Sowohl 100W (oder mehr) als auch 20W (oder weniger) haben ihre Daseinsberechtigung und ergeben Sinn; es kommt immer drauf an, für was man die Amps verwendet.
Ich spielte die letzten 23 Jahre im Proberaum und live einen 100W Dreikanaler (Larry Dino939). Bin letztes Jahr auf meinen gemoddeten JVM umgestiegen, den ich schon seit 2-3 Jahren abwechselnd zum Larry im Proberaum verwendete und spiele die Gigs seit 2024 ausschließlich mit dem JVM. Seit Kurzem spiele ich den Amp1 im Proberaum. Den nächsten Gig werde ich aber definitiv mit dem Amp1 spielen, um meine Bandscheiben zu schonen.
Im direkten Vergleich mit dem JVM klingt der Amp1 irgendwie "zahmer"; der JVM mit der 100watt Röhrenendstufe grollt ganz anders. Das heißt nicht, daß der Amp1 schlecht wäre; ganz im Gegenteil! Für mich ist der Amp1 aktuell die, mit Abstand beste Lösung im Pedalformat. Gefühlt hat der JVM aber irgendwie mehr Tondichte, die Töne stehen besser und der Amp reagiert auf den Volumenpoti der Gitarre etwas dynamischer als der Amp1. Ich habe beide Amps über die Marshall 4x12er (G12M-25 /Greenbacks) miteinander verglichen.
Es ist nun mal so; einen Tod muß man immer sterben. Die eierlegende Wollmilchsau, die jeden Sound in allen Lautstärken und in perfekter Studioqualität abliefert, die gibt es (noch) nicht.
Wer es sich leisten kann und seine Roadies knechten will, lässt sich live einen Fender Combo + mehrere Topteile (Marshall 2203, Bogner Ecstasy, Soldano SLO100) samt den dazugehörigen Fullstacks auf die Bühne packen; das ganze über ein ausgeklügeltes MIDI-Switching-System gesteuert...
... aber Normalsterbliche im mittleren Alter mit gelegentlichen Beschwerden in der LWS - wie ich - bevorzugen leichte, flexible Lösungen mit ganz kleinen, völlig akzeptablen Klangeinbußen.
Ähm...nochwas! Über XLR-Line Out ist der Amp1 dem JVM in Bezug auf Sound qualitativ ebenbürtig; in Bezug auf Flexibilität - dank BluBox - weit überlegen.
Viele Grüße,
Bowhunter
P.S. Ich warte sehnsüchtig auf eine kleine Studioversion des JVM, mit 20W/5W