Review: ENGL Savage Special Edition

von Dr.Oktylizer, 14.10.06.

  1. Dr.Oktylizer

    Dr.Oktylizer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.06   #1
    [​IMG]

    Ich möchte hier mal ein kurzes Review abgeben. Zu einzelnen Punkten nehme ich bei Bedarf gerne gesondert Stellung.

    Allgemeines und Konzept:

    Bei dem Savage SE handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Savage 120, die mit einigen Zusatzfeatures aufwartet. So hat der Savage SE einen Federhall. Ferner werden mit 6L6 andere Endstufenröhren verwendet.

    Der AMP hat zwei getrennte Hauptkanäle, wobei der erste Kanal, im folgenden MCH1 genannt, zwei Sounds bietet: Zum einen Clean, zum anderen Crunch1. Der zweite Kanal, MCH2, bietet einen etwas heisseren Crunch sowie einen deftigen Leadsound, dazu aber später mehr. MCH2 verfügt zudem über eine Umschaltung namens Rough/Smooth. Die Position smooth hebt die Mitten an und sorgt für einen sehr netten und weichen Sound.

    Alles in allem bietet der AMP also 6 verschiedene Sounds. Beide MCH verfügen jeweils über eine Klangregelung, die sich bei Kanäle teilen. Allerdings gibt es jeweils einen Treble Balance Regler, der die Höhen der beiden Sounds aufeinander abstimmt. Die Klangregelung arbeitet eher zurückhaltend, ich fahre eigentlich alle Regler in etwa in der 12 Uhr Position und bin mit diesem Grundsound zufrieden.

    Für alle viel Sounds von clean bis Lead stehen separate GainRegler zur Verfügung, die sich im jeweiligen MCH gegenseitig beeinflussen, d.h. addieren. Erhöht man bspw. den Gain für Crunch2 im MCH2, so erhöht sich auch die Verzerrung im Lead Sound. Nun zu den Sounds:

    MCH1 Clean:

    Sehr weicher, seidiger Sound, vll. findet ihn der eine oder andere sogar etwas muffig. Alles in allem gut, aber nicht DER Grund, den AMP zu kaufen. Mittels eines Bright Schalters kann man den Sound etwas luftiger machen. Mit einer offenen Box kommt der Sound sicherlich besser zur Geltung.

    MCH2 Crunch1:

    Exzellenter Crunch Sound. Bietet von ganz clean bis saftig verzerrt eine breite Palette. Der Sound ist dabei niemals bröselig, sondern immer dicht und dennoch transparant. Kennt Ihr "One Vision" von Queen? So in etwa klingt es bei drei Uhr Stellung des Gain Regler im Crunch1.

    MCH2 Crunch2:

    Ähnlich wie Crunch2, nur mit mehr Biss und wesentlich höheren Gain Reserven. Ab 13 Uhr absolut tragfähige Leadsounds, hervorragend für HardRock oder Metal ala Iron Maiden. Hier fällt mir immer der Anfang von Two Minutes to Midnight ein, wenn ich den Sound umschreiben soll.

    MCH2 Lead:

    Eine unheimlich Wand kommt da aus dem AMP. Nicht wesentlich mehr Gain als Crunch2, aber viel mehr Wind ;) Das Voicing ist erheblich anders, aber auch eher klassischer Natur. Das heisst vor allem, dass der Klang nie sägt oder untransparent wird. Im Gegenteil, selbst bei sehr viel Gain, also beide MCH2 Gain Regler über 12 Uhr hört man stets alle einzelnen Töne heraus und kann sehr gut offene Akkorde spielen. Der AMP ist deutlich offener als z.B. der Powerball. Die Gainreserven sind mehr als deftig. ;) Fiese Drop Tunings oder Scoopy Sounds bekommen dem AMP nicht so besonders, das ist eher was für die FB/PB Kameraden.


    Sonstiges:

    Federhall:
    Der Federhall ist meiner Meinung nach nicht besonders gelungen, das können andere AMPs besser...

    Depth Boost:
    Diese Funktion erhöht die Bassanteile in der Endstufe erheblich, was zu im wahrsten Sinne des Wortes flatternde Hosenbeine sorgt. Macht aber eher bei niedrigen Lautstärken Sinn, wenn der AMP lauter wird, isses einfach zuviel Bass.

    Nebengeräusche:
    Bis zu den genannten Gain Settings ist der AMP sehr nebengeräuscharm, ausser man nähert sich auf unter ein Meter mit der Gitarre an, dann fängt es an zu brummen. Bei mehr Gain kommt schon ein übles Brummen zustande, aber dannbefindet man sich ohnehin in einem praktisch nicht mehr nutzbaren Soundspektrum.



    FAZIT:
    Alles in allem ein Super AMP, der vier (sechs) wirklich hochwertige Sounds bietet, anders als viele andere AMPs. Wer noch einen ergattern kann, macht mit etwa 1.600€ wirklich ein gutes Geschäft. WICHTIG: Der AMP muss schon ein bisschen laut gespielt werden, sonst kommt man nicht in den Genuss des geilen Sounds.


    Falls mir noch was einfällt, addiere ich es noch. Viel Spass beim lesen.
     
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  2. ...klausS...

    ...klausS... Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.06   #2
    nettes review vor allem mehr objektiv und nich in den himmel gelobt...
    aber 1.600 € ? :eek:
    gebraucht aber?

    EDIT : ich glaub ich hab mich vertan da es sich ja um den Savage SE handelt ...
     
  3. Dr.Oktylizer

    Dr.Oktylizer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.06   #3
    Nene, der AMP wird ja nicht mehr gebaut. Die letzten wurden für 1.600-1.700€ abverkauft, als der neue ENGL SE kam.

    PS.: Die verwendete Box ist eine Framus Cobra 412 die mit einer Mischbestückung aus V30er und G12M läuft.
     
  4. theabandoneddoor

    theabandoneddoor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #4
    ich hab ihn mir noch für 1600€ gekauft...hehe :D
    bei beyers music...weiß garnich ob sie ihn noch anbieten?

    @ oktolyizer: schönes kompaktes review! wenn du es für sinnvoll erachtest könntst du ja noch tiefer in die materie gehen und etwas über die "spielerein" schreiben (kabeltester...)

    und noch eine frage an dich: nutzt du die midi funktion? wenn ja, schaltet das top bei dir auch mit "verzögerung" um? (zur erklärung, ich schalte die kanäle mit einem gt-6)
     
  5. wogawi

    wogawi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #5
    wir wollen soundsamples! :D
     
  6. )-(Sacrifice)-(

    )-(Sacrifice)-( Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #6
    Klasse Review, wenn jetzt noch Samples kommen wäre es perfekt:D
     
  7. Dr.Oktylizer

    Dr.Oktylizer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #7
    Ich kann die Tage gerne etwas mit meiner Digitalkamera aufnehmen, also ein Video machen. Die sind dann aber recht kurz. Die Qualität ist allerdings verhältnismäßig gut. Nur Webspace habe ich nicht, dass heisst ich muss auf Rapidshare zurückgreifen, was wiederum recht nervig ist.

    Einige Features habe ich übrigens noch gar nicht genannt:

    a) Zum einen gibt es auf der Rückseite eine Buchse, mit deren Hilfe der Widerstand angeschlossener Boxen ermittelt werden kann, also eine Art Ohm Meter. Man stöpselt einfach eine Box unbekannter Art am Tester an und beobachtet eine Reihe bunter LEDs. Die entsprechende LED mit nebenstehender Zahl informiert den unsicheren Musiker dann über die Ohm Zahl der Box.

    b) Sehr praktisch ist auch die Möglichkeit, mittels eines A/B Schalters zwei ganz verschiedene Enstufeneinstellungen zu nutzen. So kann man sogar zwei verschiedene Boxen ansteuern. Ein Beispiel für die Praxis:

    Für einen derben Leadsound nutzt man eine 412 Box und spielt mit Depth Boost. Spielt man anschließend einen cleanen Part, kann man per Fußleiste umschalten auf eine zweite angeschlossene Box, z.B. eine offene 212er, umschalten, um den Cleansound besser zu Geltung bringen zu können. Dabei können auch für A und B jeweils andere Widerstände eingestellt werden. Z.B. eine 412 mit 8Ohm und eine 212 mit 16Ohm oder 4 Ohm oder was auch immer.
     
  8. ...klausS...

    ...klausS... Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #8
    kostenlose anmeldung bei freenet.de hilft ;)
    oder sonstiges freehosting wie direct-file-upload... aber bitte kein rapidshare :rolleyes:
     
  9. UncleReaper

    UncleReaper Gesperrter Benutzer

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  10. Slaughthammer

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  11. Dr.Oktylizer

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    Erstellt: 15.10.06   #11
    Ok, ich sehe schon... hier komme ich nicht druherum, ein paar Samples zu machen. ;) Übrigens, nicht dass es entscheidend wäre, aber bei 220 Lesern nicht eine Bewertung positiver Art - das ist schon ein wenig enttäuschend :(
     
  12. Sam Razr

    Sam Razr Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #12
    Mhh. Der typ ausm Musicstore hat mir den mal nahegbracht. Seitdem will ich keinen anderen Amp mehr!
    Das kam so:
    War im Store wollte entscheiden zwischen solo, dual oder triple recti und sagte dem typen er soll mir das mal einstöpseln, weil mich selber machen lassen wollte der net. Dann meinte der nur: Boah bei den rectis is die kanlumschaltung auf der rückseite da hab ich jetzt keinen bock drauf. Wir nehmen mal den engl hier der bläst dir noch mehr die matte vom schädel. Nach langerem proben wollte ich keinen anderen amp mehr. Mal sehen wann ich ihn kaufe
     
  13. Breed of Killing

    Breed of Killing Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #13
    Hat der Engl genug Gain für Metalcore?
     
  14. Dr.Oktylizer

    Dr.Oktylizer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #14
    Auf jeden Fall. Allerdings, wie bereits oben geschrieben, sollte man es mit dem Downtuning nicht übertreiben, als der AMP entwickelt wurde, war das noch nicht so in Mode ;)
    Aber bis D kann man schon runterstimmen, darunter wird es kritisch.
     
  15. Breed of Killing

    Breed of Killing Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #15
    OK, danke für deine schnelle Antwort.
     
  16. Dr.Oktylizer

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    Erstellt: 15.10.06   #16
    Nein, ich benutze die Z-10 Fussleiste, um die Kanäle umzuschalten. Da ich den Reverb eh kaum nutze, schalte ich mit der einen Taste zwischen Rough/Smooth im MCH2 um, mit der anderen möchte ich gerne den Depth Boost ein - bzw. auuschalten, habs aber bisher nicht hinbekommen. Vll. sollte ich mir mal das Manual für die Z10 herunterladen, das habe ich gebraucht gekauft.
     
  17. )-(Sacrifice)-(

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    Erstellt: 16.10.06   #17
    Du kannst die Videos auf YouTube hochladen:)
     
  18. kingjoerg

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    Erstellt: 16.10.06   #18
    Sehr schönes Review! :great:

    Ich gehöre ja auch zu denen, die den Savage SE noch für einen relativ günstigen Preis abgreifen konnte... :D

    Wollte noch mal was zur Kanalunschaltung loswerden, die in meinen Augen optimal ist. Zuerst habe ich den Engl Z-10 Fußschalter genutzt, bei dem keinerlei Verzögerung beim Kanalwechsel festzustellen war. Mit dem Z-10 ist es allerdings nicht möglich alle Funktionen gleichzeitig zu steuern...

    Also bin ich auf Midi ungestiegen und hab mir den Z-12 und Z-7 Midi Interface geholt. (Leider ist das Midi-Interface noch nicht wie beim Invader im Amp integriert:( )
    Damit sind jetzt jedoch noch Reverb, Rought/Smooth, Presence A/B, Master A/B, Box A/B schaltbar. (hab ich noch was vergessen...?) Vor allem die Rought/Smooth Schaltung ist übrigens genial, wenn man im Lead I Kanal nen marshallmäßigen mittigen Sound und im Lead II Kanal dann das Metallbrett sucht! :D
    Wie dem auch sein, mit dem Z-12 über Midi lassen sich die Kanäle genau so verzögerungsfrei schalten wie mit dem Z-10!
     
  19. kingjoerg

    kingjoerg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.10.06   #19
    @ Dr. Oktylizer
    Der Depth-Boost ist soweit ich weiß nicht Midi-schaltbar... den kann man nur am Amp ein oder ausschalten. Aber der Presence ist schlatbar, man könnte Pres A mit Boost und Pres B ohne Boost umschalten. Wenn man die Pres Regler auf die gleiche Stellung bringt, kommt man auf das gewünschte Ergebnis...
     
  20. kingjoerg

    kingjoerg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.06   #20
    Nutzt zufällig jemand den Engl mit Midischltung und dem G-Major zusammen? Gibts da Verzögerungen durch das G-Major?
     
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