Warum finden manche Menschen das Akkordeon schrecklich?

Was meinst du, weshalb es einen "Highway to Hell" gibt, aber nur eine "Stairway to Heaven"? :engel: (sorry fürs OT, passte halt grad so schön hin)
 
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Ich finde das Akkordeon nicht per se schrecklich, aber sehr oft das, was damit gemacht wird. In den Händen der original Zillertaler Almhütten-Arschgesichter (oder wie diese aggressions- und weltuntergangsstimmungauslösenden Dumpfbackengruppen sonst so heißen) ist das Instrument die Hölle, was klar am Kontext liegt. Als Begleitung für "Jaurès" von Jacques Brel - um mal nur ein Beispiel zu nennen - ist es großartig. Ist alles eine Frage der Zusammenhänge. Und des Geschmacks selbstredend. Ich habe auch als Gitarrist und Bassist kein gestörtes Verhältnis zur guten, alten Quetschkommode...
 
original Zillertaler Almhütten-Arschgesichter (oder wie diese aggressions- und weltuntergangsstimmungauslösenden Dumpfbackengruppen sonst so heißen)
Es scheint (auch aus den anderen Beiträgen hier im Strang), nicht so sehr das Akkordeon an sich finden manchen Menschen schrecklich sondern bestimmte Genres (denen das Akko dann halt fest zugeordnet wird). Geige kennt man zum Beispiel von André Rieu, aber eben auch noch von vielen anderen her; deshalb finden wohl weniger Leute die Geige per se schrecklich. :)

Interessant wäre es dann, zu untersuchen, warum offensichtlich eine erkleckliche Zahl von Menschen auf "Zillertaler Almhütten"-Musik so aggressiv oder zumindest negativ reagieren (ich eingeschlossen).
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Das Akkordeon hat offensichtlich "unterirdisches" Potential
Ja, das Akkordeon ist seit seiner frühen Zeit mit Tanzspektakel verbunden. Und das ist immer chthonisch, egal ob man die Berliner Technotempel meiner Jugendzeit betrachtet oder an die Kritik denkt, die König David hervorrief, als er vor dem Herrn herumtanzte. :opa:
 
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Interessant wäre es dann, zu untersuchen, warum offensichtlich eine erkleckliche Zahl von Menschen auf "Zillertaler Almhütten"-Musik so aggressiv oder zumindest negativ reagieren (ich eingeschlossen).
Torquemada, ich kann nur für mich antworten. Ich mag an der Musik ihre Berechenbarkeit nicht. Das bezieht sich auf die Musik wie die Rahmenbedingungen. Wenn ich das Klischee auspacke, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge Männer mit Lederhosen und Holzfällerhemden, dazu Damen mit Rock und Blusen mit Ausschnitt. Ich werde penetrant angegrinst, menschliche Abgründe scheint diese Musik nicht zu kennen. Dazu kommt ein fast immer gleiches Tempo mit immer derselben Lautstärke (Kennen die eigentlich Largo oder Prestissimo?). Langsame Lautstärkeänderungen oder Tempoänderungen sind Fehlanzeige. Das Repertoire ist immer ähnlich. Die trompetenechoende Autobahn tönt überall immer wieder. Vor der Pause kommt oft "Ein Prosit der Gemütlichkeit". Dazu wird ein Bierkrug in die Höhe gereckt, dass auch jeder weiß, dass er die nächste Maß leeren darf. Auf die Musik kommt es eigentlich gar nicht an, genau zuhören tut eh keiner. Musik ist nur ein lautes Hintergrundgeräusch. Die Sache wird noch auf die Spitze getrieben, wenn sich die Musiker durchs Publikum wälzen und dabei in ein Mikrofon säuseln und sich von einem MIDI-Computerschlagzeug mit Begleitautomatik automatenhaft durch das Stück pressen lassen. Da verschwindet jegliche menschliche Regung und jeder menschliche Ausdruck hinter der Perfektion der Musikautomaten, die mich ankäsen, weil ich als Mensch mit meinen Gefühlen nicht vorkomme.

ABER jetzt meine Fragen:
1. Ist das tatsächlich Volksmusik? (Nein. Es ist Volksverdummung, weil es eigentlich keine Musik ist. Musik wird von Menschen gemacht und nicht von Automaten. Automaten haben keine Gefühle und können keine ausdrücken.)
2. Müssen die "Zillertaler Almhütten-Arschgesichter" (Sorry, das war ein Zitat (s.o.) und ich entschuldige mich bei allen Einwohnern des Zillertals) immer so spielen wie sie spielen? (Nein, das müssen sie nicht. Das Pixner Projekt zeigt, dass Volksmusik offen ist für Virtuosität, Kreativität und Improvisation, was den Leute auch gut gefällt. Und diese Musik enthält tatsächlich unterschiedliche Tempi und Lautstärken.)
 
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Wieder ein gesellschaftliches Phänomen.
Es wird von vielen angenommen, also scheint es den Nerv vieler Menschen zu treffen, nicht musikalisch aber als Gesamtpaket.
Wenn es niemand gut finden würde, gäbe es das nicht.
WIR sind die Minderheit!

Übrigens gilt ähnliches auch für Pop und den Echo. (Jaaahaaa ... echte Gefühle werden aufs Tablett gebracht!)


Manchmal zweifle ich am Sinn des Menschseins! Wohin führt alle Anstrengung?
Warum eigentlich kreativ sein, wenn alles schon da war?
Wozu Philosphie?
Warum wissen wollen, warum manche Menschen das Akkordeon schrecklich finden?
 
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Der Faden nennt sich immer noch "Warum finden manche Menschen das Akkordeon schrecklich?"...

Geschmäcker sind verschieden, das haben wir schon mehrfach festgestellt, genau so wie die dazugehörenden Menschen. ;)
Ob der Akkordeonist nun direkt in den Himmel aufsteigt mit seinen Weisen :engel: oder geradewegs in die andere Richtung zum :evil: unterwegs ist, ist seine Entscheidung! :)

Bei der Literaturangabe eines Buches stieß ich auf folgenden Hinweis, der auch für Dich, lieber @Bernnt, interessant sein könnte.
Hans Krauss: Vorurteil und Urteil: Der Akkordeon-Klang zwischen konnovativem Unbehagen und ästhetischer Kontemplation. In: Zeitschrift für Musikpädagogik 1987, Heft 42, S. 49-54

Es gab laut folgender Quelle zwei Updates des Fachartikels: http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/suche/fis_set.html?FId=68991

Zitat :
Abstract:Die aesthetischen Qualitaeten des Akkordeon-Klangs sind recht umstritten. Der Autor berichtet ueber den Aufbau und die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, in deren Mittelpunkt "hoerpsychologische Tests mit Akkordeonklangfarben" standen. Eine Vergleichsgruppe sollte - ohne Klangbeispiele zu hoeren - ihre Bewertung des Akkordeonklangs in einem Polaritaetsprofil ankreuzen. Ihre Einschaetzungen fielen deutlich negativer aus als diejenigen der Testgruppe, die zwei Musikausschnitte vorgespielt bekam. Es herrscht also ein negatives Vorurteil zu Akkordeonklang, das sich beim Hoeren teilweise korrigiert. Untersucht werden weiterhin die aesthetische Wahrnehmung des Klangunterschieds qualitativ stark differierender Instrumente, beideauf gleich hohem spieltechnischen Niveau gespielt.
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Vielleicht kennt jemand den Bericht und/oder hat Zugriff dazu und mag uns berichten... :)
 
Grund: Ergänzung des Textes mit einem Abstract
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Interessant wäre es dann, zu untersuchen, warum offensichtlich eine erkleckliche Zahl von Menschen auf "Zillertaler Almhütten"-Musik so aggressiv oder zumindest negativ reagieren (ich eingeschlossen).

Ich denke, es ist der Stil, und nicht das verwendete Instrument Akkordeon. Ich glaube nicht, dass die Musik besser klingt, wenn statt des Akkordeons z.B. 3 Geigen die typische Oberkrainer - Begleitung spielen würden.

Ob der Akkordeonist nun direkt in den Himmel aufsteigt mit seinen Weisen :engel: oder geradewegs in die andere Richtung zum :evil: unterwegs ist, ist seine Entscheidung! :)

Dann fahre ich lieber zur Hölle, denn Harfe spielen kann ich nicht...

Gruss
chnöpfleri
 
Wenn ich das Klischee auspacke, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge Männer mit Lederhosen und Holzfällerhemden, dazu Damen mit Rock und Blusen mit Ausschnitt. Ich werde penetrant angegrinst, menschliche Abgründe scheint diese Musik nicht zu kennen. Dazu kommt ein fast immer gleiches Tempo mit immer derselben Lautstärke (Kennen die eigentlich Largo oder Prestissimo?). Langsame Lautstärkeänderungen oder Tempoänderungen sind Fehlanzeige. Das Repertoire ist immer ähnlich. Die trompetenechoende Autobahn tönt überall immer wieder. Vor der Pause kommt oft "Ein Prosit der Gemütlichkeit". Dazu wird ein Bierkrug in die Höhe gereckt, dass auch jeder weiß, dass er die nächste Maß leeren darf. Auf die Musik kommt es eigentlich gar nicht an, genau zuhören tut eh keiner. Musik ist nur ein lautes Hintergrundgeräusch. Die Sache wird noch auf die Spitze getrieben, wenn sich die Musiker durchs Publikum wälzen und dabei in ein Mikrofon säuseln und sich von einem MIDI-Computerschlagzeug mit Begleitautomatik automatenhaft durch das Stück pressen lassen. Da verschwindet jegliche menschliche Regung und jeder menschliche Ausdruck hinter der Perfektion der Musikautomaten, die mich ankäsen, weil ich als Mensch mit meinen Gefühlen nicht vorkomme.

Hallo Bernnt,
ganz schön keck, ihre Aussage und beleidigend. Zumindest fühle ich mich damit angesprochen.
Man kann auch Bach ohne Largo oder Prestissimo spielen. Haben sie sich schon mal etwas intensiver z.B. mit "Oberkrainer" -Musik beschäftigt? Joze Burnik, Günter Amann, u.v.m. ?
Sie verwechseln wohl die besagte Volksmusik mit der, die auf Hütten und Apres-Ski gespielt wird. Da mögen sie recht haben - allerdings wird diese nicht vorrangig für die ansässige Bevölkerung gespielt, sondern für die Touristen. Der Masse gefällt es - zumindest sieht es so aus.

Die wenigsten, die man auf dem Oktoberfest mit "Tracht" (und Turnschuhen) sieht, später dann mit dem Masskrug grölend auf den Bänken stehen sind Bayern.
 
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ganz schön keck, ihre Aussage und beleidigend. Zumindest fühle ich mich damit angesprochen.
Sorry, Truk, das war nicht meine Absicht. Ich wollte Sie nicht beleidigen und hoffte, die Sache ist deutlich:
Torquemada, ich kann nur für mich antworten. Ich mag an der Musik ihre Berechenbarkeit nicht. Das bezieht sich auf die Musik wie die Rahmenbedingungen. Wenn ich das Klischee auspacke
Es geht mir um das Klischee, das ich für mich in mir rumtrage, nicht um jede Art von Volksmusik, die real gespielt wird - als eine Antwort auf den Impuls von Torquemada. Und ja: Ich mag Volksmusik, wenn sie echt ist.
Gruß, Bernnt
 
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1. Ist das tatsächlich Volksmusik? (Nein. Es ist Volksverdummung, weil es eigentlich keine Musik ist. Musik wird von Menschen gemacht und nicht von Automaten. Automaten haben keine Gefühle und können keine ausdrücken.)
Ich weiß eh nicht, was Volksmusik "tatsächlich" ist, also kann ich auf die Frage nicht antworten.

Dass es aber keine Musik sei, dem muss ich widersprechen. Selbstverständlich ist das Musik. Musik ist nach Zahlen und Maßen gestalteter Klang. Der hl. Augustinus lässt deshalb den Magister zu Anfang seines ersten Buches de musica sagen: Musica est scientia bene modulandi.

Die Kategorie "Volksverdummung" hat damit überhaupt nichts zu tun, ob das Musik ist oder nicht.

Musik kann sehr wohl auch von Automaten gemacht werden, und zwar von Automaten, denen eben die richtigen Berechnungsregeln eingegeben wurden. Denn Musik ist regelhaft, und Automaten können nach Regeln arbeiten. Dabei kommen natürlich keine Meisterwerke heraus; denn der Meister weiß, wo er die Regeln auch einmal brechen muss (das steht in einem anderen Musiktraktat, aber ich habe gerade vergessen, in welchem genau).

2. Müssen die "Zillertaler Almhütten-Arschgesichter" (Sorry, das war ein Zitat (s.o.) und ich entschuldige mich bei allen Einwohnern des Zillertals) immer so spielen wie sie spielen? (Nein, das müssen sie nicht. Das Pixner Projekt zeigt, dass Volksmusik offen ist für Virtuosität, Kreativität und Improvisation, was den Leute auch gut gefällt. Und diese Musik enthält tatsächlich unterschiedliche Tempi und Lautstärken.)
Aber Pixner macht andere Musik als die "Zillertaler Almhütten-Arschgesichter". Warum sollten die unbedingt andere Musik machen? Ich spiele auch nur bestimmte Musik und sehe keinen Grund, warum ich unbedingt andere Musik machen sollte, nur weil sie jemandem nicht gefällt.
 
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Hallo zusammen,

auch wenn's irgendwie ein bisschen damit zusammenhängt, versucht doch bitte, Euch hier nicht auf die Diskussion "Volksmusik im Gegensatz zu volkstümlichem Schlager" einzuschießen - das passt besser dorthin:
https://www.musiker-board.de/forum/neue-volksmusik.742/
 
versucht doch bitte, Euch hier nicht auf die Diskussion "Volksmusik im Gegensatz zu volkstümlichem Schlager" einzuschießen
Okay Wil, wir werden uns bessern und kehren wieder zum Threadthema zurück "Warum finden manche Menschen das Akkordeon schrecklich" oder wie Puckiliese übersetzt:
Vorurteil und Urteil: Der Akkordeon-Klang zwischen konnovativem Unbehagen und ästhetischer Kontemplation
 
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Zitat :
Abstract:Die aesthetischen Qualitaeten des Akkordeon-Klangs sind recht umstritten. Der Autor berichtet ueber den Aufbau und die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, in deren Mittelpunkt "hoerpsychologische Tests mit Akkordeonklangfarben" standen. Eine Vergleichsgruppe sollte - ohne Klangbeispiele zu hoeren - ihre Bewertung des Akkordeonklangs in einem Polaritaetsprofil ankreuzen. Ihre Einschaetzungen fielen deutlich negativer aus als diejenigen der Testgruppe, die zwei Musikausschnitte vorgespielt bekam. Es herrscht also ein negatives Vorurteil zu Akkordeonklang, das sich beim Hoeren teilweise korrigiert. Untersucht werden weiterhin die aesthetische Wahrnehmung des Klangunterschieds qualitativ stark differierender Instrumente, beideauf gleich hohem spieltechnischen Niveau gespielt.
Vielleicht kennt jemand den Bericht und/oder hat Zugriff dazu und mag uns berichten... :)

Das entspricht doch den bisher geäußerten Erfahrungen: oft sind es Vorurteile.
Manchmal sind Hörer überrascht, dass außerhalb ihrer Erwartungen Musik anderer Stilistiken mit Akkordeons gespielt werden kann und dass Akkordeons im Klang variabel sein können (z. B. ohne starkes Tremolo).

Das ist instrumentenunabhängig. Eigentlich ist es Irrsinn, der Meinung zu sein, mit einem Instrument könne nur eine bestimmte Musikrichtung gespielt werden. Zumindest mit chromatischen Instrumenten mit gewissem Tonumfang kann jede Art von Musik gespielt werden. Alles weitere ist Hörerwartung: man kann mit der E-Gitarre polyphone Barockmusik spielen, mit der Mandoline kann man nicht nur italienische Lieder spielen, man kann bayrische Tanzmusik mit Dudelsack und Drehleier spielen usw. …
ICh wünsche mir vor allem von Mitspielern eine gewisse Offenheit, etwas auszuprobieren und erst dann zu beurteilen. Man kann soviel an Interpretation und Klang noch arbeiten, dass vieles möglich ist. Wenn diese Bereitschaft nicht da ist bringt es nichts.
 
Grund: Rechtschreibfehler
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Also da die Frage lautet "Warum finden manche Menschen das Akkordeon schrecklich?" ist das hier streng genommen keine Antwort auf die Frage.
Man möge es mir verzeihen.
 
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Ich hoffe, ihr Akkordeonleute kennt alle den Film " Schulze get the blues " mit dem gespannfahrenden dicken Dorfpolizisten aus 110 ! Toll ! Anschauen ! Die AC/DC Nummer ist ein netter Gag, aber der Bursch hätte das auch auf
nem Keyboard spielen können, er brauch ja keine Bässe spielen .
 
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Ich auch!
 
Ich glaube auch, daß das an der Musik liegt, die viele mit dem Instrument verbinden und wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das auch.

Aber irgendwie nervt das Thema auch. Man könnte auch fragen, warum ist die Tuba oder das Almhorn unbeliebt und warum die Gitarre so beliebt? Irgendwie macht die Frage genauso viel Sinn wie die Frage nach dem Sinn des Lebens. Daran kann man nämlich auch verzweifeln, da man keine Antwort findet und weil man keine Antwort findet, weil ich nie -trotz hin und herfilosofieren- keine Antwort gefunden habe, sagte ich mir, bevor ich hier depressiv die Erde verlasse, werde ich glücklich, also ist der Sinn des Lebens glücklich zu sein.

Was interessiert mich der Mainstream? Ganz ehrlich? Hauptsache mir macht des Spaß, den Balg stimmungsvoll auf und zu zu machen, oder?

Okay, und wenn man Geld mit der Musik damit verdienen will, dann muß man eben innovativ seine Musik gewinnträchtig an Mann bringen. Aber das ist bei jedem Selbstständigen so, oder?

Man muß aus dem Instrument das herausholen, was man toll findet. Mit ihm leben quasi. Wie ihr wißt, spiele ich gerne Abba oder Take five oder der Dritte Mann oder irgendwelche Filmmusik. Auch nicht jedermann Geschmack. Nütz aber nix, wenn ich es toll finde. Dann muß man eben den Mut haben und das trotzdem spielen.

Ich hasse Ländler auf der Quetchkommode spiele durchaus es auf meiner Gitarre, wo die Leute sagen: Kannste ned mal mal Highway to hell oder stairway to hell spielen :D

Solange man kein Geld damit verdienen will, ist es doch egal.

Wenn man mit anderen Leute spielen will, muß man eben suchen. Ich bin bei der Gitarre fündig geworden, auf dem Akkordeon will mich keiner spielen hören. na gut, ein Nachteil eben, daß man meine Musik nicht mag und Shanty geht nicht - Orchester auch nicht....

ich habe tatsächlich mit meiner Freundin, die Gitarre spielt in der Kirche gespielt: Baß, Altblockflöte, ihre Gitarre und meine Quetschkommode. Das fand ich doch mal sehr innovativ und mutig in der Instrumentenauswahl. Obgleich ich ja nicht vor anderen Leuten spielen kann:fear:, hatten wir Auftritte. Leider ist der Bassist schwer erkrankt. Die Gruppe hat sich aufgelöst.

Gerade weil das Instrument so wenig Anklang hat, finde ich es geil...ich kann es leider nicht so flüssig spielen, klebe sehr an Noten fest, aber für gute Musiker mit Improvisationskenntnissen, kann es doch durchaus Aufmerksamkeit erlangen.

Also, ein bißchen Freiheit vom Mainstream sollte man sich gönnen.

Außerdem ist es normal, daß nicht alle das Instrument mögen. Klavier und Gitarre, Violine, Sax, Klarinette sind halt angesagt. Wer damit nicht umgehen kann, sollte umsatteln.

Toni
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich hoffe, ihr Akkordeonleute kennt alle den Film " Schulze get the blues " mit dem gespannfahrenden dicken Dorfpolizisten aus 110 ! Toll ! Anschauen ! Die AC/DC Nummer ist ein netter Gag, aber der Bursch hätte das auch auf
nem Keyboard spielen können, er brauch ja keine Bässe spielen .

Das meine ich eben. Hätte er auf dem Key spielen können, wäre in diesem Kontext gerade nicht sexy gewesen

Toni
 
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Ja, die Kombination mit anderen Instrumenten bringt nochmal eine interessante Facette. Höre gerade argentinischen, finnischen und russischen Tango gespielt von einem Trio (Cello, Geige und Akkordeon) und bin völlig begeistert. Die Vielseitigkeit des Akkordeons ist enorm.
 
Aber irgendwie nervt das Thema auch

Ich finde das Thema schon verfehlt auf Grund seiner Beliebigkeit. Ich denke, die Anzahl der "Menschen", die einmal die Entscheidung treffen mussten, ob denn "das Akkordeon schrecklich" sei, ist durchaus überschaubar. Ich sehe auch keinen Sinn darin, anderen detailliert ein Klischeedenken (das nicht das eigene ist) zuzuordnen und sich dann erhaben darüber darzustellen.

Hauptsächlich werden die Statements betr. der eigenen Einstellung zum Instrument bzw. der damit erzeugten Musik gepostet. Von Foristen, die ja per definitionem auf der "richtigen" Seite stehen.

Ein Beitrag wie #274 hat von vorneherein einen Bonus, weil das ja "Anspruch" hat, welchen auch immer, den man anderen Genres abspricht. Damit treten das "schrecklich"-Thema und damit das Instrument sofort in den Hintergrund ...

Feuer frei - W.
 
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