Instrument des Jahres 2026: Akkordeon

  • Ersteller Wil_Riker
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Das Instrument der 1000 Farben​

So sehen Weltmeister aus: Das mehrfach ausgezeichnete Nürnberger Akkordeonorchester geht im 80. Jahr seines Bestehens voller Elan in das „Jahr des Akkordeons“.   Foto: Ludwig Olah
1000 Farben ??
Ich seh hier nur schwarz-weiß :rofl:

Ich selbst finde ja die Szene(n) auch außerhalb der AO als sehr lebendig - Klischee hin oder her - Vor allem im Folk/Volks/Trad.-Bereich.
Hauptsache man hat Spaß am Musizieren mit seinem Instrument !
Und wenn man jemand mit seiner Musik - egal welches Genre - glücklich machen kann, ist doch alles gut
 
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Es wird natürlich als überheblich empfunden. Dieses Orchester und vielleicht auch andere.
Dieses Orchester spielt auf einem hohen Niveau und ganz sicher keinesfalls schwammig, wie hier schonmal Akkordeonorchester bezeichnet wurden.
Die Spieler/innen haben Freude an der Herausforderung. Das sieht man ihnen an.
Ihr Können wird vom Publikum gewürdigt.
Ich selbst spiele ebenfalls in einem-nicht ganz so hochklassigen- Orchester mit.
Dadurch habe ich eine ganze Menge von der Tonerzeugung bis zur Fortissimus Phase erst gelernt.
Und weiß es im privaten musikalischen Bereich so umzusetzen , dass aus mir und meinem Instrument quasi eine Einheit geworden ist.
Allein dieses Gefühl habe ich erst durch das Orchester so erfahren, dass ich immer wieder von den Zuhörern ein Danke bekomme, wobei es für mich selbstverständlich ist, meine Musik so überbringen zu können.
Das Orchester gibt mir den Impuls dazu.
 
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Mir gefällt der Bericht nicht, weil wieder pauschal die Folkloreszene klischeehaft abgeurteilt wird :bad:. Dabei sind es meiner Meinung nach gerade die Orchester, die ziemlich altbacken in ihrem eigenen Saft schmoren.

ch selbst finde ja die Szene(n) auch außerhalb der AO als sehr lebendig - Klischee hin oder her - Vor allem im Folk/Volks/Trad.-Bereich.

Allein dieses Gefühl habe ich erst durch das Orchester so erfahren, dass ich immer wieder von den Zuhörern ein Danke bekomme, wobei es für mich selbstverständlich ist, meine Musik so überbringen zu können.
Das Orchester gibt mir den Impuls dazu.

alleine aus den verschiedenen Aussagen hier im Faden kann man, finde ich, sehr gut sehen, für wie viele verschiedene Grundrichtungen das Akkordeon gut geeignet ist. ... So verschieden, dass die jeweilige Fraktion mitunter schon sagt: "Ich mag das Instrument spielen wie ich es einsetze.. aber so wie es die anderen da einsetzen würde ich nicht spielen wollen. " Alleine das zeigt doch schon wie extrem breitbandig das Instrument aufgestellt ist.

Und von daher finde ich es auch nach wie vor nicht schlimm, wenn in ausgestrahlten Fernseh/Rundfunktbeiträgen die Bandbreite auch so dargestellt wird ... und man, um einen Bezug zum Zuschauer/Zuhörer leichter aufzubauen, auch die "Klischee" Genres als Einsteig ins Thema nimmt. Die sind schließlich auch vorhanden und eben auch gar nicht so wenig verbreitet ... und deshalb wohl vermutlich auch in der allgemeinen Gesellschaft auch die Bereiche die am ehesten bekannt sind. Ich schätze, wenn die Beiträge mit der Verwendung des Akkordeons in der neuen Musik anfangen würde dann würden seeeehr viele seeehr schnell nicht weiterschauen. Aber wenn s über die bekannten "Klischee" Genres in den beitrag reingeht, dann schauen sehr viel Leute mehr zu ...vielleicht auch nur beiläufig - aber sie schalten nicht weg und nehmen dann vermutlich auch relativ oft noch zum Schluß die Szenen mit Klassik und/oder neuer Musik mit an. ... und das erhöht zumindest die Chance, dass bei ein paar mehr die Info dann auch im Kopf hängen bleibt.
 
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Gestern, auf der Geburtstagsfeier unseres Nachbarn, der seine Verwandten und Freunde aus dem Thüringer Raum eingeladen hatte, unterhielt ich mich richtig lange mit einer Freundin von ihm.
Sie ist überall zu Festen althergebrachter volkstümlicher Traditionen dabei, die langsam aber sicher aussterben.
Sie sprach vor allem von Rudolstadt. Und einem Fest dort.
Das ist total schade und trifft auch uns.
Gerade mit dem Akkordeon spiele ich jahreszeitlich für unsere Senioren, die diese Volkslieder aus voller Kehle mitsingen. Selbst die Leiterin unserer DRK Begegnungsstätte kennt diese kaum noch.
Ich finde es vermessen, zu sagen, Shantys gehen gar nicht.
Hier sind wieviel Menschen, die zu den Konzerten kommen und Freude an der lockeren Musik haben!
Auch ein "Schifferklavier" hat seine Berechtigung!
Oder Orchester sitzen im eigenen altbackenen Saft.
Ohne die Orchester stünden noch viel mehr Akkordeons auf dem Dachboden oder im Keller.
Gerade die Vielfalt zeichnet unser Instrument aus und ich nehme es überall hin mit und nehme wahr, wo es gebraucht wird oder auch nicht.
Dann geht es direkt wieder mit nach Hause.
Meistens aber ist das aber nicht der Fall und Feiern ziehen sich länger hin als gedacht 🫠
 
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die langsam aber sicher aussterben.
Sie sprach vor allem von Rudolstadt. Und einem Fest dort.
Rudolstadt ist eine große Veranstaltung, die ist ziemlich lebendig.
Allgemein sehe ich auch, dass viele Leute zwar ganz gerne Volkslieder singen, aber kaum kennt noch jemand mehr als die erste Strophe, manchmal nur die ersten Zeilen. Meine Eltern kannten bestimmt 100 Volkslieder mit allen Strophen auswendig.
Andererseits gibt es bei uns in der Stadt auch immer so eine Singveranstaltung, wo zwei Musiker auf der Bühne sind und Wünsche aus dem Publikum kommen und alle singen nach Herzenslust mit. Das ist ziemlich populär. Also an sich gibt es schon Leute, die gerne Musik machen, auch hergebrachte.
 
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hier ist noch der link zum konzert gestern im heinrich-schütz-konservatorium dresden mit l`art de passage (tobias morgenstern) und akkordeonata elbflorenz. dies war eine würdige und vielschichtige veranstaltung zum beginn des jahres des akkordeons.


View: https://www.youtube.com/live/NE6WzAZI2hw
 
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Allgemein sehe ich auch, dass viele Leute zwar ganz gerne Volkslieder singen, aber kaum kennt noch jemand mehr als die erste Strophe, manchmal nur die ersten Zeilen.
Das erlebe ich auch in anderen Musikrichtungen (Country, Bluegrass, Folk). Ich schleppe immer meinen Riesenordner mit Lyrics mit, weil ich dem etwas entgegensetzen möchte. Ein Lied erzählt ja auch eine Geschichte und die ist nicht nach zwei Zeilen zu Ende.
 
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Jede erdenklich musikalische Richtung sollte auch dem Akkordeon gegönnt sein. Da irgendwas herabsetzen bis hin zu Sarkasmus, genauso wie ein glorifizieren, finde ich im Allgemeinen eher eine persönliche Geschmackssache, die jedem gegönnt sei. Diese jedoch dahingehend zu missbrauchen, das Instrument (Akkordeon) in einen passigen Stellenwert missionieren zu wollen, zeugt m. E. von besonderen Geschmäckle.

U. a. war und bin ich permanent auch in verschiedenen Heim- und Pflegeeinrichtungen mit meinem Akkordeon unterwegs. Zu Coronazeiten war das auch draußen vor den Fenstern der jeweiligen Bewohner. Nicht selten war das Repertuar auch von dem durchzogen worüber offensichtlich manche abwertend die Nase rümpfen.
Geschweige denn von den Zeiten, als ich u. a. auch im HH – Rotlichtviertel „schmutzige“ Lieder & entsprechende „Befruchtungsmusik“ spielte und begleitete.

Ich finde es schade, den engen Radius musikalischer Geschmacksrichtungen mancher, auch auf das Instrument Akkordeon zu übertragen.

Mir ist momentan gerade kein anderes Instrument als das Akkordeon bekannt, wo ein Stellenwert überwiegend danach bemessen wird, wie- und wo- ein Instrument eingesetzt wird.

Bei einer Trompete z. B., wo der Bläser einer Blaskapelle der Feuerwehr von Hintertupfingen Weidmannsheil bläst, oder ein Bläser der in einem hochrangigen Orchester seiner Trompete etwas Klassik einhaucht, ist mir derartiges, -die Trompete dadurch herabzusetzen oder zu glorifizieren-, nicht bekannt.

Wieso ist derartiges Verhalten mancher, in Bezug auf Akkordeons offensichtlich gang und gäbe?
 
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Natürlich ist das immer persönlicher Geschmack - der wiederum von vielen Faktoren geprägt ist, vermutlich zum großen Teil davon, was man in Kindheit und Jugend gehört hat und mit welchen Erlebnissen sich das verbindet.

Für mich ist eigentlich fast jede Stilrichtung interessant. Ob mir etwas gefällt, liegt eher an der Art, wie es gemacht wird. Handgemachte Musik gefällt mir meistens besser als durch Effekte künstlich aufgeblasen, der Euro-Song Contest ist mir eher ein Greuel denn ein Vergnügen.
Ich bin mir aber bewusst, dass mein Geschmack nicht für alle passt - eigentlich freue ich mich generell, wenn Leute an Musik interessiert sind.
Bei Texten ist das dann natürlich vom Inhalt abhängig, genau wie bei Bühnenshows. Aber was Musik angeht, geht mir die einfachste Polka unplugged auf dem Diatonischen gespielt ebenso ans Herz wie Gallianos Tangos.
 
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Mir ist momentan gerade kein anderes Instrument als das Akkordeon bekannt, wo ein Stellenwert überwiegend danach bemessen wird, wie- und wo- ein Instrument eingesetzt wird.
Etwas ähnliches erlebe ich bei meinem Instrument (Vibraphon) aber auch. Sobald der Begriff 'Vibraphon' auftaucht wird quasi immer davon ausgegangen, das unsere Band auch typischen Vibraphon-Jazz spielt. Das tun wir aber mitnichten. Das das Instrument auch andere Möglichkeiten bietet (z.B. Richtung Mike Oldfield) wird ziemlich übersehen.

Auch nehme ich wahr, dass das Vibraphon als solches ein recht unbekanntes Instrument ist. Es vergeht kaum ein Konzert, wo nicht hinterher Gäste aus dem Publikum kommen und ich das Instrument erklären muß... ;-)

...sorry für OT...

Jenzz
 
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Ach Du meinst dieses Xylophon mit Motor?
🫢

Wie willst Du DAMIT jemals Schunkellieder spielen?
:moose_head:
 
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"Im Gespräch mit unserem Medienhaus sieht Hippe dieses Ehrenjahr als „Chance, das Instrument dem Publikum näher zu bringen“ und bestehende Vorurteile zu widerlegen. Letztere bestünden vor allem darin, dass viele Menschen das Akkordeon nach wie vor mit Folklore-Musik verbinden, was sich in umgangssprachlichen Ausdrücken wie „Quetschn“ oder „Schifferklavier“ ausdrücke."
Leider steht dieser Satz im Artikel des Nürnberger Orchesters, den Stefan Hippe sich tatsächlich hätte sparen können.
Denn wenn es nur Orchestermusik gäbe, ginge das Akkordeon den Bach runter.
Gerade seine Orchestermusik ist meistens nicht für das allgemeine Publikum geeignet und würde potentielle neue/junge Spieler/innen eher abstoßen.
Habe ich jetzt erst gründlich gelesen.
Auch unser Orchester wird zum Jubiläum eines seiner Stücke darbieten - wir haben Spieler/innen unter 20 dabei - , dazu aber hauptsächlich Stücke für's Publikum.
Dennoch nicht im eigenen Saft, sondern präzise und mit einem Stückchen Humor.
Ich war auch mal in einem Shantychor aktiv, aber da ich mit meinen etwas anderen Vorschlägen nur Gegenwind erhielt, bin ich seit einigen Jahren nicht mehr dabei. Inzwischen geht der Chor tatsächlich den Bach runter.
Seit über 30 Jahren spiele ich immer wieder jahreszeitlich für unsere Senioren in der DRK Begegnungsstätte.
Volkslieder, wie ich sie auch noch kenne, die mit Begeisterung mitgesungen werden.
Jüngst war das Karnevalsprinzenpaar zugegen und hat zu meiner Musik getanzt. Leider konnten sie nicht einmal den altbekannten Text "Ach wär ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval" auswendig mitsingen.
Die Senioren haben es vorgemacht und ich bekam ganz viel Danke für den schönen Nachmittag mit meinem Akkordeon.
Schön, dass Jutta mit ihrem Akkordeon wieder da war, konnte ich vernehmen und ich bin danach immer wieder geflasht. Das motiviert, solange wie möglich weiterzumachen.
 

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Ein Problem scheint mir zu sein, dass es "DAS Akkordeon" so nicht gibt. Im DLF kam neulich Margit Kern ein paar Mal "zu Ton". Was sie macht, hat aber mit dem Akkordeon als Kneipeninstrument oder beim Heimatverein recht wenig zu tun. Bandoneons (Tango, aber auch deutsche Arbeitermusikvereine), Concertinas (Folk "von der Insel", Shanties) und Bajans gehören auch in das Instrumentenfeld. Die Verwendung des Akkordeons als einfacher Begleitinstrument bspw. in Seniorensingen ist zwar weit verbreitet, lässt aber genausowenig von dem Potenzial des Instruments durchscheinen, wie bei Gitarre oder Klavier auf derselben Veranstaltung.

Ich bin jetzt Mitte 60 und fand das Instrument eigentlich früher immer zu trutschig (für Nicht-Norddeutsche: Es riecht nach Sofakissen mit exaktem Knick, Frau Sommer aus der Kaffeewerbung - "Mühe allein genügt nicht" - und Pullunder mit Bügelfaltenhemden in überhitzten Wohnungen). Gerade das große Akkordeon. Und obwohl ein netter, gar nicht viel älterer Nachbar Akkordeon spielte (und außerdem Schlagzeug in einer Beatband), bekam ich die ersten positiven Eindrücke Ende der 1970er beim Folk, da waren es vor allem die Treckbüdel (für Nicht-Norddeutsche: die englischen Concertinas), die mich antörnten, egal ob bei Wader oder bei den irischen Originalen. Teilweise auch die französischen Musette-Sachen. Den nächsten Schub gab es dann Mitte der 80er mit dem Bandoneon und dem ersten Tango-Revival. Ein paar Jahre später ging es mit Cajun und TexMex weiter; da kamen auch Knopf- und Pianoakkordeon etwas in "Mode", gefördert von der frühen "Weltmusik"-Welle.

Ein Problem scheint mir, dass von der Musik, die AUF dem Akkordeon zu hören ist, nur wenig FÜR das Akkordeon geschrieben wurde. Und während es für das Klavier genug hervorragende Originalliteratur gibt, dass es auch den Missbrauch für "Volkslieder" oder Schlager übersteht, sehe ich hier eher wenig (für mich) interessante (!) Originalliteratur bei den Akkordeononstrumenten. Klar gibt es die tollen Einspielungen von Orgelmusik durch Klaus Gutjahr oder die Sachen vom Rizolquartett, aber das sind eben Bearbeitungen. Und bei schlechten Stücken ist es mir egal, ob ich die auf dem Akkordeon höre, vom Orchester oder vom gemischten Chor.

Noch ein Satz zu den Shanties (muss ich als Norddeutscher jetzt mal): "Schifferklavier" ist imho eine ziemlich doofe Bezeichnung, jedenfalls für Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Mannschaftslogis waren klein, die Heuern nicht besonders hoch. Wenn ein Instrument, dann eher der Treckbüdel als das Pianoakkordeon. (Oder die Geige oder die Mundharmonika.) Ich habe auch keine Verwendung des Begriffs vor dem 2. WK gefunden. - Wenn man sich heute Shantygruppen ansieht, die tatsächlich statt "maritimer Schlager" Seasongs spielen (oder sogar noch selbst zur SEe fahren, was auf einige vor allem britische Gruppen zutrifft), dann ist auch da die kleine Concertina das Mittel der Wahl, selten mal ein kleines (Knopf)Akkordeon. Aber nicht die großen Pianoinstrumente.
 
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dann ist auch da die kleine Concertina das Mittel der Wahl, selten mal ein kleines (Knopf)Akkordeon. Aber nicht die großen Pianoinstrumente
Das sehe ich nicht so. Man kann auch aus einem 26- oder 30-Tasten-Akkordeon allerhand herausholen, wie viele Rock-, Folk- und Karnevalsbands zeigen. Ich bereue noch heute, dass ich meine Concerto I, auf der ich angefangen hatte, zugunsten einer Concerto III (die ich auch nicht missen möchte) verkauft habe.
 
Man kann auch aus einem 26- oder 30-Tasten-Akkordeon allerhand herausholen
Na klar. Von mir aus nimm für Shanties und Sea Songs auch ein ganz kleines Pianoakkordeon. Aber alles, was so richtig groß ist, passt da einfach nicht zu der Art der Musik, wenn es denn wirklich um die Arbeits- und Freiwachelieder gehen soll. Das werden denn Seemannsschnulzen oder Schlager-Abende ... (Auch wenn ein Kollege aus dem Segelverein ein paar Morinos zu Hause hat... - aber der spielt alles damit, nicht speziell Sea Songs)
So isses typisch:
View: https://www.youtube.com/watch?v=dRWGeqs7vHE
 
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Oder seht mal " de Flinthörners" von Langeoog. Sie singen durchweg Shantys, begleitet und einstudiert von "Puppa " Peters aus Esens mit ihrem Piano Akkordeon. Der Saal war zu jedem Auftritt proppevoll. Nun hat jemand anderes den Chor übernommen. Sie spielt auf dem Keyboard.
Genau der Vorteil unseres Instrumentes ist, dass es im normalen Raum keine Verstärkung braucht, keinen Strom.
So erlebe ich es auch hier.
Will man Musik, wird es über Handy und den Lautsprecher übertragen und es dauert, bis alles funktioniert.
Ich blättere kurz in meiner Notenmappe, die ich zusammenstellte und alles sang mit.
ich hatte ein Programm zusammengestellt, aber es funktionierte so nicht. Der ganze Nachmittag war von spontaner Musik begleitet, die so nicht vorhersehbar war und es ging richtig gut.
Teils ohne, teils mit Noten.
Ich bin keine Alleinunterhalterin, kenne aber unsere Senioren und einigermaßen, wie so ein Nachmittag abläuft.
Das Danke an mich am Ende der Veranstaltung motiviert mich, weiterzumachen. Und das gleich wieder am Montag, wenn die andere Gruppe zur Karnevalsveranstaltung kommt.
So etwas macht leider kaum ein Orchesterspieler, weil hier kein Bass gespielt wird.
Ich habe immer wieder versucht, eine Kollegin oder einen Kollegen für diese Sachen aufzubauen, denn irgendwann bin ich altersmäßig raus.
Es ist mir bis jetzt leider nicht gelungen.
 
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Ein Problem scheint mir, dass von der Musik, die AUF dem Akkordeon zu hören ist, nur wenig FÜR das Akkordeon geschrieben wurde. Und während es für das Klavier genug hervorragende Originalliteratur gibt, dass es auch den Missbrauch für "Volkslieder" oder Schlager übersteht, sehe ich hier eher wenig (für mich) interessante (!) Originalliteratur bei den Akkordeononstrumenten.

Das ist sehr treffend analysiert.

Ich frage mich oft, wie es mit der allgemeinen Einschätzung des Akkordeons heute wäre, wenn es zu Zeiten von Bach oder Mozart, um nur zwei Komponistengiganten zu nennen, das Akkordeon in seiner heutigen Entwicklungsstufe schon gegeben hätte und diese Herrn " Originalmusik" dafür geschrieben hätten.

Ich schreibe hier nur zu Originalliteratur für Akkordeon. Klar, es gibt nicht wenig davon. Aber hierbei unterscheide ich zwei Kategorien: die eine ist solche Literatur, die mit wenig oder mittlerem Spielkönnen bewältigt werden kann. Akkordeonklassiker wie Will Glahe und Zeitgenossen möchte ich in diese Kategorie stecken. Oft ist diese Musik musikalisch wenig interessant und hat bestenfalls einen gewissen Wiedererkennungsbonus, die Seele berührende Musik ist das keinesfalls. Aus musikalischer Sicht - Einzigartigkeit, Überraschungselemente, Variabilität, usw. - kein Vergleich zu ebenfalls vergleichsweise einfachen Piano-Klassikern wie beispielsweise die Träumerei von Schuhmann oder das Türkische Rondo von Mozart, die bereits mit mittlerem Spielvermögen bewältigt werden können und viele Merkmale herausragender Musik enthalten.

Die andere Kategorie, moderne E-Musik-Originalwerke für Akkordeon, die musikalisch, technisch und emotional anspruchsvoll sind, sind meiner Beobachtung nach in der Regel nur von höchstklassigen Spielern beherrschbar und demzufolge selten zu hören und einem breiteren Publikum nicht erschließbar. Es gibt viel solche Musik, sie wird aber nur in Insider-Kreisen gepflegt.

Auch in dieser zweiten Kategorie, moderne U-Musik-Originalwerke für Akkordeon wie zum Beispiel die von Galliano, die musikalische, technische und emotionale Elemente vereinigt, ist noch nicht in ausreichendem Umfang geschaffen, um eine breitere Wahrnehmung zu erzielen und die verfestigte Meinung über das Akkordeon zu beeinflussen.

Noch keine Erklärung habe ich dafür, dass das Saxophon nicht ein vergleichbares Image-Problem wie das Akkordeon hat, zumindest nicht in der breiteren Öffentlichkeit.

Im Umfeld der übiquitären und 7/24-verfügbaren Streamingdienste mit ihren überwiegend industriellen und klick-orientierten Ingenieurproduktionen hat Musik als pflegenswertes Kulturgut und insbesondere auch Akkordeonmusik es schwer, enge Pfade zu erweitern und neue Sichtweisen zu eröffnen. Also lasst uns dennoch fröhlich und unbeschwert die Akkordeonmusik pflegen diesseits und jenseits des "Quetschen-Grabens", vielleicht bringt es ja die Masse.

NB: Ich lehne mich hierbei an die erprobte betriebswirtschaftliche Weisheit an: wenn das Einzelstück auch Verlust bringt, macht nix, dann muss eben die Masse den Gewinn bringen.
 

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