Meine rein subjektive Meinung zu sämtichen Scales und Massen-Gewohnheiten.

von Erinnerung, 11.03.07.

  1. Erinnerung

    Erinnerung Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #1
    anlässlich der vielen threads mit dem schlagwort "wie findet ihr..." oder "Was sollte man könne..", usw.

    musik soll eine kunst sein und kein "wie muss ich spielen damits möglichst vielen gefällt" oder "was muss ich beherrschen um gut zu sein".
    ich hab sie nicht ma verwendet um meine fingerfertigkeit zu üben.
    "gut" ist für mich eine eigenschaft die man wirklich NUR selbst einschätzen kann.
    wenn jmd postet, "wie findet ihr das oder das", dann is der nicht von sich selbst überzeugt und braucht meinungen von anderen statt zu sagen,
    "mir gefällt es das und ist das wichtigste"

    viele maler z.b. ham sich einen schei.. drum gekümmert wie jmd deren bilder findet, sie haben so gemalt wie sie es für richtig hielten und so sind auch sehr viele neue stile entstanden.

    aber heute sind viele ganz streng und wollen alle tonleitern oder wer weiß was beherrschen. (ich freu mich schon auf die antworten..^^ ) sie können sie vielleicht spielen, vielleicht sogar gut und schnell spielen, ja vielleicht sogar auf der basis von diesen improvisieren.
    aber bis man vom herzen aus spielt fehlt noch der entscheidende punkt.
    denn ich finde es geht nicht darum eine bestimmte tonleider fehlerfrei wiederzugeben sondern es geht um ein gefühl vom herzen über die finger auf das griffbrett zu übertragen.
    und wie schon gesagt, ICH finde das diese grenzen und einschränkungen in form der tonleiter nur das herz behindern, somit auch die finger und das was sich auf dem griffbrett abspielt.
    das klingt etz wie "der is nur zu faul zum üben", ich sag nein,
    ich bin nur nicht willig vorgegebene muster jahre lang zu üben um dann festzstellen, eigentlich wandelst du jede tonleiter ab so wie es dir am besten gefällt.
    das ist meine meinung dazu.

    vor kurzem hab ich z.b. erst gemerkt das ich probleme hab diese "vorgefertigten scales" reinbungslos spielen zu können.
    das paradoxe ist, dass ich meine selbst ausgedachten licks bei höherem spieltempo viel flüssiger und lockerer hinbekomme als diese 3NPS oder alles andere.

    meine persönliche erklärung, ich hab gespielt was ich wollte und nicht was irgendein schema mir vorschreibt. denn diese scales haben für mich keine eigene Seele die ich aufgreifen kann, sondern sie stehn einfach auf dem papier.

    ich behaupte zum einen,
    wer zuviel musiktheorie weiß behindert nur seine kreativen möglichkeiten die aus dem bauch kommen, weil man sich sonst immer sagt. "mensch eigentlich "dürft" ich die note gar net spieln, sie klingt aber für mich gut" bzw. er behindert sich selbst.

    und ebenfalls, dass zuviel wert auf das beherrschen von scales jedlicher art gelegt wird anstatt eine wirklich indiviuelle spielart zu entwickeln, die vielleicht ungewöhnlich ist, aber jeder weiß das andere spielarten zu deren zeit auch ungewöhnlich waren...

    außerdem noch, dass viele das griffbrett und die töne nicht erkunden wollen, sondern lieber von jmd gezeigt bekommen wo man am besten greift damits objektiv am besten klingt...aber es geht doch ums subjektive..?!

    und schließlich noch das man sich zu stark auf bereits vorhandene spiel-stile fixiert statt ma was neues auszuprobieren.
    DENN letztendlich ist alles eine sache des individuellen geschmacks und NICHT das möglichst viele menschen mein spielen gefällt.
    sry, hab mich etwas reingesteigert. :)


    das wollte ich alles ma loswerden. :D
     
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  2. bumby

    bumby Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #2
    joe satriani hat mal zu dem thema gesagt, dass man durch mehr technik/ mehr theoriewissen einfach mehr farben im malkasten hat.
    aber tonleitern können schon sehr einschränken (wer kennt es nicht, dass er beim wild drauf los spielen immer wieder an die gleiche stelle greift?)
     
  3. geka

    geka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #3
    Moin, so philosophisch nachtens? ;-)

    In dem Punkt, das perfektes Abnuddeln von Scalen noch lange keine Gewähr für gutes Spielen ist, gebe ich Dir vollkommen Recht.
    Aber Du unterschätzt die Theorie, die auch eigentlich nur Mittel zum Zweck ist.

    Ich komme aus dem Gebiet Malerei/Grafik und staune immer wieder, wie ähnlich sich Malerei und Musik sind.
    Die "Gesetze", nach denen alles funktioniert, gehen mE auf menschliche Urinstinkte (z.B. Rot=Feuer; Kreischen=Gefahr usw.) zurück.

    Harmonien, Disharmonien, Kontraste, Klangfarben, Tempi, .....
    Natürlich macht man viel intuitiv (aus dem Bauch, dem Herzen), aber diese Intuitionen folgen eben genau den Regeln. Und wenn Du damit umgehen kannst, steht Die die Welt der Kunst offen. ;-)

    Und es gilt auch: Die Kunst hat Regeln, die im Interesse des Kunstwerkes!!!! jederzeit gebrochen werden dürfen.

    Hmm, jetzt kommen mir Zweifel, ob jemand aus meinen Gedanken schlau wird, aber ich stell es mal so ein.

    Gruß
    Angelika
     
  4. Little Beast

    Little Beast Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #4
    Hey ho ...

    Weise Worte. Auch ich habe es schon in mir brodeln gespürt, wenn ich mir solche Themen, in denen Wetteifern um's Können großgeschrieben wird, angeschaut habe. Als ich damals mit dem Gitarrespielen angefangen habe, fand sich überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit, die nächstbesten Leute spielten mindestens vier Jahre länger und standen deswegen außer Konkurrenz. An ein Musikforum dachte ich nicht im Traum.

    Ein paar Statements meinerseits zu der ganzen Geschichte. Nehmen wir an, du hast eine blühende Phantasie und keinen größeren Wunsch, als Geschichten zu erzählen, dich auszudrücken. Du siehst die Bilder glasklar in deinemKopf, wie sie zu den schönsten Abenteuern wachsen. Plötzlich fällt dir auf, dass du nicht sprechen kannst. Zwar kannst du mit ein paar Lauten und Gestiken deutlich machen, wenn du z.B. etwas trinken möchtest, aber es ist nicht lyrisch, es reicht lediglich zu einer mehr oder midner plumpen Art der Verständigung. Die Geschichten in ihren schillernden Farben jedoch kannst du damit nicht auf's Papier bringen, sie sind in deinem Kopf gefangen ohne eine Chance auf Befreiung. Du musst zuerst das Sprechen erlernen, das Werkzeug händeln lernen.
    Ähnlich ist es auch mit dem Gitarrenspiel. Ohne eine gewisse Basis an Theorie reicht es irgendwann nicht mehr, um das zu verwirklichen, was man im Herzen trägt, um sich mitzuteilen. Dabei entscheidet man für sich, wann einem seine "Sprachfertigkeit" genügt und wann es Zeit ist, etwas Neues zu lernen, um für sich weiterzukommen. Das Prinzip der Progressivität hast du, Erinnerung, bereits angesprochen. Die Freiheit, Neues zu kreieren auch wenn es aus dem Rahmen fällt, sollte sich niemand nehmen lassen. Allerdings hat auch nicht jeder das musikalische Gespür, das Feeling dafür, und hält sich lieber an festen Skalen fest, die von Anderen verbürgt sind.

    Musik ist kein Leistungssport und es kommt nicht darauf an, möglichst viele Skalen und Lieder runterbrezeln zu können. Natürlich gibt es Erfahrungspunkte, eine breite Bildung in Sachen Gitarrenspiel, was durchaus von Nutzen sein kann, auch für die eigene Improvisation. Man wird das Rad kaum mehr neu erfinden können und selbst, wenn man etwas ganz Näckisches entdeckt, ohne es jemals von einem Anderen gehört zu haben, es aber dennoch schon existent ist, bleibt es quasi ein "Nachspielen".

    Es gibt viele technisch ordenltiche Gitarristen. Doch Musik bleibt mathematisch und steril, wenn man kein Gefühl dafür hat, nichts rüberbringen kann. Wenn ich auf einem Konzert bin und die Musiker versemmeln ein paar Töne oder sind technisch keine Wunderkinder, ergreifen mich aber dennoch, fällt mir das kaum auf und beeinträchtigt meine Achtung vor dieser Musik keineswegs. Es gehört einfach dazu, Fehler zu machen, das lässt Musik leben und macht sie authentischer als Musik, die sich praktisch wie ein Midi-File anhört, ganz akkurat und furchtbar künstlich.

    Nun ja .. so viel erstmal von mir dazu. Ein sehr philosophisches Thema, aber für manche mit Sicherheit auch sehr lesenswert, um den Blick für andere Dimensionen zu öffnen.
     
  5. Joshua

    Joshua Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #5
    Ja also eig. kann ich dir nur zustimmen in dem was du sagst.Ich z.b: spiele immer einfach los und spiele so wie es sich für mich anfühlt und fühle mich da hinein was ich spiele.Wenn ich agressiv bin spiele ich aggressiv bin ich ruhig spiele ich etwas ruhiges, es is aber auch so das wenn ich was wütendes spiele dann krieg ich einfach auch die rage mit und wenn ich was chilliges spiele entspann ich mich schon dabei. Das ist halt wichtig in der Musik DAS ist das was die Leute wollen.Richtige Musiker, nen kumpel von mir kann ganz toll und super sachen covern(klingt dann auch echt gut) aber wenn er selber etwas spielen soll dann kommt nix bei rüber. und das bringt halt nicht wirklich was.Als Musiker musst du halt mit deinem vollen Herzen spielen. und das ist es auch was halt die Leute wollen. Ich persönlich fnde man hört das sogar teilweise das es den Leuten richtig das Herz öffnet zu spielen und das ist halt das was die Musik zu dem Macht was sie ist. Eine Kunst. Klar es gibt spielregeln aber die kann man auch beliebig ausweiten. Teilweise gut mit reingenommen klingen ja auch Disharmonien nicht immer schlecht. Und Künstler haben ja auch kein fest gegebenes Muster. O.k es gibt Künstler die fest nach Fixpunkten und allem Malen aber anderen malen einfach aus dem Herzen und wie oben schon gesagt das sind die Dinge die die Leute wollen. Du kannst noch so tolle Sachen spielen wenn es dich nicht begeistert merken das die Leute und es ist am Ende scheiße.
     
  6. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #6
    Wenn du "nach Gefühl" spielst und es sich dabei für dich gut anhört, dann ist das doch optimal. Theorie, Skalen etc., das ist ja nur die Sprache, mit deren Hilfe du dich ausdrückst, das ABC der Musik. Wenn du mit anderen Menschen redest ..oder ein Gedicht schreibst, denkst du ja auch nicht an die einzelnen Buchstaben, die die Worte formen, nach. Das, was du schreibst, kommt ganz von deinem Herzen, hält sich dabei aber vermutlich an die Rechtschreib- und Grammatikgewohnheiten, die du von deinen Eltern, von der Schule, von der Gesellschaft vermittelt bekommen hast.

    Genau so ist es mmn. auch bei der Musik. Wenn du spielst, ohne über die Theorie nachzudenken, dann ist das, wie wenn du ein Gedicht schreibst, ohne an die Grammatik nachzudenken..und nur wenn du dich von diesen Fesseln gelöst hast und die Regeln so in dir verwurzelt sind, dass sie ganz von alleine im Einklang mit deiner Kreativität funktionieren, kannst du "Kunst" schaffen.

    Die Rechtschreibung/Grammatik ist allerdings nicht statisch - früher schrieb man Sütterlin, der Satzbau war völlig anders, dann gab es die Rechtschreibreform, durch die Anglizisierung kamen Tausende neue, englische Wörte in die deutsche Sprache hinein.
    Entsprechend die Musik: im Mittelalter stand auf die Benutzung des b5-Intervalls in der Kirchenmusik die Todesstrafe - es galt wg. seiner damals als sehr stark empfundenen Dissonanz als Gotteslästerung.
    In den 20er Jahren des 20. Jhdts. wurde das maj7 Intervall auch noch als Reibung und Spannung in der Tonika empfunden, daher spielte man die Tonikaakkorde mit einer 6, wie man in den frühen Swingstücken (Louis Armstrong etc.) sehen kann.

    So kann man die Musikgeschichte z.B. als eine kontinuierliche Gewöhnung an Dissonanzen sehen. In der Tat sind es aber tausende Faktoren, die unsere Hörgewohnheiten, die sich ständig ändern, bestimmen. Daher sind Regeln auch in der Musik da, um gebrochen zu werden, um neue Horizonte zu eröffnen, um neue Musik zu machen.

    Gruß, Jona
     
  7. [HWOS] g30rG

    [HWOS] g30rG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #7
    Das ist so nicht richtig. Wer die Theorie in der Praxis falsch anwendet, schränkt sich ein. Mir ist auch schon aufgefallen, dass viele leute Gitarre nicht mehr wirklich spielen, sondern bloß irgendwie beherrschen wollen, um anderen oder sich was zu beweisen. Dafür ist Musik nicht gedacht. Musik soll Spaß machen und Horizont erweitern. Man spielt mit der Gitarre, man endeckt neues, man hat Spaß - das nenne ich Gitarre spielen und nicht : ich dudle irgendwelche skalen so schnell wie möglich runter damit mich der und der toll findet. Die Gitarre ist ein Mittel etwas auszudrücken und nicht ansich Sinn und Zweck des Spielens. Ich mag Gitarren so gerne, weil ich finde, dass man mit ihr so viel ausdrücken kann. Ich persönlich mache Musik für mich selber. So wie sie mir gefällt. Wenn sie anderen dabei auch gefällt, auch gut, aber darauf abzuzielen verkennt den wahren Geist der Musik imho.
     
  8. NOMORE

    NOMORE Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #8
    :great: So seh ich das auch - dann spricht man von Kunst !

    lg,NOMORE
     
  9. Erinnerung

    Erinnerung Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #9
    also ich bin ehrlich gesagt überrascht das ihr ähnlich denkt wie. also echt, bin ein bisschen baff.

    @ [HWOS] g30rG
    ja das war etwas unglück ausgedrückt von mir. ich meinte es eigentlich so wie du es geschrieben hast.

    @Joshua
    ja da stimme ich dir ebenfalls zu.
    viele können ihre persönlichen gefühle nicht auf die gitarre übertragen bzw. versteifen sich so sehr auf stücke die sie nach spielen das sie daran überhaupt nicht denken.

    ich finde in der öffentlichkeit gezeigte musik ist nichts weiter als ein reines nachmachen.
    klar es gibt sie noch die kleinen unbekannten genies, doch sie werden von der masse unterdrückt, so dass sie nicht ans tageslicht kommen.

    @little beast
    ich teile deine meinung voll und ganz.

    @jonny walker
    ich denke das die klänge, töne halt einfach was man hört die sprache ist.
    nur jeder hat seinen eigenen dialekt. :) (kam mir grad so in den sinn)


    find ich klasse das ihr auch so denkt. :)
     
  10. Reaper's Ballz

    Reaper's Ballz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #10
    Also wenn ich meine Gitarre einstöpsele, dann spiel ich erstmal drauf los und gleite von ton zu Ton ohne mir da gedanken zu machen was das jetzt für ne scale sein könnte.
    ich spiel dann auch oft einfach mal 1-2 Stunden lang nur so rum, entwerfe melodien, spiele mich nach gehör über's griffbrett usw.
    Wenn ne Melodie dabei ist, welche mir besonders gefällt fange ich an sie auszuarbeiten und überlege dann in welcher Tonleiter sie steht und wie ich demnach die begleitung organisieren kann.
    ich denke die meisten werden's genauso machen.
    Es setzt sich doch wohl kaum jemand hin und denkt sich "so ich muss jetzt unbedingt was in f-moll schreiben".

    trotzdem sind scales ein wichtiger bestandteil des Gitarrespielens.
    Dur, Moll und Pentatonikscale sollte man schon behrrschen, allein um gewisse musiktheoretische zusammenhänge zu verstehen.

    Anderen leuten seine Werke zu zeigen hat nicht unbedingt was mit "nach Aufmerksamkeit betteln" oder "ich mach was anderen gefällt" zu tun.
    Man möchte einfach sehen ob andere Leute bei der eigenen Musik genauso empfinden wie man selbst.
    Denn darum geht's doch in der musik: Gefühle ausdrücken.
    Und wenn mir das gelingt und jemand sagt "boah das stück gibt mir solche xyz Gefühle", dann freut mich das.
     
  11. geka

    geka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #11
    Nein, da muß ich Dir energisch widersprechen.

    Es gibt zwas viele "Akrobaten", aber auch viele gute Musiker, die mitreißen. Auch bei kleinen, unbekannten Bands usw.
    Und einen *guten* Musiker zeichnet ja auch aus, daß er fremdes Material mit eigenem Leben füllen kann. Was hörst Du für Musik?

    Wenn zwei (berühmte) Pianisten eine Klaviersonate spielen, klingt die auch bei jedem anders, aber überzeugend.

    An die armen kleinen unterdrückten Genies kann ich nicht so recht glauben.....;-)

    Angelika
     
  12. Erinnerung

    Erinnerung Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #12
    @geka

    also ich höre alle arten von metal (außer nu-metal) sowohl alte sachen, als auch neue.
    desweiteren höre ich liebend gerne anspruchsvolle verbindungen von metal und mittelalter (haggard als beispiel) aber genauso gern ma die guten alten rammstein.
    zusammenfassend kann man sagen, alles was mit mittelalter bzw. metal zu tun hat.


    mit nachmachen meinte ich nicht musikstücke covern oder ähnliches.
    sondern das keine neuen stile oder musikrichtungen mehr (alles auf metal bezogen, hätte ich erwähnen sollen^^)) rauskommen. es gibt thrash, death, black-metal und wer weiß was noch. aber irgendwie traut sich keiner mal über die grenzen zu treten und im metal bereich was völlig neues zu machen.

    klar, ich hab überhaupt nicht das recht zu behaupten das insgesamt alles nur noch einem gleich getan wird, weil ich mich bei anderen richtungen nicht auskenne.
    alles was ich diesbezüglich sage beziehe ich auf metal.

    ich kann das schwer beschreiben, aber ich empfinde es so.
     
  13. Missing$lash

    Missing$lash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #13
    Mmhh...ich find die beiden hier (grob gesehen) vertretenen Meinungen irgendwie richtig. Kann mir schon vorstellen, dass bei zuviel Theoriewissen so ein bisschen das "Kindliche" verloren geht, also einfach das Rumprobieren. Andererseits denke ich mir, dass man viele tolle Sachen machen kann, wenn man z.B. weiß, was mit was harmoniert.
    Ich spiele auch erst seit einem halben Jahr und hab mit Scales etc. noch nicht viel am Hut, aber ich werd versuchen, nen gesunden Mittelweg zu finden, falls es den gibt.:confused:
     
  14. GuitaRomi

    GuitaRomi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #14
    Also, für mich steht auch ganz klar fest, dass Musik die Sprache des Herzens ist, um es mal blumig auszudrücken und dass es keinesfalls darum geht, schneller, ''toller'' oder sonst irgendwie besser zu sein als andere.

    Aber grenzt es nicht an geistige Kastration sich vollkommen von der Theorie abzugrenzen? Wie oben schon gesagt wurde, was nützt dir die blühendste Fantasie wenn du dich nicht ausdrücken kansnt? Außerdem zwingt dich Theorie in überhaupt kein Raster, meiner Meinung nach kann man aus dem lernen neuer Scales einen haufen neuer Ideen schöpfen, genauso wie immer wieder neue Musik zu hören.

    Extreme gibt es wohl auf beiden Seiten, aber kann denn das eine ohne das andere? ich glaube kaum...
     
  15. s!d

    s!d Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #15
    Sooo... dann muss ich wohl auch mal :)

    Ich finde "geka" bringt es sehr gut auf den Punkt:

    Die Theorie, die sich mMn aus der Praxis erst ergibt ist wirklich Mittel zum Zweck, wird aber gerne von, ich nenne sie mal "übermotivierten" Musikern aber genau anders gesehen. Nämlich als der Zweck sich zu beweisen und eben die Musik als Mittel zu nehmen den Zweck des "Shredderns" zu erfüllen (nicht als Beleidigung an die, die gerne shreddern gedacht!).

    Dabei ist es doch so:

    Wenn du nicht darauf achtest, was du spielst, es sich aber durchaus harmonisch anhört, so liegt das, was du da gerade spielst, einem Schema zugrunde. Und dieses Schema sind eben die Scales die man lernt.
    Für mich ist die herangehensweise "ich spiele es so wie ich es will" durchaus verständlich und ich vertrete sie voll und ganz; aber es ist doch auch ein bisschen ein "sich selbst einschränken"; "das Pferd von hinten aufzäumen", da du dir erst die Möglichkeiten die du deiner Meinung nach hast, offenlegst und vllt dann später erst merkst, dass deine Kompositionen nur einem Schema zugrunde liegen, du es aber einfach ich gemerkt hast.
    Wenn du aber erst das Schema lernst, welches dir zeigt wo du dich bewegen darfst, so bist du doch darin nicht eingeschränkt, sondern hast nur die Möglichkeit zu wissen, mit welcher Note du vielleicht NOCH mehr Feeling rüberbringen kannst.

    Ich fühle mich hier auch zwischen zwei Stühle gesetzt, da ich zu 110% Verfechter des Gefühls beim Gitarrespielen bin, aber dennoch glaube ich, dass die Scales mir einfach die Möglichkeit geben, mich besser auf dem Griffbrett zurechtzufinden.

    Wenn ich zB einen Jamtrack habe und bei einer Note die ich spiele merke, "d'oh, die passt nicht", dann liegt es sicherlich daran, dass ich gerade in dem Moment außerhalb des vorgegeben Schemas gespielt habe, aber sicherlich auch daran, dass ich die Note die eigentlich gar nicht reinpasst, einfach nicht genug "Leben" gegeben habe.
    Denn irgendwie passt jede Note zu jedem Stück, du solltest nur wissen wie du sie zu betonen hast; und die Scales geben dir da sicherlich Anhaltspunkte und den nötigen Background dich zu vergewissern wo gerade das "Leben" auf dem Griffbrett stattfindet!

    Bei mir ist es so, dass ich mir partout weigere "Sweepen" oder "Tappen" zu lernen. Ich kann in diesen beiden Techniken einfach kein Gefühl rüberbringen; für mich persönlich ist das eine bloße Aneinanderreihung vieler Noten, die aber im Gesamtbild nichts aussagen. Dennoch denke ich da wahrscheinlich auch zu kleinschrittig, denn Leute wie Satriani oder Vai schaffen es sicherlich mit diesen Techniken eine Menge Feeling rüberkommen zu lassen. Ich schaffe es einfach nicht obwohl ich es durchaus probiert habe.

    Das nur als Ergänzung :)

    Grüße,

    s!d

    PS: sehr interessantes Thema! :great:
     
  16. [HWOS] g30rG

    [HWOS] g30rG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #16
    zwingend notwenidg ist es ja auch nicht : slash lehnt solche sachen auch ab.

    und der kriegt schließlich auch seinen style gut hin und kann damit alles ausdrücken was er ausdrücken will.
     
  17. flying V

    flying V Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #17
    also für mich ist es eigentlich so, dass ich mit theorie grundlagen schaffe die ich als ausgangsbasis nutze und wie es mir ebend gerade passt verändere. in den skalen besteht also mein grundvokabular, was ich dann umspiele, gestalte forme und vielleicht sogar mit "falschen tönen" würze.

    dabei kehrt man aber irgendwann immer wieder automatisch zu diesen grundlagen zurück, da die skalen im prinzip die töne beinhalten, die unser ohr für "richtig" hält.

    im prinzip gibt es keine falschen töne - es gibt bloß eine "falsche" (sehr subjektiv empfundene) verwendung


    @jonny walker

    das hat sich arnold schönberg auch gedacht als er seine 12 tontechnik ausgearbeitet hat :D
     
  18. s!d

    s!d Registrierter Benutzer

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    Gut, genauso hätt ichs auch sagen können :D Hab dann halt nen Aufsatz draus gemacht :D
     
  19. geka

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    Erstellt: 11.03.07   #19
    Hmm, ich denke, das ist eigentlich schon wieder ein neues, aber sehr interessantes Thema.
    Nachdem ich so zwei Jahrzehnte umständehalber kaum Musik gehört hatte, bin ich mit 50+ auch beim Metal gelandet. Ich liebe da genau die Spannbreite der Möglichkeiten, die vielen Kontraste und die Vielseitigkeit der Ausdrucksmöglichkeiten.
    Klassik, Folkelemente, Swingelemente....all das läßt sich super einarbeiten,* wenn man weiß, worauf es ankommt*.

    Neulich hat mein Sohn auf dem Klavier ein Bach-Stück für seine Prüfung geübt, und ich habe gedacht: Wow, mit ein paar gemuteten Sechzehntel auf der E-Saite kann das auch gut kommen! ;-) (Ich habe den Plan aber wg. fehlender spieltechnischer und theoretischer Grundlagen erst mal aufgeschoben.) ;-)))

    Also, wenn Dir danach ist, probier doch Neues aus. Das ist gut so. Man muß sich ja nicht verbissen in die Theorie einarbeiten, sondern nimmt das mit, was "auf dem Weg" liegt. Oder man schaut sich was an, weil "irgendwas" fehlt...

    Angelika
     
  20. Hans_3

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    Erstellt: 12.03.07   #20
    Das war bei mir früher genau umgekehrt: Ich hatte keine Lehrbücher, keine Lehrer und keine Ahnung davon, dass man mit "Theorie" überhaupt Musik machen kann. Ich habe das Spielen ausschließlich durch Raushören, Nachspielen und ständige kritische Selbstkontrolle gelernt und war damit ziemlich erfolgreich.

    Rückblickend sehe ich aber auch, dass dies Grund für einen späteren, langen Entwicklungs-Stillstand war. Ich hätte viel mehr herausholen können, wenn ich MIttel gehabt hätte, meine vorhandene Musikalität und Fingerfertigkeit bewusster und gezielter einzusetzen als auschließlich durch den Bauch.

    Ich bin dann erst über den Theorie"Umweg" dazu gekommen, Dinge zu entdecken, zu verstehen und umsetzen zu können, die mir vorher verschlossen geblieben waren. Das heißt natürlich nicht, dass ich ständig mit dem Theorie-Pack auf dem Rücken rumlaufe (es guckt ja auch niemand ins Grammatik-Lehrbuch, wenn er sich mit einem Engländer unterhält... )

    Das Schwierigste dabei ist, die Balance zu bekommen zwischen dem Wissen, dem TRaining und der praktischen Anwendung. Wobei wir wiederum bei der Fremdsprache landen: Wenn man einerseits die Lockerheit zum Schnacken hat und dies andererseits auf der Basis gut verankerter Vokabeln und Synonyme, flüssiger Sätze und kreativer Umschreibungen tun kann, ist das optimal. Jedem dürfte klar sein, dass dabei umso mehr rauskommt, je mehr Vielfalt in der VErgangeheit eingeübt und je mehr davon in "Fleisch und Blut" jederzeit abrufbereit eingegangen ist.

    Das reine Abdudeln irgendwelcher Fingersätze und Skalen hingegen bringt rein gar nix - weder mit noch ohne Theorie. DAs ist das selbe, wie 5 Redewendungen 1000 Mal zu wiederholen und bei der nächsten Begegnung mit dem Engländer sprachlos rumzustehen. Weil der nämlich völlig überraschend nicht nach der Uhrzeit fragt sondern dem kürzesten Weg zur Autobahn ("sorry, diese Antwort hatte ich nicht geübt" ;) )



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