Naja, das stimmt schon. Bonamassa ist kein Hitschreiber. Ich mag auch sein Gepose nicht, so mit 1 Akkord spielen und die Arme beifallheischend hoch reißen. Natürlich ist er auch kein Hendrix, der war ja ein Innovationswunder und 100mal charismatischer, außerdem sang er besser. Trotzdem fände ich es unfair, wenn man es Bonamassa absprechen würde, ein guter Musiker zu sein und ihn auf das Handwerk reduziert. Neben dem Handwerklichen finde ich auch seine Soli durchaus innovativ, das geht weit über Pentatonik und Bluestonleiter hinaus. Ich weiß selbst nicht, weshalb ich ihn hier im Thread verteidige, ich mag Bonamassa nicht einmal sonderlich. Ich denke, es stört mich nur, wenn man wirklich gute Gitarristen pauschal nieder macht. War ja auch mit Gary Moore so, der eigentlich erst nach seinem Tod volle Anerkennung erfuhr, vorher hieß es immer, er sei kein Blueser und im Grunde stets Metaller (Hisroshima-Album) bzw. Poprocker (Over the hills-Zeit) geblieben. Ich finde, dass man das Andenken an die überragenden Gitarristen, namentlich Hendrix, bewahren kann, sich aber trotzdem über Alle freuen sollte, die nach kommen, denn das bewahrt den Blues / Rock. Vergleiche sind natürlich legitim, aber Begriffe wie "Der Andre Rieu der Rockgitarristen" oder "reiner Handwerker" sind aus meiner Sicht ein bißchen unfair. Wir haben nun einmal zur Zeit keinen zweiten Hendrix. Geben wir also dem, was wir stattdessen haben, eine Chance.
Btw: Wenn jemand Jimi covert, dann finde ich es durchaus i.O., dass er da (Sakrileg! Sakrileg!^^) einen eigenen Stil mit einbringt, selbst die gefühlt 1-stündige Variante auf der G3- CD gefällt mir.