Lineares Lernen vs. Puzzlespiel

von uhustick, 06.10.08.

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  1. uhustick

    uhustick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.08   #1
    Ich möchte mal ein grundsätzliches Thema aufwerfen - die Art des Lernens.
    Es geht mir jetzt nicht um die richtige Methode, sondern eher um Eure eigenen Erfahrungen damit, wie Ihr eigentlich zu den diversen theoretischen und praktischen Grundlagen gekommen seid - also eher ein philosophisch betrachtet...

    Ich unterscheide zwischen

    • Linearem Lernen: Jeweils aufbauend auf bereits vorhandenen Kenntnissen lernt man Stück für Stück Theorie und Praxis, wobei der Schwierigkeitsgrad streng aufsteigend ist (also einfach bis schwierig, simpel bis komplex usw.).

    • Puzzlespiel: Durch irgendeine Situation, z.B. eine Frage an den Gitarrelehrer, ein Link im Internet, ein Satz in einem Buch, ein Video im Internet, stösst man auf ein Thema. Dieses Thema erschliesst sich aber nicht linear, sondern eher sternförmig. Mit der Zeit ergeben sich immer neue Puzzlesteine. Diese setzen sich stückchenweise zusammen, sodass immer mehr Puzzlesteine einen fertigen Teil des ganzen Bildes ergeben, wobei das Bild aber quasi nie fertig wird, sondern immer nur ein (immer grösser werdender Teil) eines anderen Bildes ist.

    Mein Anlassfall war, dass ich in meinem täglichen:great: Übungsprogramm das Thema "Skalen":D fix eingebaut habe. Ich nehme irgendeine Tonleiter und übe sie nach verschiedenen Methoden (rauf, runter, nur jeder 3. Ton, Saiten auslassen, usw.). Das ganze als Technikübung fürs Solieren. Zufällig stosse ich auf ein Video im Internet, das sich mit Arpeggios:confused: beschäftigt. Das ganze interessiert mich und ich schreibe mir das A-Moll-Arpeggio über das ganze Griffbrett auf und komme zur Erkenntnis, dass dies mehr hergibt als z.B. eine Moll-Pentatonik:D. Ich ergänze das ganze um die b7 und schreibe mir nur die Intervalle auf ein Griffbrettdiagramm, sodass ich es in verschiedenen Tonarten verwenden kann.

    So ergibt ein Puzzelstein den anderen und ich komme zu der Erkenntnis, das dies eine gar nicht so schlechte Art des Lernens für mich ist, weil es irgendwie spannender ist, als kapitelweise, quasi "streng monoton ansteigend" den ganzen Theoriestoff zu lernen.:screwy:

    Was ist Eure Erfahrung?
     
  2. BEN1972

    BEN1972 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.08   #2
    Das ist meiner Meinung nach die beste Methode um weiter zu kommen. Mir ging(geht) es auch immer so das ich an Übungen aus Büchern etc. schnell den Bock verloren hab weil die Übungen schlicht zu monoton oder sonstwie langweilig und unbrauchbar waren - jedenfalls in diesem Moment.
     
  3. Der_Don

    Der_Don Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.08   #3
    Hi uhustick!

    Ich muss sagen dass ich an sich schon denke dass ein "linearer" Lernaufbau besser ist, wenn man das durchzieht, also die nötige Motivation hat.

    Jedoch ist es zumindest bei mir so, dass ich nach ner Weile keinen Bock mehr auf die selben Übungen/das selbe Thema habe, und dann viele Sachen gleichzeitig lerne/übe, alles andere ist mir etwas zu Monoton.
    Deswegen habe ich Phasen, in denen ich Musiktheorie und Scales lerne wie sau, und dann jedoch auch mal ne Phase in der ich paar einfache Stücke lerne, oder drauflos schrammle :D

    Ich denke jedoch auch dass sich bei dieser Methode das "puzzle" mit der Zeit schon zusammensetzt, und man im Nachhinein vielseitiger ist, als wenn man Monatelang Speedlicks geübt hat und dann vor einem langsamen, melodischen Stück sitzt.

    Gruß

    Don
     
  4. RaZ

    RaZ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.08   #4
    Also das, was ich dir nur empfehlen kann: Übe nicht mal ne stunde und mal gar nicht, sondern jeden Tag so deine 15min. Denn dann gehen deine hübsch erlernten Tonleitern ins langzeitgedächtnis und dann kannst du spielen ohne zu denken, nur noch mit gefühlen. Und, was noch ne richtig gute Übung ist: Schreib dir nicht nur das a-moll arpeggio auf, sondern für jede Tonart. Und dann spiel das ganze linksrum durch den Quintenzirkel. Für moll und für Dur und phrygisch, dorisch... Halt mit allem. DANN, biste king of guitar:D

    Aber selbstverständlich musst du deinen eigenen Weg finden. Deswegen:

    lg, Raaz
     
  5. BEN1972

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    Erstellt: 06.10.08   #5
    muss aber nicht sein oder? :eek:

    Wenn mich jemand auf der Rolltreppe fragt was Quintenzirkel sind oder was phrygisch bedeutet dann müsste ich passen. Ich Spiel auch schon ein paar Jahre Gitarre - aber mit theorie hab ich mich selten beschäftigt :(
    Mein Weg besser zu werden ist immer Stücke üben die ich selber gut finde bis ich sie drauf hab.
    Was ich damit sagen will ... der eine so der andere so! Du musst herausfinden was dir besser liegt.
     
  6. Gnurpsel

    Gnurpsel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.08   #6
    Moinsen,

    für mich macht es die Mischung. Ich mixe Licks die mir gefallen mit linearen Übungen wie Tonleitern, Übungen für Speed etc.. Ich spiel die Sachen dann im Wechsel immer 3- 5 min je nach Übung. So belohne ich mich quasi selber dafür, das ich die mit der Zeit doch oft monotonen Übungen möglichst konsequent durchziehe.

    Cya

    Gnurpsel
     
  7. uhustick

    uhustick Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.10.08   #7
    Frage @RaZ - quasi als weiterer Puzzlestein: :D

    Wenn ich für mein Dur7 Arpeggio die Intervalle 1 3 5 7 auf das Griffbrett male, wie spiele ich das dann z.B. phrygisch oder was auch immer? Einfach mal von 3 weg, dann von 5 weg und dann von 7 weg über die Oktaven oder wie?

    Bei Moll geht das ja nicht so, oder? Weil Moll ja bereits ein Modus von Dur ist (Aeolisch), stimmt's?

    :screwy:Viele Puzzlesteine...
     
  8. Nocturnus

    Nocturnus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.10.08   #8
    Es gibt unterschiedliche Lerntypen.
    Der eine lernt besser, wenn er sich etwas durchliest, der andere wenn er etwas erklärt bekommt und für den Dritten ist es am effektivsten, wenn er etwas gezeigt bekommt.

    So ähnlich wird das hier auch sein. Beide Methoden können bestimmt zum Ziel führen, das wichtigste daran ist der Spass.

    Wenn ich keinen Spass daran habe bestimmte, aufeinander abgestimmte Übungen immer wieder zu wiederholen, wird die lineare Methode auf Dauer in Frust enden.
    Genauso, wenn man man der Puzzlevariante arbeitet, aber dann in einzelnen Bereichen keine grossen Fortschritte sieht, weil man ja mehrere Dinge parallel macht.

    Ich für meinen Teil habe erst vor kurzem angefangen mit dem Gitarre spielen und stehe noch ganz am Anfang.
    Ich habe mein Lehrbuch, nach welchem ich übe, aber ich probier auch zwischendrin immer mal andere Dinge aus. Diese Methode macht mir Spass und so mache ich völlig ohne Druck kleine Fortschritte.

    Gruß,
    Stefan.
     
  9. RaZ

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    Erstellt: 15.12.08   #9
    Hey Uhustick ist die Frage noch aktuell?
     
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