Gibt`s eigentlich noch "richtige" Organisten

  • Ersteller metalgear98
  • Erstellt am
andi85
  • Gelöscht von andi85
Orgelspiel beschraenkt sich doch nicht auf Kirchenorgeln.
Da stimme ich auch zu. Nur ging es in dem Thread hauptsächlich um Kirchenorgel. Der Threadhersteller hat gefragt ob es überhuapt noch Leute gibt die richtige Kirchenorgel spielen.
 
Ich würde das Organistentum auch weniger am Pedal festmachen, sondern eher vielleicht daran, ob jemand wirklich das Instrument spielt.
Sonst...wenns mit Bassisten oder Bass in der linken Hand gut klingt, dann passts doch. Ich mag auch den transparenten Sound, der sich da automatisch im Trio mit Schlagzeug und Gitarre einstellt, weil nur immer einer Akkorde spielt.
Aber so ein Pedalbass wäre schon schön...mir ist nur bei der XB-2 das obere Manual eigentlich wichtiger :)
 
Böhmorgler;1727319 schrieb:

Sind das nun die besseren Schuhe oder weniger Spektakulär :p

Ich finde es hier wie auch der Hirschfeld schade, das sie sich abmühen mit ihren Schuhen. Und dadurch nur mit der Fussspitze das Pedal spielen. Wenn ich nur mit der Fussspitze spiele brauch ich genaugenommen auch kein Vollpedal? Da würds ein 2 Okav Stummelpedal auch tun.

Gruss
 
Da stimme ich auch zu. Nur ging es in dem Thread hauptsächlich um Kirchenorgel. Der Threadhersteller hat gefragt ob es überhuapt noch Leute gibt die richtige Kirchenorgel spielen.
Wenn ich eine hätte, würde ich sie auch spielen. Aber diese Dinger passen so schlecht in die Wohung, so daß ich mich mit sowas zufrieden geben muß:

img_1073_small.jpg
 
DAs ist doch auch schon nicht schlecht. BEi ner echten Kirchenorgel in der Wohnung würden sich bestimmt die Nachbarn freuen. Zum Orgelspielen muss ich in die Kirche fahren. Habe aber freien Zugang zu 2 Kirchen.
 
@Böhmorgler: Ist doch eine schöne Orgel, die du da hast. Mein Opa hatte auch so eine, aber er hat sie leider weggegeben:(
Mit sowas kann man doch sicher gut an Weihnachten Lieder singen:D
 
@Böhmorgler: Ist doch eine schöne Orgel, die du da hast. Mein Opa hatte auch so eine, aber er hat sie leider weggegeben:(
Mit sowas kann man doch sicher gut an Weihnachten Lieder singen:D
Das wird sicher gehen. Wenn man nicht so ein Stümper ist wie ich, kann man damit sicher auch was anderes spielen.

:rolleyes:
 
Hi
>

Der Threadhersteller
hat gefragt ob es überhuapt noch Leute gibt die richtige Kirchenorgel spielen.
>

Wenn man es genau nimmt hat er gefragt ob jemand Kirchenorgelsounds verwendet.Das waere auch eine bessere Ueberschrift gewesen als:
"Gibt's eigentlich noch -richtige- Organisten"
Meine Antwort bezog sich auf die Ueberschrift. Wobei Sonntags in der Kirche
sicherlich keine Midi Files abgespielt werden. Bleibt also die beruechtigte Heimorgel.
Die Videos finde ich recht interessant. Auch dass Barbara Dennerlein nicht mit beiden Beinen und nur mit den Spitzen spielt haette ich eher nicht gedacht.
Aber es zaehlt eben was dabei herauskommt und das ist auch ein kleiner Trost zu dieser abartigen Spielweise von Olivera oder Herrn Raminez :) Fuer mich unglaublich wie die spielen.
Da Dennerlein sicherlich die deutsche Jazz Organistin No.1 ist kann man das alleine an der Pedaltechnik wohl doch nicht festlegen.
Interessant ist auch die Wersi von Hirschfeld, die doch eher eine verkeidete Keyboardburg darstellt als eine Orgel. (nicht wertend gemeint)
Dagegen wirken die Brettchen des "Fussvolkes" links und rechts doch eher bescheiden. Ueberhaupt ein skurriles Video.
Man stelle sich mal das selbe Publikum bei Dennerlein vor. *fg
Dabei spielen beide Orgel, nur auf der einen steht Hammond.
ciao
 
@richy: In dieser Hinsicht widersprechen sich m.E. Threadtitel und der 1. Post...
"richtige" Organisten würden, wie du schon sagtest, keinen Synth mit Orgelsound benutzen.
Das sind mE also zwei völlig unterschiedliche Dinge, ob jemand richtig Orgel spielt oder Orgelsounds von seinem Keyboard benutzt.
 
hallo zusammen! ich interessiere mich auch seit neustem für orgeln. meine klavierspielkenntnisse beschränken sich zwar auf 1 1/2 jahre keyboard unterricht, aber ich hab gesehen, dass meine örtliche musikschule orgelunterricht anbietet.

jetzt zwei fragen:

1. was meint ihr als blutiger anfänger, wenn man wirklich fleissig übt, wie lange braucht man ca., bis man die aufnahme prüfung fürs c-diplom schaffen könnte?

2. was könnt ihr empfehlen, um zu hause zu üben? heimorgeln? ein doepfer d3m? so ein rodgers 200xm soundmodul dazu? sind register wichtig zu haben?

3. wieviele tasten hat eigentlich eine kirchenorgel normalerweise? 61 oder? gibt es günstige heimorgel modelle mit eben so vielen tasten bei beiden manualen?

4. was sind diese heimorgeln überhaupt? vorgänger von keyboards? nach was klingen die? welche modelle sind empfehlenswert (ich weiss, hammond b3 aber ich muss es mir auch noch leisten können ;)

danke !

lg

ps (sind inzwischen vier fragen geworden :))
 
Hi!

Ich habs mehrmals aus Gag-Gründen ausprobiert, im Bandkontext (Funk) einen Kirchenorgel-Sound zu spielen und es klang kacke. Paßt da einfach nicht rein. Zu fest, unbewegt. Wobei es bei einer richtig düsteren Progressive Metal-Orgie wohl recht cool käme.

Die Orgel bleibt wohl vorwiegend Solo-Instrument bzw. im Kontext mit Chorgesang oder klassischem Orchester zu hören. Dort ist sie dann aber mit Abstand das fetteste Instrument überhaupt! :cool:

edit: Ich merk erst jetzt, daß der Thread schon über n Jahr alt ist. ;)
 
Ich habe schon mehrmals mit einem aus der Studienzeit befreundeten Organisten ein Projekt "Klangvisionen" gemacht - nächstes Jahr gibt's das wieder in der Basilika zu Kevelaer, Termin steht noch nicht fest. Hierbei improvisieren wir zu zweit, Kirchenorgel und Synthesizer - stets in thematischem Kontext, mal mit gregorianischem Choral im Wechsel oder mit Textrezitationen. Nun muss ich erwähnen, dass die Orgeln stehts romantisch disponiert waren, also z.B. mit Schwebung, großem Schwellwerk usw. . Synthesizer und Orgel mischen sich traumhaft in diesem Kontext. Die Leute hatten massenweise Tränen in den Augen, als ich auf schwebende Messiaen-Akkorde mit einem MINI-Moog-Sound rumquietschte und diese dann gemeinsam mit der Orgel in einen Quartsextakkord auflöste. Richtig geile Sache.
Jazz an der Kirchenorgel kommt imho nur dann gut, wenn es gut auf die Orgel zugeschnitten ist. Jetzt einfach im Pedal einen walking bass spielen und oben etwas rumjazzen ist nicht so mein Fall. Wohl aber eine durch Jazzelemte gefärbte Improvisation. Wenn man sich z.B. Olivier Messiaen's Pfingsmesse anschaut, die wimmelt nur so von Jazzakkorden. Da finde ich's klasse.
 
1. was meint ihr als blutiger anfänger, wenn man wirklich fleissig übt, wie lange braucht man ca., bis man die aufnahme prüfung fürs c-diplom schaffen könnte?
Das ist schwer zu sagen, da die Art und Weise, wie man zur Aufnahmeprüfung kommt, nicht ganz einheitlich geregelt ist. Für die Aufnahmeprüfung hat man sich weitestgehend auf einige Anforderungen geeinigt.

Anforderungen für die Aufnahmeprüfung:
Mindestalter: in der Regel 16 Jahre
Orgel: Vortrag eines leichten freien Orgelwerks (z. B. Kaller-Orgelschule) oder eines leichten Choralvorspiels (D. Buxtehude)
Liturgisches Orgelspiel: Vorspiel eines vorbereiteten Satzes aus dem Orgelbuch zum Gotteslob
Klavier: Vortrag von zwei leichten Werken verschiedener Stilepochen (zweistimmige Invention, leichte Kuhnau- oder Clementi- Sonatine)
Singen: Vortrag eines Kirchenlieds
Gehörbildung: Erkennen und Nachsingen von einfachen Intervallen
Theorie: allgemeine Grundlagen
Quelle: Kirchenmusik im Erzbistum Paderborn
Info-Flyer: https://www.i-basis.de/dp/ansicht/kunden/generalvikariat/medien/anhaenge/k1_m4.pdf

In manchen (katholischen) Diözesen gibt es Vorbereitungskurse zur Aufnahmeprüfung, aber nicht in allen. Wie es auf evangelischer Seite aussieht, kann ich nicht sagen.


3. wieviele tasten hat eigentlich eine kirchenorgel normalerweise? 61 oder?
Ja, 61 Tasten (meistens jedenfalls).
Wichtig ist aber auch, daß die Orgeln ja ein Vollpedal (30 oder 32 Tasten) haben. Wenn man zuhause üben will, reicht ein Stummelpedal (13 oder 17 Tasten) nicht aus.
 
@moel
Bleibt deine letzte Frage:
> Was ist eine Heimorgel ueberhaupt.
> vorgänger von keyboards? nach was klingen die ?

Schwer zu beantworten, da sich das Bild der Heimorgel staendig mit der Technik gewandelt hat. Heutzutage stellt eine Heimorgel zwei uebereinader gestellte Keyboards mit Schwerpunkt Orgelsound sowie Basspedal dar.

Es werden also Samples verwendet. Dagegen war die Technik der Heimorgeln aus den 80 er Jahren voellig anders. Aus einem Hauptoscillator wurden alle Frequenzen (Rechteck) durch Frequenzteilung und Verharfung erzeugt.
Vorteil: Analogsound, Vollpolyphon
Nachteil: Ein reiner Rechtecksound klingt nicht sehr abwechslungsreich.
Durch Filter oder Integratoren wurde dieser daher in Sinus oder Saegezahnaehnliche Wellenformen gewandelt und diese Register mit moeglichst bunten Knoepfen oder Drawbars versehen.
Vorbild war dabei immer die Hammond.
Nur die Leute die an den Knoepfen hantierten hatten meist eine andere Klangvorstellung :)

Die grossen Yamaha Electone Modelle aus den 80 ern finde ich recht empfehlenswert.(Mambo Kurt, nicht die mit FM Klangerzeugung !)
Gibts fuer 50 EUR bei ebay.
Wersi und Boehm klingen vielleicht noch naeher zur Hammond, aber die Electones erscheinen mir solider verarbeitet und mit weniger Firlefanz.

Einmanualig ohne Bass sind die Phillicordas recht lustig.
Das waere der typische europaeische Orgelsond der 60 er.
Moeglichst ein Modell mit Roehren ergattern.
 
Schwer zu beantworten, da sich das Bild der Heimorgel staendig mit der Technik gewandelt hat. Heutzutage stellt eine Heimorgel zwei uebereinader gestellte Keyboards mit Schwerpunkt Orgelsound sowie Basspedal dar.
Ich denke nicht, daß 2 Keyboards + Basspedal eine Orgel ausmachen.
Es werden also Samples verwendet.
Ja
Dagegen war die Technik der Heimorgeln aus den 80 er Jahren voellig anders. Aus einem Hauptoscillator wurden alle Frequenzen (Rechteck) durch Frequenzteilung und Verharfung erzeugt.
Ja und Nein
Bei "Godfather of Sawtooth", Dr. Böhm, war die Grundlade nicht ein Rechtecksignal, sondern ein Sägezahnsignal, jedenfalls bei den nT-Modellen. Bis 1974 mit Einzeloszillatoren, danach durch Frequenzteilung aus einer Mutterfrequenz.
Soundbeispiel:

Ernst ab der DS-Serie gab es einen reinen Rechteckgenerator. Sägezahnschwingungen wurden dort durch Treppenspannungsbildung erzeugt.
Soundbeispiel:


Vorbild war dabei immer die Hammond.
Vorbild war für Dr. Böhm ursprünglich nicht die Hammond, sondern die Kirchenorgel.
 
Hi
> Ich denke nicht, daß 2 Keyboards + Basspedal eine Orgel ausmachen.

Ich auch nicht, aber die Entwicklung der Heimorgel ging / geht schon in diese Richtung.
Denke da z.B. mit schaudern an die Electone Modelle Ende der 80 er mit FM Synthese vom DX9. Mit Orgel hatten die nichts mehr gemeinsam. Sicherlich profitieren aktuelle groessere Modelle vom Hammond Retro Boom. Aber ob in Anfaengermodellen eine virtuelle Orgel Klangerzeugung verwendet wird ? Muesste man sich mal informieren.

> Bis 1974 mit Einzeloszillatoren, danach durch Frequenzteilung ....

Wow, kann ich mir fast gar nicht vorstellen, aber hast sicherlich recht. Wieviele Oszillatoren musste der Bastler da zusammenloeten ? So um die 90 Stueck ? Und warum dann nicht gleich Sinusgeneratoren ?
Die Hammond also doch nicht als eigentliches Vorbild, abgesehen vom Prinzip der einzelnen Oszillatoren ?

>
Vorbild war für Dr. Böhm ursprünglich nicht die Hammond, sondern die Kirchenorgel.
>
Wobei Vorbild der Hammond auch die Kirchenorgel war.
Sehr glaeubig sehen die hier aber nicht aus :)
Untitled Document

>
Ernst ab der DS-Serie gab es einen reinen Rechteckgenerator. Sägezahnschwingungen wurden dort durch Treppenspannungsbildung erzeugt.
>
Hmm, so geht das wohl auch.Wobei Integration doch einfacher waere.

Die mp3 gefallen mir beide recht gut. Dies DS gegenueber der nT fast bischen zu glatt. Irgendwie haben die typischen Registrierungen dieser Zeit schon was Eigenes. Muss ja nicht immer B3 mit 800 oder 888 sein :)
ciao
 
Hi
> Bis 1974 mit Einzeloszillatoren, danach durch Frequenzteilung ....

Wow, kann ich mir fast gar nicht vorstellen, aber hast sicherlich recht. Wieviele Oszillatoren musste der Bastler da zusammenloeten ? So um die 90 Stueck ? Und warum dann nicht gleich Sinusgeneratoren ?
Da habe ich mit etwas mißverständlich ausgedrückt...
Bei den alten nT-Modellen mußte man 12 Sägezahn-Oszillatoren zusammenlöten. Davon wurden die einzelnen Fußlagen dann durch Frequenzteilung erzeugt (Sperrschwinger). Somit waren da also auch verschiedene Stimmungen möglich.
Bei den späteren Modellen gab es einen Oszillator (ca 4MHz) und aus dieser einen Frequenz wurden alle anderen Töne durch entsprechende Frequenzteilung erzeugt: zuerst die 12 obersten Töne durch einen IC SAJ110 daraus dann die anderen Fußlagen.

Warum nicht gleich Sinus?
Nun, aus einer Sägezahnschwingung kann ich mehr oder weniger alle anderen Schwinungsformen ableiten, da die Sägezahnschwinung ja alle Obertöne enthält.
Addiere ich z.B. zu einer 8' Sägezahnschwinung eine phasenverschobene 4' Sägezahnschwingung mit halber Amplitude erhalte ich eine saubere Rechteckschwingung. Aus der Rechteckschwinung kann man mittels geeigneter Filter (mehrere R-C-Glieder wie bei der DS-Serie) einen halbwegs sauberen Sinus herausfiltern.

ABER es gibt tatsächlich jemanden der Sinusgeneratoren für Orgeln vorgeschlagen hat; und zwar Helmuth Tünker in seinem Buch "Elektronische Orgeln im Selbstbau". In Kapitel 8 handelt er über "Sinus-Orgeln". Dort gibt er Anleitung zum Bau eines Sinus-Generators mit 96 Einzeloszillatoren! Um den zu bauen muß man erstman 96 Spulen mit Windungszahlen zwischen 2000 und 8000 Windungen CuL von Hand wickeln... :eek: :screwy:
 
Also wenn mir jemand sagt Orgelliteratur sei langweilig stellts mir die Haare auf.
Da gibt's Stücke u. a. von J.S. Bach, da hätte selbst Jordan Rudess seine Probleme damit.

Ich hab 2 Jahre Kirchenorgel gespielt, habs aber dann aufgegeben weils ein ziemlich Aufwand ist, erstens wegen dem Üben, zweites musste ich jedesmal ins Ortszentrum in die Kirche rennen. Mein Vater spielt seit Jahrzehnten, immer wieder mal bei Gottesdiensten, oder einfach zum Spaß, da hat er auch eine 2manualige elektronische mit Pedalen zuhause.
 

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