"Ich habe fertig" - natürlich nicht wirklich, aber es fühlt sich zumindest ein kleines bisschen so an, nachdem ich mich durch ~50 Pedale getestet habe (via PM wurde ein Erfahrungsbericht angefragt -
@yowah 
- und entsprechend schreibe ich hier nun ein bisschen mehr). Eine solide Basis ist jetzt auf jeden Fall geschaffen um nun bei Bedarf auf Einzelpositionen weiter zu experimentieren.
Das große Board hat sich seit der letzten Vorstellung deutlich verändert:
Sonic Research ST-300 > KingTone miniFUZZ v2 > Analogman Bi-Comp > Decibelics Golden Royal > Jam Double Dreamer > Apollo Approved Buckartie-Boo v3 > Decibelics The Reverend XX > Hudson Electronics Broadcast > Vemuram Jan Ray > Decibelics Rivus > Greer Amps Lightspeed > Browne Amplification Carbon v2 > Origin Effects Cali76 FET > Boss/XTS GE-7 > Electro Harmonix Micro POG > Jam Delay Llama Extreme > Milkman Sound F-Stop (> Boss RC-10) >>> Kemper über Tone Master FR-12 oder Kopfhörer
Geblieben sind nur die folgenden Pedale: Tuner, Carbon, Micro POG und F-Stop. Vom Board geflogen sind das Silktone Fuzz, drei Pedale von Browne (The Fixer, Alkene & Gritador), zwei Pedale von 1981 (LVL & DRV), sowie das Archer Ikon von J. Rockett. Der Looper und das Wah stehen jetzt aus versch. Gründen neben dem Board.
Dieses Setup steht in meinem Home Office und macht auch bei Zimmerlautstärke Spaß - was mit einem Baby daheim gerade auch wirklich notwendig ist. Ich gehe davon aus, dass mit der Zeit noch ein paar der Overdrive Pedale verschwinden werden - v.a. um Platz für mehr Modulation zu machen (Uni-Vibe, Rotosphere, ...). Ein KingTone Duellist könnte auch noch Carbon + Double Dreamer ersetzen und dadurch etwas Platz schaffen. Andererseits könnten das 1981 LVL und/oder DRV aber auch wieder einen Platz auf dem Board einfordern - vermutlich aber in Rotation mit dem The Reverend XX.
Das miniFUZZ v2 ist der neueste Zugang und auf dieser Position rotieren gerade noch ein Jam Fuzz Phrase Si und ein Jam Octaurus NOS. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das miniFUZZ v2 bleibt, und zukünftig mit einem Mythos Argonaut für die optionale Oktave gepaart wird.
Die Integration von einem Midi-Looper/Switcher plane ich gedanklich immer mal wieder durch. Ich könnte mir auch ein paar Pedal-Schubladen in einen Rack vorstellen, so dass auf dem Boden z.B. nur noch ein MC8 Pro o.ä. steht ... Zukunftsmusik.
Parallel dazu ist noch ein kleines Board für das Wohnzimmer entstanden - v.a. um die Schlepperei vom großen Board zu vermeiden - und weil ich mich auch von ein paar Pedalen nicht trennen wollte:
Xotic EP > Decibelics Golden Horse > Silktone Fuzz > Origin Effects Halcyon Green > Analogman Prince of Tone > Browne Amplification Protein v4 > Line 6 HX One > Strymon EC-1 > J. Rockett Mr. Moto > Boss RC-1 >>> Morgan Five Tweed + 1x12”
Im Prinzip ist das eine kondensierte Variante vom großen Board. Der Xotic EP Booster übernimmt die Funktionen der rechten Hälfte vom Decibelics Golden Royal (Singlecoils andicken und Output auf Humbucker angleichen), keine Kompressoren, weniger Overdrives, und nur ein einfacher Looper. Das HX One verwende ich überwiegend als Octaver um mit der Gitarre eine Bass Spur in den Looper zu spielen.
Zu allem Überfluss gibt es dann noch Board #3 - ein voll funktionsfähiges “Pedal-Lager”:
Analogman Astro Tone > Jam Fuzz Phrase > Archer Ikon > Hudson Electronics Sidecar > Nordland ODR-C H/L Gain Overdrive > Origin Effects Halcyon Blue
Das Archer Ikon steht zum Verkauf und normalerweise wäre hier ein Origin Effects Halcyon Gold zu sehen - das ist aber im Moment an einen Freund verliehen. Die Pedale auf diesem Board befinden sich entweder in der Rotation oder ich experimentiere noch mit ihnen.
Rotation:
- ODR-C <> Buckartie-Boo
- Astro Tone <> Fuzz Phrase <> miniFUZZ
- Sidecar <> Double Dreamer
Die Origin Effects Halcyon Serie ist aufgrund der zusätzlichen Optionen (Adapt & Mod Schalter + Dry Regler) super interessant. Das Halcyon Green hat es schon permanent auf das zweite Board geschafft - aber eigentlich auch nur weil das Sidecar aus Platzgründen nicht passt.
Wie ihr sehen könnt sind eigentlich immer fünf verschiede Overdrive Typen vertreten: Fuzz, Klon, Tube Screamer, ODR-1 und Blues Breaker. Ich habe in den vergangenen Monaten viel experimentiert und die folgenden bisher nicht erwähnten Modelle haben mich entweder bereits verlassen, oder suchen noch einen neuen Besitzer - beim Testen war Board #3 sehr hilfreich (in Board #1 eingeschleust):
Klon(e):
- J. Rockett Archer Ikon
- Ryra The Klone
- Origin Effects Halcyon Gold
- (Decibelics Golden Royal beim Vergleich auf dem großen Board)
Ich verwende einen Klon(e) bevorzugt als Overdrive gepaart mit einem Blues Breaker. Unterschiede zwischen Golden Horse/Royal, Archer Ikon, Halcyon Gold & The Klone lassen sich ausmachen, sind aber so marginal, dass sie im Mix aus meiner Perspektive kaum eine Rolle spielen - ich könnte mit allen Paarungen sehr gut leben. Ich bilde mir ein, dass die Decibelics Pedale etwas sauberer auflösen / transparenter sind, aber da hören vielleicht auch einfach meine Augen mit, oder ich müsste einfach weiter an den anderen Reglern drehen. Ich habe mich auf jeden Fall entschieden die beiden Decibelics Pedale zu behalte und mit dem Halcyon Gold weiter zu experimentieren. Warum? Das Golden Horse hat einen Größenvorteil auf meinem kleinen Board. Das Golden Royal ist so groß wie das The Klone, erlaubt aber zwei unabhängige Einstellungen. Entsprechend landete das Golden Royal auf meinem großen Board, wobei der erste Kanal wie bereits erwähnt als Clean-Boost für Singlecoils eingesetzt wird (Gain auf ~9 Uhr) und der zweite Kanal als Overdrive (Gain auf ~3 Uhr). Das Halcyon Gold darf im Gegensatz zu den anderen beiden Pedalen bisher bleiben, weil es zusätzliche Funktionen mit sich bringt und dadurch eine Option für andere Klangfarben hat.
Tube Screamer:
- Ryra 808
- Browne Gritador
- Hudson Electronics Sidecar
- JHS The Bonsai
- Origin Effects Halcyon Green
- (Jam Double Dreamer beim direkten Vergleich auf dem großen Board)
Von allen Overdrives verwende ich einen Tube Screamer am wenigsten. Mit konventionellen Tube Screamer Pedalen tue ich mir auch eher schwer; entsprechend finden sich auf allen drei Boards abgewandelte TS Interpretationen und keine exakten Kopien. Die Unterschiede zwischen den von mir getesteten Pedalen sind deutlicher hörbar als bei den getesteten Klones; das Hudson Sidecar sticht hier v.a. mit einem individuelleren Charakter heraus (Germanium?). Sollte ich in der Zukunft wieder einen klassischen 808 wollen, würde ich mir vermutlich wieder den Ryra 808 kaufen (hauptsächlich wegen der top jacks).
ODR-1:
- XTS Imperial Drive
- Nordland ODR-C H/L Gain Overdrive
- Browne Alkene
- (Apollo Approved Buckartie-Boo v3 beim direkten Vergleich auf dem großen Board)
Ich bin ein großer Fan vom Browne Protein, v.a. von der linken/blauen Seite (Carbon). Die rechte/grüne Seite (Alkene) hat im direkten Vergleich mit anderen ODR-1 Varianten aber ganz klar das Nachsehen. Hier hatten für mich die Pedale von Nordland und Apollo Approved deutlich die Nase vorn, und auch das Imperial Drive von XTS "mumpft" weniger. Ich würde mein Protein nicht missen wollen, aber als Einzelpedal brauche ich das Alkene nicht zusätzlich - auch wenn mich das Protein bezüglich ODR-1 angefixt hat. Nordland & Apollo Approved bieten mehr Einstellungsmöglichkeiten als XTS und entsprechend bleiben diese zwei Pedale auf den Boards, während das Alkene & Imperial Drive neue Besitzer finden müssen.
Blues Breaker:
- Snouse Black Box 2 Stage Pro Mod
- JHS Morning Glory v4
- Wampler Pantheon
- Decibelics Rivus
- Origin Effects Halcyon Blue
- (Browne Carbon beim direkten Vergleich auf dem großen Board)
Hier habe ich mich wieder in einer Klon(e)-ähnlichen Situation befunden: im Prinzip konnte ich meine zwei BB Sounds mit allen Pedalen vergleichbar erreichen: edge of breakup mit einem clean eingestellten Amp; extra gain mit einem vorgeschalteten zweiten BB - also ein King of Tone Ersatz während man auf der Warteliste sitzt

. Durchgesetzt haben sich Carbon + Rivus auf dem großen Board und Protein + Prince of Tone auf dem zweiten Board.
Warum nicht die anderen? Snouse & Wampler hatten mir zu viele Optionen und bei einem Bekannten sind die seitlichen Switches der Black Box gebrochen. Das Wampler hat mir auch vom Sound am wenigsten gefallen; das Snouse klang hingegen fantastisch. Das Morning Glory war der stärkste Konkurrent zum Carbon. Letztendlich habe ich mich für das Carbon entschieden um auf beiden Boards das gleiche "always on" Pedal zu haben. Das Rivus hat einen Größenvorteil und klingt so fantastisch wie das Snouse. Das Prince of Tone lässt sich im Vergleich zu Snouse/Wampler intuitiver einstellen.
Hat Spaß gemacht viele dieser Pedale daheim in aller Ruhe mal vergleichen zu können - obwohl es irgendwie auch eine ziemliche bekloppte Aktion war.