Woher kommt der Ton im Gitarrenverstärker?

  • Ersteller profkamuffel
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Erstaunlich oder? Im Alter hört der Mensch nämlich immer weniger Höhen, auch als Nichtmusiker. Was mag bei dieser Frau da vorgehen?

Finde ich nicht erstaunlich.

Gesunde (und auch jüngere) Ohren können unangenehme Sounds besser vertragen, dh. haben sowohl eine bessere Fähigkeit, hohe Lautstärken abzupuffern als auch unangenehme Peaks bestimmter Frequenzen.
Du kannst eine Schwerhörigkeit (Hypakusis) und gleichzeitig eine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) haben.

Vielleicht ist das auch dem ein oder anderen MB Mitglied schon aufgefallen, dass manche älteren Scheiben von härteren Metalbands, die man in seiner Jugend noch total toll fand, heute nicht mehr so schön klingen (bzw. leichte "Kreissäge" Tendenzen offenbaren) - das liegt an dem Phänomen, welches ich eben genannt habe.

Die Tagesform spielt dabei auch eine Rolle.
Generell "nerven" unangenehme Sounds mehr, wenn man sich von Haus aus nicht so fit fühlt (z.B. übermüdet ist).
 
Ich empfehle dir für den Vergleich allerdings nur die Looped samples (ab 7:30min) heranzuziehen...
Das ist übrigens ein interessantes Video. Ich hab ja schon gedacht, dass sie am Ende was sagen in Richtung "ätsch, die Schalter waren gar nicht angeschlossen" ;)

Ich finde solche "Diskussionen" inhaltlich und zwischenmenschlich sehr anstrengend, aber auf der Meta-Ebene durchaus interessant. Da reden mehrere mindestens durchschnittlich intelligente Menschen mit unterschiedlichem Background, aber gemeinsamem Interesse!, seitenlang engagiert trefflich aneinander vorbei, mit großer emotionaler Energie. Bringt's was außer heißer Luft? Zweifelhaft. Macht's trotzdem irgendwie Spaß? Zu einem gewissen Grad.

Ein bisschen ist es ja so:
duty_calls.png


Immerhin habe ich gelernt, diese ganzen Dinge nicht persönlich zu nehmen und ich habe mit der Zeit auch die Lust verloren, irgendwen von irgendwas zu überzeugen. Ich kann mich auch nicht mehr drüber aufregen, wenn ich das "Gesamtsystem" meine und dabei den Kondensator rausgreife und dann natürlich erstmal nur über Kondensatoren diskutiert wird. Der Effekt eines Ausgangstrafos ist natürlich ungleich größer... oder auch die Röhre, in einem puristischen Single-Ended 5F1 mit drei Röhren (Gleichrichter, Preamp, Poweramp) stellt man ja wirklich schnell fest, dass 12AX7 nicht 12AX7 ist.

Es ist halt unmöglich, in so einer linearen Plattform wie hier mit Posts und ganz vielen Beteiligten ein diffiziles Thema tieferzulegen - ist kein Vorwurf an irgendwen, ist halt in der Natur von so Foren. Für mich ist es total zusammenpassend, dass - um beim Beispiel zu bleiben - es bei einem Tone Cap in einer Gitarren null Bedeutung hat was da verbaut ist, bei Verstärkern aber eben durchaus. Es passt genau so zusammen, dass ich auf der einen Seite Musik quasi nur von digitalen Quellen höre, mir andererseits aber Schallplatten kaufe. Und ich stehe dazu, dass puristische kleine Einkanaler - die mit den drei Röhren halt - auf mich eine gewisse magische Anziehungskraft haben, die ich nicht mit wissenschaftlich korrekten Faktoren erklären kann. Wäre mal was für eine längere Diskussion beim Glas Bier oder Rotwein.

Davon muss (und will) ich Menschen auch gar nicht überzeugen. Ich habe ja auch meinen Musikgeschmack, den teile ich gerne wenn jemand auch Freude daran hat, aber ich mag meine Musik auch so, ganz ohne dass sie jemand anders auch mag.

Mein letztes Statement zum Thema "woher kommt der Ton" geht demnach auch auf die ganz globale Meta-Ebene: Eigentlich ist es doch wurscht, woher der nun kommt, so lange das Ergebnis stimmt und einen selbst Happy macht, so dass man damit vielleicht auch andere Happy machen kann. Lebhafte Diskussionen zum Thema sind ein positives Zeichen, dass es engagierte Leute mit Freude am Hobby gibt. Meinungen gehören dazu, unterschiedliches Level von Fachwissen ebenso.

Was bleibt: Elektrische Audio-Verstärkung ist gar nicht mal so einfach, und nicht immer eindeutig. Und das ist ja auch gut und richtig so.
 
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Das ist übrigens ein interessantes Video. Ich hab ja schon gedacht, dass sie am Ende was sagen in Richtung "ätsch, die Schalter waren gar nicht angeschlossen" ;)
Aufgrund der Verkabelung kann man vermuten, dass er offensichtlich selber wissen wollte, was man da am besten reinlötet.

Immerhin habe ich gelernt, diese ganzen Dinge nicht persönlich zu nehmen und ich habe mit der Zeit auch die Lust verloren, irgendwen von irgendwas zu überzeugen. Ich kann mich auch nicht mehr drüber aufregen
Da stimme ich mit dir überein. Foren taugen bestenfalls für Schulterklopferei von Gleichgesinnten, Gläubige kannst du hier eigentlich nicht vom Glauben abbringen, egal wieviele Gegenbeweise du für jahrelang eingelesene Fakten präsentierst. Das funktioniert selbst dann nicht, wenn eine Glaubensabkehr für den Gläubigen erhebliche Vorteile verschiedener Art hätte. Zeit und Geld spielen bei Hobbys allerdings nicht wirklich eine Rolle, schon das stellt das Bestreben auf den Kopf: Viele geben gerne viel Geld für ihre Hobbys aus, egal ob das sinnvoll ist oder eben nicht. Ich glaube allerdings auch, dass es eigentlich keinen Hobbybereich gibt, wo das Hersteller und Verkäufer nicht auszunützen wüssten. ;)

Und ich stehe dazu, dass puristische kleine Einkanaler - die mit den drei Röhren halt - auf mich eine gewisse magische Anziehungskraft haben, die ich nicht mit wissenschaftlich korrekten Faktoren erklären kann. Wäre mal was für eine längere Diskussion beim Glas Bier oder Rotwein.
Ich benutze auch einen Einkanaler, allerdings mit 4 Röhren und habe den Kondensatortausch, wegen der Bauform (ich wollte die Platine wegen geplanter Modifikationen rauswerfen) schon einmal durchgezogen. Die Erfahrungen damit, aber auch das angeeignete Wissen bezüglich der Mods, ist neben Erfahrungen mit Bauteilen für meine DIY Bodentreter der eigentliche Grund, warum ich nicht an einen hörbar relevanten "Bauteilklang" (bei gleichen/sehr ähnlichen Spezifikationen) glauben kann und will.

Wie du richtig schreibst, das Ergebnis zählt. Ich vertrete da eisern die Ansicht, dass es vorrangig unsere Finger, Hände und unser Hirn sind, welche den eigentlichen Klang mit seiner Magie ausmachen. Man sich daher das verrennen in derartigen Kleinkram, herzlich ersparen kann, zumindest solange das Equipment funktioniert.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Finde ich nicht erstaunlich.

Gesunde (und auch jüngere) Ohren können unangenehme Sounds besser vertragen, dh. haben sowohl eine bessere Fähigkeit, hohe Lautstärken abzupuffern als auch unangenehme Peaks bestimmter Frequenzen.
Du kannst eine Schwerhörigkeit (Hypakusis) und gleichzeitig eine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) haben.

Wo willst du da anfangen, irgendwas zu beurteilen. Wenn von vielleicht 100 Leuten einer aufgrund solcher Erkrankungen ein unangehmes Geräusch bei einer bestimmten Frequenz mit jenen Caps hört, sollte derjenige sich vielleicht keine Rockmusik mit Marshallamps reinziehen? Daher beharre ich auf das Gehör der Mehrheit, nicht auf evtl. auftretende Ausnahmen, die es durchaus geben mag.

Die Tagesform spielt dabei auch eine Rolle.
Generell "nerven" unangenehme Sounds mehr, wenn man sich von Haus aus nicht so fit fühlt (z.B. übermüdet ist).
Auf jeden Fall, das merkt man ja selbst beim spielen, wenn der Ampsound trotz keinerlei Einstellungsveränderungen plötzlich mies ist und man im dümmsten Fall nicht einmal im Takt bleiben kann.
 
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Das funktioniert selbst dann nicht, wenn eine Glaubensabkehr für den Gläubigen erhebliche Vorteile verschiedener Art hätte.

Da sagst du was...

Ich wäre nämlich für mich sehr viel einfacher, wenn ich meine Gitarre nicht aus mehreren Exemplaren raussuchen müsste, weil sie doch alle gleich klingen.
Oder keine Kondensatoren tausche, weil das sowieso nichts bringt.

Wenn man aber selbst andere Erfahrungen gemacht hat, die den von dir genannten vermeintlichen "Beweisen" widersprechen, was soll man dann deiner Meinung nach tun?

Einfach die günstigere der beiden Gitarren des gleichen Modells aus der gleichen Baureihe kaufen, obwohl der Klang einem schlechter gefällt als beim 200 Euro teureren Exemplar (verschiedene Anbieter mit verschiedenen Preisen)?
Einen Amp, den man komplett mit teuren Sozo Kondensatoren ausgestattet hat, nicht wieder auf andere Kondensatoren umrüsten, wenn er mit den Sozos leider nicht die erhoffte klangliche Verbesserung erfahren hat, sondern im Gegenteil damit einfach mies klingt?

Ich habe da dann doch lieber auf mich selbst als auf den Regensburger Professor gehört.
Man möge es mir verzeihen. :)
 
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Ich wäre nämlich für mich sehr viel einfacher, wenn ich meine Gitarre nicht aus mehreren Exemplaren raussuchen müsste, weil sie doch alle gleich klingen.
Wenn du weißt, wie sehr du den Klang einer Seriengitarre durch die richtigen Einstellungsarbeiten, auch dem Feilen des Sattels oder einem Tausch der Brücke, beeinflussen kannst, suchst du beim gleichen Modell zwangsläufig nur noch nach Optik, Gewicht und Verarbeitungsqualität aus.
Dass man darauf Vertrauen kann, hat auch viel damit zu tun, wie oft man selber Setups durchgeführt und Bünde abgerichtet hat. Es schadet auch nicht, schon einmal Potis getauscht zu haben und sich darüber bewusst zu sein, wie man mehr Höhen in den verstärkten Klang bekommen kann, ohne gleich die Pickups zu wechseln.
Die Gitarren klingen verstärkt immer noch anders? Sicherlich, lässt sich schon aufgrund der Toleranzen der Hardware nicht ganz vermeiden, aber wirklich radikal anders, vielleicht sogar deutlich schlechter bis unbrauchbar?

Wieviele Gurken mögen da unterwegs sein, die eigentlich nur den Einsatz von Feilen, Inbusschlüsseln und Schraubenziehern brauchen und keine verdrehten Hälse, lockere Bünde oder falsch montierten Brücken oder sogar Hälse haben?

Darüber hinaus kann man sich anhand der verschiedenen Gitarrenmodelle, aufgrund der unterschiedlich verbauten Pickuptypen, Pickuppositionen, Brückentypen, durchaus für bestimmte Klangfärbungen entscheiden, wenn das erwünscht ist. Ich hatte schon desöfteren das Beispiel Les Paul vs. SG mit den unterschiedlichen Pickuppositionen gebracht, ähnlich verhält es sich bei Humbuckern gegen Mini-Humbucker oder P90. Eine grobe Sustainvorauswahl kann man anhand des Bodys (solide oder nicht) und der Brückentypen treffen. Hier kommt übrigens der Prof ins Spiel, der sich einmal die Arbeit gemacht hat, die Brückenkonstruktionen bezüglich Resonanzfrequenzen genauer unter die Lupe zu nehmen und dabei u.a. feststellte, dass die getestete Strat ein längeres Sustain als die Les Paul hatte..

Oder keine Kondensatoren tausche, weil das sowieso nichts bringt.

Wenn man aber selbst andere Erfahrungen gemacht hat, die den von dir genannten vermeintlichen "Beweisen" widersprechen, was soll man dann deiner Meinung nach tun?
Es spricht nichts dagegen Kondensatoren zu tauschen, wenn es dir Spass macht. Dafür Unsummen in die Hand zu nehmen und den Tausch vielleicht sogar machen zu lassen, ist zwar fragwürdig und Seitens des Anbieters Geschäftemacherei, aber wenn's ein Hobby ist und man relevante Unterschiede wahrnimmt (oder das zumindest glaubt, weil man es unzählige Mal gelesen hat)...
Es spricht bezüglich der Erfahrung aber hoffentlich auch nichts dagegen, sich wenigstens einmal zu überlegen, ob man wirklich 1:1 Vergleiche gemacht hat (mit Loops und Vorher/Nachher-Tonaufnahmen), bevor man anschließend von großen Unterschieden berichtet, die man wahrgenommen haben will. Findest du nicht?

Einfach die günstigere der beiden Gitarren des gleichen Modells aus der gleichen Baureihe kaufen, obwohl der Klang einem schlechter gefällt als beim 200 Euro teureren Exemplar (verschiedene Anbieter mit verschiedenen Preisen)?
Was spricht dagegen, das teurere Exemplar zu nehmen und sich z.B. oben Genanntes (Setup und weitere Arbeiten) vorab zu ersparen? Nichts. Ich war auch noch nie jemand, der von hochpreisigen Gitarren abgeraten hätte, wenn die Technisch in Ordnung sind, optisch und haptisch gefallen und derjenige Käufer dafür keinen Kredit aufnehmen muss, warum denn nicht? Ob der Klang den Preis rechtfertigt, ist ein Feld für Blindtests, der Klang alleine immer noch Geschmackssache.

Einen Amp, den man komplett mit teuren Sozo Kondensatoren ausgestattet hat, nicht wieder auf andere Kondensatoren umrüsten, wenn er mit den Sozos leider nicht die erhoffte klangliche Verbesserung erfahren hat, sondern im Gegenteil damit einfach mies klingt?
Das ist Psychologie: Wie oft mag es vorkommen, dass das teuer Gekaufte als etwas schlechteres erkannt wird und das sogar offen zugegeben wird?
Darf das Billige überhaupt gut klingen - und wenn ja, wie gut im Vergleich zum Teuren?
 
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Das ist Psychologie: Wie oft mag es vorkommen, dass das teuer Gekaufte als etwas schlechteres erkannt wird und das sogar offen zugegeben wird?
Darf das Billige überhaupt gut klingen - und wenn ja, wie gut im Vergleich zum Teuren?
Sind dann die HBs, die jede Custom Shop in den Schatten stellen, umgekehrte Psychologie?
 
aber wirklich radikal anders, vielleicht sogar deutlich schlechter bis unbrauchbar?

Ist mir leider so schon untergekommen, wir hatten ja schonmal drüber gesprochen.
Und das Setup war ok, ebenso Bünde, Sattel etc. - auch ein Tausch der Bridge und Tailpiece hatte nichts gebracht.
Über den Einfluss der Elektronik weiß ich schon auch Bescheid.
Meine Erfahrung sagt mir aber, wenn die "Basis" der Gitarre nicht passt, dann brauche ich auch erst gar nicht versuchen, da noch groß was mit anderen PUs zu retten - so richtig super wirds damit auch nicht werden.

Dafür Unsummen in die Hand zu nehmen und den Tausch vielleicht sogar machen zu lassen, ist zwar fragwürdig und Seitens des Anbieters

Das bietet mWn keiner an, der das gewerblich macht.
Viel zu viel Arbeit für zu wenig Geld.
Da sitzt du bei manchen Amps dann wirklich Stunden dran und das will dann sowieso kein Kunde bezahlen.
Da ist es einfacher, mal innerhalb von einer halben Stunde eine Handvoll Bauteile zu tauschen oder reinzulöten und sich das auch gut bezahlen zu lassen (man zahlt halt dann das Know How mit und nicht die reine Arbeitszeit).

Es spricht bezüglich der Erfahrung aber hoffentlich auch nichts dagegen, sich wenigstens einmal zu überlegen, ob man wirklich 1:1 Vergleiche gemacht hat (mit Loops und Vorher/Nachher-Tonaufnahmen), bevor man anschließend von großen Unterschieden berichtet, die man wahrgenommen haben will. Findest du nicht?

Doch natürlich.
Wenn man gutes Aufnahme-Equipment hat, ist das eine prima Sache.
Der George Metropoulos hatte das auch schon zu alten Metro-Amp Forum Zeiten mal gemacht - also die Kondensatoren bei einem Plexi getauscht, drei verschiedene Brands und gemessene Werte alle gleich - da hat man die Unterschiede hören können. Wobei bei einer Aufnahme vermutlich immer was verloren geht und man als erfahrener Gitarrist natürlich auch beim Spielen selbst ggf. Unterschiede bemerkt, dabei, wie der Amp auf die eigens initiierte Tonformung reagiert.

as spricht dagegen, das teurere Exemplar zu nehmen und sich z.B. oben Genanntes (Setup und weitere Arbeiten) vorab zu ersparen? Nichts.

In dem einen Beispiel, das ich im Hinterkopf hatte, muss ich sagen, dass mir das günstigere Modell auch optisch (Griffbrett, Lackierung) noch einen Tacken besser gefallen hätte.
Also war dann schon so ein "schade, dass die aber nicht so gut klingt" Moment.

Das ist Psychologie: Wie oft mag es vorkommen, dass das teuer Gekaufte als etwas schlechteres erkannt wird und das sogar offen zugegeben wird?

Naja, normalerweise ist es ja genau andersrum.
Man kauft teuer was und redet sich dann ein, dass es so viel besser ist.
Bei mir war es leider so, dass ich frohen Mutes war und dann feststellen musste, dass eine Komplettbestückung mit Sozo bei diesem Amp (war ein Jet City Soldano Klon) keine gute Wahl war.
Habe dann mit etwas Herumprobieren herausfinden können, in welchen Positionen diese Kondensatoren tatsächlich sinnvoll waren.
Man muss aber dazu sagen, dass die durchaus recht "speziell" sind, zwischen manch anderen Brands könnten die Unterschiede auch kleiner ausfallen, je nach Bauart und Material.
 
Sind dann die HBs, die jede Custom Shop in den Schatten stellen, umgekehrte Psychologie?
Das wäre die Revolution von unten ;)
Wobei man sich schon die Frage stellen muss, wo an den billigsten Modellen gespart wird, was letztlich immer auch ein Ziel im gewinnorientiertem Wirtschaften ist. Im Prinzip wissen wir das alle: Produktion in Niedriglohnländern, billigere Hölzer, evtl. mehr mit Klebstoff verbundene Holzteile, nicht so hochwertige Hardware, auch mal schlechtere Verarbeitung (die man gar nicht sehen muss, z.B. die Bünde), evtl. schlechteres Setup, billigere Lackierung, andere Vertriebswege und natürlich weniger kostenintensive Werbung.
 
Ist mir leider so schon untergekommen, wir hatten ja schonmal drüber gesprochen.
Und das Setup war ok, ebenso Bünde, Sattel etc. - auch ein Tausch der Bridge und Tailpiece hatte nichts gebracht.
Hattest du die Bünde genau mit Messwerkzeugen untersucht, ob es da z.B. bzgl. der Höhe einzelne Auffälligkeiten gab und wie sich die mit der Halskrümmung verhalten?
Auf den Griffbrettern gibt's die tollsten Abgründe, von Problemen mit der Griffbrett/Halsholztrocknung, über Pfusch bei der Bundierung, abweichende Bundreinheit, bis hin zu schlechter Abrichtung der Bünde.

Das bietet mWn keiner an, der das gewerblich macht.
Ich würde es nie machen lassen, aber einen kenne ich auch hierzulande, der das wirklich durchzieht. Ist letztlich aber auch eine Frage der Haftung und Gewährleistung, wenn die Ausbildung dafür fehlt..

Doch natürlich.
Wenn man gutes Aufnahme-Equipment hat, ist das eine prima Sache.
Der George Metropoulos hatte das auch schon zu alten Metro-Amp Forum Zeiten mal gemacht - also die Kondensatoren bei einem Plexi getauscht, drei verschiedene Brands und gemessene Werte alle gleich - da hat man die Unterschiede hören können.
Mehr brauchbare Vergleiche wären überall sinnvoll, damit könnte man sich viele Diskussionen völlig ersparen. Aber du siehst es doch selbst, auf Youtube sind geschätzte 99% der Equipmentvergleiche im Gitarrensektor freies Gitarrenspiel. Viele "Tester", selbst wenn die unbezahlte Nichtinfluencer sind, versuchen noch nicht einmal mit Produkt A gleich zu spielen wie mit B.
Echte Klangvergleiche sind damit unmöglich- das ist beim Test im Laden ohne Aufnahmemöglichkeit allerdings genauso. Unser Audiogedächtnis taugt dafür mehrheitlich nicht, es kann sich nicht lange genug genau erinnern. Das ist bei optischen Sachen übrigens genauso, davon kann die Polizei ein Lied singen, wenn es um genaue Täterbeschreibungen geht. Es gibt allerdings durchaus Menschen, die davon abweichen, die das deutlich besser können als der Durchschnitt. Ein Künstler, der z.B. häufig Portraits gemalt hat, kann ein Gesicht von einem Täter wahrscheinlich auch nach Wochen noch sehr exakt beschreiben und vielleicht sogar in Fotoqualität nachzeichnen. Ähnliches gibt es im Audiobereich gewiss auch unter manchen Musikern, Produzenten und Tontechnikern.

Naja, normalerweise ist es ja genau andersrum.
Man kauft teuer was und redet sich dann ein, dass es so viel besser ist.
Bei mir war es leider so, dass ich frohen Mutes war und dann feststellen musste, dass eine Komplettbestückung mit Sozo bei diesem Amp (war ein Jet City Soldano Klon) keine gute Wahl war.
Die Werbung für die Dinger ist aber schon entlarvend. Handgemachte Folienkondensatoren?
Gibt's da Videos, wie die per Hand gewickelt werden? Das würde ich mir gerne einmal ansehen, weil ich es mir nicht vorstellen kann.
In deinem Fall hätte man die einmal genauer durchmessen sollen (nicht nur die Kapazität). Handmade mit vintage specs (früher hatten Kondensatoren deutlich größere Toleranzen) könnten doch für extreme Ausreißer sorgen?!
 
Hattest du die Bünde genau mit Messwerkzeugen untersucht, ob es da z.B. bzgl. der Höhe einzelne Auffälligkeiten gab und wie sich die mit der Halskrümmung verhalten?

Ja, ich habe gelevelte Fretrocker (nicht der Ramsch von HB) und Lineale mit Notches.

Die Werbung für die Dinger ist aber schon entlarvend. Handgemachte Folienkondensatoren?

Die Sozo Standard, die ich im beschriebenen Fall genutzt hatte, waren ganz normal "machine wound", aber trotzdem anders als z.B. Mallory 150 oder Röderstein MKT1813.
Sozo Vintage hatte ich hier und da mal ausprobiert, ist aber mMn erst recht nichts für Hi-Gain Amps. Das wäre vermutlich eher ein guter Ersatz bei alten Marshall Plexi Amps.

Ich finds aber gut, dass du dir Gedanken darüber machst - das sind auf jeden Fall valide Punkte!
 
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Hattest du die Bünde genau mit Messwerkzeugen untersucht, ob es da z.B. bzgl. der Höhe einzelne Auffälligkeiten gab und wie sich die mit der Halskrümmung verhalten?
Auf den Griffbrettern gibt's die tollsten Abgründe, von Problemen mit der Griffbrett/Halsholztrocknung, über Pfusch bei der Bundierung, abweichende Bundreinheit, bis hin zu schlechter Abrichtung der Bünde.

Hehe, nix für ungut, aber es liest sich teilweise so, dass alles, ja wirklich jeder Zehntelmillimeter Saitenhöhe, jede Sechzehntelumdrehung am Halsspannstab oder irgendwas sonst in der Gleichung massiv mehr Einfluss auf den Gitarrenklang haben muss als das Holz selbst.

Weil NEIN. Das Holz als größter Massenanteil an der Konstruktion KANN und DARF ja überhaupt keinen nennenswerten Einfluss auf den Klang haben. :rolleyes:

;)

EDIT: Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich gehe vollkommen d'accord, dass alle diese Setup-Sachen wirklich viel bringen und ich bin auch jemand, der vor dem Tonabnehmerwechsel erst einmal zum Rumprobieren mit der Höhe rät. Und Sattel und Bridge sind wesentliche Stellschrauben. Wenn aber die Grundlage schon mau ist, zaubern diese Komponenten auch nicht irgendwo was her.
 
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ja wirklich jeder Zehntelmillimeter Saitenhöhe

Und dabei hatte ich die Saitenlage bei der nicht so schön klingenden Gitarre eh schon großzügig hoch eingestellt um mal zu schauen, ob es irgendwas bringt bzw. bessert... ;)

Übrigens hat die besagte Gitarre (die ich damals noch vom Händler hier hatte) innerhalb von nichtmal einem Jahr auch mindestens einmal den Besitzer gewechselt und ist jetzt auf dem französischen Gebrauchtmarkt aufgetaucht... scheint also so zu sein, dass die nachfolgenden Besitzer auch nicht ganz so glücklich damit waren/sind.
 
Und dabei hatte ich die Saitenlage bei der nicht so schön klingenden Gitarre eh schon großzügig hoch eingestellt um mal zu schauen, ob es irgendwas bringt bzw. bessert... ;)

Umso höher die Saitenhöhe, desto höher die Höhen.
 
Meine Spielfreude hat sich damit jedenfalls nicht erhöht. :D
 
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Das gegenständliche Video im Startbeitrag war ja schon vorher einige Male in anderen Threads "abgearbeitet" worden. Abgesehen davon scheint hier eh zunehmend der Bezug dazu verloren zu gehen - ist denn zum Thema (auch hier) schon alles gesagt :gruebel:;)? LG Lenny
 
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Ich finds aber gut, dass du dir Gedanken darüber machst - das sind auf jeden Fall valide Punkte!
Marketing ist doch lustig, wenn man es hinterfragt. Kennst du schon folgendes Video, was mir einmal wieder der YT Logarithmus beschehrte?
Immerhin bemüht er sich relativ erfolgreich gleich zu spielen:
 
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Hehe, nix für ungut, aber es liest sich teilweise so, dass alles, ja wirklich jeder Zehntelmillimeter Saitenhöhe, jede Sechzehntelumdrehung am Halsspannstab oder irgendwas sonst in der Gleichung massiv mehr Einfluss auf den Gitarrenklang haben muss als das Holz selbst.

Weil NEIN. Das Holz als größter Massenanteil an der Konstruktion KANN und DARF ja überhaupt keinen nennenswerten Einfluss auf den Klang haben. :rolleyes:

Wie kann eine Saite, mit ihrem geringen Massenanteil gegenüber dem Holz, eigentlich Einfluss auf den Klang haben? 🙄
Es hindert dich keiner daran, einmal alle Bünde zu entfernen, um den echten Holzklang zu testen. ;)


Spaß beiseite, das Holz des Halses und des Griffbretts spielen bezüglich der Bundposition, die für eine saubere Intonation und Saitenschwingung elementar ist, eine extreme Rolle. Daher muss man letztlich per Setup (Halskrümmung) auch starke Schwankungen der Luftfeuchtigkeit oder Temperatur ausgleichen. Der Bereich des Griffbrettes mit den Bünden ist darüber hinaus, durch Schwankungen im Holz, Bundierungen, Abrichtungen, Abnutzungen durch das Spielen etc. quasi ein Fingerabdruck jeder einzelnen Gitarre- 100% identisch zu einer anderen ist das wegen der verwendeten Materialien nie. Das kann man messen und hören.
Wenn der Hals verdreht ist, auch nur eine kleine Wölbungen hat, die Bünde nicht auf gleicher Höhe sind, locker sitzen oder auch nur die Abrichtung mies ist, kann man lange an Gitarren herumschrauben, die wird nie richtig und gut klingen. Das ist dann ein Fall für einen Gitarrenbauer, den die meisten Käufer bestimmt nicht zurate ziehen, weil die Gitarre irgendwie nicht klingt.


@Myxin :
Mit großer Saitenhöhe bekommst du auch nie einen guten Klang, weil du fester zudrücken musst. Das kannst du per Tuner testen, wie unsauber dann die Töne werden.
 
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Kennst du schon folgendes Video

Kannte ich noch nicht, danke fürs Posten!
Wenn man nur die 100n Caps am Phasentreiber tauscht, braucht man natürlich auch keine Wunder erwarten.
An der Stelle haben mir die Sozo Standard übrigens auch in Hi-Gain Amps gut gefallen (wobei es dann eher 22n oder 47n waren).
Wenigstens sieht der Amp von ihm jetzt schön bunt aus innen - das ist doch auch was, das Auge hört mit! :D

Mit großer Saitenhöhe bekommst du auch nie einen guten Klang, weil du fester zudrücken musst. Das kannst du per Tuner testen, wie unsauber dann die Töne werden.

Ja, das ist schon klar, war jetzt auch nicht abnormal hoch zum Test, ca. 1,8 mm hohe E Saite am 12. Bund (mir sind 1,5 mm da lieber - super tief unter 1,2 mm mag ich auch nicht so gern, da schwingen die Saiten dann auch oft nicht mehr richtig aus).
 
Wenigstens sieht der Amp von ihm jetzt schön bunt aus innen - das ist doch auch was, das Auge hört mit! :D
Vor allem, weil man so oft beim spielen in den Amp guckt.
Gut, ich konnte auch noch nie die PC-Pimper verstehen, die Glasfenster und Beleuchtung brauchen, um sich an ihrer Hardware aufzugei... ;)

Bei der Geschäftsidee mit Vintage(Spec/Klang/Optik)-Kondensatoren, geht's dann doch letztlich eher um Glauben- Die stecken da drin, daher klingt's, oder auch nicht.
 
Bei der Geschäftsidee mit Vintage(Spec/Klang/Optik)-Kondensatoren, geht's dann doch letztlich eher um Glauben- Die stecken da drin, daher klingt's, oder auch nicht.

Wie gesagt, da gibt es Menschen "vom Fach", die würden dir hier widersprechen.
Ich selbst bin auch davon überzeugt, dass es nicht egal ist, welche Kondensatoren man in Amps einbaut, auch bei Folienkondensatoren gleicher gemessener Kapazität kann es klangliche Unterschiede geben.

Bei Tone-Caps in Gitarren kann man sich drüber streiten.
Ich würde da auch keine 100 Euro für irgendwelche Gibson Fake Bumblebees ausgeben - das ist übrigens mal so ein Negativbeispiel, das zeigt, wie man "Gläubigen" das Geld aus der Tasche ziehen kann.
Für mich tun es auch schöne Sozo oder Mallory Kondensatoren. Kosten natürlich zwei, drei Euro und sind damit teurer als die günstigsten ihrer Art.
Das ist es mir aber wert, auch für meinen psychoakustischen Seelenfrieden. :)
 
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