Röhrenamp das Maß aller Dinge (Clip: Blindtest Boutique-Röhre vs. Boss Katana)?

von gustavz, 20.08.19.

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pedaltrain
  1. SADIC

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    Erstellt: 24.08.19   #81
    Ich finde den Punkt schon valide. Man wählt einen Verstärker nicht immer nur nach dem Sound aus. Und wenige Modeller zeigen ja, das es eben mit wenigen Drehknöpfen machbar ist. Die Vor- und Nachteile in der Bedienung sind außerdem viel einfacher zu bewerten als der Sound, der eben stark subjektiv ist.
     
  2. Maxder

    Maxder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.08.19   #82
    Das klingt nach einer Beschreibung für den Kemper, der hat Regler und Tasten, die ihn genauso wie ein AMP mit Pedalboard bedienen lassen.
     
  3. JesusCrisp

    JesusCrisp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.08.19   #83
    Um den OT Kübel nochmals kurz zu öffnen:

    Muss sagen es ist schwierig abzuwiegen, was bei einem Modeller sinnvoll ist. Natürlich, einfach TMB-EQ einstellen und passt schon klingt nett und unkompliziert, aber limitiert die Möglichkeiten der Soundgestaltung, die man mit einem digitalen Amp erreichen kann. Es ist halt die Qual der Wal und großer Aufwand, seinen Liebligssound zu finden, wenn man 60 Amps, 40 Boxen, 80 Pedale, alle jeweils mit überschaubaren bis unendlich vielen Parametern vorgesetzt kriegt, inklusive solcher, die man mit analogen Geräten nicht gewohnt ist, einzustellen.
    Insofern ein gutes UI vorhanden ist, sollte sowas aber kein Problem sein. Habe mit der Demoversion von Bias FX letztens herumgespielt und es kann schon echt Spaß machen, v.a. weil das UI den Signalweg schön bildlich darstellt. In punkto Sound und Feeling war die Software dann aber doch ein Reinfall, aber jetzt schweife ich vom OT auch schon ab.

    Wenn die Hersteller beim Modelling einen Kompromiss machen könnten zwischen Flexibilität und Einfachheit der Bedienung, ob jetzt mit eine Basic und Advanced Modus was Parameter angeht oder zur Abwechslung einmal wirklich brauchbaren Presets und Tutorials, könnte man wahrscheinlich mehr Kunden gewinnen. Natürlich müssten die Teile bei einfacher Bedienung auch klingen. Bin schon gespannt auf die ersten mit Fazit zu den Tonemaster-Dingern von Fender, die klassische Bedienung und Modelling vereinen ... wenn auch ohne die Flexibilität eines Modellers.

    Ansonsten gibt's ja schon lange "einfache" Modellingamps v.a. im Einsteigerbereich, siehe Vox VT, Peavey Vyper, Line 6 Spider, Yamaha THR, ... da kann man großteils mit ein paar Reglern einstellen, und man wird auch nicht mit endlosen Modellen überschüttet. Wieso man sowas nicht für den Profibereich mit entsprechender Soundqualität macht? Wollen Profis vielleicht einfach ihren Sound präziser gestalten können?
     
  4. frankpaush

    frankpaush Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.08.19   #84
    ... jau, das ging mir auch nach den ersten Durchläufen durch den Kopf. Ich kenne auch genügend Leute, die aus einem Amp, den ich mag, nichts vernünftiges heraus kriegen :D Und abseits davon: praxisgerecht ist ein Gedudel mit "geilem Sound" eh nicht, auch wenn das zweifellos Spaß macht. Mir ist bei B an mehreren Stellen aufgefallen, dass der eben "runder" geklungen hat, aber mit etwas Weitsicht dürfte genau der Anteil in einem Mix nachbearbeitungsbedürftig sein ....
     
  5. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.08.19   #85
    Es gibt einen Grund für die Röhre, der darüber hinaus geht.
    Gitarristen sind vor allem deswegen der Röhre so verbunden, weil mit ihr die Rockmusik, wie wir sie kennen, erst erschaffen wurde, wohlgemerkt mit allen Vor- und Nachteilen.
    Das kann man kopieren wie man will, authentisch wird ein Modeller nie sein, er wird immer nur eine Nachahmung bleiben.
     
  6. frankpaush

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    Erstellt: 24.08.19   #86
    ..auch da könnte man ZWeifel anbringen, ich kenne durchaus sehr unterschiedliche Benutzertypen was die gewünschte Effektivität der Knöppe angeht, also auch welche, die eben von wirksamen Eingriffen über Regler prinzipiell schon aus der Bahn geworfen werden :D Mit solchen Leuten dann über Bedienkonzepte zu diskutieren und deren Bewertung als Maßstab heranzuziehen, wird eher verwirrend. Das passiert aber durchaus häufig ...
    --- Beiträge zusammengefasst, 24.08.19, Datum Originalbeitrag: 24.08.19 ---
    ...aber alle aktuellen Röhrenamps sind doch auch nichts weiter als Nachahmungen in diesem Sinne, oder?
    UND ganz wichtig: Nachahmung ist der tragende Pfeiler JEDES retro-orientierten Anspruchs. Es gibt keine Zeitmaschine (jedenfalls nicht eine, die wir für sowas nutzen könnten bisher ;) )
     
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  7. OliverT

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    Erstellt: 24.08.19   #87
    .... mir ist aufgefallen, dass hier im Forum anscheinend deutlich mehr Leute den AMP B nehmen, im Vergleich zur Audience, denn hier im Forum sagen 90% der AMP B ist der Bessere, im Video 50:50 - Wäre die Entscheidung auch so, wenn die Antwort NICHT im Video zu hören ist? :nix:

    Weiterhin möchte ich anmerken, dass:

    a) immer mehr Profimusiker/Profibands über Modeler in den Studios aufnehmen (von Blues bis Thrash Metal, einfach mal informieren)
    b) immer mehr Profimusiker/Profibands Live Modeler benutzen (von Blues bis Thrash Metal, einfach mal informieren)

    Ist es nicht toll, dass wir Gitarristen inzwischen eine solche Riesenauswahl an Equipment haben?:prost:

    - Der eine schwört auf Röhre
    - der andere auf Modeler
    - der nächte hasst Pedals (wie ich;))
    - ein anderer wiederum hat auf dem Boden 8 Pedale und liebt diese
    - und und und ................

    Wir sollten uns über diese Vielfalt eher freuen, denn zum Schluss kann heute jeder haben was ihm gefällt, das war in den 80ern schwieriger ;)

    Und wir sollten eines nicht vergessen, es ist mit dem Gitarrenequipment wie mit der Gitarre: ES GEHT UM EMOTIONEN ;):juhuu:

    BTT:
    Der Katana ist ist im Preis/Leistungsverhältnis eine Granate ...... :great:
     
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  8. frankpaush

    frankpaush Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.08.19   #88
    ... was ich gesagt habe (hoffentlich) war eher, dass mir mehr von dem, was ich als "Amp B" gehört habe, gefiel (und ich gehe davon aus, dass das so derart multifaktorell bedingt ist, dass eine Aussage "Gerät besser" keine Basis hätte).

    Ich glaube nicht wirklich, dass da eine Bewertung über Mehrheitsverhältnisse von irgendeinem Nutzen ist. Das mag für Hersteller von Bedeutung sein, weil sie hoffen, ihre geschäftlichen Erfolgsaussichten daran messen zu können, für mich ist das komplett uninteressant.
    --- Beiträge zusammengefasst, 24.08.19, Datum Originalbeitrag: 24.08.19 ---
    ... ich habe eigentlich alles gefunden, was ich damals brauchte ... manches sogar günstiger und einfacher als heute :D ...vieles war allerdings "schwerer" (rein gewichtsmäßig :D )
     
  9. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.08.19   #89
    Das ist absolut richtig, der riesen Vorteil der Kisten ist nunmal das man mit recht wenig/leichtem Equipment unterwegs ist und seine Klangeinstellungen überall abrufen kann. Bands die auf Tour gehen werden das auch rein wirtschaftlich betrachten.
    Und gerade live werden wahrscheinlich 99% der Zuhörer eh keinen Unterschied merken da die Nuancen im Gesamtmix untergehen. Und was der Tontechniker aus allem macht ist ja auch nochmal so eine Sache von den Einschränkungen die so manche (gerade kleinere) Location mitbringt rede ich garnicht erst.
    Im Studio ist das nicht viel anders (Profimusiker bedeutet ja nicht automatisch reich), man packt sein Kemper oder sonst was aus und zack, alles bereit. Weniger Transport, weniger aufzubauen, Zeit gespart und damit Geld.
    Was kostet so ein Tag im Studio...600-1000€ mit Tonmann? Zumindest hab ich das so als Preisrahmen via google herausbekommen. Wenn ich mir jetzt vorstelle das eine band (2Git,1xBass,1x Drums) erstmal nur für die Gitarristen anfangen 4 oder mehr Amps aufzubauen (weil man ja auf der Platte alles drauf haben will vom cleanen Fender bis zum
    Mesa-Hi-Gain), dazu noch Boxen und Effektboards dann muss natürlich jeder der beiden erstmal an allen Knöppen herumdrehen weil man mit dem Sound inzufrieden ist. Da geht Zeit ins Land.
    Also die Vorteile kann man auch bei allen Bemühungen nicht wegdiskutieren. Auch weil die ganze Modelling-Schiene ja schon recht weit ist.

    Aber es sollte halt nicht vergessen werden, das es im Grunde eine Werbeaktion war. Da wird sich Boss schon darum bemüht haben das ihr Katana so gut abschneidet wie möglich,alles andere wäre unsinnig.
    Im Grunde erwarte ich von einem Hersteller bei so einer Präsentation auch das er die Stärken seines Produktes zeigt und nicht wo es noch Schwachstellen gibt.
    Um das bei einem Vergleich zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten, ich denke die wurden alle schon mehr oder minder hier genannt.
    Ja und Nein, natürlich spielt die Bedienbarkeit beim reinen Klangvergleich erstmal keine Rolle. Aber für mich wäre es als Nutzer schon relevant ob ich 4 Tage mich durch Menüs klicken muss (Achtung Übertreibung) um das zu erreichen was ich an einem normalen Amp in 10 minuten mache.
    Nö...solange ein Röhrenamp (welcher auch immer) als Referenz genutzt wird die es zu erreichen gilt, ist eben dieser auch das Maß der Dinge.

    Gruß Marcus
     
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  10. Myxin

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    Erstellt: 24.08.19   #90
    Man darf wohl, ohne den Leuten von BOSS jetzt was Böses unterstellen zu wollen, davon ausgehen, dass die bei der Präsentation des Katanas im eingangs gezeigten Video nicht darauf bedacht waren, den Friedman besser klingen zu lassen.

    Das manche Zuschauer ein solches Video dann als "Beweis" nehmen, dass beide Amps gleichwertige Sounds liefern, ist ein erwünschtes Ziel solcher Demonstrationen und Vergleiche.

    Ich selbst habe mir damals bei Erscheinen die erste Line6 Pod Bohne gekauft, war ein nettes Gerät. Ebenso habe ich den ersten Flextone Combo neu gekauft und gleichzeitig dafür meinen alten Marshall Valvestate 8080 verscherbelt. Die große Ernüchterung folgte bei einer Jam Session als ich mit dem Line 6 Combo gnadenlos untergegangen bin, während mein Kumpel, der mir den Valvestate abgenommen hatte, einen durchsetzungsfähigen Bomben-Zerrsound hatte.

    Ich ließ mich nicht beirren und kaufte mir Jahre später noch einen Vox Valvetronix AD120VT - ein guter Amp, der klanglich viele der aktuellen neuen Modelingamps alt aussehen lässt. Da würde mich ein Vergleich mit dem Katana sehr interessieren. Der Vox kostete aber damals Anfang der 2000er Jahre ca. 1200 Euro. Ein guter Vollröhrenamp klang aber dennoch besser. Deshalb bin ich auch da wieder gelandet und habe auch den Valvetronix verkauft.

    Was ich damit sagen möchte, ist, dass ich grundsätzlich dem Modeling aufgeschlossen gegenüber stehe.
    Ich warte seit Jahren darauf, dass Line 6 endlich mal einen Modeler auf den Markt bringt, der klanglich an den Kemper heranreicht.
    Der Pod HD war zwar etwas besser als die erste Line 6 Bohne, aber nicht annähernd auf dem Niveau, das ich mir wünschen würde - vor allem im Bereich der Mid- und Hi-Gain Sounds! Der Helix klingt auch nur marginal besser als der Pod HD, ein großer Schritt nach vorne war das zu meiner Enttäuschung nicht.

    Ich finde es schade, dass es ganz offensichtlich so viele Gitarristen-Kollegen gibt, die es nicht akzeptieren wollen, dass vielen die klanglichen Qualitäten der Modelingamps (Kemper und AxeFX mal außen vor) - bei allen Vorteilen, die Modeling Amps zu bieten haben - einfach nicht gut genug sind im Vergleich mit guten Vollröhrenamps.

    Immer wieder werden dann irgendwelche teils irrationalen "Argumente" und Beweggründe unterstellt wie:

    "Er schwört halt auf Röhre" - klingt ungefähr so wie "Er schwört halt auf Homöopathie",
    "Er mag die vielen Knöpfe und bunten LED Anzeigen nicht" - klingt dann ungefähr so wie "Er ist zu blöd, das Gerät zu bedienen",
    "Er hat halt lieber all seine Pedale" - klingt dann so wie "Er mag es halt lieber kompliziert",
    "Er steht halt auf die großen Amps" - klingt dann so wie "Er mag es halt lieber unpraktisch und schleppt gerne schwere Sachen durch die Gegend"

    usw.usf.

    Da hilft es dann auch nicht, wenn einem noch gleichzeitig ganz großherzig und gönnerhaft ein "aber soll doch jeder spielen was er möchte" über die Lippen huscht und damit eine Absolution erteilt werden soll, um die niemand gebeten hat.

    Soll heißen: Wer heute immer noch lieber gut klingende, "laute", große, schwere Röhrenamps spielt, der hat in der Regel gute Gründe dafür!
    Wäre nett, wenn man das WIRKLICH einfach mal so akzeptieren würde, anstatt (teils auch nur subtil) missionieren zu wollen.
     
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  11. SADIC

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    Erstellt: 24.08.19   #91
    Ich verstehe was du meinst. Leider sind gefühlt 90% der Interfaces, für welche Geräte auch immer, immernoch mangelhaft. Und deshalb sind sehr viele Leute an schlechte Bedienbarkeit gewöhnt und wollen nix anderen, ist ja eine Umgewöhnung. Dazu haben wir, zurück zu den Verstärkern, Modelle bei denen die Regler entweder sinnlose Frequenzen regeln oder ungenügenden Regelweg haben.
    Im Endeffekt setze ich dabei schon den Maßstab das die Bewertung mit einem gewissen Hintergrund an HMI gemacht wird und nicht nach persönlichem Geschmack.
     
  12. InTune

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    Erstellt: 24.08.19   #92
    Objektiv betrachtet, kann ich nicht sagen, dass mir dort der eine oder andere Amp besser gefallen hätte. Die Unterschiede sind so gering, dass ich die Sounds nicht zuordnen könnte.
    Aber was sagt das schon aus? Die hörbare Unterschied ist bei Gitarren gleicher Bauart noch viel geringer und dennoch liegen oft Faktoren im Preis dazwischen und dennoch werden die teuren Brocken gekauft.
    Für die einen ist es Quatsch eine Strat für über 3000€ zu kaufen, für den anderen geht ab 3000€ eine Gitarre erst überhaupt los...
    Spätestens mit Kemper und Fractal ist Amp Modeling IMO „angekommen“ und ist eine ernstzunehmende Alternative, aber kein Muss und auch nicht die „bessere“ Alternative.
    Mir gefällt nicht jeder „Vollröhren Amp“ und wenn ich wählen müsste, zwischen einem Fender Super Sonic und einem Helix plus FRFR Monitor, würde ich letzteres wählen.
    Live und im Probenraum nutze ich aber lieber meinen Friedman Runt20 und habe ein Helix Stomp mit in etwa redundanten Sound als Backup dabei, falls mir der Friedman mal abrauchen sollte.
    Alles kann nix muss! Modeling ist auf tollem hohen Niveau - allerdings worauf basieren letztlich deren gute Sounds?
    Wann kommt endlich mal ein eigenständiger Line6 oder Boss Sound, der ein Alleinstellungsmerkmal beinhaltet und die Gitarristen Welt begeistert?
     
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  13. Myxin

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    Erstellt: 24.08.19   #93
    Naja immerhin hat Line 6 ja beim Spider das "Insane" Hi-Gain Model eingeführt, das neuerdings scheinbar einen Kultstatus zu genießen scheint... ich persönlich nehme trotzdem lieber einen HM-2 vor einem guten Vollröhrenamp. :D
     
  14. blue element

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    Erstellt: 24.08.19   #94
    Prinzipiell muss man sagen: solche Vergleiche sind immer mit Vorsicht zu genießen, da liegen einfach zu viele Aspekte dazwischen. ;) Das heutzutage digitale Gerätschaften durchaus in der Lage sind sehr gute Klänge zu produzieren, ist eigentlich nichts Neues und für uns Gitarrenheinis wahrlich ein Goldenes Zeitalter vor lauter qualitativ guten Amps, Pedalen usw. Seien wir glücklich darüber :)

    Aber es gibt eben auch, für mich, den wichtigsten Punkt und das ist die berühmte Interaktion des Musikers mit dem Equipment und der ist so verschieden wie die Menschen selbst ! Und da lehne ich mich jetzt selbst ordentlich aus dem Fenster und behaupte aus Erfahrung: ein geiler Röhrenamp gibt mir einfach dieses gewisse "Extra" an Spielgefühl (und auch Sound) das ich einfach nicht missen möchte, Punkt :D
    Bis heute bin ich noch mit keinem Modeler (auch der Kemper nicht und den möchte ich keineswegs schlecht reden ) 100-prozentig klar gekommen. Vielleicht liegt's auch an meinem Alter und wenn man mit Hendrix und Co. musikalisch aufgewachsen ist, kein Wunder ;)
    BTW: der beste "Nicht-Röhren Amp" ist aus meiner Sicht noch immer der gute alte ROLAND Jazz Chorus, mit einem Booster oder OD Pedal und dem einzigartigen Chorus dieser Kiste, kann er sogar einem Röhrenamp paroli bieten, noch immer einzigartig :great:
     
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  15. Telefunky

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    Erstellt: 24.08.19   #95
    das halte ich für ein Gerücht ;)
    Wenn ein Röhrenamp korrekt (!) abgenommen wird, ist er auf der Aufnahme definitiv nicht mehr vom Original zu unterscheiden (sofern das Modell dasselbe Ziel hatte und aktuellen Qualitätsstandards genügt).

    sorry für den Stuss :oops: , da sollte stehen:

    Wenn ein Röhrenamp korrekt (!) abgenommen wird, ist er auf der Aufnahme definitiv nicht vom Software Modell zu unterscheiden (sofern das Modell dasselbe Ziel hatte).

    Wobei 'korrekt' hier eine sehr diffuse Annahme ist, weil eine Abnahme bekanntlich Raum, Mikrofon(e) und Vorverstärkung potentiell klangformende Faktoren hinzufügt.

    Ich kann mich an einen Spassbeitrag (aus einem anderen Forum) erinnern, wo im Studio einer der beiden vorgesehenen Marshall Stacks abgeraucht ist und kein Ersatz verfügbar war.
    Der Termin musste gehalten werden und folglich hat der 'Engineer' seine private rote Bohne (die oben so gescholtene...) als Notlösung eingesetzt.
    Aus der fertigen Aufnahmen hat er dann ein Rätsel gemacht: auf welcher Seite ist der Marshall und auf welcher die Bohne ?
    Um es eindeutig zu beantworten, habe ich 5-10 Minuten konzentriertes Hinhören gebraucht... :D

    Beim live Amp im Raum sieht das anderes aus - und wie zuvor schon angemerkt wurde: die speaker im cabinet haben einen wesentlichen Einfluss.
    Da wird auf der Modelling Seite idR längst nicht derselbe Aufwand getrieben.
    Ich habe mich selbst mal durch 'preisgünstige' Monitor und PA Boxen gespielt (ok, war mit Bass).
    Die Aktion ist mir aber auch nach Jahren noch in bleibender Erinnerung - es war ausnahmslos akustischer Schrott. Folglich habe ich die Idee, etwas für Bass, Gitarre und Synths zu nehmen wieder verworfen.
    (oder anders ausgedrückt: ich hätte nur für Boxen und Endverstärkung 2 Preisklassen weiter rauf gemusst - da wäre der Preisvorteil des Modellings dahin gewesen)
     
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  16. Myxin

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    Erstellt: 24.08.19   #96
    Damals bei Erscheinen der roten Bohne gab es so ein Line 6 Din A4 Werbeheftchen (von Jacques Isler herausgegeben, falls der Name jemandem noch was sagt), in dem die Rede davon war, dass Röhrenamps quasi wie Fortbewegung per Pferd (im Vergleich zum Komfort eines Autos = Modeling) seien - dazu auch eine CD, auf der die verschiedenen Amp Modelle zu hören waren. Klang alles supe! Wobei natürlich niemand weiß, ob die Aufnahmen wirklich mit einem Pod, Flextone oder AX2 (nicht zu verwechseln mit AxeFX2 ^^) aufgenommen wurden und falls ja, was da noch alles an Bearbeitung nötig war, um zum klanglichen Endergebnis zu kommen.

    Aber ich schrieb doch hier schon:

    Und das fand ich beim Pod jetzt nicht so toll.
    Latenz dürfte natürlich bei den heutigen Geräten auch kein Thema mehr sein, da macht ein Speaker mit schwerem Magneten wohl mehr aus.

    Trotzdem fühlt sich ein Pod HD beim Spielen einfach anders an als z.B. mein Marshall JVM oder der kleine Blackstar HT. Und die harschen Hochmitten und Höhen bei Hi-Gain Sounds nerven einfach. Warum das so ist, kann ich technisch nicht zufriedenstellend erklären - ich bin da aber auch pragmatisch genug, um einzusehen, dass wenn mir die Kiste nicht so zusagt, ich sie einfach auch nicht kaufe. Obwohl sie laut Datenblatt super sein sollte und auch andere hochzufrieden damit sind. Ist einfach so.
     
  17. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.08.19   #97
    @Myxin ich habe oben einen sinnfreien Satz korrigiert.

    Studio-Aufnahmen sind (fast) immer mit einem nicht unerheblichen Bearbeitungsaufwand verbunden, egal ob Amp/Cabinet oder nur Modell. Die realistische Abbildung einer live-Umgebung ist eher die Ausnahme.
    Beim realen Amp bemüht man dann ausgewählte Mikros an bestimmten Positionen, bevorzugte bestimmte Preamps, Kompressoren, etc, etc.
    Da ist die analoge Welt keineswegs die 'simplere' Lösung. Wissen wir beide... ;)

    Auf das Spielgefühl bin ich durchaus eingegangen, wenn auch etwas zwischen den Zeilen.
    Imho würde da ein Modeller nicht wesentlich anders reagieren, wenn man eine vergleichbare Ausgangsbasis in der Endverstärkung einsetzt.
    Den Aufwand treiben aber vermutlich nur wenige Nutzer, weil 'gute' Speaker dann richtig in's Geld gehen.

    Zumindest vom Hörensagen kenne ich auch den Einsatz Modeller an realer Gitarrenbox.
    Besonders interessant: die in dem konkreten Fall hoch geschätze Software klingt in ihrem eigentlichen Arbeitsfeld (Kopfhörer/Studio Monitor) imh ears absolut unerträglich.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, war zumindest diese Bedingung beim Katana/Friedmann Vergleich vorhanden - nur nicht ganz fair aufgeteilt...
     
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  18. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 25.08.19   #98
    Nein, das sind Weiterentwicklungen ;)

    Ich denke Musik besteht generell immer auch aus Nachahmung.
    Im Fall der Amptypen ist das trotzdem anders gelagert, schließlich haben bei den Röhrenamps junge Gitarristen den Sound durch praktische Falschverwendung selbst erfunden.
    Diesen Sound versuchen Ampbauer seit nunmehr über 40 Jahren mit anderen Mitteln, mehr oder weniger erfolgreich, nachzuahmen. Daraus bedienten sich wiederum Gitarristen und verwendeten das Angebotene anders als vorgesehen, so haben sich z.B. die Overdriveeffektpedale vor zerrenden Röhrenamps etabliert. Gute Modeller gibt's doch erst wenige Jahre, was daraus einmal wird, lässt sich noch nicht wirklich absehen.
    Wenn ich dann aber erfahre, dass die nur möglichst genau einen bestimmten Röhrenampklang kopieren sollen, bleibt ja nur noch der Bequemlichkeitsaspekt, im Rahmen möglichst breitgefächerter Möglichkeiten, nebst langfristiger Kostenersparnis als Argument für die Dinger übrig. Für die einen bieten sie tolle Möglichkeiten, andere stehen auf Minimalismus.. ein eigenständiger Sound scheint gar nicht erwünscht zu sein.

    Richtig, trotzdem schwelgen nicht wenige gerne in der Vergangenheit, was u.a. musikalisch dank Tonträgern seit über 100 Jahren kein Problem mehr darstellt.
    Mit Musikinstrumenten, so auch der E-Gitarre, ist es natürlich genauso.
     
  19. Guitarcoach

    Guitarcoach Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.08.19   #99
    Für mich zählt immer, ob sich der jeweilige Amp im Band- und Bühnensound durchsetzen kann. Mein alter, treuer Line6 Flextone von 1998 kann das, mein Marshall Vintage Modern konnte es nicht. Klar muss der Amp gut klingen, dennoch lasse ich mich von Stand Alone Demos nicht beeindrucken. Soundmäßig kann man heutzutage kaum noch Unterschiede hören, allerdings fühlt sich digital und analog irgendwie unterschiedlich an.
     
  20. frankpaush

    frankpaush Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.08.19   #100
    ...bleibt das nicht letztlich eher den ausführenden Künstlern überlassen (wie eigentlich IMMER)?
    .. das halte ich für eine Reise in Bereiche, die sich nach meiner Erfahrung zum einen nicht mehr verifizieren lassen, zum anderen ab einer gewissen Abbildungstiefe schlicht auf Faktoren stützen, die stark manipulierbar sind :D Ich sehe ein, ein digitaler Amp riecht anders, aber in einem gut belüfteten Raum oder ab einer gewissen Entfernung wirkt das einfach nicht mehr ':D

    Aus meiner Sicht liegen die kritischen Punkte immer an der Übergangsstelle von clean zu verzerrt, das ist wohl das, was mit hot oder sweet spot bezeichnet wird, oder?. Und da gibt es haufenweise Röhrenamps, die das durchaus nicht für mich befriedigend abbilden, und eben auch digitale, die da "feinfühliger" auf dynamische Eingaben reagieren als ihre bautechnischen Ahnen es teilweise tun.

    Ein anderer "checkpoint" sind Reaktionen auf Interferenzen im Zerrbereich, da habe ich auch schon Profiles im Kemper kläglich scheitern hören im Vergleich zu ihren Datenquellen, klar, die klangen da gelegentlich wie über einen miesen Treter gejagt :D Andere kriegen das aber inzwischen wohl hin ...

    --- Beiträge zusammengefasst, 25.08.19, Datum Originalbeitrag: 25.08.19 ---
    ... der Klassiker für kreative Ansätze, seit Menschen in der Lage sind, Bedienungsvorgaben zu ignorieren :)

    ... was mir dabei immer fraglich erscheint: Produktionsprozesse haben doch schon immer einen erheblichen
    Einfluss auf die Endprodukte gehabt, was wir auf Tonträgern vorfinden ist ja keine "wirklichkeitsgetreue" Wiedergabe des Aufgeführten, sondern unterliegt einer weiteren Interpretation.
    Und ziehe ich mal Erinnerungen an Liveacts der späten 70er Jahre zu Rate: da war vieles einfach klanglich scheußlich (und auch aus Sicht der Künstler häufig extrem kompromissbehaftet ... selbst bei sog. Topacts) was mich zu der Annahme verleitet, dass das auch früher nicht besser gewesen sein wird.
    Wer mag also diesen tollen Vintageton wohl gehört haben in der guten alten Zeit? :D
     
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