Insgesamt sind wir doch alles nur Opfer der Marken - positiv wie negativ und in allen Bereichen - Instrumente, Kleidung, Autos, ...
Die Marke kann einerseits eine positive Emotion gegenüber einem Produkt auslösen, aber andererseits eben auch eine Abneigung. Letztendlich ist das aber doch nur alles subjektiv und im Bezug auf Musikinstrumente bei sind das eben die folgenden Aspekte: Preis, Leistung (Bespielbarkeit, Verarbeitung), Form (gefällt mir die Optik), Marke
Gerade im Bereich Bass (oho, hier im Gitarrenforum

) ist es mir tatsächlich wichtig, dass auf der Maschine "Fender" drauf steht - im vollen Bewusstsein, dass ich für das Geld evtl. von einem anderen Hersteller ein vergleichbares (Optik, Soundcharakter) besseres (Verarbeitungsqualität, Soundqualität) und evtl. vielseitigeres Instrument bekommen könnte - aber das will ich in dem Moment auch gar nicht. Das ist meine Maschine, die passt zu mir und wir sind zusammen und passen zusammen.
Andererseits ist es mir auch (mittlerweile) völlig egal welches Equipment andere Leute haben und welche Performance sie damit abliefern können. Wenn ein Einsteiger unbedingt eine Gibson Les Paul zum Lernen braucht und er das Geld nicht stehlen muss (und Frau und Kind nicht deswegen Hunger leiden), dann ist es doch völlig legitim. Wir urteilen doch auch nicht über Leute, die 140 € Laufschuhe tragen und dann nicht mal einen Halbmarathon schaffen.
Glücklicherweise bin ich trotz meines Markenblicks im Bassbereich trotzdem so frei, dass ich mir schon viele Gitarren (ja die mit 6 Saiten) und auch Bässe gekauft habe, die nicht nur Gibson oder Fender drauf stehen hatten, sondern auch Harley Benton, Danelectro, Epiphone, Vintage, ... - ich bin aber halt ein Typ, der eher klassische Instrumentenformen mag (LP, SG, ST, TE, ES335, P-Bass, J-Bass), deshalb lande ich halt immer wieder hier bei diesen Formen.
Da sind wir Musiker manchmal komisch. Wie ich oben geschrieben habe will ich halt einen Fender Bass und jemand anderes eine Gibson Les Paul - weil es für uns halt "the real thing" ist - im vollen Wissen, dass es für das Geld evtl. auch handwerklich besseres Equipment gibt.
Aber gerade wir Deutschen (das fällt mir nicht leicht

) sollten das doch verstehen, weil im Land der Autobauer kauft sich doch ein fast keiner z.B. einen Asiatischen Sportwagen, wenn er einen BMW M3 will - obwohl der Toyota/KIA/... vielleicht auch nicht schlechter ist. Und warum - ja weil's halt ein BMW sein muss (und das ist legitim).
Bei mir wirkt das aber, weil ich mit dem Thema Auto nicht so viel anfangen kann. Ich fahre seit vielen Jahren glücklich Skoda - obwohl mir mein Arbeitgeber (glücklicherweise und dankenswerterweise) bei völlig freier Auswahl von Hersteller und Modell einen Firmenwagen zur Verfügung stellt. Aber ich brauche keine Audi, Benz oder BMW - das bringt mir nichts (außer eine höhere Versteuerung), weil mich der Skoda auch komfortabel, sicher und schnell von A nach B bringt. Ein Fender Bass bringt mir aber emotional was.
