Zu den Axe-FX Preset Sounds folgende Beobachtungen:
* Generell sind von anderen erstellte Presets oft nicht jedermanns Sache
* bei den bestehenden Axe FX Standard und Ultra (die sich ja im Sound NICHT unterscheiden, nur in Features und Leistung) sind die Presets nachwievor aus der Zeit von Firmware x.y und wurden nie an die neueren FWs angepasst
* Die Updates FW 10.03 und 11 brachten teilweise enorme Soundänderungen, weil die Algorithmen für Presence und Endstufen völlig umgerempelt wurden
* Für den Axe FX II gibt es noch keine Presets, die Demos wurden mit ein paar schnell erstellten Patches eingespielt
Wie wirken sich diese Beobachtungen (die ja auf Tatsachen beruhen) auf die Soundeindrücke aus?
Speziell nach dem 10.0x Update, wo die Presenceregelung endlich wie bei einem richtigen Amp funktioniert hat, lobten einige User dies, andere meinten, "Schöne Scheiße, meine ganzen Patches klingen jetzt nach Mist".
Beim neuen 11er überwiegt das Lob, aber manch einer meint, vermehrtes Rauschen und nervige hohe Frequenzen zu vernehmen.
Daher kommt, so glaube ich, auch das subjektive Empfinden, dass der Axe FX nach einem Update noch weißer als weiß wäscht. Manche Updates helfen einem Patch (der vorher schon nicht optimal war), andere erfordern eine Anpassung und nach dieser klingt es dann vielleicht wirklich besser als vorher.
Ich selbst habe leider die Tendenz (und ich unterstelle dies 90% aller Modeller und auch echt-Amp User), meine Sounds zu sehr nur auf die Gitarre alleine abzustimmen, also so, dass es mir gefällt, wenn ich alleine zu Hause spiele.
Im Mix klingen diese Sounds dann oft nicht besonders, haben meistens einen unangenehmen Mittenhonk oder wummern zu sehr, wenn der Bass mitspielt.
Hier setzt meines Erachtens die Hauptkritik der Röhrenamp Fans an, die behaupten, Modeller würden nasal klingen und sich nicht durchsetzen. Der Röhrenamp Spieler hat eher die Tendenz, seinen Amp auf den Bandsound abzustimmen, und wenn er das dann aufnimmt, passt das auch im Frequenzbereich.
Mit dem 11er Update (das wirklich in den Bässen und Höhen deutlich tighter und frischer klingt) habe ich mir jetzt die Mühe gemacht, meine Patches anzupassen und andere IRs zu verwenden. Ich habe aus meinen Redwire Sets jetzt nicht mehr die 0inch Mikroentfernung genommen (die ich im echten Leben verwende) sondern einem Tipp im FAS Forum folgend die 4inch. Das nimmt das Wummern von den Bässen und erzeugt einen sehr präsenten Sound.
Für sich alleine klingt das recht scharf und hohl, aber im Mix genial. Bei meinen Marshall Patches klingt es jetzt in etwa so, wie die Einzelspuren von Slash aus alten Zeiten.