Natürlich kann man Audio-Geräte auch diskret aufbauen, wie 1988 in der DDR oder 1968 in der BRD. Dann kann man daran rumbasteln und sie im Falle eines Falles auch reparieren.
Aber man könnte sie heute nicht mehr bezahlen
Hier muß ich Dir leider widersprechen.
Gerade durch die SMD-Fertigung ist es möglich geworden, genau solche Baugruppen wieder kostengünstig diskret herzustellen (zB Mischpulte der
Yamaha* MG-Serie), denn das teuerste bei der Leiterplattenherstellung ist nach wie vor noch die Anzahl der Bohrlöcher und Durchkontaktierungen.
Das mit den Schaltplänen kenne ich auch aus der BRD noch bis in die 80er, je nach Hersteller.
Nicht die Bauweise (SMD) war das Problem, sondern die hohe Integration mit meist kundenspezifischen Chips (ASICs). Ein Hameg-Oszilloskop aus der 203-Serie kommt mit Schaltplänen und verwendet Standardbauteile, während gleichalte Tektronixe da bereits Kundenchips drinhaben, die man nimmer bekommt.
Das mit den Kundenchips kann einem ja auch bissl foppen, wenn diese die Bezeichnung des Originalherstellers tragen. Ich sag nur NJM2069 (für die Synthesisten): Der wurde ausschließlich für
Korg* hergestellt und ist beim Hersteller nicht zu bekommen. Anderes Beispiel sind die von Sanken extra für Akai gefertigten Chips für Hifi-Verstärker in einigen derer Spät-80er Modelle. Wenn die hin sind, wars das ...
Auch in der DDR waren ICs verbaut, die andere Bezeichnungen trugen, aber letztlich meist mit diversen West-Chips identisch waren. Kenne ich von dirversen Geräten, zB auch meinem RFT-Cassettenrecorder (hier unter bruns verkauft) aus den 80ern. Geiles Teil, BTW. Manuelle Aussteuerung und ein Klangregler, bei dem jeder Skalenstrich eine Änderung bewirkte und traumhafter Aufbau innen. Es war mir da ein Leichtes, eine Beleuchtung fürs Cassettenfach nachzurüsten und noch eine Zusatzbuchse für die Fernsteuerung einzubauen.