Manche Aussagen sind hier vielleicht etwas zu pauschal.
Ob ich meine Topgitarre mit zum Auftritt nehme, hängt sehr davon ab, ob ich auch auf einer anderen zurecht komme und vor allem, wann, wie oft und wo man auftritt.
Wer so 3, 4 Auftritte im Jahr hat, kann bei diesen seltenen Gelegenheiten schon mal auf sein Schätzchen aufpassen.
Meine Erfahrung: In der 2. Hälfte der 80er hatte ich im Schnitt 1 Auftritt/Woche, wir haben überall gespielt, wo man uns wollte. Oft auch zweifelhafte Gegenden, beengte Örtlichkeiten usw., egal, wir wollten nur spielen. Bilanz: Trotz größtmöglicher Sorgfalt gab`s Verluste, eine Gibson LP Standard wurde aus dem Tourbus gestohlen, eine Gibson Flying V kippte mal mit der Folge eines Halsbruchs um. Selbst schuld, wer da hochwertige Instrumente mit nimmt. Erst Ende der 80er wurden die Bühnen größer, die Veranstalter seriöser, das Publikum auch. In den 90ern spielte ich immer noch so etwa 20-30 Auftritte im Jahr, dafür nahm ich dann "ordentliche Mittelklasse"-Gitarren wie Japan-Charvels. Die Gefahr für die Gitarren war zwar jetzt geringer, aber nach 2 Gitarrenverlusten wurde man vorsichtiger. Die Auftritte damit klappten auch, die Spielfreude war nur unwesentlich geringer. Einzelne Schäden (auch da gab`s mal einen Halsbruch) gingen nicht so in`s Budget, die teuren Gitarren spielte ich nur zu hause und ab und an im Übungsraum. Inzwischen treten wir fast gar nicht mehr auf (schon gar nicht in abgeranzten Schuppen mit zweifelhaftem Publikum), für die seltenen Gelegenheiten nutze ich dann auch wieder meine Lieblingsgitarren.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Topgitarren würde ich life nur nutzen, wenn alle äußeren Umstände stimmen.