Wieviel Wagen verkauft ein Autohaus wäre meine Gegenfrage?
Gegenwärtig läuft es so, dass ein regional zuständiger Sales Manager durch seinen Verantwortungsbereich tingelt und für seinen Vertrieb Produkte an den Händler bringt.
Ich sehe natürlich, dass damit der Produzent mit dem Verkauf an den Händler sofort Umsatz macht, der Händler Lagerhaltungskosten hat und das Risiko trägt, die eingekaufte Ware
an den Kunden zu bringen.
Der Händler kompensiert die zu einem gewissen Teil dadurch (zum hat er noch Personalkosten, Spesen, Marketing usw.), dass es einen Unterschied gibt zwischen Einkaufspreis und
Ladenpreis.
PRS hat selbst sehr schön - mutmaßlich unbeabsichtigt - in einer Preisliste für alle Produkte Cost, MAP und Retail ausgewiesen. Sozusagen Herstellungskosten, minimal anzusetzender Verkauftspreis, empfohlener Verkauftspreis.
Ich weiß nicht, wie viel Detlef für seine Arbeit als Salär bekommt, ob er leistungsbezogene Boni bekommt, wie viel Spesen notwendig sind, damit der Händler kauft.
Für diejenigen, die mich nicht privat näher kennen: Ich war selber in einer Weiterentwicklungsabteilung (militärisch), habe konzeptionell Grundlagendokumente (Vorschriften, Weisungen), Personalqualifikationen, Struktur, Verfahren, Ausrüstung, Gerät, Fahrzeuge als Themen zu bearbeiten gehabt. Seit 16 Mon. bin ich in der Zivilwirtschaft in einem ähnlichen Feld, allerdings nicht mehr als Konzeptionär, sondern als MFA (Mitarbeiter für alles). Ein paar alte Kontakte zu den Firmenvertretern, mit denen
ich als Soldat Produktverbesserungen diskutierte, bestehen weiter, mit manchen sind über die Jahre Freundschaften entstanden.
Einer dieser Freunde ist selber im Bereich Vertrieb und Technische Unterweisung (Messepräsentanz kommt noch dazu) unterwegs. Die Produktstückpreise liegen - oh, Zufall, in der gleichen Spanne, wie man bei PRS für ordentliche Instrumente latzen muss, von daher gleichen sich Äpfel und Birnen aus.
Sein Einsatzbereich ist deutlich größer als Detlefs. Seine jährliche Spesenrechnung liegt bei über 300.000 EUR. Durch ein anderes Zielgruppenmengengerüst, wo es nicht um 10 Gitarren pro Händler, sondern z. B. 1.000 Einheiten pro militärischem Kunden geht, werden solche Kosten relativiert.
Der Betriebswirtschaftler (ich habe nur strategisches Denken gelernt und im Studium viel VWL gehabt...) als mutmaßlicher Experte, kann beide Modelle gegenüberstellen.
Wichtig ist die Frage des Outputs: Wann kauft der Kunde?
Ich bin der festen Überzeugung, dass die tatsächliche Nachfrage bei PRS steigt, wenn sie direkt an den Kunden verkaufen zu einem Preis zwischen Cost und MAP, weil andere Kosten eingespart werden können.
Und vermeintlich "weiche" Fakten beachten: Es ist ein singulärer Schluss, aber wenn ich sehe, wie vernarrt ein Vertreter eines nicht weiter benannten Händlers Gibsonprodukte lobhudelt, würde ich mich als Produzent (PRS Vertreter) fragen,
wie so einer mit dem untentschlossenen Kunden umgeht, bewirbt er Gibson oder PRS?
Dann lieber einen eigenen Mitarbeiter, der, weil er stolz ist auf die eigene Firma, die Philosophie, weil er qualifiziert wurde für die Arbeit, den Kunden durch glaubthafte und authentische Gesprächsführung einen Abschluss generiert, der zum Vorteil
der Marke PRS ist.
Die persönlichen Vorlieben von Verkäufern sind nicht außer Acht zu lassen.
@proxmax: Aus den bestehenden Verkaufszahlen sollte man deutlich folgende Dinge sehen:
- aktuelle Händlerdichte
- nachgefragte Produkteschwerpunkte (und damit Kaufkraft)
- wenn ich im Rahmen QM diese Frage stelle: Wie lange dauert es zwischen Einkauf des Händlers und Verkauf an den Kunden?
- Anteil Kundenbestellung
Auf Deutschland bezogen sehe ich - ohne dieses Material - folgende Räume:
Hamburg - Ruhrpott - Berlin - Leipzig - Rhein-Main - Nürnberg - Stuttgart
+ einen vollständigen Web-Shop.