Was kosteten E Gitarren in der 50er Jahren?

von blechgitarre, 01.08.20.

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  1. blechgitarre

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    Erstellt: 01.08.20   #1
    Ich vermute sie waren recht teuer.
    Wie lange musste man für eine Strat, Tele oder Lp arbeiten?
    Gab es damals schon Billigmodelle?
    Gibson war wohl schon damals eine hochpreisige Firma.
     
  2. frama78

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  3. blechgitarre

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    Erstellt: 01.08.20   #3
    Ja, da hab ich eine interessante Liste gefunden von 1959

    https://guitar-compare.com/wp-content/uploads/2019/08/1959_Gibson-Catalog.pdf

    Dicke Jazzgitarren 150 bis 700 waren am teuersten.

    Lp 120 (ein Pickup) bis 250


    Hier gibts tolle alte Fender Kataloge
    https://guitar-compare.com/catalogs/fender-catalogs/
    leider ohne Preise
     
  4. gidarr

    gidarr Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.20   #4
    Schon.

    Natürlich.

    Ja. Irgendwo in diesem Forum wurde dieses Thema schon einmal beantwortet. Hier gibt es ein paar Statistiken (auf Englisch), daraus geht hervor, dass E-Gitarren von Gibson inflationsbereinigt eher teurer geworden sind, so wie auch die Martin D-28, während Fender-Gitarren günstiger geworden sind. Auch Einsteigergitarren sind günstiger geworden.
    In den USA, wo die Einkommen der meisten Arbeitnehmer in den letzten Jahrzehnten nicht mehr gestiegen sind, dürfte sich das natürlich anders auswirken als bei uns.
     
  5. blechgitarre

    blechgitarre Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.20   #5
    Danke jetzt fehlt mir nur noch der damalige Preis der Fenders

    !956 kostete ein cadillac 5000 Dollar
     
  6. gidarr

    gidarr Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.08.20   #6
    Preise nach Premier Guitar:
    1952 Fender Esquire: The 1952 list price for this guitar was $149.50 plus $39.95 for the case.
    1955 Fender Stratocaster: The Strat’s original owner bought it new in November of 1955 for $317.
    1957 Fender Stratocaster: The Stratocaster in sunburst finish was $249.50 without tremolo and $274.50 with tremolo. Fender also added an extra 5% for a DuPont custom color or a blonde finish and $49.50 for a hard case.
    1960 Fender Stratocaster: According to an early ‘60s Fender pricelist, a non-trem Strat cost $259.50. There was a 5% up charge for a Custom Color, so ... about $272.47 (still $17 less than a sunburst tremolo version).
    1961 Fender Stratocaster: The 1961 list price was $289.50.

    1952 Gibson Les Paul: Gibson launched their first solidbody Les Paul in 1952 priced at $210.
    1955 Gibson Les Paul Custom: A 1955 Les Paul Custom originally sold for $325
    1956 Gibson Les Paul: A new Les Paul goldtop was $247.50, plus $42 for a case, in Gibson’s 1957 price list.
    1956 Gibson Les Paul Model: In the 1958 price list, a Les Paul goldtop cost $247.50, plus $42 for a case.
    1958 Gibson Les Paul Custom: Gibson shipped 256 Les Paul Customs in 1958 at a list price of $375. ... Case was an extra $47.50.
    1959 Gibson Les Paul Standard: This guitar was originally purchased for $260, including the hardshell case
    1960 Gibson Les Paul Standard: The original list price was $247.50 plus $42 for the case.

    Das Durchschnittseinkommen in den USA laut United States Census Bureau:
    - Average family income in 1950 was $3,300, or $200 higher than in 1949
    - The average (median) income of men was $3,400 in 1955, a gain of about $160 over the previous year.
    - For the country as a whole, the average (median) income of families in 1960 was $5,600; but, for families headed by persons 65 years and over, the average was only $2,900, according to estimates released today by the Bureau of the Census, Department of Commerce. The all-family average was $200, or 4 percent, higher than in 1959, despite the downturn in economic activity in the closing months of 1960. Since prices rose somewhat between 1959 and 1960, the gain in real purchasing power of the median family in the United States, however, was only about 2 percent.

    Siehe auch Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Average_Indexed_Monthly_Earnings
     
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  7. blechgitarre

    blechgitarre Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.20   #7
    Danke Gidarr

    Seltsam erscheint mir, das damals die einfach zu bauenden Fender so teuer waren wie die noble LP.
    Die mit geleimtem Hals und gewölbter Decke doch viel aufwändiger zu produzieren ist.
     
  8. thobee

    thobee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 09:09 Uhr   #8
    Hätte man damals nur gewusst, was man heute weiß...
     
  9. Linus-T-Schnütz

    Linus-T-Schnütz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 09:19 Uhr   #9
    Klar, schau dir mal die LP Junior an.
    Das ist eine "günstige" Les Paul - dünnerer Korpus, keine Ahorndecke, keine schönen Griffbrettinlays oder Bindings und nur ein PU.
    Ein Jahr darauf (1955) kam dann die Special, eine Junior aber mit zwei PUs.

    Wenn ich mich recht entsinne kostete die erste ES-335 genau $335.

    Was du aber nicht außer Acht lassen darfst ist das Preisniveau.
    In den 1950er Jahren betrug das Durchschnittseinkommen in den USA ca. $3200 - heute um die $65.000.
     
  10. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 09:24 Uhr   #10
    Der Bruttomonatsverdienst eines deutschen Industriearbeiter war 1952 rund 300 DM.
    Setzt man dann den damaligen Dollarwechselkurs an von 4,20 DM so war das für einen Deutschen unerschwinglich.

    Da war Essen wichtiger als eine Klampfe aus Amiland.

    Ähnliches galt wohl auch für die durchschnittliche Familie in USA
    Die Angabe des damaligen Durchschnittseinkommens einer Familie in der USA von 3300 war sicher das Jahreseinkommen.

    Die meisten werden heute wohl nicht lange überlegen, ob sie sich eine Gitarre kaufen oder nicht. Reicht es diesen Monat schuldenfrei nicht, dann aber sicher den nächsten oder übernächsten.
     
  11. soundmunich

    soundmunich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 09:45 Uhr   #11
    Nur zur Klarstellung: Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich um Jahreseinkommen (und Durchschnittswerte, also lagen die Einkommen der einfachen Arbeiter und "normalen" Musiker deutlich darunter)! Für die meisten Markengitarren war mehr als ein Monatseinkommen oder sogar ein Vielfaches davon nötig.

    Gute Einblicke in das Preis/Leistungsverhältnis der damaligen Zeit erfährt man auch, wenn man Biographien von Musikern liest, die oft Angaben enthalten, was sie in diesen Zeiten für ihre ersten tollen Gitarren bezahlt haben. Ein "Abstottern" auf ein Jahr oder länger war üblich (und manchmal ging das gute Stück kaputt, bevor es abbezahlt war und dann kamen auch noch die Raten für eine neue Gitarre dazu).
     
  12. blechgitarre

    blechgitarre Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 10:05 Uhr   #12
    Gute Preislisten von Fender hab ich immer noch nicht gefunden.
    1960 kostete eine Strat 260 und eine Tele 240.
    aber eine Fender ist viel billiger zu produzieren als eine normale LP, die genauso teuer war.
    Habt ihr eine Erklärung?
     
  13. Pie-314

    Pie-314 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 03.08.20 um 10:15 Uhr   #13
    Hier hat Dr. PAF noch eine Preisliste für Gibson Gitarren aus dem Jahr 1959 gepostet. :-)
     
  14. TE335

    TE335 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 10:26 Uhr   #14
    Preise habe mit den Kosten nur soviel zu tun, als dass der Preis die Kosten decken muss. Ab dann wird es zum Instrument, mit dem man den maximalen Gewinn herausholt. Warum billiger anbieten, wenn die Kunden den Preis bezahlen? Die Fender waren ja trotz den Preises gefragt, warum also den Preis senken.
     
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  15. Miles Smiles

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    Erstellt: 03.08.20 um 10:49 Uhr   #15
    Bei Fender waren Produktion (Leo Fender) und Vertrieb (Dale Hyatt) von Anfang an getrennt. Beide hatten ihre Preisvorstellungen, wollten Gewinne und haben getrennt bilanziert.

    Die Gibson Junior-Modelle kann man vom Aufwand her, am ehesten mit den Fender-Gitarren vergleichen und da sieht man dann auch in etwa, dass die Fender-Produkte eigentlich überteuert waren. Weil es halt ging und es immer noch teurere Gitarren von anderen Herstellern gab. Gibson dagegen, durfte nicht so immens teurer sein, da sie sonst nichts oder nur wenig verkauft hätten. So weit meine Theorie. ;)
     
  16. mr.coleslaw

    mr.coleslaw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 12:00 Uhr   #16
    Der Dollar war damals 4 DM wert, mein Vater verdiente als Malergeselle so um die 2,50DM/Stunde, da kannst du dir ausrechnen wie lange man für eine Strat oder LP arbeiten musste.

    Als ich 1968 mit der Mucke anfing kostete, so weit ich mich erinnere, eine Strat im Musikhaus Hummel in Frankfurt/M so um die 1.200 DM. Ich bekam als Schüler für nen Aushilfsjob
    2,50DM pro Stunde.
     
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  17. thobee

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    Erstellt: 03.08.20 um 12:10 Uhr   #17
    Ich kann mich an die Preise von 1976 erinnern. Strat (mit Trem und sunburst): DM 1598,- Tele: DM 1298,-
     
  18. Miles Smiles

    Miles Smiles Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.08.20 um 12:11 Uhr   #18
    Deshalb gab es bei uns all die Alternativen: Eko, Framus, Hagström, Höfner usw.

    Das größte Manko bei den europäischen Gitarren, war die Hardware. Stege, Stimmmechaniken, Schalter, Potis usw. war alles Bastelware im Vergleich zu dem was auf den amerikanischen Gitarren verbaut wurde.
     
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  19. DerZauberer

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  20. soundmunich

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    Erstellt: 03.08.20 um 12:40 Uhr   #20
    Da sieht man's mal wieder, wie gut es Gitarristen haben (ist ja nur mein Zweitinstrument).
    Ich hab 1973 eine Farfisa VIP 600 (Orgel) und ein Echolette ME III mit ME IIIH (Orgelkabinett) für je knapp 3500 DM (zusammen mit einem Shure Mikrofon, Mikrofonständer und einem Hocker waren es ziemlich genau 7000 DM) gekauft. Das waren die gesamten Ersparnisse meiner Kindheit.
    Dagegen eigentlich "günstig" war mein erster Synthesizer, ein micromoog, der 1975 gut reduzierte knappe 1600 DM kostete (das konnte ich mit einem Ferienjob verdienen).

    Nebenbei: Meine Eltern kauften 1972 einen neuen VW Käfer 1302L für 4200 DM).
     
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