Warum Silent Stage ?

@PeaveyUltra120
Danke für die netten Worte!

Ich versuch das zu erklären.
Wenn ich eine große Bühne spiele (in meinem Fall gespielt habe), dann war es mir fast egal, ob ich mit dem Amp oder mit einer digitalen Lösung ins Pult und direkt in die PA bin. Da ist - wieder für meinen Geschmack - alles so groß, so weit auseinander, dass das Monitoring (in welcher Form auch immer) überwiegt.
Wenn ich einen kleinen Rahmen habe, wenn ich im Trio auf kleinem Raum spiele, das ganze (also der Gesang und meinetwegen noch die Instrumente leicht abgenommen) über zwei Bose Säulen geht, dann ist für mich einfach der Gesamteindruck ein anderer.
Wie gesagt, das hab ich jahrelang so praktiziert: Gesang, Drums, Bass mit kleinem Amp, Gitarre mit wie oben beschrieben Mark V an 2x12"/1x12" und diverse weitere Amps. Alles in wirklich moderater Lautstärke, so dass sich die Leute im Saal auch noch unterhalten konnten. Fürs Zusammenspiel war das - wieder nach meinem Empfinden - gut, man hat den Klang der einzelnen Instrumente, passt sich aneinander an, spürt die direkte Interaktion zwischen Instrumenten, Spielweisen. Und wenn jemand ein bisschen abseits steht, nicht direkt von den Lautsprechern der PA erwischt wird, dann hat er dennoch eine Band.
Wenn alles komplett Silent Stage ist, vor allem in diesem kleinen Rahmen, dann war für mich der Eindruck, dass es eben zu künstlich, zu indirekt ist. Man hört die Stimmen "direkt", der Rest kommt irgendwo aus den Speaker der kleinen PA. Zum Ende dieser Band hatten wir bis auf das Schlagzeug alles direkt ins Pult. Das hat auch geklappt, keine Frage! Ob's einen wesentlichen Unterschied gemacht hat, kann ich nicht beurteilen. Ich komme mit beiden Versionen klar. Persönliche Vorlieben gibt es natürlich wie überall.

Hier ein Video, alles mit Amp und konventionellen Monitor. Und ich denke, man kann erkennen, dass das nicht wirklich laut ist.

View: https://youtu.be/1bDQF1MnDrI?si=15yorqkEft5NL8dU

Oder hier, ebenfalls alles traditionell, auch da sollte erkennbar sein, dass die Lautstärke moderat ist.

View: https://youtu.be/gmMr2g2GMPw?si=Kjn6nENGo_P1RWfU

Ich weiß nicht, ob ich's verständlich beschreiben kann...
Und ich bleibe dabei: Wenn die Band miteinander, nicht gegeneinander spielt, wenn man sich der örtlichen Gegebenheit anpasst, dann ist vieles möglich. Einfach ein bisschen vernünftig an die Sache rangehen.
 
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Moin!
Wie realisieren eigentlich Symphonieorchester, Blaskapellen, Percussion Ensemble etc. Silent Stages🤔😉?

Ich glaube immer noch an den Ansatz, dass eine Band, ein Orchester, whatever, erstmal zusammen gut und homogen klingen muss, jeder auf den anderen hört und aufeinander Rücksicht nimmt. Meiner Ansicht nach lässt sich ein so homogener Sound dann auch für das Publikum laut machen. Außerdem funktioniert Black Metal mit entsprechend laut gespielten Drums in einer 30 Mann Kneipe wahrscheinlich genauso wenig wie ein 8 köpfiger Posaunenchor im Wohnzimmer 😀

Grüße
Andreas
 
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Egal ob InEar oder Monitore oder Natursound oder eine Mischung, es ist vorteilhaft für den Front Sound, wenn die Backline nicht alles zumatscht. Beim Monitoring ist erstrebenswert, dass sich alle gerade genug hören und da ist die Situation um so besser, je weiter weg das von der "Klirrgrenze" des Gehörs ist.
Bei großen Bühnen mit entsprechend größeren Abständen zwischen den Akteuren ist es sicher vorteilhaft für's Timing, wenn alle mit InEar oder Monitoren spielen ohne die Laufzeiten.
Ich bin aber eher auf der anderen Seite unterwegs. Da kann man oft froh sein, wenn man sein Geraffel so aufbauen kann, dass man sich noch minimal bewegen kann. Und da ist in den kleinen Locations in der Regel der Direktschall ein nennenswerter Anteil. Das muss man beim Mischen berücksichtigen.
 
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Wie realisieren eigentlich Symphonieorchester
Also das, welches meine Frau mit ihrem Pop-Chor unterstützt, greift auf die an Unmenschlichkeit nicht zu übertreffende Methode zurück, den Schlagzeuger hinter Plexiglas zu sperren.
 
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Wie realisieren eigentlich Symphonieorchester, Blaskapellen, Percussion Ensemble etc. Silent Stages🤔😉?
Ich glaube immer noch an den Ansatz, dass eine Band, ein Orchester, whatever, erstmal zusammen gut und homogen klingen muss, jeder auf den anderen hört und aufeinander Rücksicht nimmt. Meiner Ansicht nach lässt sich ein so homogener Sound dann auch für das Publikum laut machen. Außerdem funktioniert Black Metal mit entsprechend laut gespielten Drums in einer 30 Mann Kneipe wahrscheinlich genauso wenig wie ein 8 köpfiger Posaunenchor im Wohnzimmer
Guter Ansatz ;)(y)(y)(y)
 
Egal ob InEar oder Monitore oder Natursound oder eine Mischung, es ist vorteilhaft für den Front Sound, wenn die Backline nicht alles zumascht.
Das sehe ich auch so, sowohl aus Musiker-/ als auch aus FOH-Sicht. Je weniger Schall von der Bühne kommt, desto besser lässt sich der FOH-Sound optimieren. Genauso lässt sich durch die Entkopplung zwischen FOH und Monitoring auch der Monitorsound mit IEM deutlich besser und sauberer realisieren, als mit Wedges. Wozu also Amps nutzen?
Für uns überwiegen die Vorteile bei weitem, bzw. für uns ergeben sich mit IEM und Kemper & Co. statt Wedge & Marshall ehrlicherweise überhaupt keine Nachteile. Egal ob auf der Bühne oder fürs Publikum.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Wie realisieren eigentlich Symphonieorchester, Blaskapellen, Percussion Ensemble etc. Silent Stages🤔😉?
Schöne Aussage, aber was willst du in dem Zusammenhang damit sagen? Der Vergleich zu den meisten Bandinstrumentierungen hinkt ja nun enorm.
Nutzt ihr PA-Anlagen? Bei Blaskapellen geht‘s ja auch ohne?
 
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Ich glaube, dass @schocka einfach darauf hinweisen wollte (mit einem Augenzwinkern), dass Instrumente, Musikgruppen mit einer Geräuschkulisse verbunden sind.

Und das Beispiel mit dem Posaunenchor und der Metalkapelle unterstreicht nur, dass es immer auch auf den Veranstaltungsort ankommt, dass es eben „passen muss“.

Was ich noch zu meinem letzten Post anmerken möchte: Natürlich hört man eine E-Gitarre akustisch nicht. Dass Gitarre und Amp zusammen das Instrument ergeben brauchen wir ja nicht in Frage zu stellen. Ob dieser Amp nun für die Lautstärke sorgt, oder ob ein digitales Gerät den Sound formt und dann die PA das hörbar macht sind einfach zwei Ansätze, die beide ihre Berechtigung haben. Abhängig von den eigenen Vorlieben, abhängig davon, wo und wie und vielleicht auch was gespielt wird.
Und wenn man banddienlich spielt, wenn man miteinander und nicht gegeneinander spielt, dann sind beide Lösungen gut zu handeln.
 
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Das sehe ich auch so, sowohl aus Musiker-/ als auch aus FOH-Sicht. Je weniger Schall von der Bühne kommt, desto besser lässt sich der FOH-Sound optimieren. Genauso lässt sich durch die Entkopplung zwischen FOH und Monitoring auch der Monitorsound mit IEM deutlich besser und sauberer realisieren, als mit Wedges. Wozu also Amps nutzen?
Zunächst einmal: Ich spiele digital über Kemper in mehreren Bands, mit unterschiedlichen Sounds und sogar verschiedenen Instrumenten – also eigentlich optimale Voraussetzungen für In-Ear-Monitoring. 😉 nutze aber Hybrid :=)

Es freut mich, dass Du für Dich Deine Band eine Lösung gefunden hast, die überwiegend Vorteile für euch bringt.

Andererseits kenne ich viele Musiker, die In-Ear ausprobiert haben und damit nicht zurechtgekommen sind, weil ihnen – nennen wir es einmal so – das „offene Ohr“ fehlt. Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine; anders lässt es sich schwer beschreiben.

Mir geht es ganz ähnlich. Auch zu Hause empfinde ich den Sound über Lautsprecher als angenehmer und natürlicher als über Kopfhörer. Ich schätze die Freiheit, nichts im oder auf dem Ohr tragen zu müssen.

Und noch meine persönliche Sache dazu:
Wenn ich mir anschaue, wie viel ihre speziell angepassten Teile live trotzdem noch korrigiert werden müssen – und wenn dann noch die Kabel am verschwitzten Nacken herumhängen – würde ich Live spätestens nach dem zweiten Song alles zusammenreißen. 😅🔥
 
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