Wie wichtig ist eurer Meinung nach die Produktion für den Drum-Sound?

  • #21
Wenn der Produzent von der Band bezahlt wird, sollte er den Gesamtsound herstellen, den die Band will.
Wie die Band zu ihrer Vorstellung von Gesamtsound kommt, ist sicherlich diffizil, im Grunde sollten aber alle dahinter stehen.

Von da aus hat sicherlich jedes Bandmitglied seine Präferenzen und vielleicht auch Orientierungssounds für sein Instrument. Und ich denke auch, dass Gitarristen und Bassisten, weil das per se Instrumente sind, die nur in ihrer eigenen gesamten Kette funktionieren, ihren Grundsound selbst herstellen. Das drum, wenn es denn akustisch ist, hat diese Kette noch nicht. Insofern ist der drummer gefragt, seinen "Endsound" stärker zu kommunizieren als Basser und Gitarristen, obgleich das im Endeffekt alle einzeln und dann noch mal als Band auf die Kette kriegen müssen.

Letztlich ist es immer ein spezifischer Genresound, um den es geht. Und zwar bei allen Instrumenten.

x-Riff
 
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  • #22
Wenn die Band weiß, was sie will, braucht sie ggf. keinen Produzenten. Sie kann ja einem Engineer die Soundvorstellungen schildern.

Aber da gibt es ja unterschiedliche Arbeitsansätze:

Beispiel Produzent Udo Rinklin: nimmt alle Musiker nacheinander auf, Kunze fängt an mit Gesangsspur und einer Idee auf Gitarre oder Klavier.

Kunze vertraut Rinklin komplett und weiß nicht, was der am Ende draus macht.
Aus meiner Sicht ein gutes Ergebnis, hier und da aber altbackene Snare-Klänge und einige Manierismen von Kunze hat Rinklin nicht ausgebügelt. Guter Einsatz von ergänzenden Drumloops.

Die Produktion des Daft Punk Albums auf dem "get lucky" drauf ist, soll 1 Mio. gekostet haben. "Hört" man das?
 
  • #23
die band, deren musik und der am ende entstehende sound ist das ziel des ganzen. und ich verstehe es so, daß sich hier jeder unterzuordnen hat, um dieses ziel zu erreichen.
Die Frage ist, wem haben sie sich unterzuordnen? Dir? Im Gegensatz zur Fußballmannschaft gibt's bei kaum einer Band nen Trainer 😉
möchte man einen gewissen sound kreieren, dann haben die instrumente zum teil keine freiheit, wie sie klingen sollen oder dürfen.
Auch da die Frage, wer entscheidet denn bitte, welcher Sound kreiert werden soll? Meiner Erfahrung nach findet man sich als Band zusammen, um ein bestimmtes Genre zu beackern, in der Regel, weil die Bandmitgliedern die Musik mögen. Daran ist natürlich ein gewisses Grundverständnis gekoppelt, und keiner wird ernsthaft Doom Metal mit Harfe und Geigen spielen wollen. Was dann aber der charakteristische Bandsound wird, ergibt sich doch aus der "Schnittmenge" der Einzelmusiker und ihren Präferenzen.
Mir scheint manchmal, du hast musikalisch so klare Vorstellungen, dass du im Grunde tatsächlich erwartest, dass man sich DIR unterordnet. Das ist aber nicht die Art, wie alle Musiker ticken.

Ok, bisschen OT, vielleicht kommen wir aufs eigentliche Thema zurück?
 
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  • #24
gibt's bei kaum einer Band nen Trainer
vielleicht war das beispiel fußball unglücklich, weil alles basiert ja auf einem gegner und einem wettkampf.
in der musik ist der wettbewerb nicht so offensichtlich.

Mir scheint manchmal, du hast musikalisch so klare Vorstellungen, dass du im Grunde tatsächlich erwartest, dass man sich DIR unterordnet. Das ist aber nicht die Art, wie alle Musiker ticken.
nun, in einer band habe ich tatsächlich das sagen und gebe die richtung vor.

bei den anderen bands, können die machen, was sie wollen, da ist es mir egal. ich mache das, was die anderen erwarten und fertig.
 
  • #25
Trainer im Musikbereich wäre der Bandleader oder der Produzent.
 
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  • #26
Das eine ist so richtig wie das andere. In den meisten Fällen, die ich erlebt hab, ist es schon so, dass es viele Freiheiten gibt. Aber die Herangehensweise von @DarkStar679 ist halt auch möglich, ist halt mehr Arbeit für den Chef, bringt mehr Konflikte mit sich, ist an ganz anderen Stellen limitiert, als ein frei dudelnder Hippiehaufen und obendrein ist die Suche nach Mitmusikern sicher schwieriger. Aber das Ergebnis hat am Ende andere Qualitäten und das ist interessant. "Du meinst, anderen sagen zu können, wie sie zu klingen haben?" - wenn man das will und sich die Möglichkeit schafft, ist das völlig okay und für mich auch absolut nachvollziehbar.
 
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  • #27
Finde es ein bisschen schade, wenn das Thema jetzt in Für und Wider von Dark Stars Bandleader Qualitäten abdriftet.
 
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  • #28
Das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel: Wie wichtig der Gesamtsound einer Produktion ist, hängt auch ein Stück weit davon ab, wie audiophil man ist. Viele wollen den „ausproduzierten“ Sound hören, weil er als ästhetisch empfunden wird. Gerade als Musiker neigt man zudem dazu, Musik eher analysierend als ganzheitlich zu hören – oft auch unbewusst.

Davon abgesehen sagt man ja immer, dass weder das Studio noch die Mikrofone allein eine Kläranlage für schlechten Sound sind. Ein häufiges Thema sind schlecht oder gar nicht gestimmte Schlagzeuge. Entsprechend muss nach dem Einspielen oft stark nachgearbeitet werden – besonders bei Semi-Pro-Bands (Amateure mal außen vor). EQing und Processing können da schnell zur Geduldsprobe werden.

Wir Schlagzeuger haben alle unsere Marotten und verfolgen einen bestimmten Sound – genau wie Bassisten und Gitarristen. Wie gut das im Studio funktioniert, ist dann wieder eine andere Frage. Ich selbst war mit meinem akustischen Set noch nicht im Studio; wenn ich etwas aufnehme, dann meist am E-Set über Superior Drummer 3, wo bereits sauber aufgenommene Samples vorliegen.

Mein akustisches Set ist eher offen gestimmt, die Toms klingen für sich genommen sehr gut. Im Studio kann es aber schnell passieren, dass der Engineer mit Moongel oder ähnlichem ankommt. Die Becken würden vermutlich deutlich höher gehängt werden – die Session wäre also ungewohnt, aber der Sinn dahinter ist klar: weniger Übersprechen in die Tom-Mikrofone.

Hinzu kommt der Drummer selbst. Von Session-Drummern und Ausnahmen abgesehen bekommt kaum jemand einen Track in einem einzigen Take perfekt eingespielt. Es entstehen mehrere Takes, Varianten werden ausprobiert, und einzelne Stellen werden gepuncht. Das Ergebnis ist also – selbst ohne Quantisierung – ein Patchwork. Das macht es aber nicht schlechter. Low-Effort-Demos klingen entsprechend oft schwach: viel Übersprechen, unsauber eingespielt, insgesamt wenig Kontrolle. Bei Live-Mitschnitten ist es ähnlich – mit dem Unterschied, dass dort meist eine vernünftige Konsole genutzt wird, die die Spuren direkt aufnimmt. Dadurch hat man zumindest im Nachhinein bessere Möglichkeiten für Processing.

Und genau da liegt der Punkt: Heute ist vieles deutlich einfacher geworden als früher. Eine Demo zu erstellen, die ordentlich klingt, ist mit digitalen Mischpulten wie dem Behringer X32 problemlos machbar. Das Einzige, was man nicht ersetzen kann, ist die eigene Fähigkeit.
 
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  • #29
Der Erfolg eines Billie Eilish Songs wird zB eher nicht am Schlagzeugsound scheitern - wer sie mag, mag auch all das Eigenwillige.

Da ist ein 'lo fi' Sound dann eben gewollt - oder ein high end... oder was auch immer, oder es klingt wie nicht gewollt oder...
 
  • #30
Hmmm, ist die Produktion wichtig für den Drum-Sound oder ist der Drum-Sound wichtig für die Produktion als Ganzes? Oder beides? Jedenfalls sehr, finde ich. Und so viele Aspekte: welches Genre, welche Vorbilder, offen für Klangexperimente ja/nein, Rolle der Drums im jeweiligen Song etc. Und selbst wenn man sich schon auf Echtdrums und Mikrofonierung festgelegt hätte (statt Drum-Machine, Samples oder Loops) - welche Mikrofonierungstechnik, welche Mikrofone, welche Präparation der Drums?
 
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