Was ist eigentlich die hoechste Anzahl an Siggi Gitarren, die eine Person besitzt, willst du da etwa einen Rekord brechen?
Leitet sich Dein Username vom Iron-Maiden-Song ab (Afraid To Shoot Strangers)?
Hallo, meines Wissens 7 / Bernd Kiltz. Der lässt sich aber gerade seine 8. bauen, die auch schon sehr weit fortgeschritten ist (hab' den lackierten Korpus vor 2 Wochen im Lackierraum gesehen). Warum der so viele braucht, ist mir nicht direkt begreiflich - muss ja auch nicht sein, Bernd habe ich als sehr netten Zeitgenossen kennen gelernt und spielen kann der wirklich alles von A bis Z, sehr vielseitig! - aber frag' doch mal gitarrero!, was man mit einem Arsenal von
Ibanez*-Gitarren anfangen kann ;-)
Platz 2 geht wohl an Victor Smolski, der müsste 6 haben. Bei dieser Platzierung kann ich aber Sammler, die möglicherweise unerkannt bleiben möchten, nicht berücksichtigen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Garantie auf Richtigkeit... Bernard Beck hat 4 Siggis, John Schmitz 3. Dann gibt es noch jemand, der mindestens 3 Siggi-Gitarren besitzt (außer maxl03, meine ich - der hat aber auch 3, wenn ich mich nicht irre), dazu aber auch noch einiges an weiteren Edel-, Custom- und Vintage-Gitarren.
Rekord brechen? Höchstens sehr langfristig, ist aber nicht direkt meine Absicht. Allerdings machen Custom-Gitarren schon einigermaßen süchtig - probier's doch mal aus. Es ist eben höchst reizvoll, zahlreiche Details _wirklich_ nach eigenen Wünschen/Vorgaben umsetzen zu lassen und _echte_ Custom-Instrumente zu erhalten, nicht das, was sich nur so nennt. Ich hab's schon mehrfach gesagt: Bis inkl. der Nr. 4 ergibt für mich alles (noch) einen Sinn, bei der Nr. 5 muss ich gestehen, dass dies klanglich/baulich nichts wirklich Neues mehr wäre, dieses Modell dafür aber eine Wahnsinns-Optik mit sich brächte. Neben der unterschiedlichen Optik bringen die Instrumente schon wegen der Holzkombination natürlich auch klangliche Unterschiede mit sich, auch wenn sie überwiegend mit denselben Häussel-Tonabnehmern ausgestattet sind.
Hier die "funktionale Zusammenfassung":
Nr. 1 = "SOV(ENANCE)-7" = 7-Saiter mit festem Piezo-Steg, leicht verlängerte Mensur, Korpus: Brazil Cedro, Hals: Bergahorn, Griffbrett: Makassar-Ebenholz
Nr. 2 = "SOV(ENANCE)-6" = 6-Saiter mit Schaller LoPro-Vibratosystem, Korpus: Erle, Hals+GB: Vogelaugenahorn
Nr. 3 = "AQUA" = 7-Saiter mit Piezo-Vibratosystem (FR + GraphTech-Reiter), Korpus: Erle, Hals: Bergahorn, GB: wildes Wölkchenahorn; Besonderheit: Downtuning 1 Ganzton
Nr. 4 = "NATURAL" = 7-Saiter mit Piezo-Vibratosystem (FR + GraphTech-Reiter), Normalstimmung, Korpus: Linde, Hals: PauFerro, Griffbrett: Rio-Palisander. Besonderheit: Hals eingeleimt, Drop Top
Alles klar? Wenn ich z. B. zu Symphony X mitspielen oder im Heimstudio Akkorde auf alternative Art (Leersaiten) spielen will, kommt mir das Downtuning-Vibrato-Modell zugute (Nr. 3). Wenn ich 7 Saiten in Kombination mit einem Vibratosystem brauche - Nr. 4. Das Rennpferd für "nur Soli" = Nr. 2, das "Schlachtschiff ohne Spielereien" = Nr. 1. Die Rechtfertigung für die Nr. 5 muss ich mir noch überlegen... Da wäre noch die Möglichkeit, sich ausgefallene Gitarren bauen zu lassen - ich hatte ja Beispielbilder eingestellt.
Genauso gut könntest Du fragen: Und wozu 2 Bässe? Der eine hat 6 Saiten und ist bundiert, der andere ist ein 5-Saiter Fretless. Oder mehrere Studiopreamps, Kompressoren, Mikros? - Klangnuancen und diverse Einstellmöglichkeiten. Ich mag es, Alternativen zu haben. So kann ich (ganz abgesehen vom Fractal Axe-Fx, Line6 ModPro und EchoPro) zwischen 3 Boostern/Zerrern, 2 Chorus-Pedalen und 2 Boden-Kompressoren wählen. Kann aber trotzdem sein, dass sich im neuen Setup (die Booster hatte ich eigentlich wegen meiner 2 mittlerweile verkauften
Ibanez* angeschafft) das ein oder andere (Boden-)Gerät als überflüssig erweist. Welcher Heimstudiobesitzer braucht schon einen 2.5k-Studio-Summierverstärker? Oder einen Peterson Strobe Tuner? Oder Patchbays mit Militärspezifikationen, die man schön aufwändig selber verlöten darf?
Hmm, vielleicht weil ich freakmäßig veranlagt bin? Doch, so könnte man das sagen. Aber Freaks - davon habe ich mich auf diesem oder auf anderen Foren überzeugt - gibt es durchaus und gar nicht so wenige. Keine Sorge, ich stecke kein Geld in eine X-Tausend-Watt-Anlage fürs Auto und ein abartig donnernder Tiefbass hat für mich mit Musik/Musizieren an sich rein gar nichts zu tun. Oder sagen wir's mal so: Jeder Depp kann sich irgendwas kaufen und von mir aus mit 170dB einen neuen Pegel-Rekord aufstellen. Aber dass man z. B. mit Instrumenten umgehen kann (die sich sofort kaufen lassen, wenn die Finanzen es erlauben), muss man erst mal beweisen. Dazu braucht man Fähigkeiten, die man langfristig entwickeln muss (wenn man's denn vor hat). Daher bin ich froh, dass ich mich mit diesem Sch...ss schon eine Weile beschäftige. "Guitar Hero" als Spiel, was für'n Blödsinn... Weil die armen medienüberforderten Kiddies heute keine Zeit mehr haben, um in mehreren Jahren ein Instrument halbwegs zu erlernen... Bin ich froh, dass es bei mir auch non-virtuell einigermaßen mit der Gitarre klappt.
Wenn Du schon von Rekorden sprichst, dann ist das, was ich betreibe, höchstens "Mehrkampf", bei dem der Punkt "Siggi-Gitarren" eben nur eine Rubrik darstellen. Ich versuche aber, die Komponenten in meinem Studio in etwa auf demselben ansprechend hohen Niveau zu haben. _Nachdem_ ich mich mit dem ganzen Studio-Krempel eingedeckt habe, ergibt auch der Umstieg auf _noch bessere_ (bzw. baulich kaum noch zu toppende Spitzen-)Gitarren wieder Sinn. Die 2 Edel-
Ibanez*, die ich davor hatte, waren bestimmt nicht schlecht. Aber allein von der Bespielbarkeit her sind die Siggi-Teile deutlich angenehmer (für mich jedenfalls). Außerdem lassen sich bei Custom-Instrumenten eben (jede Menge) Sonderwünsche umsetzen. Ich könnte auch mein Heimstudio verkaufen und mir ca. 10 Siggi-Gitarren bauen lassen, dann wäre ich (vorübergehend?) die Nr. 1.
Weißt Du, wenn ich nach 18 Jahren hobbymäßigem Gitarrespielen noch solche intensiven Aha-Erlebnisse erleben darf wie Optik, Klang und Handling edler Instrumente (in meinem Fall Siggi Braun), dann ist dies _mir persönlich_ schon einiges an Geld wert. Das betrifft die Qualität, aber in Verbindung damit macht auch die Quantität Spaß, oder? Und was ist mit Vielweiberei? Wie viel(e) Frau(en) braucht ein Mann? Warum werden in Boulevardzeitungen täglich die gleichen (weiblichen) Körperpartien abgelichtet, als ob die Menschheit nicht wüsste, wie diese aussehen? Weil es immer wieder aufs Neue Spaß macht und dabei auch Nuancen eine Rolle spielen/einen Unterschied machen können. - Genug philosophiert.
So, nach diesen meinen Ausführungen bin ich sehr gespannt zu hören, was Du uns von Deinen Lastern und Freak-Charakteristika zu be(r)ichten hast ;-) Wo drückt denn bei Dir der (Geld-investieren-obwohl-es-nicht-unbedingt-erforderlich-wäre-aber-unzweifelhaft-geil-ist)Schuh

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