Hang zu günstigen Gitarren (max. 350 €): wie geht es Euch damit?

  • Ersteller EAROSonic
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Bei den aktuellen Harley Bentons: Ja. Kenne ich, das Gefühl. :D Da habe ich mich schon öfter durchs Sortiment getestet und hätte am liebsten immer ein paar eingepackt. Letztendlich habe ich nur zwei HBs - eine TE-52 (einfach nur grandios für den Preis) und eine JA-60 (auch nicht schlecht, sollte ich wieder öfter mal spielen, ist aber kein solches Charaktermodell).


Aber den Reiz kenne ich. So eine SC-Custom II würde mich ganz schön reizen, die ST-90SA ist sehr cool, eine CST-24T in rot würde schön in meine Sammlung passen.

Noch schlimmer ist's da aber mit den akustischen Gitarren. Die CLD-30 für knapp unter 300€ - vollmassiv mit Grover-Mechaniken, TusQ-Sattel und -Stegeinlage und schon mehrfach begeistert angespielt. Die GS-Travel Mahogany: Genial! (die mit Fichtendecke klingt dagegen etwas blass). Eine D-120 als Billigstmitnehmegitarre oder die mit Tonabnehmer für die Bühne, wenn man nur selten verstärkten Akustik-Sound braucht. Die CDG-414BCE Bariton-Gitarre würde mich auch reizen, wenn sie keinen Knochensattel hätte (da bin ich als Vegetarier etwas eigen). Sowas wie eine CLG-412E - hammermäßige 12-Saiter! Bei den Akustischen finde ich auch Lâg in dem Preisbereich sehr genial - da bin ich bei der Tramontane T170A gelandet, die ich momentan am häufigsten spiele.

Also ja: Ich kann mich zwar relativ beherrschen, aber ich kenne das Gefühl. Gibt auch ein paar beliebte Harleys, die mich beim Anspielen jetzt nicht so überzeugen konnten, wie ich es erwartet hätte. Squier konnte mich in dem Preisbereich nie wirklich überzeugen, Epiphone auch nicht so.
Das Problem ist: Mein GAS ist nicht auf diese Preisklasse festgelegt. Der interessanteste Preisbereich liegt für mich zwischen 600 und knapp über 900€.


EDIT: Ja, Harley Benton bietet tatsächlich merklich mehr Qualität als noch vor 10 Jahren.
 
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Ich finde es gut, dass es heute brauchbare Instrumente für einen kleinen Preis gibt. Damit hat heute fast jeder die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen und zum Musikmachen. Wer nicht mehr ausgeben kann oder will, ist trotzdem mit dabei.

Ich persönlich käme aber nie auf die Idee mir davon 10 Stück davon ins Haus zu holen. Wenn ich die Möglichkeit habe, dann statdessen lieber nur 1-2 bessere Gitarren. Grundsätzlich habe ich lieber eine hochwertige und vielseitige Sache, die ich dann auch wirklich viel und lange nutze, als einen Haufen günstigen Zeugs, der dann doch nicht genutzt wird, und damit immer noch zu teuer war...

Aber ich habe einen Freund, der muss jedes neue technische Gadget haben, am besten in mehrfacher Ausführung. Der kauft das Zeug auch immer in der "günstigeren" Version. Er ist glücklich damit, nur als er sich bei einem Umzug letztens verkleinert hat, wurde es problematisch...

Oder kurz: Jeder darf seinem Hang zum Sammeln günstigster Instrumente nachgehen, muss aber nicht auf meinen Verständnis hoffen... Gegen günstige Instrumente grundsätzlich habe ich aber nichts, siehe ganz oben.

Gruß,
glombi
 
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huh, mein erster Thread im Biergarten :). Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass mir besonders günstigere Gitarre, nennen wir mal als Grenze 350 € (wobei das auch schon kein Pappenstiel ist), besonders gut gefallen. Man erwartet von ihnen nicht die Vollkommenheit einer teureren Gitarre und verzeiht ihnen den ein oder anderen Makel, kann sich ggf. durch Modifikationen mehr oder weniger ausleben und dennoch taugen sie für manche positive Überraschung.
[...]
Wie steht Ihr zu dem Thema? Es gibt doch bestimmt auch die ein oder andere Cheapon bei Euch zu Hause, die Ihr richtig lieb habt und nicht mehr gehen lassen wollt. Wenn ja, dann stellt sie doch einmal hier vor und und schreibt ein paar Worte dazu, warum sie bei Euch so weit vorne in Eurem Ranking steht. Freue mich darauf und danke Euch schon mal vorab.

Das kann ich voll nachvollziehen und ich finde Cheapos sehr spannend und stöbere gerne auf Plattformen oder Flohmärkten in dem Preissegment herum. Warum? Ich glaube v.a., weil man den Gitarren mehr verzeiht und sie unbedarfter spielt und weil sie viel von dem zeigen, was eine Gitarre ausmacht. Von den Billos, die ich habe hat jede mich auf eine andere Art und Weise angesprochen und mich ein wenig in dem Punkt weitergebildet, wo ich eine "perfekte" Gitarre sehe.

Alle Cheapos haben nämlich etwas ganz spezielles, das mich zum Kauf überzeugt hat. Meistens ist es auch die Art, wie sie sich spielen lassen. So wie es beim Ton die Grenze zwischen Zerre und Clean, oder zwischen dumpfer Wärme und heller Klarheit gibt, gibt es bei Gitarren diese Grenze zwischen Bespielbarkeit und Gegenwehr. Und die ist bei den Cheapos unterschiedlich. es gibt Gitarren, die sich sehr ordentlich spielen lassen. Alle meine Cheapos lassen sich anders spielen. Alle haben die Grenze zur Gegenwehr an unterschiedlichen Stellen, dort wo die Körnigkeit beginnt. Das kann das Griffbrett sein, das kann diese Zone der Saitenstärke sein. Das kann das komplette Overall-Handling sein. Die Cheapos erlauben mir, die Unterschiede zwischen den einzelnen Gitarrenformen und ihrer Vor- und Nachteile herauszufinden-

Aber: alle Cheapos haben Nachteile, sei es die Verarbeitung am Hals, sei es der schreiende Sound. Die Cheapos fordern mich heraus, ich muss um die Klippen und Strudel umherschiffern, ich muss mein Spiel ändern. Ich werde simpel herausgefordert. Meistens beim Sound angefangen: Normalerweise klingen die Cheapos trocken sehr gut, ansonsten hätte ich sie nicht gekauft. Wenn sie angeschlossen werden, fällt aber der Nachteil der Pickups auf, oft zu schrill und schreiend. Ich arbeite mit Tonreglern und Volume, bis ich einen Sound habe der gefällt.

1. Handlichkeit / Kindheit: Squier Stratocaster Classic Vibe 50's

Die erste Gitarre, die ich hatte war eine billige Strat Kopie, die ich verschenkt habe. Aber, seitdem mag ich Stratocaster Formen mehr als die Les Paul Formen. Man kann die Gitarre hinlegen, hinwerfen, in den Urlaub mitnehmen. Es kann nicht viel kaputtgehen. Die Squier habe ich als erste Gitarre gekauft, als ich mein erstes Geld verdient habe. Daher ist diese Squier einer meiner Lieblingsgitarren, da sie die erste einer neuen Lebensphase war, gut ist und ich sie dann auch mit neuen Pickups angepasst habe. Wahrscheinlich hat sich mein Körper der Gitarre angepasst. Sie hat ihre Nachteile, momentan v.a. der Hals und dass die Bünde immer dünner werden. Ansonsten viele Teile und Verschleiß-Teile ausgetauscht. Wenn ich eine Gitarre für paar Tage mitnehmen möchte ist es meistens die.

2. Sexyness / immer gewünscht: Epiphone SG Walnut

Eine 150 Euro Gitarre aus den letzten Jahren. Ich hatte mal eine SG-Kopie, die ich geschenkt bekommen hatte und sehr mochte, die aber scheiße zu spielen war. Ich habe eine richtige SG und ich habe diese Kopie, die ich v.a. mit meinem Sohn mal anmalen werde und dann kann er damit machen was er will. Was das faszinierende ist: Es gab im Laden mehrere Stück, die hier war richtig gut zu spielen, der Rest nicht so. Sie bringt im Proberaum überhaupt nichts zustande und kreischt nur doof rum, aber zu Hause kann ich super drauf klimpern. Es ist eine dünne SG Form und damit die most Sexy Gitarre der Welt. Und sie hat keine 4 Volume/Ton Regler, sondern nur 2. Ist damit natürlich nicht so anpassbar im Sound aber sehr übersichtlich.

3. Was anderes, was ausprobieren: Revelation Les Paul Kopie

Die Les Paul Kopie war ein Kalaydo Kauf aus dritter oder vierter Hand. Soundmäßig der Hammer, bei bestimmt 4 Kilo Gewicht. Die Bünde sind grausamst abgerichtet. Die Gitarre gibt aber ein Spielgefühl und fordert mich heraus. Sie ist weitaus spannender zu spielen als eine Gibson Les Paul, die ich mal ausgeliehen habe. Sie hat Ecken und Kanten und ist nicht so eine "seelenlos ordentliche" Gitarre, wie man so viele findet. Siehe oben. Das "Andere" an der Gitarre ist, dass sie einfach ein Glückgriff einer relativ unbekannten Firma ist. Mit völlig anderen Voraussetzungen als eine Gitarre von der Stange. Da hatte ich schon so einige: Von der seltsamen japanischen SG-Kopie zu einer Floyd Rose HSH - ich glaube Peavey - Gitarre. Oder der Jazzmaster-Kopie mit Drehregler (auch Revelation). Oder halt der einfachen SG oben, die aussieht wie eine SG und sich so spielen lässt, aber eher wie eine Telecaster geschaltet ist.

Und schließlich bieten Cheapos an, dass man die unterschiedlichen Typen ausprobieren kann: Was sind die Unterschiede zwischen einer Tele, einer Strat, Les Paul, einer SG, einer anderen Form.
 
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Josh Homme, Queens of the Stone Age:
“I love to use the worst shit improperly to get the best thing properly.”

Und Jack White hat’s mit der (damals noch) billigen Airline ja vorgemacht.
 
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Ich bin da hin- und hergerissen. Ich hab mir bisher nie eine Gitarre gekauft, die einen Neuwert von über 1000 € hatte (glaube ich zumindest). Ich hatte auch schon die ein oder andere "Billiggitarre" in der Hand, die ich fantastisch fand. Aber letztendlich versuche ich, nicht nach dem Preis zu gehen. Sondern wenn mir ne Gitarre gefällt, dann gefällt siie mir eben. Kann sein, dass die dann 200 € kostet, oder auch 2000 €. Ich finde beides ok und wenn man sich die teure Gitarre leisten kann, schön. :) Die Traumgitarre (wenn man eine hat) bemisst sich meiner Meinung nach nie nach dem Preis.

Generell hab ich die Erfahrung gemacht, dass ich auch auf Gitarren für wenig Geld Spaß haben, wenn die grundsätzliche Richtung stimmt.
 
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Ich habe zwei Squiers, eine Standard Tele und eine Affinity Strat. Die habe ich immer noch im Einsatz, einfach weil sie gute brauchbare Gitarren sind. Es gibt, außer im Custom-Shop nichts was mich mehr überzeugend würde, eine Fender Mexico oder American Standard ist einfach nicht wesentlich besser. Von daher bleiben sie so lange, bis ich genügend Geld für eine wirklich gute Strat und Tele übrig habe. Das war bisher nie der Fall, weil andere Dinge wichtiger waren.

Eine Epi Sl habe ich auch, das ist meine Slide Gitarre. Auch hier ist es so, dass ich nicht die Kohle habe, eine dedizierte Slide-Gitarre für tausende von Euros zu kaufen, um damit vll einmal im Monat Slide zu spielen. Außerdem war es ein lustiges Projekt.

epimuoard.png


Ein Review gibt es hier: https://www.musiker-board.de/threads/gitarre-review-epiphone-les-paul-sl.707690/

Ein Thread über den Umbau hier: https://www.musiker-board.de/threads/epiphone-melody-maker-headstock-conversion.708246/

Und ein Review des Hipshot-Benders hier: https://www.musiker-board.de/threads/zubehoer-hipshot-bender-b-bender-g-bender.709249/

Hier eine kostprobe:



Ich persönlich bin der Meinung, dass die letzten 10-20% Prozent die eine wirklich gute Elektrik gegenüber dieser Preisklasse bietet zwar Spaß machen, aber mich nicht wirklich als Spieler limitieren. Dazu bin ich einfach viel zu schlecht, als dass das eine Rolle spielen würde. Bei Akustikgitarren sieht es hier imho wieder anders aus. Die Unterschiede sind bei den Elektrischen meiner Meinung nach eher in Sachen Haptik und Bespielbarkeit zu verorten, als im Sound. Selbst die Epi-Sl klingt gut. Sie ist nur schlecht Vearbeitet und alles fühlt sich etwas weniger wertig an.

Ich ziehe teure Instrumente ansich vor, einfach weil ich etwas für das Handwerk übrig habe, und für schöne Gitarren im Allgemeinen. Deswegen versuche ich die Teile nicht grundlos zu horten. Grade im Bereich für 300 Euro kriegt aber doch schon was feines.

Bei Squiers und der Epi Sl mache ich mir weniger über den Sound sorgen, als vielmehr über die Bedingungen unter denen diese Gitarren hergestellt werden. Vll sollte man da mal nachlesen wie das so abläuft, ich habe keine Ahnung ehrlichgesagt, könnte mir aber durchaus vorstellen, dass dieser ganze Biligst-Instrumentemarkt seine ganz eigenen Probleme hat...

grüße B.B.
 
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Das Thema hier scheint ja für Euch ebenfalls ein interessantes zu sein, wenn man an den Posts sieht. Für all diese möchte ich mich bei Euch bedanken.

Möchte Euch auch noch ein Foto meiner Ibanez GRG131 nachreichen:

Ibanez GRG131 DX_K.jpg


Wie gesagt, 80er-Jahre Style pur.

Mit Harley Benton bin ich anscheinend falsch gestartet. Hatte zwei Modelle der unteren Preiskategorie und sie gefielen mir beide nicht. Haptik, Spielgefühlen waren für mich nicht das, was ich wollte. Die höherpreisigen, gerade die Tele´s werden hier jedoch oft als wirklich gute Instrumente genannt und das kann ich mir doch recht gut vorstellen.

Eigentlich ist dieser von mir so geannte Hang psychisch nicht wirklich zu erklären. Man hat ihn oder eben nicht, scheint jedoch weit verbreitet zu sein. Es soll in dem Thread auch nicht um den Kauf ausgerichtet nach dem Preis einer Gitarre gehen, sondern nur, dass sie gerade wegen des interessanten Preises viel zu bieten haben. Das Thema Modellauswahl ist dabei auch ein gutes, das kommt noch hinzu. Will man doch mal eine Les Paul oder Strat spielen/testen, um zu verfahren, was sich auf der anderen Seite des Weges befindet, muss man nicht gleich viel Geld in die Hand nehmen und erhält doch mehr oder weniger anständige Qualität.
 
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Was bieten heutige preiswerte E Gitarren?
meine Antwort ist
1. oft tolle Bespielbarkeit und Klang

was bieten sie nicht?
prestigeträchtige Marken und große Stücke edles Holz.

das brauche ich alles nicht.
 
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Teure bieten oft aber auch guten Werterhalt (vor allem bei Gebrauchtkauf) und Wertschätzung der Rohstoffe.
 
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was bieten sie nicht? prestigeträchtige Marken und große Stücke edles Holz.
Naja, mittlerweile hat doch jeder namhafte Hersteller seine Günstigserien, entweder direkt mit Eigenname (Jackson, Ibanez z.B.) oder Unterbrands (Epiphone, Squier, LTD, PRS SE). Natürlich zieht ein Gibson, PRS oder ESP auf einer Kopfplatte mehr, aber die Unterbrands sind nun auch keine Unbekannten mehr. Und was zahlt man mittlerweile für eine alte Squier ;-)? Dazu kommen noch die von Händlern direkt verkauften Serien. Harley Benton hatte wir hier ja bereits, dazu noch Jack & Danny vom Music Store.
Teure bieten oft aber auch guten Werterhalt (vor allem bei Gebrauchtkauf) und Wertschätzung der Rohstoffe.
Der Werterhalt ist natürlich mit unter ein Argument. Aber dafür muss man beim Kauf erst einmal die Mittel aufbringen. Was die Wertschätzung der Rohstoffe anbelangt, ich weiß nicht, ob freiwillig oder aus finanziellen Gründe (wohl eher das), setzt die Gitarrenindustrie gerade bei den günstigeren Serien auf Ersatzhölzer in Form von Indian Laurel, Pau Ferro oder wie bei der Ibanez auf Purpleheart. Pappel und Linde wird hier oftmals für den Body verwandt. Ich kann an diesen Hölzern nichts schlechtes finden, vermisse kein Palisander bei der kleinen Ibanez. Ganz im Gegenteil, dass Purpleheart sieht fast so dunkel wie Ebenholz aus.

Funfact am Rande, für die Epi SL fand ich auf die Schnelle drei unterschiedliche Aussagen zur Holzart des Griffbretts:
  • Epi-Homepage: Granadillo
  • Thomann: Pau Ferro
  • Music Store: Palisander
Glauben wir mal der Epi-Homepage, die sollte am verlässlichsten sein :-D.
 
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Teure bieten oft aber auch guten Werterhalt (vor allem bei Gebrauchtkauf) und Wertschätzung der Rohstoffe.
Für die Preisdifferenz zwischen "Laden" und "Gebrauchtpreis nach einem Vierteljahr" irgendeiner CS kann man sich schon ein paar Cheapos kaufen. Ich habe neulich auf dem regionalen Flohmarkt irgendeine HB Strat (vermutlich ST20) mit Amp für 50€ gekauft. War eine Idee meiner Frau... Der Amp ist grottig, aber zumindest klein, der steht im Wohnzimmer als aktiver Kabeltester... Die Gitarre aber habe ich gegen eine Japan-Strat aus den 1990ern (meine andere Strat) verglichen. Mir und einem Kumpel gefällt die Japan-Strat besser, meiner Frau die HB (ok, sie ist auch für die härteren Klänge zuständig, ich bin da so eher der Softie...). Das Holz ist natürlich billiger, aber für mich ist es ist eine vollwertige E-Gitarre. Nun bin ich v.a. Akustiker und Basser, wenn ich "meinen Signature-E-Gitarren-Sound" haben wollte, würde ich vielleicht etwas differenzierter auswählen (wie ich das bei Akustiks tue - aber auch bei Kleinpercussions, wenn ich im Laden eine Stunde lang Kinderrasseln vergleiche...). Aber als "Ich-brauche-mal-irgendeine-Strat" taugt sie. Und ich hoffe, dass das Holz auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte mitmacht. Wertschätzung kann man auch Linde und Ahorn entgegenbringen, nicht nur Mahagoni und Rio.
 
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Teure bieten oft aber auch guten Werterhalt (vor allem bei Gebrauchtkauf) und Wertschätzung der Rohstoffe.

relativ ja, absolut nicht.

eine Gibson ist in dem Moment wo sie den Laden verlässt höchstens noch 80% des Kaufpreises wert
eine Harley Benton vielleicht nur 60%
aber bei der 1000Euro Gibson hast Du dadurch 200 Euro verloren, bei der 200 Euro Harley nur 80.
 
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drum ja auch das "vor allem beim Gebrauchtkauf"
 
Nach schlimmer steht es um PRSi. Besitze selbst eine SC58 Stripped. Fand jetzt auf die Schnelle ein Angebot für eine Neue (wenn auch natürlich ausverkauft) über 2.479 €. Ich kaufte sie gebrauchtgebraucht :-D, d.h. zumindest aus dritter Hand. Der Vorbesitzer zahlte bei Bigfoot noch 1.999 € dafür, ich 1.700 €. Somit hätten wir bei dem Beispiel einen Verlust von runden 32 %. Denke auch, bei den derzeitigen Herstellmengen der Volumenhersteller ist das Thema Werterhalt nicht mehr ganz so einfach zu halten. Dank Internet finde ich u.U. zig Angebote für das selbe Modell und kaufe die Günstigste, gebraucht oder neu.

Wenn ich mir eine Cheapo für 200 € anschaffte und nur noch 180 € dafür bekommen, ist das in meinen Augen verschmerzbar. Immerhin konnte man sie ja spielen und seine Erfahrungen mit ihr sammeln. Ist auch nicht zu unterschätzen.
 
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Ich hab jetzt den Thread nur überflogen, was aber meine zwischenzeitliche Meinung eh nicht beeinflusst. Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich alles mögliche "zusammengekauft" habe und dabei eher auf Aussehen und Besonderheiten im Low-cost Bereich geachtet. letztlich geblieben ist aber von denen allen keine. Den Kern meines Bestandes bilden jetzt 7 Gibson Les Pauls und der Rest liegt gebraucht auch so um die 1000 €. Einzig geblieben von den Billig-Gitarren ist eine Spear Kopie einer PRS Hollowbody mal von einer Messe, aber umhauen tut die mich auch nicht.
 
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Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich alles mögliche "zusammengekauft" habe und dabei eher auf Aussehen und Besonderheiten im Low-cost Bereich geachtet. letztlich geblieben ist aber von denen allen keine.
Hmm, ich denke, dass es einen Unterschied gibt zwischen "Zusammenkaufen, weil es billig ist" und "ein billiges Instrument kaufen, das so gut, dass es bleiben darf". Tatsächlich darf die HB Strat bei mir bleiben, mir ist sie "gut genug" (so lange das Holz so bleibt), da ich nicht vorrangig der E-Gitarrist bin, der einen eigenen Sound braucht oder ikonische Sounds reproduzieren muss. Irgendwann möchte ich noch mal "einen Tele-Sound", das kann nach den Erfahrungen dann vielleicht auch eine HB werden. Ich sammle allerdings keine Cheapos, nur weil sie billig sind. Für eine Powerstrat, eine Jacksontype, ... werde ich keine Verwendung haben, vermutlich auch nicht für eine LP. Ist nicht meine Baustelle.
Bei den Akustiks genau so: Ich bin weder ein Martin- noch ein Gibson-Spieler - und habe nicht nur keine Originale, sondern auch keine billige Martin- oder Gibson-Kopien. Falls ich mal so etwas brauchen sollte, werde ich schon etwas finden. Das Geld steckt in Instrumenten anderer Hersteller mit anderer Klangausrichtung.
 
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Gitarren in diesem Preisbereich reizen mich eigentlich gar nicht.
Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die Qualität oder die Holzsorten (Da ist die weltweite E-Gitarren Industrie eher vernachlässigbar).

Zum einen frage ich mich bei den Preisen, was da wohl bei den Leuten in der ganzen Kette hängenbleibt.
Zum anderen habe ich nunmal auf einer Les Paul und bei einer Strat/Tele gerne die originale Kopfplatte.
Am liebsten sind mir eigentlich Firmen, die voll hinter ihrem Produkt stehen, bzw. ihr Produkt leben.
Auch da wird im Bereich bis 350 Euro wahrscheinlich eher nichts geben.
 
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Na, ich denke Ibanez wird schon hinter ihrer GIO-Reihe stehen, ebenso Jackson bei den JS. Ansonsten würden sie wohl dafür nicht ihren Namen hergeben.

Es ist doch wie in der Automobilindustrie. Wenn vor 30 Jahren einer erzählt hätte, dass Mercedes einmal so kleine Autos wie VW bauen würde (A-Klasse), wäre er wohl ausgelacht worden. Und so baut heutzutage VW fast so große Autos wie Mercedes. Sprich, jeder will was vom Kuchen abhaben. Bei der Musikindustrie sind das eben u.a. die Newbies, die sich wohl in den seltensten Fällen gleich eine Gibson oder Fender kaufen werden (oftmals kommt doch die Modellbindung über die erste Gitarre & ggf. den Hersteller). Aber heh, auch G & F haben ihr Produktportfolio teilweise nach unten erweitert, auch wenn nicht bis an die Grenze der hier genannten 350 €. Zumindest nicht die Mutterkonzern. Allerdings hat man dafür ja auch seinen Subbrand. Man will sich schließlich nicht ins Gehege kommen.



Diesbezüglich, hab da noch ne 2020er Epiphone Les Paul Custom und was sich bzgl. Qualität speziell in diesem Jahr getan hat, kann sich wirklich sehen lassen. Wollt Ihr mehr darüber erfahren?
https://www.musiker-board.de/thread...s-paul-custom-inspired-by-gibson-2020.711305/
 
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Na, ich denke Ibanez wird schon hinter ihrer GIO-Reihe stehen, ebenso Jackson bei den JS. Ansonsten würden sie wohl dafür nicht ihren Namen hergeben.
Mit Leute meinte ich eigentlich nicht die Vorstände und die Stabsabteilungen mit SAP und Excel-Sheet ;)
Eher auch die Leute, die in den Betrieben arbeiten.

Natürlich ist das klasse, dass man heute auch mit weniger Geld schon sehr gute Gitarren erstehen kann, das habe ich ja gar nicht bezweifelt.
Aber alles hat seinen Preis, nicht nur den Endverkaufspreis in Deutschland.

Die Frage war ja: Wie geht es euch damit?
Mir geht es einfach besser damit, wenn ich z.B. eine Krautster kaufe und davon ausgehen kann,
dass die Leute bei Nik Huber von ihrem Handwerk gut leben können und Spaß dabei haben.
 
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Ich kaufe zumeist gebrauchte Instrumente; falls diese überarbeitet werden müssen, gehen die zum lokalen Gitarrenbauer. - Was ich vermisse, sind lokale Gitarrenbauer, die günstige Instrumente anbieten. Die gibt es (z.B. Krempels Bässe und A-Gitarren, auch bei Stoll gibt es recht günstige Akustikgitarren), aber zumeist versuchen sie, sich mit höchster Handwerkqualität, gerade auch optisch, auf dem Markt zu positionieren, teilweise hart an der Grenze zum Selbstzweck. Ist sicherlich toll und ökonomisch nachvollziehbar (größere Spanne), aber ich möchte ein gutes Werkzeug und kein Kunsthandwerksobjekt, so sehr ich solche Arbeit auch schätze. Ich wäre ja gerne bereit, für ein "hiesiges" Instrument mehr zu bezahlen, als für einen Fernost-Import, aber auch in D müsste sich eine simple, aber ordentliche Tele direkt ab Hersteller für einen dreistelligen Betrag (wenngleich nicht mehr für 350€) herstellen lassen. "Notfalls" ordentlich aus einem Rockinger-Bausatz zusammengeschraubt, einfaches Finish.
 
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