noch in zehn Jahren die Nase rümpfen, aber diese Gruppe wird immer kleiner (zumindest empfinde ich das so, wenn ich mit anderen Gitarristen spreche...).
ich glaube, das lässt sich pauschal nicht sagen und denke, dass das auch stark Genre abhängig ist. im Metalbereich sind Modeler/Profiler wohl viel häufiger anzutreffen als bei Leuten die z.B. Blues spielen.
Viele sehen solche Amps auch als Alternative zu Röhrenamps, die sie sich nicht leisten können oder wollen.
Andere Sehen die Unterscheide als so gering an, dass die Vorteile des Modelers überwiegen.
Wieder andere wollen die Vielfalt an Amps, die man sich alle einzeln kaum leisten könnte.
Und nochmal eine andere Gruppe mag die Platz- und Gewichtsersparnis bzw. die dadurch vorhandenen Transportvorteile.
Das ist doch ähnlich wie bei den ganzen 19" Geräten in den 80ern.
Damals waren solche Kisten auch eher im Bestand von Metalbands zu sehen oder eben bei Sessionmusikern, die viel Sound auf Abruf brauchten. Bei den Puristen standen trotzdem die alten Dender Combos.
Fender versucht eben einige Punkte davon zu vereinen, mal schauen, wie gut es gelingt.
Und - und das sage ich immer wierder. Der emotionale Faktor spielt dabei eine riesengroße Rolle. Klar ist so ein Line6 / Helix / Axe FX / Kemper Floorboard total praktisch und vielseitig. Aber neben der Soundfrage - über die man streiten kann - gibt es einen Punkt der mindestens genauso wichtig ist bei vielen Käufern:
Die Dinger sind einfach ( für mich und andere ) ziemlich unsexy. Pedale sehen einfach cool aus, sind bunt und intuitiv bedienbar. Ich vergleiche das gerne mit Vinyl vs. CD. Klar - auf beiden ist Musik, aber die CD ist einfach ein unpersönliches Stück Plastik, während eine Schallplatte ein Erlebnis ist. Die Haptik, das Cover und vor allem auch der Plattenspieler.
Das bewirkt einfach etwas, was auch der teuerste, coolste CD Player nicht vermochte.
In sofern finde ich den Versuch von Fender die Optik 1:1 zu kopieren schon mal gar nicht unklug.
Ich weiß nicht wie es Euch geht - aber analog dazu würde ich viel leiber einen alten Ford GT fahren als einen neuen McLaren, selbst wenn der objektiv das bessere Auto ist.
Und ... hinzu kommt, dass ich ( bis jetzt ) so rein gar nichts an meinen Röhrenamps vermisse - was ja immer erst mal eine Voraussetzung dafür ist, ihn durch etwas anderes zu ersetzen.