Bell
Registrierter Benutzer
- 21.12.21
- 26.05.06
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Insofern würde ich auch gern einfach den Song mal gesungen hören.
Genau darum geht es. Kürzer und treffender kann man nicht ausdrücken, was da fehlt ...
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Insofern würde ich auch gern einfach den Song mal gesungen hören.
Hehe, das Räuspern kommt, weil ich gerade aufgestanden war vor der Aufnahme. Kann auch sein, dass ich ein bisschen mehr noch komprimiere als der "Test-Sänger" bei CVT, aber wenn du dir da die Beispiele mal anhörst, hört es sich zumindest ähnlich "steril" an. Der Punkt ist: Die zentrierten Modi an sich sind KEIN Gesang, es sind Übungen. Sie sind dafür da um ein bestimmtes, sehr effizientes (wenn auch klanglich unschönes) Setup zu erzeugen. Es ist ähnlich wie bei anderen Übungen. Keiner würde einen ganzen Song auf NG singen oder auf Lippen-Blubbern, aber diese Übungen bringen einen auf bestimmte Weise in einen effizienten Modus, aus dem heraus man Gesang entwickeln kann. Ich glaube ich muss den Song mal wirklich aufnehmen.Wenn das stimmt was du in diesem Absatz schreibst würde es für mich bedeuten, daß CVT Mist ist.
Oder du hast da vielleicht irgendwas doch nicht ganz richtig verstanden...?
Wie kann es sein, daß etwas für uns alle hier gepresst und wirklich unschön klingt, deine Stimme wackelt, du dich räuspern musst - und du behauptest genau das sei der Sinn der Sache....?
Ja, kann ich nachvollziehen. War vielleicht auch nicht die beste Voraussetzung das direkt nach dem Aufstehen ohne einsingen aufzunehmen. Ich hab hier einfach mal frecherweise die High Note aus meinem Overdrive-Beispiel direkt neben das Original-Beispiel aus dem CVT Fundus gelegt. Meins ist vielleicht nicht ganz so zentriert wie das Muster, aber auch nicht so weit entfernt. Und die CVT-Beispiele für die zentrierten Modes sind ALLE so (bis auf Neutral), dass man sie im Vergleich zu "normalem" Gesang als zu stark komprimiert/gepresst und steril wahrnimmt.Ich schließe mich Shana an. Die Aufnahmen klingen nicht frei und das hat für mein Gehör nichts mit Twang zu tun.
Broeschies, bitte nicht falsch verstehen ... ich kann nicht einschätzen, wie sehr Dich das anstrengt, aber die Zeichen dafür, dass die Kehle eng ist und der Ton mit Kraft stabilisiert werden muss, sind eigentlich alle da (Wackeln, Räuspern, wenig Kopfklang, "geschobener" Ton). Wenn der Körper sich einmal ans "Drücken" gewöhnt hat, nimmt man es selbst tatsächlich als nicht anstrengend wahr. Insofern würde ich das eigene Körpergefühl kritisch hinterfragen.
Die stimmliche Freiheit, die ich von Deinen YT-Videos kenne, fehlt hier. Insofern würde ich auch gern einfach den Song mal gesungen hören.
Ja, würde ich auch so sehen. In den Strophen manchmal ein leichter Anflug von Overdrive auf den "ä" Vokalen. Aber insgesamt sehr Curbing-lastig. Auf den höheren Curbing-Tönen dunkelt sie etwas stärker ab, um den "überkompressions"-Effekt zu vermeiden. Daran merkt man dann auch, dass sie hier in ihre "Passaggio-Zone" kommt.Das hier hab ich gerade gehört, das würde ich dann mal mit CVT als singen in "Curbing" bezeichnen, nach oben hin geht sie in "Neutral mit Hauch".
Würdest du da zustimmen @Broeschies?
https://www.youtube.com/watch?v=14bNvxoAluw&hd=1


Ja, so ungefähr sehe ich das auch, es ist halt einfach eine andere Sprache und das Umdenken fällt erst mal gar nicht leicht bzw. man hat viele "Was soll denn da der Unterschied sein?"-Momente. Am Anfang hab ich gedacht es geht nur um Laut vs. Leise, bis ich mich mehr mit Vokalen beschäftigt habe.Ich glaube ja immer noch, dass ein Estill-Workshop dir großen Spaß machen würde.
Ansonsten ist das was Du schilderst eigentlich genau das, was die physiologischen und die phänomenologischen (klassischen) Register voneinander unterscheidet. Kopfstimme in klassischer Definition kann ja auch sowohl Rand- als auch Vollstimme sein, weil es vornehmlich darum geht, wo der Klang sitzt. Wenn man es so will, sind die Modes von CVT also phänomenologische Register, nur dass sie feiner aufgerastert sind als die klassischen.
Ich halte es für typabhängig, womit man mehr anfangen kann.
- So ist es z.B. nicht ganz abwegig zu sagen, dass Overdrive der Bruststimme entspricht. Ein Hochziehen der Bruststimme übers 1. Passaggio hinaus ist dann Belting und ein Hochziehen der Bruststimme übers 2. Passaggio hinaus ist sehr riskant.
- Curbing hingegen entspricht dann in etwa dem, was man oft "mixed voice" oder Mittelstimme nennt. Zwischen 1. und 2. Passaggio ist es am effizientesten, es ist nicht so richtig Belting, aber eben auch kein Falsett.
- Neutral entspricht dem, was man bei Männern Falsett nennt und bei Frauen die Kopfstimme. Hier merkt man aber am deutlichsten, dass die Entsprechung nicht 1 zu 1 ist, weil man Neutral eben auch in der Tiefe singen kann (als softe/hauchige Bruststimme), was klassischerweise nicht Falsett genannt würde
- Das Konzept Edge hat in der klassischen Sprechweise keine wirkliche Entsprechung, was auch daher kommt, dass der Modus im klassischen Gesang bis auf wenige Ausnahmen nicht zum Einsatz kommt. Eine Bezeichnung, die am ehesten passt, wäre "kopfstimmiges Belting"
Edit: Ah, habe gerade mal die Soundbeispiele aus SingSangSungs Link gehört. Jetzt weiß ich schonmal mehr.
Wenn ich das richtig interpretiere, dann dürfte in etwa folgendes gelten:
Neutral -> Kopfstimme
Curbing -> Mischstimme oder einfach mit mehr Volumen
Overdrive -> Belting
Belting -> Knödeln![]()

Ja, Estill ist physiologisch gesehen irgendwie systematischer und durchdachter. Da gibts halt nur nicht die "Shortcuts" über die Vokale (die aber auch nicht bei jedem so ohne weiteres funktionieren). Aber wie bei CVT fehlt mir persönlich auch bei Estill irgendwie ein didaktisches Konzept (step-by-step, was zuerst, was danach). Dadurch bin ich ja letztendlich bei TVS gelandet, weil da ein gewisser Mittelweg gegangen wird. Die CVT/Estill-Leute sagen natürlich wieder, dass sowas künstlerisch einschränkend ist (also wenn bei den "Modes" Prioritäten im Sinne von Basis-Stoff und Fortgeschrittenen-Stoff gesetzt werden), aber leichter zu lernen ist es denke ich schon.Wobei Estill dann eigentlich für physiologisch Interessierte insgesamt mehr bieten bzw. vollständiger sein dürfte, da es beides bietet: die Darlegung der Einzelfunktionen aller Teile des Gesangsapparates als auch wie diese zusammenspielen müssen, um gewisse Klangqualitäten (die dann ja den "Modes" entsprechen) zu erzeugen.
Ja tatsächlich bietet CVT eine interessante Möglichkeit die Paradigmen anderer Systeme zu analysieren ohne dabei auf die oft nicht eindeutigen Begriffe wie Brust-/Kopfstimme/Mix zurückzugreifen. Singing Success ist ein Musterbeispiel für das Overdrive -> Curbing -> Neutral Paradigma mit jeweils relativ frühem Übergang. TVS ist z.B. v.a. Overdrive -> Neutral ohne den Umweg über Curbing, aber auch mit frühem Übergang. Ken Tamplin unterrichtet auch Overdrive -> Curbing -> Neutral, aber mit extrem frühem Übergang nach Curbing (noch früher als bei Singing Success) und dafür mit extrem spätem Übergang nach Neutral.Also danke nochmal an Broeschies für dieses sehr feine Aufdröseln des CVT in Relation zu den klassischen Passagios. Lustigerweise werden die Passagios beim Singing Success als Bridges bezeichnet und alle in Curbing oder Neutral gesungen. Das greift hier sehr schön in einander.
Wobei Estill dann eigentlich für physiologisch Interessierte insgesamt mehr bieten bzw. vollständiger sein dürfte, da es beides bietet: die Darlegung der Einzelfunktionen aller Teile des Gesangsapparates als auch wie diese zusammenspielen müssen, um gewisse Klangqualitäten (die dann ja den "Modes" entsprechen) zu erzeugen.
Langsam versteh ich nix mehr. Ich bin sehr froh, dass ich mir beim Singen über all die Sachen keine Gedanken mache, sondern einfach austeste was funktioniert.

Na ja, wie auch immer. Ich hab das Gefühl, das ist "much ado about nothing". Es wird ein im Grunde sehr einfacher und natürlicher Vorgang dermaßen verkompliziert, daß ich mich frage, ob das Ganze nicht System hat - nämlich die Leute mit einem komplizierten Sprech, Exklusivität und teuren Kursen emotional an sich zu binden.