Gebrauchtpreise E-Gitarren - leben wir in verrückten Zeiten?

  • Ersteller Minor Tom
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Float like a butterfly, sting like a bee.
Sagte schon Ali, und der könnte auch Ebay Kleinanzeigen gemeint haben...

Anwarten und zuschlagen. Und nicht zu lange warten, ich hab neulich ne knallgrüne lefthand Superstrat verpasst. Zu lange überlegt...:cry:

Mir sind 2 Sachen aufgefallen, die preislich regelmäßig jenseits von gut und böse angeboten werden:

Pickups: mittelpreisige (Duncan, diMarzio) Pickups sehe ich eher als Test-Ware. Die würde ich gerne kaufen, testen und ggfs wieder verkaufen. aber die Dinger werden ja gefühlt 2% unter NP gehandelt. Oder erfolglos angeboten? Egal, ich bin raus aus der Nummer, es gibt ja noch Guitarfetisch...
Und der nächste verkauft Epiphone (by GIBSON!!!) Pickups für 30€/Stück. Als ob das keinen Grund gehabt hätte, dass er die Gurken rausgeschraubt hat...

Harley Benton: mit dem Argument "hat sich nen Gitarrenbauer angesehen und der hat gesagt die ist total hochwertig" werden die 10% unter NP angeboten und verstopfen Ebay. Also bitte. Ihr verkauft euren Schrott schneller zu realistischen Preisen. Zweistellig. Und das ist nicht negativ gemeint. eine von meinen 4 u-hundert Gitarren spiele ich regelmäßig!)

So. das war mein Rant zum Wochenende, nachdem ich (scheinbar zu viele) Kleinanzeigen durchwühlt habe.:prost:
 
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Wenn die Gitarre jetzt schon einige Jahre in Benutzung war, und ziemlich gut erhalten ist würde ich selbst den Preis auch bei 2/3 des Neupreises ansetzen, oder wenn ich eine kaufe maximal so viel bezahlen wollen. Aber mir ist auch aufgefallen dass teilweise gerade für sehr günstige Gitarren oft mehr verlangt wird, da geht das oft schon in Richtung 4/5, von daher sind mir die Angebote da zu oft zu unattraktiv weil man dann auch gleich neu kaufen könnte. Bei teureren Gitarren wären 3/4 oder teilweise gar 4/5 gar nicht mal so übel, 3-500€ sind da doch schon ne ganz schöne Menge, aber dann müsste die Gitarre auch ziemlich neuwertig sein. Aber ne 200€ Gitarre für 50€ weniger? Lohnt sich irgendwie nicht, und man hat auch wesentlich weniger Sicherheiten als wenn man neu kauft. Bei Pickups find ich das auch oft blöd, da stehen dann teile drin die vielleicht maximal 20€ weniger kosten, und die wurden dann auch unter Umständen öfter ausgebaut, gelötet ect.
 
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Also Preis ist es offensichtlich nicht ... Ich hatte grade im Selbstversuch 24 Stunden den Preis einer Gitarre im Flohmarkt deutlich angepasst, aber es hat keiner zugeschlagen. :fear:

Für mich bleibt es daher bei der Aussage, dass der Preis nur marginal "schneller" an sowieso vorhandene Interessenten verkauft. Ein Nischenprodukt, was niemand auf dem Schirm hat - welches also auch nicht aktiv gesucht wird, wird man deshalb nicht wirklich schneller los.

Was mir aber oft unangenehm auffällt ist die Tatsache, dass bei Preisen gerne mal der "aktuelle Neupreis" als Vergleichswert herangezogen wird. Auf die Frage nach Rechnungen zur Gitarre wird dann eher ausgewichen - ich hätte sie schon gerne. Im Rahmen von schutzwürdigen Hölzern ist ja nie klar, wann ich das nächste mal nachweisen muss, dass meine Gitarre vor dem Jahr XXXX im Land war.

Gruß
Martin
 
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Ja, derzeit wird es nur für wenige Hölzer, etwa Rio-Palisander, kompliziert.

Aber der damalige "Handstreich" hat auch aufgezeigt, dass man sich nie sicher fühlen kann. Nachträglich können Vorschriften verschärft werden, wie es in der Vergangenheit mit Elfenbein, Krokodilleder, Rio-Palisander etc. geschehen ist. Da sind viele Objekte unverkäuflich geworden. Was ich im Grundsatz durchaus gut finde.
Nur gibt es eben immer Grenzfälle. Speziell bei PRS war es so, dass die bis etwa 1990 viel Rio-Palisander verarbeitet haben. Besonderheit: Das kam wohl tatsächlich immer aus sauberen Quellen. Nur kann das eben ein heutiger Besitzer, dessen Zertifikat über die Jahre (und ev. wechselnde Eigentümer) abhanden gekommen ist, nicht mehr nachweisen. Nachträglich bekommt man so etwas nicht mehr, auch nicht über PRS. Und das ist natürlich bitter, diese Gitarre ist ohne Zertifikat kaum noch verkäuflich.
 
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Ist das für den privaten Verkauf/Kauf nicht aktualisiert worden?

Wie Dirk bereits sagte, sind die Wege der CITES Organisation da manchmal überraschend ... Bei Palisander hat es 2 Jahre gebraucht, bis in einer Fußnote fertige Produkte aus der Nachweispflicht rausgenommen wurden. Es ist also nicht der Händler, sondern der Hersteller, bei dem die Nachverfolgung endet.

Dies ist auch bei PRS damals mit Rio passiert. PRS hatte mit Nachweis Rio gekauft und dieses dann - ohne weitere Nachverfolgung welches Holz des Nachweisdokument #123456 in welche Gitarre genau verbaut wurde - an ihren Gitarren verbaut. In den USA war das nicht nötig. Diese fehlende Dokumentation, die sich nachträglich auch nicht herstellen lässt und für die es zu diesem Zeitpunkt keine Verpflichtung gab - aus welchem Stapel kam die Planke? War der Stapel sortenrein aus Dokument #123456 gestapelt? - führte dazu, dass PRS auch dem Kunden diese Zertifikate nicht mehr ausstellen kann. Für die wenigen Gitarren die sie derzeit mal mit Rio nach Europa bringen, haben sie altes Rio in Spanien gekauft. Die Spanier, ja durchaus sehr aktiv im A-Gitarrenbau, hatten damals sehr flott alle Bestände durch Anmeldung legalisiert. Ähnlich wie die Palisander-Deadline zum 31.12.2016.

Zusätzlich ist ja im Sinne CITES relevant, wann das Holz in das Land verbracht wurde. Nehmen wir kurz an die Gitarre wurde 2005 hergestellt und ab 2007 ist da auf einmal CITES relevantes Holz verbaut für das es keine "Ausnahmegenehmigung" als Fußnote gibt. Du hättest diese Gitarre 2009 gebraucht gekauft und keine Rechnung aus z.B. 2006 mitbekommen. Du kannst also nicht nachweisen, dass diese Gitarre bereits 2007 in DE war. Der Verkäufer hätte sie genausogut 2008 von einer USA Reise mitgebracht haben können und hatte schlicht Glück bei der Einreise. Und da du die Gitarre vor 2007 auch nicht besessen hast, gibt es auch keine "Zeitzeugen" die dies bestätigen können. P.S. bei Rio Produkten erkennen die Behörden z.B. auch mal eine "Zeugenaussage" (das Groupie das in deiner Jugend vor der Bühne stand oder ein Bandfoto, Albumcover auf dem die Gitarre zu sehen ist ... usw.) an.

P.S. Bei Rio bestand die Zeit zwischen der Aufnahme in die Schutzklasse und dem Bewusstsein in der Gitarrengemeinde aus fast 25 Jahren Unwissenheit. Erst +/- 2014 machte irgendeine Naturschutzbehörde auf sich aufmerksam, als sie auf einmal den Künstlern Gitarren mit Rio auf der Bühne wegnahmen oder frisch gebaute konfiszierten und vernichteten.

Von daher finde ich die Rechnung recht wichtig ... eben um nicht im Nachgang an den Verkäufer rankommen zu müssen, der sie seinerseits vielleicht eh schon gebraucht gekauft hat. Die "Spuren" verlieren sich da recht schnell und im Zweifel hat der ursprüngliche (Neu-)Käufer die Rechnung lange entsorgt.

Gruß
Martin
 
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Frohe Ostern.
Also ich bin nicht wirklich mit den größtenteils hier vertretenen Meinungen konform.
Ich finde die Preise z.b. auf KA schon fast unverschämt. Gibson Studios über 1.000, selbst LPJ genauso viel wie damals der neupreis.
Ja man muss nicht kaufen, finde aber gerade Gibsons sehr sehr teuer. Aber man kann es ja mal versuchen. Ich kaufe jedenfalls erstmal nicht mehr.
 
Ich sehe das ganz einfach, es gibt einen der verkaufen will und es gibt einen der kaufen will. Wenn beide sich auf einen Betrag einigen können der für beide okay ist, ist doch alles in Butter. Wenn nicht, wird eben nicht gekauft oder verkauft, macht ja nichts.

cheers.
 
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Recht hast Du - Kurzer Beitrag der alles auf den Punkt bringt ;) (y) (y) (y) (y) (y) (y)
 
Gibson Studios über 1.000, selbst LPJ genauso viel wie damals der neupreis.
Na ja, 'ne 59er Goldtop für den damaligen Originalpreis würden heute viele gerne kaufen wollen. Das Problem: Die extreme Marktentwicklung der Klassiker wird als Hoffnung für die Zukunft fortgeschrieben und sorgt für "Preisphantasien", mal unabhängig von der Preissteigerung. Wenn ich für meine 93er 7ender MIJ-Strat 280€ bekomme, habe ich den damaligen NP auch schon raus. Das sollte machbar sein und würde auch hier kaum als Phantasiepreis gewertet werden.
 
Oh da habe ich ganz andere Erfahrung! Alle 5 von mir gekauften Gebrauchtgitarren seit Corona, wurden mir von superfreundlichen Leuten verkauft die KEINE Berührungsängste hatten.

Ich glaube die Musiker bzw. allgemein Künstler gehen mit der Sache recht entspannt um.

5 ´x wurde mir gesagt, brauche keine Maske .......
Ich habe gerade am Wochenende eine Tele und eine Strat über EK verkauft. Der Käufer und die Käuferin waren auch superfreundlich, sympathisch und haben rücksichtvollerweise beide MASKE getragen. Dafür war ich sehr dankbar. Ich war natürlich auch maskiert. Ich gehöre aber auch zur Risikogruppe. Meine Preise waren anscheinend nicht zu hoch, die Tele war nach 5 Minuten weg, die Strat brauchte 2 Tage.
 
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Das freut mich für Dich mit der Gitarre, und auch ich gehöre zu einer, sogar sehr gefährdeten, Risikogruppe....
 
... Meine Preise waren anscheinend nicht zu hoch, die Tele war nach 5 Minuten weg, die Strat brauchte 2 Tage.

Wenn ich das mit meinen Anzeigen vergleiche, dann waren deine Preise zu niedrig. Wenn die Gitarren in so kurzer Zeit weggehen, dann, weil die Leute gemerkt haben, dass ein Schnäppchen vorliegt, das man nicht zu lange warten lassen sollte.

Meine Anzeigen dümpeln teils Wochen herum, Anfragen kommen und gehen, aber ich setze meine Preise auch relativ hoch an, weil a) eh immer verhandelt wird und b) diese 2 Gitarren nicht lieferbar waren als ich sie verkauft hatte.


... sehr gefährdeten, Risikogruppe....
es gibt ungefährdete Risikogruppen? :gruebel: ;)
 
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Wenn die Gitarren in so kurzer Zeit weggehen, dann, weil die Leute gemerkt haben, dass ein Schnäppchen vorliegt, das man nicht zu lange warten lassen sollte.
Das ist vielleicht so bei sehr gängigen Modellen aber auch nicht allgemeingültig.
Hab einer "ungängigere" Gitarre jetzt über mehrere Wochen versucht zu verkaufen und immer weiter den Preis gesenkt.
Ende letzter Woche ging sie dann weg.

Der Käufer hat sie gar nicht wochenlang gesehen, sondern direkt den niedrigen Preis und war über diesen verwundert und hat den Haken gesucht. Es gab halt keinen Haken.
Hätte ich den Preis nicht so zügig gesenkt wäre ich sie vermutlich an den gleichen Käufer für einen höheren Preis losgeworden - da hatte er Glück.
 
Was sind eure Erfahrungen?
Also ich hab ja regelmäßig die Schecters, LTD, und Ibaneze beim Elektro Bayern im Auge. Die Gebrauchtpreise bei Gitarren pendeln sich bei Auktionen idR. zwischen 50 - 60% des Neupreises ein.

Insofern finde ich
Ich finde 50% dieses Neupreises eine gute Orientierung.
wenn ich Käufer bin. Wobei ich in meiner absolut komfortablen Lage keine Gitarre zu benötigen, wohl eher so die < 50% Grenze anpeile. Das hat bei mir sogar 2 mal geklappt.
2/3 des Neupreises
Würde ich hingegen als Verkäufer anpeilen.

Explodierende Gebrauchtpreise sind mir bei Ebay aber nicht wirklich aufgefallen.
 
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BTW: Was Harley Benton auf EK betrifft... die richtig interessanten Modelle finden sich da kaum, bzw. sehr selten und gehen auch recht schnell weg (sofern man nicht den Neupreis verlangt)... zugemüllt wird EK eher mit den Modellen aus dem unteren Preisbereich (z.B. Strats unter 100€).
 
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Wie geht denn das?
Wie "verstopft" man eine Online Plattform?
Also mir sind solche Fantasieangebote auf der Onlineplattform meiner Wahl egal.
Die sollen reinstellen was sie wollen, zu Preisen wie sie wollen, kauft ja eh keiner.

Ich blättere da durch, suche das raus was mir gefällt, markiere das und schau ein paar Tage später ob es noch da ist.
Ich kaufe allerdings nichts af Ebay sonder auf Willhaben.at und nur Selbstabholer und Barzahlung.
 
Also ich hab ja regelmäßig die Schecters, LTD, und Ibaneze beim Elektro Bayern im Auge. Die Gebrauchtpreise bei Gitarren pendeln sich bei Auktionen idR. zwischen 50 - 60% des Neupreises ein.
o_O sowas gibts in meiner Region Mannheim/Heidelberg/Karlsruhe aber weniger ;)

Beispiel: Neupreis Schecter 800 - Gebrauchtpreis Ebay KA- 600

Meistens nur 20-25% günstiger, ein Wahnsinn die Gebrauchtpreise.
 
Vielleicht kommen diese hohen (angesetzten) Gebrauchtpreise auch daher, weil seit geraumer Zeit jeder wie blöde um jedes Zehner feilschen will und weil auf den üblichen Kanälen ja stets irgendwelche Regeln bzgl. "was darf wieviel, prozentual gemessen am Neupreis, kosten herausposaunt werden - um dann auf eben jenen Kanälen stolz zu verkünden, welches Schnäppchen man gemacht hat?
 
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