Ich bin mal so frei und hänge meine Geschichte hier auch noch mal ran.
Meine Suche oder besser mein Weg zur für mich perfekten Strat begann ca. 1983.
Ich war 17 Jahre alt; hatte weder Erspartes, noch einen Job und mein Taschengeld war übersichtlich.
Immerhin ergab sich dann doch ein Ferienjob, auch noch an der Quelle: Ein Gitarrenladen in unserem Ort, musste aufgegeben werden und ich konnte dort ein paar Tage beim Abverkauf mithelfen und habe mich in „Naturalien“ auszahlen lassen.
Win-Win-Situation auf beiden Seiten und so kam ich an meine erst Strat, eine Cimar Black&Gold, ähnlich der damals recht populären
Ibanez Roadster Serie:
Damit war ich zunächst mal seelig und habe damit meine Band-Karriere gestartet. Aber es waren die 80er! Van Halen, Steve Vai, … SSS-Strat? Nein, da muss ein Humbucker an den Steg (Herrn Knopfler zum Trotze…).
Den Aushilfsjob im Musikalienhandel, konnte ich an anderer Stelle wieder aufnehmen und dort gab es sogar eine Gitarrenwerkstatt und so kam es, wie es kommen musste…. meine Cimar wurde komplett gepimpt:
HSS PU (da noch OBLs), Freudlos Trem inkl. Unterfräsung, Kahler Locking System an der Kopfplatte, neuer Hals mit abgeschrägter (
Fender) Kopfplatte und Ebenholzgriffbrett, Custom gefertigtes Pickguard aus durchgefärbtem Plexi Glas.
Es blieb nur der Korpus der Cimar übrig.
Side Story: Meine Idee mit den verschiedenfarbigen Mechaniken.
Komplett in Regenbogenfarben wäre cool gewesen, aber Schaller hat damals nur als „farbig“: Schwarz, Weiß, Blau, Grün und Rot. Daher zwei Schwarze als „Umrandung“ und die weiße habe ich selber gelb lackiert. So ist wenigsten die vier Grundfarben, als Symbol für „alle Töne vereinend“. Schaller hat damals sogar noch mal angerufen, ob die Bestellung so wirklich richtig ist…
Damit hatte ich mein Custom Strat, die eigentlich keine Wünsche offen ließ und mich viele Jahre begleitet hat. Bis ich dann schließlich für gut 20 Jahre die Gitarre buchstäblich an den Nagel gehängt habe.
Dann habe ich irgendwann wieder angefangen Gitarre zu spiele, war nun aber weg von Hardrock und Metal und viel mehr Blues und Blues Rock orientiert. Warum auch immer, fand ich zunächst Humbucker Gitarren viel spannender als Strats. Ich habe dann viel Les Paul gespielt; habe in der ES-335 sogar die noch bessere Paula gefunden; bin aber letztlich bei meiner CCR-Cover Band, in der ich spiele, tatsächlich momentan eher bei Paula bzw. Telecaster.
Dann hat sich für mich schon vor ein paar Jahren, ein Blues Rock Projekt ergeben, wo sich herauskristallisierte, dass dort eine HSS Strat, die richtige Waffe ist. Meine gute alte Super Strat, war da keine Option. Floydrose war für mich jetzt ein No Go und meine Ansprüche an Ton, Ansprache, … hatten sich gewandelt und waren auch gestiegen. Mir war zwischenzeitlich schon mal eine Fender Am. Deluxe SSS-Strat zugeflogen und das war wirklich „Strat“. So habe ich in Sachen HSS etwas bei Squier und Fender Mexico gewildert, um was für den Probenraum zu haben.
Schließlich wollte ich dann aber (wie so oft bei mir…) Nägel mit Köpfen. Nun doch CS Niveau. Gepolt wie ich bin (…gerne modern, Form follows Funktion…), wäre Suhr mein Beute Reflex gewesen. Doch im Laden, im Testraum, zeigt sich die Realität… die Suhr Gitarren, derer dort ich habhaft werden konnte, haben mich nicht abgeholt. Da war meine Player Plus ziemlich gleich auf. Aber da war eine bildschöne Haar, von allem viel mehr hatte: Charakter, Ton, Aussehen… und auch noch viel günstiger.
Mit Mahagoni Body und Wölkchen-Ahorn Decke, nicht die typische Strat-Kombi, aber was ist schon Tonholz? Wer hier beim Sound das Mahagoni hört, ohne es zu wissen, bekommt ein Eis! Im Zusammenspiel klingt das Teil einfach sehr klar, transparent und auch vielschichtig.
Das hätte es eigentlich nun schon sein können! …allerdings trieb mich irgendetwas um… es flatterten Angebote herein, die richtig gut waren…; ein CS Strat hätte es schon fast sein können, aber da machte es (leider oder zu Glück?) nicht „Klick“.
Dann etwas, wovon ich eigentlich immer abrate… bei Captains Guitar Lounge erspähte ich online eine gebrauchte HSS-Strat, die in selbigen Hause, nach Auftrag, gebaut wurde.
Gerelicter MTJ Body (…kenne ich bereits, da ich mir dort mal einen MTJ-Body für eine Carbronita Tele bestellt hatte) und ein
Palisander Hals mit Ebenholzgriffbrett. Da regte sich etwas in meinem Bauch. Das ist ja mal spannend! Aber dafür fast 300 km fast nach München fahren? Dann gab es auch noch einen Sales Rabatt… egal, das wird schon passen! Also entgegen aller Erkenntnis, „blind“ bestellt.
Aber es war gut so, mein Bauchgefühl lag richtig. Ich habe das Gefühl, die eine unter 1000 gefunden zu haben.
Das Sustain dieser Gitarre ist bemerkenswert, der Ton „bloomed“ d.h. er entwickelt sich nach dem Anschlag, wie ich es sonst nur von meiner ES-335 kenne. Dennoch ist Saitentrennung und Durchsetzungsvermögen sehr gut. Selbst meine Band Mates sind begeistert und wollen das ich von nun an, genau diese Gitarre spiele:
Hier noch ein Bild das den Farbton vom Body besser wiedergibt, als bei Sonneneinstrahlung. Es ist eher weißlich/elfenbein, als gelblich.
Btw. Body Holz ist Sumpfesche, Pickups sind von Barfuß und das Tremolo von Calaham.