Review: Peavey Valveking Top

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dunkelelf
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Servus...

ich habe heute recht intensiv das Peavey Valvking Top getestet Hier ein kleines Review.

Das Top ist 2 Kanälig aufgebaut mit insg. 3 Gainstufen. Von daher recht flexibel. Es hat einen integrierten Hall und einen FX weg. Hinten am Amp befindet sich ein drehregler der zwischen Class A und Class A/B stufenlos regelt.
Gleich vorweg. Ich habe mich hauptsächlich mit Class A/B beschäftigt. Class A ist mir persöhnlch zu "Vintätsch" *g*.

Clean...

Der Cleankanal beherbergt Volumen, Brightschalter, Bass, Middle, Treble. Der Volumen ist nicht zu verwechseln mit Gain. Reist man ihn auf, wird es ab 13 Uhr je nach PU, leicht Crunchy und laut... richtig laut. Also ich denke für kleine Gigs reicht es, bei größeren muss aber abgenommen werden.
Die Klangregelung ist nicht wirklich sehr effektiv. Trotz Extremeinstellungen behält der Sound immer seinen eigenklang. Dieser Eigenklang ist mir aber sehr sehr Positiv aufgefallen. Sehr warm... sehr brilliant, nicht beißend in den höhen. Geil kann ich nur sagen. Vergleichbar mir Clean von Framus Cobra, Engl Screamer.
In anbetracht des Preises fällt mir hier nur ein Wort ein "RESPEKT".

Crunch / Gain 1

Ab in den Crunch kanal. Hier habe ich Gain, Volumen, Gain Boost, Volumen Boost, Bass , Mid, Treble.
Gleich vorweg. Ich mache TOP 40 und Death Metal. Der Amp hat Gain bis übermorgen. Also wer mehr gain braucht sollte zum arzt. Ich hatte Gainstufe 1 Gain auf 12 Uhr und die Bass und Höhen leicht und mitten etwas stärker anghoben. Was mir da auf die Ohren knallte war geil. Sehr sehr gut. Damit ihr das richtig einschätzen könnt: Der Zerrsound ist eine gesunde mischung aus Vintage Rectifier und altem aufgerissenem Marshall. Ich kenn den Peavey 5150 nicht so genau, aber der klang ging meiner meinung nach schon in diese Richtung. Hervorragend. Vor allem Schub und Druck hat das teil bis zum Abwinken. Ärger mit dem Basser ist vorprogrammiert.

Gain Boost legt dann noch einen Drauf. Gain steigert sich um etwa 50 % und der Sound wird noch aggressiver in den Höhen. Hossa die Waldfee. Mehr als Gain 12 Uhr brauchts nicht, danach matscht es eh.

Der Volumenboost, macht es minimal lauter. Meiner meinung nach zu wenig. Den kann man also als Fehlbeschaltung ansehen.

Ganz genial reagiert der Amp auf das Volumen der Gitarre. Hervorragend wie man von Zerre zu Crunch und fast bis Clean regeln kann. Das ist Ganz ganz großes Kino was Peavey hier veranstaltet.

Wichtig !!!!! Nicht nur die Gitarre und der Amp formen den Ton, sondern die BOX !!!!! Ich habe den Amp an eine Marshall BV1960 (Vintage 30 Speaker) gehört, da klingt er kalt und bissig. Dann an einer Marshall 1960 Lead. Da klingt er langweilig und leblos.

Die Oben beschriebenen Soundzustände und Klänge und auch den Bass schub erzeugte der Amp an einer Geraden 4x12er von Marshall mit den Greenback speakern (AC heist die glaub ich oder BC? k.A.)

Mir hat der Amp nur in dieser Kombination gefallen. Allerdings ist die Box dann fast doppelt so teuer wie der Amp. Nun so ist es halt. *g*

Negativ sind mir folgende dinge aufgefallen (in reihenfolge schlimm - weniger schlimm)

- Der Hall ist nicht getrennt regelbar und daher nutzlos... Wer will schon Powerchords mit Hall schrubben

- Kein Master zu Boosten der Lautstärke... den Volumenboost kann man getrost vergessen der bewirkt fast gar nix

- Clean wird ab höheren lautstärken zu Crunch

- Klangregelung in Cleankanal uneffiktiv.


Wer mich hier im Board etwas beobachtet dem fällt auf das ich ein Soundspezi bin, der hohe ansprüche stellt (potentieller käufer von Roadking, MoA, Dual Rectifier).

Dieser Peavey hat mich aus den Socken gehauen. Ich fahre morgen nochmal hin und teste ihn mit meiner HoS. Wobei ich glaube, das die Greenbacks einfach die Erfüllung sind.

Für 429 € kann ich mir im moment schwerlich einen Amp vorstellen, der das liefert, was Peavey hier kann. Hossa die Waldfee. Ich würde den Amp auch für 899 € kaufen.


Kleine Anektode:

Habe dann einen Verkäufer zu dem Amp hinzugezogen... gespräch lief in etwa so ab:

Ich:"Der Valveking an der Greenback Marshall ist wohl endgeil"
Ver:"Keine Ahnung. Habe den noch nicht getestet. Der Combo war aber zum brechen"
Ich:"Warte ich führe ihn dir mal vor *g*"
Ver:"*g* Klar mach mal"
Ich spiele
Verkäufer nickt anerkennend
Ver:"Joa... da geht was... für den Preis hölle"

Er ist dann wieder raus, und ich auch... nach 5 min komme ich wieder in die Gitarren Abteilung und höre schwere laute riffs aus dem Ampraum... ich rein... wer steht da?
Der Verkäufer, gitarre in der Hand, peavey an der GB Box Metalt voll ab und grinst richtig breit.

Also: Mit der richtig Box ist der Amp eine echt Kaufempfehlung....
 
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sehr schön!auch dafür danke!
hat mich im baldigen kauf noch bestätigt!
 
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Ich habe im Review über den 1x12er Combo gelesen, dass es beim Kanalumschalten per Fußschalter einen Aussetzer gibt. Hast du das zufällig auch getestet? Ist das beim Top auch so?
Wundert mich beim Combo, dass da eine Unterbrechung ist, wo Peavey doch wissen sollte, wie man's auch ohne hinbekommt.
 
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Das mit der lautstärke verwirrt mich jetz ein bischen.

100 Watt Röhre sollten doch bei nem 100 Mann (oder Frau) gig doch unabgenommen ausreichen?

Sonst kauf ich mir vl. doch den 212 und ncih den 112 wenn das Top so leise is für 100 Watt Röhre.
 
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gutes Review!:great:
werd ihn jetzt mal aus Spaß anspielen gehn...
 
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Hallo dunkelelf,

dann warst Du das gestern in Karlsruhe der ausgiebig den Mesa Boogie Rectifier getestet hat und meine Ibanez SZ 720 ausprobiert hat?

Wir hatten den Peavey an der Marshall 1960 getestet und wie Du selbst schreibst klang er uns zu kalt. Eine andere Box hatten wir aber nicht ausprobiert.
Wir haben uns dann noch ausgiebig über die Amps unterhalten.

Habe mich dann doch für den Randall RH 50 T entschieden, der an der 1960er Box deutlich wämer geklungen hat. :great:

Gibt es von Dir auch einen ausgiebigen Bericht zum Randall? ;)
 
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Heißt es nicht "Holla die Waldfee"? :D

Schönes Review, habe schon auf so eines gewartet vom Valveking :great:
 
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Glühbirne schrieb:
Das mit der lautstärke verwirrt mich jetz ein bischen.

100 Watt Röhre sollten doch bei nem 100 Mann (oder Frau) gig doch unabgenommen ausreichen?

Sonst kauf ich mir vl. doch den 212 und ncih den 112 wenn das Top so leise is für 100 Watt Röhre.

Hi,

also nochma: es gibt keine 100 Watt Röhre. 100 Watt sind immer 100 Watt. Egal woher sie kommen (Röhre, Transistor). Ein Röhrenamp ist auch nicht per se lauter als ein Transistoramp.
Die Wattanzahl sagt auch so gut wie nichts (!) über die tatsächliche Lautstärke aus!

Warum werden Röhrenamps meist als lauter empfunden?
1. Sie haben meist tatsächlich mehr Watt als angegeben. Die Wattzahl bemisst sich meist danach, wie viel Leistung ein Amp abgeben kann, ohne zu verzerren. Da die Endstufenverzerrung bei Röhren nicht so drastisch verläuft wie bei Transistoren (klingt grausam), leistet ein mit 100 Watt angegebener Röhrenamp durchaus auch mal 130 Watt. Ein mit 100 Watt angegebener Transistor Amp leistet nur die 100 Watt.

2. Die Röhrenamps sind meist preislich gesehen eine andere Klasse, als Transistoramps. Das liegt u.a. daran, dass die Hersteller natürlich ihre teuren Röhrenamps verkaufen wollen. Wozu sollte z.B. Marshall auch gute Transistoramps bauen? Die würden sich ja selbst das Wasser abgraben. Durch ide höhere Preisklasse haben die Amps meist besser Speaker mit einem höheren Wirkungsgrad. D.h. die Leistung des Amps wird zu mehr Lautstärke umgesetzt als bei nem schlechten Wirkungsgrad.

3. Die Master-Regler sind bei Röhrenamps und Transistoramps anders ausgelegt. Fast alle Röhrenamps werden schon bei kleiner Master-Einstellung sehr laut. Dann kommen wieder Sachen wie:" boah ey, ich hab den erst auf 1 von 10 und der ist so derbe laut!". Die Potis sind aber nicht linear. Dass das Ding bei 1 von 10 schon laut ist, bedeutet nicht (!) dass es auf 10 dann 10mal so laut ist. Meist kommt spätestens ab 5/10 bei Röhrenamps keine Lautstärke merh, sondern nur noch Endstufensättigung. Das ist bei Transistoramps (meist) anders. Um beide Lautstärkemäßig vergleichen zu können, müsste man alo den Transistoramp auf 9/10 stellen und den Röhrenamp so, dass er noch nicht verzerrt (evtl 4/10, ist voin Amp zu Amp sehr unterschiedlich!).

Dann zu "reichen 100 Watt Röhre für 100 Leute-Konzert":
Ja und nein. Sie reichen von der Lautstärke für alle Arten von konzerten. Sogar für 100.000 Leute. Aber sie reichen nicht zur Beschallung dieser 100 Leute. Dafür reicht kein (!) Gitarrenamp. Sie sind eben nicht für Beschallung ausgelegt. Sie haben keine Tiefenwirkung in den Höhen. Jeder Pa-Verleihen lacht sich über Gitarrenamps schlapp...

Was passiert also, wenn wir mit unseren Amps die Menge beschallen?
1. Der Sound im Publikum wird scheiße sein. Das liegt daran, dass alle geschlossenen 4x12 System völlig diffus Abstrahlen. Der Klang ändert sich von Meter zu Meter. Wers nicht glaubt nimmt sich ein langes Kabel und wandert mal vor seiner Box herum während er spielt. Bei nem 6m Kabel wird man schon so einiges an Änderungen merken. Dann kann man sich wohl auch vrstellen, was passiert, wenn man 100 Leute zu beschallen versucht.
2. Wer auf den Sound pfeift, hat aber auch ein anderes (größeres und schlimmeres) Problem: die Lautstärke. Damit auch der letzte der Zuhöhre noch was mitbekommt, wird der Amp richtig aufgedreht.
Was passiert dann?
--> Der gitarrist, der immer noch vor seiner Box steht, hört sich nicht. Wie soll er auch? Die Höhen breiten sich erst in einigem Abstand von der Box aus. Dort wo der Gitarrist steht um seinen Amp einzustellen, hört er gar nix davon. --> Dagegen bekommt das Publikum in 2 bis 3 Metern Entfernung die volle Ladung ab. Sowohl Sound als auch lautstärke sind meist unerträglich (der Gitarrist stellt ja sowohl Sound als auch Lautstärke aus einer ganz anderen Position ein!). Es entsteht die berühmte Marshall-Schneise. Die Leute weichen zurück oder werden taub.:rolleyes:
--> Die Leute in den hinteren Reihen kriegen derweil von der Gitarre gar nix mit. Das liegt an der oben erwöhnten fehlenden Tiefenwirkung. Die Höhen der Gitarrenamps setzten sich nicht durch. Sie werden durch das erste Hinderniss auf das sie treffen geschluckt. Und ja man ahnt es schon: das erste "Hinderniss" sind die ersten Zuschauerreihen. Dahinter ist von der Gitarre nix mehr zu hören.
Das Konzert ist dann meist etwa so gelaufen: der Gitarrist hat sich die ganze Zeit über nicht gehört. Die ersten Reihen vor der Bühne sind praktisch taub oder schmerzunempfindlich (besoffen), der Rest hat sich weiter anch hinten durchgeschlagen. Die hinteren Reihen fragen sich schon die ganze Zeit, warum der Gitarrist, der da die ganze Zeit rumhüpft nicht endlich mal seinen Amp anmacht...

Fazit: Weder ein MG15 noch ein Triple Reci Fullstack ist in der Lage 100 Leute zu beschallen. Das ist nämlich völlig unabhängig von der Lautstärke (!). Beschallen können nur sogenannte Beschallungssysteme (P.A.). Wer daran spart ist selbst schuld.


Sorry, dass ich das Thema hier (wieder) breitreten musste, aber es ist kaum erträglich was man immer hier lesen muss. Und noch schlimmer ist dann das angewendete Nichtwissen der Leute auf der Bühne!

Das sol jetzt auch keine Diskussion auslösen, sonder nur der Information dienen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen...

Gruß Chris

@Dunkelelf: dass die Grennback-Box rult ist doch klar, oder? :D Probier mal die HK Box aus, die kommt dem Charakter der Greenbacks stärker entgegen, als die Marshall. Für mehr Druck ist allerdings die Marshall TV zu empfehlen. Die ist dafür schlechter zu transportieren.
 
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dunkelelf
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jupp... dat war ich... *g*... hier war noch einer aus dem Board, der in KA seinen kumpel beim Ampkauf seelisch unterstützte... bitte melden... *g*

Zum Thema Randall... ich würde an deiner Stelle mal zum Session in Walldorf fahren und dort den Peavey an der Greenback bestückten Marshall ausprobieren, bevor du dir den Randall endgültig holst, oder ist es schon zu spät?
Fand die Kombi Valveking + Greenback-Box deutlich geiler als Randall + Standard Marshall.
 
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RfC schrieb:
Hi,
Das Konzert ist dann meist etwa so gelaufen: der Gitarrist hat sich die ganze Zeit über nicht gehört. Die ersten Reihen vor der Bühne sind praktisch taub oder schmerzunempfindlich (besoffen), der Rest hat sich weiter anch hinten durchgeschlagen. Die hinteren Reihen fragen sich schon die ganze Zeit, warum der Gitarrist, der da die ganze Zeit rumhüpft nicht endlich mal seinen Amp anmacht...

Sehr, sehr schön formuliert!
:great:
 
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wie schauts denn mit nem schön warmen crunch aus?
So ala Schwedenrock wie Hellacopters?
 
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Damn, hatte mich gestern eigentlich schon final entschieden, mir trotz 400 Euro Mehrpreis den Engl Screamer anzuschaffen...und muss jetzt schon wieder so ein überragendes Valveking-Review lesen.
*ächz*
 
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ma noch eine frage zu RFC's "tutorial" über wattzahlen ;)

wenn ich das richitg verstanden hab sind die ganzen amp wände, welche bands wie manowar, slayer ,metallica etc. pp. auf der Bühne haben eigentlich unnötig? und nur zum rumprollen? :eek:
 
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du hast es gnadenlos scharfsinnig erfasst. heutzutage ist das nur noch geprolle
 
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RfC schrieb:
Hi,

also nochma: es gibt keine 100 Watt Röhre. 100 Watt sind immer 100 Watt. Egal woher sie kommen (Röhre, Transistor). Ein Röhrenamp ist auch nicht per se lauter als ein Transistoramp.
Die Wattanzahl sagt auch so gut wie nichts (!) über die tatsächliche Lautstärke aus!

Warum werden Röhrenamps meist als lauter empfunden?
1. Sie haben meist tatsächlich mehr Watt als angegeben. Die Wattzahl bemisst sich meist danach, wie viel Leistung ein Amp abgeben kann, ohne zu verzerren. Da die Endstufenverzerrung bei Röhren nicht so drastisch verläuft wie bei Transistoren (klingt grausam), leistet ein mit 100 Watt angegebener Röhrenamp durchaus auch mal 130 Watt. Ein mit 100 Watt angegebener Transistor Amp leistet nur die 100 Watt.

2. Die Röhrenamps sind meist preislich gesehen eine andere Klasse, als Transistoramps. Das liegt u.a. daran, dass die Hersteller natürlich ihre teuren Röhrenamps verkaufen wollen. Wozu sollte z.B. Marshall auch gute Transistoramps bauen? Die würden sich ja selbst das Wasser abgraben. Durch ide höhere Preisklasse haben die Amps meist besser Speaker mit einem höheren Wirkungsgrad. D.h. die Leistung des Amps wird zu mehr Lautstärke umgesetzt als bei nem schlechten Wirkungsgrad.

3. Die Master-Regler sind bei Röhrenamps und Transistoramps anders ausgelegt. Fast alle Röhrenamps werden schon bei kleiner Master-Einstellung sehr laut. Dann kommen wieder Sachen wie:" boah ey, ich hab den erst auf 1 von 10 und der ist so derbe laut!". Die Potis sind aber nicht linear. Dass das Ding bei 1 von 10 schon laut ist, bedeutet nicht (!) dass es auf 10 dann 10mal so laut ist. Meist kommt spätestens ab 5/10 bei Röhrenamps keine Lautstärke merh, sondern nur noch Endstufensättigung. Das ist bei Transistoramps (meist) anders. Um beide Lautstärkemäßig vergleichen zu können, müsste man alo den Transistoramp auf 9/10 stellen und den Röhrenamp so, dass er noch nicht verzerrt (evtl 4/10, ist voin Amp zu Amp sehr unterschiedlich!).

Dann zu "reichen 100 Watt Röhre für 100 Leute-Konzert":
Ja und nein. Sie reichen von der Lautstärke für alle Arten von konzerten. Sogar für 100.000 Leute. Aber sie reichen nicht zur Beschallung dieser 100 Leute. Dafür reicht kein (!) Gitarrenamp. Sie sind eben nicht für Beschallung ausgelegt. Sie haben keine Tiefenwirkung in den Höhen. Jeder Pa-Verleihen lacht sich über Gitarrenamps schlapp...

Was passiert also, wenn wir mit unseren Amps die Menge beschallen?
1. Der Sound im Publikum wird scheiße sein. Das liegt daran, dass alle geschlossenen 4x12 System völlig diffus Abstrahlen. Der Klang ändert sich von Meter zu Meter. Wers nicht glaubt nimmt sich ein langes Kabel und wandert mal vor seiner Box herum während er spielt. Bei nem 6m Kabel wird man schon so einiges an Änderungen merken. Dann kann man sich wohl auch vrstellen, was passiert, wenn man 100 Leute zu beschallen versucht.
2. Wer auf den Sound pfeift, hat aber auch ein anderes (größeres und schlimmeres) Problem: die Lautstärke. Damit auch der letzte der Zuhöhre noch was mitbekommt, wird der Amp richtig aufgedreht.
Was passiert dann?
--> Der gitarrist, der immer noch vor seiner Box steht, hört sich nicht. Wie soll er auch? Die Höhen breiten sich erst in einigem Abstand von der Box aus. Dort wo der Gitarrist steht um seinen Amp einzustellen, hört er gar nix davon. --> Dagegen bekommt das Publikum in 2 bis 3 Metern Entfernung die volle Ladung ab. Sowohl Sound als auch lautstärke sind meist unerträglich (der Gitarrist stellt ja sowohl Sound als auch Lautstärke aus einer ganz anderen Position ein!). Es entsteht die berühmte Marshall-Schneise. Die Leute weichen zurück oder werden taub.:rolleyes:
--> Die Leute in den hinteren Reihen kriegen derweil von der Gitarre gar nix mit. Das liegt an der oben erwöhnten fehlenden Tiefenwirkung. Die Höhen der Gitarrenamps setzten sich nicht durch. Sie werden durch das erste Hinderniss auf das sie treffen geschluckt. Und ja man ahnt es schon: das erste "Hinderniss" sind die ersten Zuschauerreihen. Dahinter ist von der Gitarre nix mehr zu hören.
Das Konzert ist dann meist etwa so gelaufen: der Gitarrist hat sich die ganze Zeit über nicht gehört. Die ersten Reihen vor der Bühne sind praktisch taub oder schmerzunempfindlich (besoffen), der Rest hat sich weiter anch hinten durchgeschlagen. Die hinteren Reihen fragen sich schon die ganze Zeit, warum der Gitarrist, der da die ganze Zeit rumhüpft nicht endlich mal seinen Amp anmacht...

Fazit: Weder ein MG15 noch ein Triple Reci Fullstack ist in der Lage 100 Leute zu beschallen. Das ist nämlich völlig unabhängig von der Lautstärke (!). Beschallen können nur sogenannte Beschallungssysteme (P.A.). Wer daran spart ist selbst schuld.


Sorry, dass ich das Thema hier (wieder) breitreten musste, aber es ist kaum erträglich was man immer hier lesen muss. Und noch schlimmer ist dann das angewendete Nichtwissen der Leute auf der Bühne!

Das sol jetzt auch keine Diskussion auslösen, sonder nur der Information dienen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen...

Gruß Chris

@Dunkelelf: dass die Grennback-Box rult ist doch klar, oder? :D Probier mal die HK Box aus, die kommt dem Charakter der Greenbacks stärker entgegen, als die Marshall. Für mehr Druck ist allerdings die Marshall TV zu empfehlen. Die ist dafür schlechter zu transportieren.

Hmmm eigentlich mach ich mir mehr über die Lautstärke im Proberaum sorgen.

Und da er gesagt hat das er keine mittleren Gigs schafft hab ich halt angenommen das der 50er im Proberaum fast zu leise ist.

Ich will ja nur wissen wie das is wegen Proberaum und halt kleineren und mittleren Gigs.

Weil ich hab zum einen angst das das Ding zu leise ist und zum anderen das er zu Laut ist.

Ich will schon nen schönen Röhren Sound der halt erst aufgerissen kommt(wenn das stimmt was offi mir einetrichtert hat)

Und das mit dem Sound usw. stimmt.

Wenn ich im Proberaum direkt vor meienm FM212r steh is der Sound ja noch angenehm(naja nich wirklich), wenn ich aber 2 m weg von meinem AMP steh hör ich Praktisch nur mehr die scheiß höhen von dem Kakk amp.

Wenn ich sie noch weiter weg dreh is dann wieder alles zu Dumpf.

Aber der Drummer hat sich noch nich beschwert(aja er hat ja Ohrstoppel drin)
 
m~Daniel
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Glühbirne schrieb:
Und da er gesagt hat das er keine mittleren Gigs schafft hab ich halt angenommen das der 50er im Proberaum fast zu leise ist.

Ich spiel mit meiner 35Watt Stereoendstufe auf 1/4 Pre und 1/4 Mastervolume und würde ohne Gehörschutz dabei taub werden .... :great:
 
Glühbirne
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Gut du gibst mir wieder kraft den 112er Valveking zu kaufen.

Und wenn ich ne ENGL 212 hab bläßt er mir sowieso den kopf weg weil Vintage 30 sind ja höllisch laut oder?
 
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x-man
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@Glühbirne: ich glaube du machst du zu viele gedanken zu diesem thema. das ein röhrenamp erst richtig gut klingt wenn die röhren in die sättigung kommen stimmt heute nicht mehr so. früher musste man die amps tatsächlich weit aufdrehen. bei den heutigen amps kommt die meiste zerre aus den vorstufe (preamp) und das klingt auch bei nicht so hoher lautstärke richtig gut. wenn ich jedes mal meinen powerball voll aufdrehen müsste damit der gut klingt wäre ich jetzt taub, es reicht sogar schon wenn du nen 30 watt amp im proberaum voll aufdrehst um taub zu werden.

x-man
 
Glühbirne
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Ahh danke dann is ja gut:)

Zuerst ma den Valveking und dann vl. nen Powerball weil der schaut viel geiler aus als der Fireball:D

Aber egal.

Wenn ich ma in wien bin werd ich eh antesten gehn.
 
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Glühbirne schrieb:
Ahh danke dann is ja gut:)

Zuerst ma den Valveking und dann vl. nen Powerball weil der schaut viel geiler aus als der Fireball:D

Aber egal.

Wenn ich ma in wien bin werd ich eh antesten gehn.

Jo, X-Man hats ja schon gesagt: mach dir da mal keine so großen Gedanken drum. Die Endstufenverzerrung braucht heute keiner mehr. Übrigens würde sie wohl auch kaum jemand benutzen wollen. Die Endstufensättigung bewirkt nämlich zum einen nicht wirklich viel verzerrung und zum anderen werden insbesondere die Bass-Frequenzen u.U. sehr matschig. Hör dir mal Jimi Hendrix an. Das ist pure Endstufenzerre. Mehr kommt da auch nicht mehr.

Und dass Röhrenamps erst bei hoher Lautstärke gut klingen ist so ne Sache: das machen eigentlich fast alle Amps, unabhängig ob Röhre oder nicht. Mein Zenamp klingt leise auch nicht wirklich gut. Das Phänomen liegt teils am menschlichen Gehör (der Frequenzgang verändert sich mit der Lautstärke!) und wohl hauptsächlich an den Speakern. Die brauchen einfach eine gewisse Leistung um gut zu klingen.

Gruß Chris
 

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