte nicht zu hoch sein, um die Röhren nicht zu heiß annzublasen und dadurch schnell zu verschleißen. Sie sollte individuell auf die eingesetzten Röhren abgerichtet werden, wenn man optimal gleichbleibende technische Werte erhalten möchte. Hierfür eignet sich zur Sicherheit tatsächlich ein Besuch im Fachladen. Selbst einstellen kann man die Spannung mit passendem Messequipment und mittels eines kleinen Drehpotis auf der Platine im Fireball. Muss also der Amp für zerlegt werden.
Beim Fireball werden die Endstufenröhren allerdings sehr "kalt" angesteuert. Das sorgt auch mit für den klaren, harten, etwas leblosen und leicht glasigen Klang, den der Amp bringt. Im Notfall musst Du also keine Sorge haben, dass Du neue Endstufenröhren sofort schädigst, wenn Du sie mal ohne Neujustage der Spannung wechselst. Ich nutze z.B. Svetlana 6L6GC, deren Grenzbereich für eine sauberen Sound deutlich über dem Spannungswert liegt, den ich beim Fireball maximal einstellen kann (habe die genauen Beträge vergessen, aber beim letzten Durchmessen war genau das das Resultat). Sprich, zwar kann ich den Sound dieser Röhren durch die Steuerspannung beeinflussen, aber richtig "schädigen" kann ich zumindest diese Röhren nicht.
Eine mögliche Config für den Fireball ist z.B.
Endstufe 2x Svetlana 6L6GC
Vorstufe: TT ECC 83 von Tube Town für V1 und V2 (=Röhren mit hohem Output für mehr Zerre), JJ ECC 83 als V3, (sorgt für etwas Mittenwärme), JJ ECC83 balanced als V4
So ein Set müsste bei ca. 70 Euro liegen, habe die Preise aber schon länger nicht mehr gecheckt.
Have fun