Da habe ich mich auch lange Zeit gewundert, aber inzwischen kann ich Nords Strategie sogar verstehen, das ist allerdings nur spekuliert.
Es gibt ein seit den Anfangserfolgen bis heute ein wunderbar funktionierendes, anhaltendes und dabei scheinbar vergleichsweise kostengünstiges Marketing, sobald eine Produkterneuerung stattfindet.
Es gibt vermutlich ausreichend stabilen Absatz für das wirtschaftlich überschaubare Unternehmen und eine solide Kundschaft einschließlich deren Generationswechsel - tutto bene. 🥂🍾
Auf der anderen Seite gibt es nur wenig Wettbewerbsdruck durch Roland und
Yamaha, die Details ihrer "Konkurrenzprodukte" offenichtlich nicht clever genug gestalten können. Bisher gibt es keine umwerfende Alternative, die bei einer erweiterten Zielgruppe massive G.A.S.-Anfälle auslöst und Reviewer schlicht vom Hocker haut.
Korg oder
Kawai scheinen es noch nicht einmal auf dem Zettel zu haben, Nord "anzugreifen".
Also, warum genau sollte Nord die Risiken zeitgemäßer Programmierung auf modernen ICs eingehen?
Das würde einen Haufen Geld kosten und vielleicht müsste man dafür sogar Investoren an Board holen, was leicht zu neuen Problemen führen kann.
Am Ende könnten aber irgendwelche Reviewer einen Flächenbrand auslösen, wenn ihnen einfällt, dass der echt-neue Nord nicht mehr so ganz das Mojo der alten Nord hat.
So etwas muss nicht einmal einhellige Meinung sein, aber es kann den sehr hohen Imagewert heftig beschädigen.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Besitzer von Nord in ihrem weit fortgeschrittenen Alter die Aussicht auf so eine Erfahrung als "unternehmerische Herausforderung" abtun würden.
Gruß Claus