Hier mal meine Erfahrungen zum Thema, da ich selber hin und wieder die Augen nach so einem Amp auf halte - natürlich alles subjektiv und Geschmackssache!
Meine Suche geht in Richtung "volles Metal-Brett bei Zimmerlautstärke" mit seriellem Effekt-Loop, Kanalzahl egal. In der Regel spiele und teste ich mit V30er-Speakern.
Engl* Gigmaster 15 Watt:
Die hatte ich schon bei 2-3 Gelegenheiten testen können. Die eingebaute Power Soak arbeitet gut und relativ klangneutral. Gestört hat mich aber, dass der Drive-Regler mit dem Input-Gain zusammenhängt. In Summe ergibt das zwar genug Gain, aber von anderen Engls bin ich das besser gewöhnt (mehr Sättigung bei gleichzeitig weniger Matsch). Neulich hatte ich aber den Eindruck dass im Vergleich zu anderen Amps ein dicker Vorhang vor der Box (1xV30) hängt, war auch nicht wegzuregeln.
H&K Tubemeister 18/30 Watt:
jeweils 1x getestet, die Power-Soak arbeitet ebenfalls gut. Der 15er hatte zusammen mit dem Boost-Knopf genügend Gain. Entgegen mancher Aussagen in Foren fand ich die Gain-Struktur gar nicht so schlecht. Der Amp bleibt definitv ein Favorit bei mir. Im direkten Vergleich zum
Engl* war der Sound deutlich präsenter (quasi ohne Vorhang vor der Box).
Laney Ironheart 60:
Konnte ich bei einem Bekannten ausgiebig antesten. Generell nicht schlecht für Thrash Metal und ähnliche Stile, auch leise genug mit dem Watts-Regler auf Linksanschlag. Nicht so toll war jedoch der Boost, der das Singal einfach nur lauter machte - mit einem TubeScreamer davor klang es besser. Die Pull-Potis bei der Klangregelung waren nicht so hilfreich, d.h. es gab nicht viele brauchbare Einstellungen. Der Zerr-Sound selbst könnte für mich jedoch anders bzw. besser sein - ja schwer zu beschreiben. Mir fehlen hier Gain-Reserven oder anders ausgedrückt: es fehlt das gesättigte Scharren/Knurren, dass man von einem Peavey 6505 oder einem Mesa Recto gewohnt ist.
Mini Rectifier:
Konnte ich nur kurz testen, aber der hatte zumindest schon auf Anhieb im Modern-Setting den gewünschten Zerr-Sound (siehe Kritik am Ironheart). Leider preislich für den Wohnzimmergebraucht vieel zu teuer. Der Klang zwischen 7 und 15(?) Watt war leicht unterschiedlich, bei 7 Watt aber auch leise genug um zumindest Samstag Nachmittag niemenden zu stören. Hier würde mich mal stark interessieren, wie der Bugera Trirec in dieser Liga sound-mäßig mitspielt. Der soll ja auch bis auf 1 Watt einzustellen sein.
Orange Jim Root:
Auf jeden Fall ein interssanter High Gain-Sound mit ausreichtend Gain-Reserven. Leider fängt er bei hohen Einstellungen zum Fizzeln an, Der Sweet Spot ist hier recht klein. Schön fand ich, dass die Ton-Regler in vielen Positionen angenehm klangen, bei anderen Amps gibt es oft nur ein sinnvolles Setting. In der Richtung Orange hätte ich gerne noch den Dark Terror getestet.
Falls jemand weitere Anmerkungen oder Tipps hat bin ich gespannt!
(EDIT: Tippfehler)