Plex, erster eindruck
Vatertag war es soweit, mit Hendrix Reissue, Plex und Jel20 ging es in den Übungsraum statt auf Zechtour.
Der
Marshall* leidet jedoch an Kupfergicht und muss erstmal in die Klinik, also hatten wir keinen, sozusagen, Referenzton, ist ja nu kein echter Plexi.
An einer
Engl* Pro 2x12 mit Vintage 30 kamen hauptsächlich eine 2000er Gibson sg und eine 79er
Yamaha* sg 2000 zum Einsatz. Auf dem Boden lagen ein paar Booster und ein Notaklön.
Das für mich markanteste vorweg, der Plexi Kanal des Jel ist in keinster Weise schlechter als der Plex, er ist lediglich anders. So zumindest an dem Tag und auch leise bei mir zuhause ist das mein erster, vorsichtiger Eindruck. Dieser Kanal hatte mich dazu bewogen den Plex zu kaufen und ein kleines bisschen frage ich mich in wie weit diese Investition Zugewinn gebracht hat. Aber Rom wurde auch nicht zwischen 11 und 15 Uhr erbaut und mit der Zeit erst werden sich die Unterschiede zeigen, Dienstag im Bandkontext zB.
Der Plex hat schon auf geringem Volumen unerwartet viel gain parat welches natürlich mehr wird wenn man von 2 bis 8 dreht aber der Charakter und die Klarheit des Tons bleiben in jeder Stellung gleich. Die Saitentrennung bei höheren Settings habe ich noch nicht besser gehört, weder vom Slo30, noch vom BadCat Lynx noch vom Cornford mk50.
Die genialen tweaks von Mr Friedman sind der Variac Schalter und je ein bright Switch pro Kanal.
Kanal 1 in der rechten, der heißen Stellung ist schwer zu ertragen, Mitte und links ist hier immer gut und richtig.
Kanal 2 wiederum gewinnt in der rechten, der heißen Position enorm an Einfluss.
Wie auch immer Kanal 1 eingestellt war, Kanal 2 auf maximal zwei und dann den bright cap dazu. Wow!
Höhen, Hochmitten und reichlich gain kommen hinzu und stellen ein flexibles Werkzeug zur Formung des tonalen Charakters dar.
Der variac Schalter verringert an verschiedenen Stellen in der Schaltung die Spannung und wenn der Herr van Halen es für gut befand dann ist es auch gut, das möchten wohl die meisten von uns bezeugen.
Und das ist es auch.
Beschreiben kann ich es leider nicht, es macht etwas mit dem Ton und vor allem mit dem feel. Wir sind dort in der Zeit nicht genauer darauf eingegangen aber ich bin überrascht das mir die LV (low voltage) Position besser gefiel, wird ihr doch eine gewisse sponginess nachgesagt. Fühlte sich nicht wirklich danach an aber wir haben auch recht leise gespielt, der Unterschied mag sich erst bei mehr Lautstärke zeigen. Für solcherlei Dinge braucht es Praxis, Proben und Gigs aber der Raum ist 50 km entfernt und wir proben nur alle zwei Wochen, also wird da noch etwas Zeit ins Land ziehen.
Das Tonestack arbeitet in gewohnt dezenter Weise und wir hatten im Grunde nur die Mitten etwas angehoben, dimed fand ich ihn zu harsch.
Der low Input wurde nur kurz gecheckt und erschien mir klanglich sehr ähnlich zu sein aber damit haben wir uns nicht lange aufgehalten da wir nur begrenzt Zeit hatten.
Ich spiele nicht clean sondern ein saftiges Rock’n’Roll Brett und genau dafür hab ich den Plex gekauft. Das kann er auch richtig gut.
Mein Kumpel ist Richtung ac/dc, thin lizzy usw unterwegs, bei mir darf es gerne etwas härter sein. Er hat sich den Amp auch bestellt nachdem er ihn einige Tage zuvor bei mir in der Wohnung gespielt hat.
Booster und Overdrives werden dankend angenommen und wohlwollend verarbeitet. Mein Lieblings’booster', der Chase Tone Secret Preamp ist auch hier ein always-on par excellence und der Notaklön rundet den Ton ab und addiert die Crème für den Leadsound.
Bislang stelle ich meine Amps auf alten ac/dc crunch ein und feure mit diversen Boostern entsprechend an, seit kurzem erst mit einem Overdrive. Wie es sich mit dem Plex verhalten wird bleibt abzuwarten. Wer weiß, vielleicht werde ich ja doch noch zum Potidreher, jedoch gefallen mir die verschiedenen Gewürze sehr gut die in das Kabel gekippt werden wenn man seinen Stepptanz aufführt und eigentlich möchte ich darauf nicht verzichten.
Praxis, Proben und Gigs, die werden es zeigen.
Was mich aufgrund der Qualität des Plexi Kanals vom Jel20 umtreibt ist, herauszufinden wie sich der 50er anfühlt. Zwei Kanäle (sprich zweimal gain und zweimal Master) haben für mich seinen Reiz (Soloanhebung) und ewig lockt die el34, daher auch der Kauf des Plex.
Wer also einen jel50 sein eigen nennt und irgendwo im Norden wohnt hat vielleicht Lust herauszufinden wie Jel50, Jel20 und Plex zueinander stehen, ich habe in Buchholz einen, bei Bedarf, großen Raum zur Verfügung aber auch ein Auto um woanders hin zu fahren
P.S. Dies ist mein erster Erfahrungsbericht hier im Board und ich habe sicher die Hälfte der Dinge vergessen die mich sonst auch interessieren, ich bitte um Nachsicht. Außerdem sind alle Aussagen kein 'so ist es!‘ sondern mein erster Eindruck nach vielleicht zwei Stunden Nutzung aber der Bericht war angekündigt und da ist er nun