Welche Tonleiter als Imrpovisationspool benutzen: Cut to the chase

von musikmusik, 10.01.07.

  1. musikmusik

    musikmusik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.07   #1
    Hallo Leute!
    Wir machen gerade mit der Big Band "Cut to the chase", ist ein Funk Stück, und der Mainriff ist Cmin7 zu F7. Da suggeriert sich sofort die Cmin Blues Skala. Gibts noch ne Alternative dazu? Modal kann man da nicht ran gehen, das hört sich eher öde an, wenn ich mit dorisch zu mixolydisch gehe.
    Was würdet ihr so machen?
     
  2. Phoibos

    Phoibos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.07   #2
    du könntest melodisch moll für Cm7 nehmen, sofern keine b13 im akkord enthalten ist.
    für F7 könntest du ganzton-skala, ganzton halbton-skala, oder mixolydisch oder etwas wie mixo(#11). je nach geschmack, einfach ausprobieren, was am besten gefällt.
     
  3. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.07   #3
    melodisch moll auf cm7 kann man zwar machen, aber die Reibung von der b7 in cm7 und der maj7 in melod. moll hört sich schon ziemlich "falsch" bzw. out an. Das kann man natürlich bewusst als "Reibung" benutzen, aber wenn man konsequent mel.moll. darauf spielt, weiß ich nicht ob das die beste Lösung ist.
    Ich würde einfach für cm7 dorisch und für f7 mixo(#11) mit einer Menge chromatischer Durchgangstöne spielen.

    Je nach dem wie modern sich die Improvisation klingen soll, bietet es sich an, bestimmte Licks chromatisch zu verschieben (Outside-Play), oder zB eine Idee in Halbtonschritten von C7 (über C#, D, D#, E) nach F zu verschieben (bzw. rückwärts).

    Am wichtigsten für Funk ist aber mMn nicht die Harmonie, sondern der Groove+Rythmus. Heißt für mich: möglichst viel rythmische Variation entwickeln. Viel "gegen" das normale 4/4-Raster spielen, Akzente zB. ein-zwei 1/16 VOR der Betonung spielen. Rythmische Muster verschieben. etc.
    Besonders gut für Funkimpros eignet sich mMn., mit einer relativ simplen rythmischen Figur zu beginnen und diese dann zu "elaborieren", sprich sie langsam auszubauen und immer komplexer werden zu lassen.

    My2Cents,
    Jona
     
  4. Music

    Music Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.07   #4
    Ich könnte noch die C dorisch emfehlen. Dorisch passt eigentlich bei fasst allen Moll Akkorden.
     
  5. ferdi

    ferdi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #5
    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Harmonielehre und versuche nun Beiträge wie diesen hier nachzuvollziehen.

    Also:
    Cm7 enthält die Töne C Eb G Bb
    F7 enthält die Töne F A C Eb
    Daraus ergibt sich C D Eb F G A Bb => Tonart Bb Dur
    Cm7 ist die Subdominantparallele und F7 die Dominante.

    Wenn man jetzt mit den Tönen der Bb Dur improvisiert ergibt sich bei
    Cm7 => C dorisch
    und bei
    F7 => F mixolydisch

    So, ich hoffe, dass ich es bis hierher kapiert habe. :D

    Jetzt meine Fragen:
    Ist diese Aussage so wie sie da steht wirklich komplett?
    Bei F7 ist es ja nicht mehr C dorisch sondern wie schon erwähnt F mixolydisch!

    @Jonny Walker
    Was hat es mit #11 auf sich?

    @musikmusik
    Gibts eine Möglichkeit euer Ergebnis anzuhören... mp3 oder so???
    Ich hätte gerne eine klangliche Vorstellung zu der Theorie.
     
  6. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #6
    Nein. Könnte zwar vom Tonmaterial her sein, aber durch die Verbindung Cm7 - F7 nimmt das Ohr Cm7 als Tonika war (->kommt als erster, Cm7 hat eine weniger große Spannung als F7, da es als I.Stufe dorisch interpretiert wird.).

    Wir haben also Tonart C dorisch bzw. melodisch und eine I - IV Verbindung.
    Wieso nicht C äolisch oder harmonisch?
    Weil wir das a im F7 haben (die Durterz der IV Stufe). A ist die große 6 von C. Die gibt es bei äolisch und harmonisch nicht, dort ist's die b6.

    In C-Dorisch spielen wir die I. (Cm7) dorisch (wie der Name schon sagt :D) und die F7 mixo. Die #11 kann man für ein wenig lydische Klangfarbe dazunehmen. Von ihr kann man zb. im Halbtonschritt auf c oder bb vom folgenden Cm7 Akkord rutschen.

    Die Skalen, die du bekommst wenn du von Bb ionisch als I. ausgehst, sind die selben. Allerdings kommt dann die Betrachtung mit den Stufen nicht hin.


    Ich habe um das ganze ein bisschen greifbarer zumachen, kurz darauf gejammt und det janze aufgenommen:
    YouTube - Funk Jazz Jam on a Gibson ES335

    Sind auch einige chromatische Rückungen und Durchgangstöne etc. drin, nicht verwirren lassen ;)


    Viel Spaß,
    Jona
     
  7. ferdi

    ferdi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #7
    Daraus schließe ich, dass jeder Mode die Tonika sein kann, richtig?

    Ich frage mich jetzt, wenn wir das ganze in Notenform niederschreiben würden,
    wie die Vorzeichen wohl aussehen. Das müßte doch trotzdem Bb Dur sein, oder?

    So gesehen wäre es bei mir eine II - V Verbindung. Vielleicht sehe ich das Ganze zu theoretisch, wie gesagt, bin noch relativ jungfräulich auf dem Gebiet. :D

    Das klingt echt Spitze ... ich geh mal eine Runde heulen ... und dann üben...
     
  8. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #8
    Du hast's fast erfasst :). Es können alle Modes ausser dem lokrischen die Tonika bilden. Der lokrische Modus hat wegen der b5 nicht genügend Stabilität, um als Tonika wahrgenommen zu werden.

    Ich denke, man wird soviele Vorzeichen nehmen, wie die Grundtonart C-Moll äolisch hat -> c d eb f g ab bb c --> 3 b's und dann bei den a's jeweils ein Auflösungszeichen davorschreiben. Bin mir aber nicht ganz sicher.

    Richtig. Man kann das ganze ja theoretisch auch als II-V-Verbindung in Bb-dur denken, wie du schon richtig erkennst, allerdings etabliert sich für das Hörempfinden durch das Nichterscheinen der Auflösung in die Tonika Bb-Dur der Eindruck dass Cm7 Tonika ist. Zumindest mein Hörempfinden, vll. ist's bei dir ja anders ;-).

    Danke, aber das ist vom Notenmaterial echt schnell lernbar was ich da spiele: Bluesscale, dorisch und mixo. Das dir erstmal raufschaffen. Wenn du das kannst (halt nich so schnell am Anfang, take it nice and easy), kannst du mit der Chromatik, Outside-Play und so anfangen. :)

    Gruß Jona
     
  9. ferdi

    ferdi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.07   #9
    Also was die Notation betrifft fühle ich mich, nachdem ich das hier gelesen habe, ein wenig bestätigt.

    Ansonsten hast du natürlich recht mit Cm7 als Tonika.

    OT:
    Mein Problem ist leider nicht das Erlernen des Tonmaterials. Meine Theoriekenntnisse sind meinen spielerischen Fähigkeiten weit voraus. Also das bisschen was ich über Skalen, Modes usw. weis kann ich noch nicht wirklich umsetzen. Die Finger spielen zwar schon halbwegs mit aber ich schaffe es zB. nicht C dorisch über Cm7 nach etwas klingen zu lassen. Eben die große Sext so ins Spiel zu bringen, dass der dorische Charakter erkennbar ist und es sich gut anhört. Bisher ist es einfach nur Gedudel. Liegt vielleicht auch daran, dass ich dorisch noch nicht so richtig verinnerlicht habe. Spiel erst seit knapp 2 Jahren. Will aber jetzt nicht nur herumraunzen. Hab mir deinen Jam in ein mp3 konvertiert (ich hoffe du verklagst mich nicht wegen Copyright. :D) und spiele jetzt hoch motiviert dazu.

    Ahja, sag, woher hast du den Backingtrack?
     
  10. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.07   #10
    Kein Problem, spiel damit soviel du willst ;).
    Den Backingtrack hatte ich schnell mit Band in a Box zusammengeschustert.
    Gruß, Jona
     
  11. musikmusik

    musikmusik Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.07   #11
    Heiliger Peter Meter, hab mir gerade erstmal das Video halb reingezogen, saubere Geschichte.
    Wechselst du zwischen Modal und Blues Skala, oder hast du am Anfang mehr Blues und dann auf Modal(dorisch, mixo) gewechselt?
    Schick schick!
     
  12. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.07   #12
    Ich achte ehrlich gesagt nicht drauf, welche Skalen ich wann benutze. Hatte auch kein bestimmten Aufbau oder so, einfach drauf los gespielt. Die chromatischen Rücken sind von den Skalen losgelöst und unabhängig.

    Gruß Jona
     
  13. musikmusik

    musikmusik Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.07   #13
    tjoa ich denk mal genau so müsste es bei mir idealerweise sein, muss ich noch dran arbeiten...
    Was mir jetzt gestern wieder aufgefallen ist, ist, dass ich mit der Sololänge selbst Probleme habe: ich weiß nicht wann es aufhört, da ich mich einerseits nicht auf die Noten konzentriere und andererseits nicht weiß, wie viele Takte es sind.
    Ich weiß, ich könnte jetzt einfach gucken, wie viele es sind und dann versuchen mitzuzählen...
    Wie machst du das? Würdest bei den Noten mitlesen und darauf improvisieren, fällt mir z.Z sehr schwer...

    nebenbei:
    wie nimmste die Videos auf? doch nicht etwa mit Webcam und eingebautem Mikrofon, oder? Denn die Soundqualität ist eigentlich recht gut!

    Ich hab gerade Mein Band-in-a-box 2005 wieder ausm Schrank rausgekramt:D
    Was für Einstellungen hast du gemacht, um den Funk Backgroundcombo im Hintergrund zu haben? Die Akkorde habe ich eingegeben, hört sich aber alles ziemlich komisch an...
     
  14. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.07   #14
    Moin,
    Sololänge: man entwickelt irgendwann ein Gefühl, wie lange eine Einheit (8 oder 16 Takte) ist, dann geht das von alleine. Wenn man zb. über einen Chorus spielt, weiß man ja auch von den Changes wann der zuende ist.
    Man kann natürlich auch spontan entscheiden, wie lange das Solo ist und wenn man zum Ende kommt, den Mitmusikern dies per Kopfnicken o.ä verdeutlichen.

    Die Videos nehm ich einfach mit meiner Digicam auf, ne Sony Cybershot. War auch überrascht von der Soundquali.

    Zu BIAB: schau mal ob korrekte MIDI-Treiber installiert sind und ob das Prog sie richtig erkennt.

    Gruß Jona
     
  15. musikmusik

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    Erstellt: 19.01.07   #15
    Hmm, ich habs jetzt irgendwie eingestellt. Nur kommt jetzt manchmal Sound, aber ganz eigenartig, nicht so wie es sein sollte, glaube ich. Wenn ich z.B. ein Preview abspiele, dann passiert da gar nichts. Hab mal ein Snapshot gemacht zum ansehen:
    Für die Midi- Einstellungen habe ich auf "USB- Audiogerät" für in und out gestellt:
    Ich habe ein Masterkeyboard, welches über USB an den Computer angeschlossen ist.
    Als Synthesizer/Soundcard habe ich General Midi Synthesizer eingestellt.
    Ich habe eine externe Soundkarte, daher habe ich für die Audio- einstellungen out diese Soundkarte angewählt, müsste doch alles stimmen oder?
    Außerdem haben doch die Midi Einstellungen nicht viel mit dem Soundproblem zu tun, oder?
     

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  16. musikmusik

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    Erstellt: 20.01.07   #16
    Habs jetzt so langsam herausgefunden, brauch glaub ich dafür keine Hilfe mehr.
    Ändert aber nichts an meinen Improvisationsfähigkeiten:D
    Danke nochmals!
     
  17. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.07   #17
    Na geht doch.. ;). Viel Spaß noch weiterhin beim Üben.
    Gruß Jona
     
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