• Bitte beachten! Dies ist ein Forum, in dem es keine professionelle und auch keine verbindliche Rechtsberatung gibt. Es werden lediglich persönliche Meinungen und Erfahrungen wiedergegeben. Diskussionen bitte möglichst mit allgemeinen Beispielen und nicht mit speziellen Fällen führen.

Tipps von komponierenden Berufsmusikern: Welche Fehler vermeiden?

Mal ehrlich: Erfolg in der Musik ist kaum planbar. Talent und Skills sind wichtig, aber eher Eintrittskarte als Erfolgsgarantie. Am Ende baut man ein kleines Business auf, mit allem was dazugehört. Steuern, KSK, Verträge, Markenaufbau. Klingt spassig, oder? Ist es aber das, woran man auch scheitern kann, nicht am Talent. Man baut eigentlich ein kleines Business auf, mit allem, was dazugehört.

Und selbst wenn man das alles im Griff hat, entscheiden Timing, Zeitgeist und ein gehöriges Stück Glück mit. Selbst im absoluten best case – Talent, Fleiss, Audience-Fit, Strategie, das volle Paket – ist Erfolg eine Möglichkeit, keine Zusage. Willkommen in der Kreativwirtschaft.

Das kann man jetzt deprimierend finden. Oder man sieht's als Befreiung: Wenn Erfolg sowieso nicht vollständig planbar, kontrollierbar, vorhersehbar ist, kann man sich entspannt auf das konzentrieren, was man selbst in der Hand hat (oder gleich das, was Spass macht) und den Rest dem Universum überlassen.

Die vielleicht bessere Frage ist imho nicht "Wie werde ich erfolgreich?" sondern "Wie baue ich ein Leben, in dem Musik viel Platz hat und ich trotzdem Miete zahlen kann?" Weniger glamourös, aber realistischer. Und für die meisten (also mich z.B.) auch der weniger frustrierende Weg.

Ach ja, und bevor wir über Karriere reden: Technik lernen, Ableton in den Griff kriegen, Songs zu Ende schreiben, Hörproben produzieren. Wer daran noch scheitert, kann die Diskussion um die Profikarriere erstmal vertagen.
Kein Angriff – nur Pragmatismus.
a015.gif



Der beste Weg wird sein, in jungen Jahren so viel zu spielen wie möglich, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen, während man ne solide Ausbildung macht. Und wenn der Punkt kommt, dass man beides nicht mehr unter einen Hut bekommt, dann eben ne realistische Entscheidung treffen.
super!
a020.gif
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 6 Benutzer
Ich selbst bin selbst zwar auch nur nebenberuflicher Musiker
Ich auch, und ich kann alles, was @Attack in seinem Beitrag schreibt, aus meiner Sicht bestätigen.

Ich mache Musik auch nebenberuflich, dh. es bleibt meistens netto was übrig ;)

Bei mir ist die Ausgangslage sicher anders als bei Dir @RHCP_Flea - ich habe eine klassische Ausbildung (Studium bis Vordiplom, also 2 Jahre) und dann neben dem Zweitstudium alles mögliche gemacht, Sängerinnen begleitet, Chorleitung, Probenvertretung, Bandversuche, und viel geübt nebenbei, bis ich irgendwann in einer Nische gelandet bin, die mir musikalisch gefällt, die klein ist, aber auch relativ wenig "Konkurrenz" hat.
Ich habe zwei Bands, bei denen es aber auch Vertretungen/Doppelbesetzungen gibt, so dass wir viele Termine übernehmen können.

Netzwerken ist extrem wichtig, und - für mich jedenfalls - musikalisch vielseitig und flexibel sein. Es kommen immer mal Anfragen mit Sachen, wo ich nicht weiß, ob ich sie mir zutraue, oder zu denen ich erstmal nicht so viel Lust habe und wo ich weiß, dass es wahrscheinlich auf einen Stundenlohn im niedrigen einstelligen Bereich hinausläuft. Aber es bringt Kontakte, und man lernt musikalisch was dazu.

Auch versuche ich mich immer musikalisch weiterzuentwickeln. Wenn eine zB Anfrage kommt, ob ich bei einer anderen Band vertreten kann, ist meistens keine Zeit noch ein paar Wochen zu üben - dann muss es schnell gehen, und je mehr man Theorie und Praxis draufhat, desto mehr kann man auch machen, da lernt man wieder neue Leute kennen usw.

Wenn jemand nur eine feste Band hat, die richtig gut läuft, mag das anders aussehen. Aber von der Art kenne ich nur wenige.(*) Die meisten unterrichten, haben mehrere Bands, und/oder haben einen Nebenjob (der teilweise auch der Haupterwerb ist), das geht von Physiotherapeut über Lehrer, Erzieher, Arzt bis Softwareentwickler. Gut für die Musik ist es, wenn man da teilzeit arbeiten kann oder zumindest Stunden schieben kann.

Also nochmal kurz meine Tips wären
- such Dir einen möglichst flexiblen Hauptjob
- lerne und übe viel und werde musikalisch flexibel, nimm dafür Unterricht (muss ja nicht jede Woche sein)
- netzwerken: mit allen möglichen Leuten mal reden, zu Konzerten/Sessions gehen usw.
- versuche mit Leuten zu spielen, die etwas besser sind als du, und lerne von ihnen, was wichtig ist

ob das alles so für Dich zutrifft, weiß ich natürlich nicht. Aber ich wünsche Dir viel Spaß beim Musikmachen - das liegt zu großen Teilen in Deiner Hand. Ob man damit Geld verdient und wieviel, das ist auch ein bisschen Glückssache.

EDIT
(*) mir sind doch noch ein paar eingefallen - interessanterweise verdienen die das Geld aber eigentlich nicht mit der guten Musik, sondern die Leute kommen (und zahlen) für die abgefahrene Bühnenshow. Dazu musst Du eigentlich mehr Schauspieler/Regisseur sein, weiß nicht, ob das Dein Ding ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Hallo zusammen,

ich komponiere und nehme eigene Songs auf und möchte langfristig gerne live auftreten und meine Musik professionell spielen.

Ich stehe noch ganz am Anfang und suche deshalb Erfahrungen von Leuten, die diesen Weg schon gegangen sind (oder noch gehen).

Besonders interessiert mich:
  • Was hättet ihr in den ersten 1–2 Jahren anders gemacht
  • Welche typischen Anfängerfehler kosten am meisten Zeit oder Geld?
  • Welche falschen Erwartungen hattet ihr am Anfang?
  • Wie wichtig sind Social Media am Anfang wirklich?
  • Wie habt ihr erste Fans gewonnen?
..du fragst ja wohl nicht ohne Grund im Unterforum „Songwriting“..das empfinde ich als guten Startpunkt für eine Beschäftigung, die einen das ganze Leben begleiten kann..

..hier was mir geholfen hat..

Komponieren: einfach munter drauf losschreiben..Ideen festhalten und archivieren..Songskizzen nach Zeitpunkt sortieren..Ideen teilen und Feedback entgegennehmen (viele mögen einfache Songs)..

Texten: jegliche Idee festhalten (Zettel, Sprachnotiz…), archivieren..Verworfenes nicht löschen, sondern streichen (damit man es reaktivieren kann)..bei den Themen sind direkte Quellen hilfreich (Erlebtes, Beobachtetes, Erzähltes; von einem selbst, oder Face to Face - man ist erstaunt, wie gute Hooklines man bekommt)..den Zuhörer interessiert eher was geschehen ist, als eine Erkenntnis daraus..knapper Satzbau..Adjektive meiden..Adverbien auch..

komplette Songs: Songs alleine vor Unbekannten möglichst auswendig präsentieren (Offene Bühnen bieten oft Time-Slots von 12 min oder 3 Songs).. Freunde in der Band Einfluss nehmen lassen..ab und an einen Song sauber aufnehmen/arrangieren (fertig machen)..

..meine Erkenntnis ist..Zuhörer bevorzugen Abwechslung..die hälfte von ihnen (nicht nur Frauen, aber überwiegend) hören mit dem Herzen;-)

allgemein: nicht einschüchtern lassen, am Songwriting scheitern viele (andere; du nicht;-)

Geheimtipp: Rhythm is the key!
 
Grund: Typo
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Zusatz:

Kooperationen sind motivierend und inspirierend!

..zum Üben lassen sich fremde Texte, z.B. aus dem Musiker-Board Songtexte Unterforum, vertonen..

..eigene Texte auf vorhandene Melodien schreiben..

..Übertragungen (Übersetzungen, die Reim-, Rhythmus- (Betonungs-) Schema erhalten) sind eine kleine Königsdisziplin;-)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben