Warum ich Modelling betreibe...


Koebes
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Hi,

Einige Dinge möchte ich vorausschicken:

Immer wieder werden hier emotionale Diskussionen geführt, ob nun Röhrenamps, Transistoramps oder Modellingamps oder Warpamps from outer space das Beste seit der Erfindung des Rades sind, und dabei wird irgendwie nie beleuchtet, warum man die eine oder andere Lösung wählt. Ich lese viel Dogmatik, Fundamentalismus und wenig Praxisberichte, deswegen habe ich mir überlegt, mal aufzuschreiben, wie ich zum Modelling kam, welche Probleme ich beobachte und wie man es mMn sinnvoll einsetzen kann.

Ich bin ein alter Sack. Als ich anfing, Gitarre zu spielen, gab es außer dem Jazz Chorus keinen ernstzunehmenden Verstärker, der nicht auf Röhrentechnik basierte, es war nämlich 1989. Ich gehöre also definitiv einer Gitarristengeneration an, die mit sehr traditionellen Konzepten der Gitarrenverstärkung aufgewachsen ist und nun in einem Alter ist (Mitte bis Ende 30), in dem man leicht den Satz "Früher war alles Besser" schon mal für einen gangbaren Weg der Weltsicht hält :)

So, nun zum Kern der Sache:

Als ich im Studentenwohnheim wohnte, war es großer Mist mit Gitarreüben, da mein Verstärker (Vollröhre 22 Watt) viel zu laut war. Außerdem interessierte ich mich schon immer für Soundbearbeitung und -verfremdung. Ich hatte lange die Tretminen vor Röhrenamplösung (Boss Pedale regeln!) gespielt und war eigentlich zufrieden mit meinem Sound, aber das war nun nicht mehr praktikabel. Also musste irgendwas her, dass man nicht nur uneingestöpselt üben konnte. Ich habe mir damals ein Boss GX 700 gekauft, eines der ersten Geräte, was Verstärker imitieren konnte. Die geilen Effekte waren der Hauptverkaufsgrund, das GX 700 ist bis heute mein Lieblingsmultieffekt. Aber man konnte halt auch einen Kofhörer anschließen und über einige wenige Models spielen und die auch in den Amp schieben, der sich dann tatsächlich ein bisschen wie ein Soldano / Marshall / Fender anhörte, was zusätzliche Klangfarben zur Verfügung stellte, die ich gut gebrauchen konnte. Modelling war für mich damals hauptsächlich fürs Üben gut, und eine nette Beigabe zur Delay / Modulations - Geschichte, die ich gerne benutze.

Das war zwischen 1997 und 2008 mein Setup. GX-700 und Röhrenamp. Sound war gut, wurde immer gelobt. Ich habe einige Jahre dann auch elektronische Musik gemacht und dabei auch viel über Klangsynthese und Tontechnik gelernt, was gleich noch wichtig wird.

Irgendwann bin ich dann in einen Altbau gezogen, der ziemlich hellhörig ist. Außerdem wollte ich mir ein Heimstudio aufbauen, das muss so 2005 gewesen sein. Am Anfang habe ich die oben beschriebene Lösung mikrophoniert und auf möglichst leise gedreht, aber das ist nicht besonders nett gegenüber den Nachbarn, denn Mesa/Boogie-leise ist ein anderes leise, als das leise, was die Mehrheit der Menschen leise findet. Außerdem wollte ich auch Abends oder Sonntags aufnehmen können, also musste eine andere Lösung her.

Ich habe mir einfach mal so einen POD angeschafft, der 2.0 war gerade in aller Munde und teuer ist er ja auch nicht gewesen (mittlerweile war ich mit dem Studium schon länger fertig). Ich habe das Ding gekauft, angeschlossen und es klang...scheisse.

Ich habe nicht aufgegeben, denn irgendwie bin ich immer der Meinung, dass man aus allem einen brauchbaren Gitarrensound kriegt, wenn man Gitarre spielen kann. Ich habe mir gute Abhörmonitore angeschafft, aber der POD 2.0 klang immer noch grottig, und warum? Weil ich das Equipment nur gekauft hatte, aber nicht gelernt hatte, damit umzugehen. Und hier halfen meine Synthesizer und Tontechikkenntnisse. Ein POD ist zwar keine Klangsynthese, aber er benutzt Filter. Und er stellt einen EQ zur Verfügung. Also genau das, womit ich gelernt hatte, umzugehen.

Nach drei Wochen intensiven Ausprobierens, Drehens, Verwerfens und Neueinstellens hatte ich einen Gitarrrensound, den man für CD-Aufnahmen gebrauchen konnte. Die Modelling-Technik hatte mich überzeugt.

Als dann der X3 kam, war das für mich ein Riesenquantensprung. Das Ding klang zwar immer noch scheisse, wenn man es auspackte und einsteckte, aber nach den drei Wochen rumprobieren bekam ich da einen Gitarrensound raus, der besser war als der mikrophonierte Röhrenamp. Und flexibler. Und vor allem leiser, denn hohe Lautstärken sind für ältere Semester nicht so gut.

Ich habe mittlerweile auch den Vetta II als Bühnenamp. Röhrenamps benutze ich gar nicht mehr. Ich habe nix gegen die Dinger, aber ich habe zum einen eine Lösung gefunden, mithilfe derer ich mein Gitarrenspiel abbilden kann und zum anderen sind mir die Dinger zu unpraktisch. Bei jedem Röhrenwechsel Bias einstellen, d.h. einmal pro Jahr zum Techniker. Schwer und laut. Fehleranfällig. Meistens nicht MIDI-fähig.

Die teilweise skurrilen Erfahrungen, die ich gemacht habe, lassen sich so zusammenfassen: Gemeinsamer Gig, vor dem Soundcheck, wie immer unter Musikern, Geartalk. Die anderen Gitarristen sind sich einig, das Modellingzeugs klingt nicht, produziert Kreissägenverzerrung und kann mit einem echten Röhrenamp nicht mithalten. Dann kommt der Soundcheck, unserre Band braucht die Hälfte der Zeit der anderen und alle sagen "Geiler Sound, den Du hast". Und ich sage dann "Ist alles Line6" und dann betretenes Schweigen.

Warum?

Modeller sind nicht besser als Röhrenamps. Sie sind noch nicht einmal genauso gut. Sie sind anders. Sie sind keine Geräte, die Gitarren laut machen, sie sind Geräte zur Klangformung. Für mich sind sie ein bisschen wie ein Synthesizer, es sind synthetische Verstärker. Sie bieten Möglichkeiten, die ein traditioneller Gitarrenverstärker nicht bieten kann und genau hierdrin liegt die Falle.

Schließt man eine Gitarre an einen guten Röhrenamp an, schaltet ein und spielt E-Dur, dann klingt das geil, geil, geil....

Schließt man eine Gitarre an einen POD X3 an und schaltet an, dann klingt das scheisse, egal, was man anschließt. Dann programmiert man eine halbe Stunde rum, und wenn man keine guten Boxen hat, dann klingt das immer noch scheisse. Hat man welche, dann klingt es geil, geil, geil, und im Gegensatz zum Röhrenamp hat man nicht nur drei Formen von geil, geil, geil, sondern dreihundert. Wahrscheinlich sogar mehr. Und es ist nicht so laut.

Die meisten Gitarristen probieren die Modelling-Sachen aus, und sind gewöhnt, dass man anmacht und spielt. Das können diese Geräte nicht. Viele probieren sie dann auch an 70 Euro Aktivboxen oder 20 Euro Kopfhören aus. Das klingt nicht, wie auch? Meistens wird dann die Schuld am wenig befriedigenden Klangerlebnis auf das unbekannte Teil in der Signalkette geschoben, und das ist dann der Modeller. Aber es liegt daran, dass er nicht sinnvoll eingesetzt wird. Wenn man sich mit EQ-Schrauben, Filtern und Komprimieren auskennt, kann man mit einem POD X3 Sounds bauen, die vielfach teureres Equipment blass aussehen lassen. Rechnet man allerdings die Boxen dazu, ist man wieder in derselben Preisklasse. Der Vetta II zeigt das eindrucksvoll: Man ist genauso teuer weg wie mit einem guten Röhrenamp. Man hat halt mehr Möglichkeiten, die man aber auch nutzen können muss. Oder auch brauchen muss. Ich kenne hervorragende Gitarristen, die klingen an einem JCM 800 Einkanaler geil, die brauchen keinen Vetta II. Die werden auch mit einem POD keinen Spaß haben, denn sie sind Gitarrenspieler und keine Tontechniker. Ich bin so eine Art Mischform, ich spiele Gitarre und habe Spaß daran, viele kreative Sounds zu erzeugen. Da ist ein Modeller ein sinnvolles Werkzeug, ich klinge damit besser als mit dem JCM 800, den ich übrigens ganz am Anfang auch mal gespielt habe.

Das ist jetzt alles ganz lang geworden, hilft aber vielleicht, den Krieg Röhre gegen Modelling mal etwas zu entschärfen. Ich wollte die Gründe aufzeigen, warum sich Leute für Modelling entscheiden, und in welchen Situationen das sinnvoll ist. Ich bin gespannt auf Kommentare. Und ja, den JCM 800 fand ich richtig klasse, schade, dass ich keinen mehr habe.
 
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Ich bin ja (bekanntermaßen) Freund des Modelling. Leider bekam ich aber aus keinem Modeller DEN Sound - weil ich nicht wusste was ich suche. Jetzt hab ich den Statesman Dual EL34 mit ner Mischbestückten 2x12er (Eminence Legend und Governor). Exakt 100% der Sound den ich suchte. Jetzt suche ich wieder den Modeller um das zu reproduzieren. Im POD steckts nicht, den Vetta II hab ich leider nicht mehr, diverse Software-Modeller sind hmhm..also aktuell ist Guitar Rig 4 mit einer kostenlosen IR dran am nähesten dran.

Daher erwarte ich freudig den Kemper...

Aber so...ich glaube dieser Kleinkrieg wird nie enden, weil die meisten Modeller als das besagte Fertigpaket verstehen und eben missachten, dass die nachfolgende Peripherie einen Rieseneinfluss hat.
 
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Vielleicht kommt hier ja tatsächlich 'mal eine vernünftige Diskussion zum Thema Röhre/Modeller zustande. Wäre schön, wenn sich nicht nach fünf oder sechs Posts wieder alle die Köppe einschlagen würden!

Also, an dem, was Koebes schreibt ist viel wahres dran. In einem Punkt aber muss ich ihm widersprechen.
Meine Erfahrung ist eigentlich genau andersherum. Ich spiele nun tatsächlich schon einige Jahrzehnte Gitarre. Mein erster nennenswerter Verstärker war ein Twin Reverb, den ich jahrelang gespielt habe, bis ich irgendwann keinen Bock mehr hatte auf Band, alles für die Bühne verkauft habe und mit Homerecording angefangen habe. Nach ein paar Jahren habe ich dann 'rumgesucht und mir einen Soldano Hot Rod gekauft, der genau den Sound produziert, den ich immer haben wollte. Das allerdings erst nach langem Suchen und 'rumgefummel. An jedem Ort klingt dieses Teil anders und jedesmal brauche ich ewig lange, bis er wieder so klingt wie er soll.
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir dann, um mir insbesondere die Arbeit bei Aufnahmen zu erleichtern, bei ebay einen einfachen Pod 2.0 ersteigert und muss zugeben: ich bin begeistert. Ich finde gerade, dass es extrem einfach ist, mit dem Teil brauchbare Sounds hinzukriegen. Ich stöpsel die Gitarre ein, drehe ein-, zweimal an irgendwelchen Knöpfen, und schon habe ich einen Sound, der mir gefällt. Im Zweifel speicher ich ihn und kann ihn jederzeit wieder abrufen. Wunderbar!
 
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wer schließt mit mir ne Wette um ein Bier ab, wann das Gebasche losgeht?:rofl:

Ich vertrete ja beide Welten... mag und liebe den Modeller (egal ob HD 147 oder meinen momentan im Rack liegenden Sansamp) ebenso wie ich die Röhrengeräte mag (in dem Fall der ENGL Powerball und der Earforce Two) und genau deswegen habe ich beides, weil beides seinem Zweck dient. Der HD 147 ist eine "Alles-in-einem-Gerät" Lösung, man bekommt alles in einem Paket. Bei den Röhrenteilen schleppe ich immer noch eine Rack mit mir rum - aber egal: Der mOdeller gibt mir die Vielfalt, die Röhre den einen Sound.

Ich habe übrigens auch wieder angefangen nur noch Gitarre-Kabel-Amp-Box zu benutzen, ohne FX Einheit und dich fühle mich von Mal zu Mal wohler.

Das einzige, über was ich mich ein bisschen amüsiere ist die MOJO Diskussion, also alles, was man nicht fassen kann oder wenn man "aus Prinzip" etwas bevorzugt und genau das hat die Diskussion zu diesem Thema immer wieder gekennzeichnet!
 
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Ich hoffe auch auf einen vernünftigen Thread. Hab heute zufällig mitbekommen wie ein Thread im Drumbreich geschlossen werden musste :mad: Das kriegen wir Gitarristen selbst bei einem solchen Thema - doch besser hin, oder :D

Ich habe ein ähnlichen Weg wie emtypockets hinter mir, nur mit (mehreren) AC30. Durch einen günstigen Umstand kam ich an ein VOX Tonelab, und war sehr angetan davon. Ich hab´s immer noch, und es hat mir sehr gute Dineste geleistet. Inzwischen spiele ich wieder mit den alten (und neuen) Tretern. Es ist halt immer eine Frage, was man soundtechnisch will, und wie man es hinbekommt. Sicherlich muss man bei einem Modeller Kompromisse eingehen. Aber ich habe das Teil sowohl live als auch im Studio engesetzt, und es war dafür völlig ausreichend. Allerdings ist "mein Grundsound" auch nicht so kompliziert ;) Jetzt wird sich der Eventide Pitch Factor den Weg auf mein Board wagen und bahnen. Die Sachen, die da drinne sind, kann kein Modeller leisten. Wie gesagt man muss schauen, was man will.
Ich habe übrigens eine zeitlang auch beides miteinander kombiniert. Ein Kanal Modeller, der andere Pedale (eine Auswahl), oder auch Pedale eingeschliffen und nur die Effekte (Chorus, Reverb, Delay) des Modellers genutzt.

Wie immer gibt es da kein richtig oder falsch, sondern nur: Gefällt mir oder gefällt mir nicht :)
 
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Na, wollen 'mal abwarten.
Leider trinke ich kein Bier und würde auch nicht dagegen wetten!

Gehört zwar nur am Rande hierher, aber Kabel 'rein, Amp an und gib' Gummi, gefällt mir schon ewig am besten. An Tretminen habe ich in meinem Gitarristenleben bisher nur folgendes besessen: ein WahWah-Pedal, einen Phaser und einen Rangemaster. Alles nicht gleichzeitig! Zur Zeit habe ich nur noch das WahWah. (und zugegebenermassen zwei einfache Alesis - Multis, die ich allerdings nur für Hall nehme).
 
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Modeller finde ich vom Prinzip her super - nur habe ich leider oft das Gefühl, dass die Entwickler der Sounds sehr oft nicht gerade Sound-Genies sind.

Man nehme z.B. die POD-Serie als Beispiel: Tendenz zu sehr muffigen Zerrsounds. BOSS COSM Zerrsounds: Allesamt mit unangenehmen Mittenfrequenzen ausgestattet (Stichwort "Cocked wah syndrome"). Zoom: Im Bassbereich für meinen Geschmack sehr unbefriedigend matschig.

Klar, aus all diesen Geräten bekommt man im Endeffekt mit Tricks und Stunden langer Kleinarbeit nen ordentlichen Sound raus, aber wieso kann man die Models nicht so einstellen, dass bei "alles auf 12 uhr" ein anständiger Sound raus kommt? Es muss ja nicht mal ein *guter* Sound rauskommen, aber wenn ich bei meinem GT-8 z.B. den Rectifier Modern mit allem auf 12 uhr und Original-Speakersim anspiele, kommt da nur Gemumpfel und Gebritzel raus.

Die Tonelabs dagegen fand ich in der Hinsicht ziemlich genial - reinstöpseln, alles auf 12 uhr, losspielen - klingt immer zumindest annehmbar, bzw. der Grundsound stimmt einfach bei fast allen Models... da muss man dann eben nur noch nach Präferenzen nachregeln, und nicht erst mal den Sound komplett von Grund auf formen.

Ich werde natürlich trotzdem weiterhin Modeller nutzen, aber eben nur die, die mir auch wirklich zusagen ;)
 
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Modeller finde ich vom Prinzip her super - nur habe ich leider oft das Gefühl, dass die Entwickler der Sounds sehr oft nicht gerade Sound-Genies sind.

ich mag ja an sich Röhrenamps - nur habe ich leider oft das Gefühl, dass die Entwickler der Sounds sehr oft nicht gerade Sound-Genies sind.

Mal ganz frei und auch wertfrei...
 
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Klar, aus all diesen Geräten bekommt man im Endeffekt mit Tricks und Stunden langer Kleinarbeit nen ordentlichen Sound raus, aber wieso kann man die Models nicht so einstellen, dass bei "alles auf 12 uhr" ein anständiger Sound raus kommt? Es muss ja nicht mal ein *guter* Sound rauskommen, aber wenn ich bei meinem GT-8 z.B. den Rectifier Modern mit allem auf 12 uhr und Original-Speakersim anspiele, kommt da nur Gemumpfel und Gebritzel raus.

Ich denke hier greift auch wieder das Problem der subjektiven Wahrnehmung. Was für dich unbrauchbar klingt ist für den anderen genau die Soundrichtung, die er haben will.

Ich bin ja auch bekennender Modelling- bzw. Vox-Valvereactor-Fan. Hab hier nen AD 15 VT und nen AD 100 VT stehen und bin sehr zufrieden damit.
Der AD 15 VT ist aus meiner Sicht zwar nicht mehr das Gelbe vom Ei, aber er ist ja auch nur ein Übungsamp und nichts was ich mit auf eine Bühne schleppen würde.
Der AD 100 VT hingegen ist genau mein Wetter. Den liebe ich heiß und innig, jedes seiner gut 30 Kilo. Der kann leise gut klingen und wenn man ihn dann mal aufreißt geht die Lutzi richtig ab.
Nur die Effektsektion finde ich bei den Vöxen nicht so gelungen, da finde ich nur Compressor, Delay und Reverb brauchbar, das Auto-Wah nur unter Vorbehalt, da kommts immer drauf an, welcher Treter noch davor hängt.

Ich sehe das "Problem" bei den Modelling-Verstärkern einfach darin, dass sie oftmals zuviele Möglichkeiten bieten. Das war auch mit einer der Gründe, warum ich beim Vox gelandet bin. Der ist halt von der Bedienung noch sehr intuitiv und klassisch gehalten. Man muss sich in die Modelling-Verstärker halt ein wenig reinfuchsen, um mit ihnen wirklich klarzukommen. Plug & Pray ist da eben nicht.
 
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ich mag ja an sich Röhrenamps - nur habe ich leider oft das Gefühl, dass die Entwickler der Sounds sehr oft nicht gerade Sound-Genies sind.

Ich weiss ja nicht, wie's Dir geht, aber ich habe noch nie nen amtlichen Röhrenamp angespielt, der mit allen Potis auf 12 uhr nicht zumindest annehmbar klang. Soll ich Dir heute Nachmittag ein paar Aufnahmen von den Models im GT-8 machen? ;)


Ich sehe das "Problem" bei den Modelling-Verstärkern einfach darin, dass sie oftmals zuviele Möglichkeiten bieten. Das war auch mit einer der Gründe, warum ich beim Vox gelandet bin. Der ist halt von der Bedienung noch sehr intuitiv und klassisch gehalten. Man muss sich in die Modelling-Verstärker halt ein wenig reinfuchsen, um mit ihnen wirklich klarzukommen. Plug & Pray ist da eben nicht.

Hmmm, wieso denn das? Man sieht doch wiederum an den Presets, dass die Entwickler wissen, was halbwegs gut klingt. Wenn man dann einen brauchbar klingenden Preset-Patch sich näher anschaut, und sieht, dass der EQ des Ampmodells (B-M-T-P) auf 0-20-100-100 steht, "Gain Switch" auf Low und dafür Gain auf Maximum... naja, da wird doch klar, dass das Modell allgemein *viel* zu dumpf ausgelegt ist, und man *normale* Einstellungen gar nicht gebrauchen könnte. Das habe ich bis jetzt bei Boss, Zoom und Line6 leider viel zu oft erleben dürfen :(



Ich glaube auch nicht, dass das wirklich soooo viel mit der subjektiven Wahrnehmung zu tun hat - schließlich scheint meine Wahrnehmung, was geniale Gitarrensounds angeht, mit der breiten Masse übereinzustimmen, wenn's um richtige Amps geht ;). Auch gibt es, auf einzelne Stilrichtungen begrenzt natürlich, gewisse Grundsounds, die für so ziemlich jeden brauchbar klingen dürften - so Blackmore Kanal 3 z.B. :), oder nen aufgerissenen Twin Cleankanal...
 
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Ich verabschied mich wieder... weil der Thread läuft schon wieder in die gleiche Richtung wie alle so gelagerten Themen: es wird Verallgemeinert, Vorurteile gepostet und die Erfahrung weniger Geräte auf alle transportiert so wie wieder vergessen wird, dass Ton etwas sehr individuell Empfundenes ist.
Was steht hier dnen jetzt schon:
Ein Röhrenamp klingt in der 12Uhr Stellung mal grundsätzlich brauchbar, mach das mit einem Rectifier und er klingt in meinem Ohren wie in nem Klo...
Der Modeller braucht mehr zeit und Beschäftigung, um einen vernünftigen Sound zu erstellen - ich habe POD, POD Pro, HD II, HD 147, Vetta gespielt und spiele immer noch und diese Geräte haben sich mir durch Plug and Play erschlossen und komischerweise, diese Amps klangen in der 12Uhr Stellung brauchbar.
Probleme bereitet der Sansamp, der wirklich schwer zu bedienen ist, aber er belohnt einen dann auch mit richtig gutem Sounds, sowohl an einer Endstufe, wie auch direkt ins Pult wie auch ein ENGL SE etwas mehr Zeit braucht (das ist nur meine Meinung).

Man kann nicht den Modeller grundsätzlich mit dem Röhrenamp vergleichen und daran Maßstäbe erheben. Es gibt den 100€ Bodentreter Modeller und das 2.5K teure Axe FX - es gibt den 400€ Röhrenamp und es gibt den 4K teuren Diezel.

Ich glaube auch nicht, dass das wirklich soooo viel mit der subjektiven Wahrnehmung zu tun hat - schließlich scheint meine Wahrnehmung, was geniale Gitarrensounds angeht, mit der breiten Masse übereinzustimmen, wenn's um richtige Amps geht ;).
Gratulation!
 
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ich für meinen teil verstehe garnicht warum du denkst dich überhaupt rechtfertigen zu müssen.
meine eigene meinung ist eine ganz klare und einfache.
ich finde modelling ist super praktisch, spart geld, zeit, folgekosten und schont oft auch die nerven der bandkollegen.
ich für meinen teil bin aber mit meinem amp so zufrieden, dass ich die nachteile in kaufe nehme.

oft wird eben auch vergesen in richtigen relationen zu vergleichen. wie schon gesagt wurde kann man keinen 100euro modeller mit einem amp für 3k vergleichen.
erst letztens habe ich einen corebalde gehört und achte mir : boa der klingt echt viel besser als ich das im gedächtnis habe. dann schnell einen A/B vergleich zu einem rectifier gemacht und meine meinung war immer noch die gleiche. dan noch einen diezel dazu genommen und schon war mein empfinden anders. der Diezel hat den coreblade dann doch platt gemacht. das sind aber alles nur persönliche erfahrungen.
es gibt sicher genug leute denen der coreblade mehr zusagt.
das findet man ja schon bei amps wieder.
Earforce gegen Diezel z.b. ich hatte beide amps da und ich fand meinen diezel besser und der andere seinen earforce. deswegen sind jetzt Diezels oder eben Earforce amps nicht scheiße oder schlecht.
jeder mag etwas anderes.
 
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Plug & Pray ist da eben nicht.

"Plug and Pray"! Mann, der war gut, den muss ich mir merken!

Aber im Ernst: GT-8 ist, was die Werkseinstellungen angeht, wirklich zum Modeller - Abgewöhnen. Habe sowas 'mal ausprobiert und war entsetzt, auch was die Bedienung angeht. Dagegen fühlt sich mein Pod fast an wie ein "richtiger" Verstärker!

Aber sicher bin ich wohl eher die Ausnahme, wenn ich das hier alles so lese. Ich bin nämlich nicht immer dieser "Sound - Gourmet", wenn ich spiele. Ich kann durchaus auch 'mal nicht mit dem Mördersound spielen. Hauptsache, er stimmt so halbwegs!
 
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Zum GT-8: Das liegt vllt auch am Hersteller. Ich fand das vorprogrammierte Zeugs im GT-10 nicht besser und hatte das VG-99. Da das VG-99 ALLES kann, war da ALLES an. Immer. Selbst beim AC/DC-Imitats-Preset war irgendwelcher Firlefanz zugeschaltet (ich glaub es war der D-Beam, also dieser Laser).

Abgesehen davon, dass ich fast alle Boss-Pedale echt schlimm finde (soundmäßig, insbesondere alle Distortions) und absolut null Verständnis für deren Erfolg aufbringen kann, habe ich von Boss/Roland ganz ganz selten nicht zugekleisterte Presets gehört. Auch die Workstation Fantom. Da sind brauchbare Sachen DABEI, aber unglaublich vieles, was nicht mit der Einsatzrealität in einem Song oder gar einer Band zu tun hat.

Beim Vetta II waren auch einige total zugekleisterte Presets dabei - aber auch ein paar dieser Brot-und-Butter Sounds. Dito POD X3 (Live). Wenn ich mir so Software-Plugins a la Guitar Rig anschaue, sind da auch unglaublich viele miese Presets. Wer von denen ausgeht, dem ist eh nicht mehr zu helfen, was Modelling angeht. Dazu hab ich die Erfahrung gemacht, dass bei Modellern bis dato das schlimmste immer die Boxensimulationen waren und sind. Man nehme POD Farm + Cab vs. POD Farm + gute IR. Alles verwendbare Sounds, aber die IR-Version lässt sich für mich immer viel besser abstimmen, löst besser auf und setzt sich fast alleine in den Mix. Wobei es mit den nächsten IRs (dynamisch) wieder gravierender werden wird. Auch Guitar Rig 4 leidet unter relativ grottigen Boxensimulationen. Insbesondere dieses Rammfire-Zusatzzeug (was man irgendwie bei jedem dritten Softwarebundle bei Native Instruments hinterhergeschmissen bekommt...:gruebel:). Das klingt alles ein wenig wie Rammstein. Aber packt man mal eine Rammstein IR oder eben eine bessere Mesa IR hintendran, gehts schon eher in die Richtung. Bei letzteren TROTZ völlig anderer Mikros.

Aber an alle Interessenten hier:
AmpliTube wurde überarbeitet und ist nun teilweise kostenlos
http://www.ikmultimedia.com/amplitubefree/features/
Das Konzept scheint zu funktionieren, weil sich viele nur noch ihren Bedarf zusammenkaufen.

http://www.audiffex.com/EN/amplion/444/amplion-free.html
Scheint wohl ein neuer Stern zu sein und der Rectifier die aktuell wohl beste Rectifier-Sim. Da ich den Recti nur im Mix und als Hintergrundamp mag, erlaube ich mir diesbzgl. kein Urteil. Klingt aber soweit nicht verkehrt...
 
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Aber sicher bin ich wohl eher die Ausnahme, wenn ich das hier alles so lese. Ich bin nämlich nicht immer dieser "Sound - Gourmet", wenn ich spiele. Ich kann durchaus auch 'mal nicht mit dem Mördersound spielen. Hauptsache, er stimmt so halbwegs!

allein dieser SATZ ist unglaublich viel wert---:great:
 
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Ich finde Modelling einfach unglaublich praktisch wenn es um Lautstärke und Aufnahme geht. Bei der Lautstärke möchte ich aber nicht nur meine Nachbaren sondern auch meine Ohren und Nerven schonen. Ich will einfach bei Zimmerlautstärke üben und komponieren.

Röhrenverstärker punkten aber auf der anderen Seite bei der Einfachheit. Man wird nicht so leicht vom Spielen abgelenkt, weil man noch an 1000 Parametern drehen muss um den Sound noch besser zu machen (was oft nur Einbildung ist). Auch ist der Sound an einem gutem Röhrenamp doch noch ein wenig anders als beim Modeller.

Beides hat Vor- und Nachteile und man nimmt einfach das, was einem zum gegebenen Zeitpunkt die meisten Vorteile liefert.

Allerdings muss ich bei solchen Diskussionen oft schmunzeln, denn seltsamerweise machen sich die wenigsten Gedanken über den eigenen Ton, dafür umso mehr um den Sound des Equipments. Dabei gilt: shit in -> shit out ;)
 
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Bei Modellerverstärkern kenn ich mich weniger aus, mein Line 6 SV klingt annehmbar, aber auch nicht mehr. Den Peavey Vypyr mag ich sehr gerne, aus dem bekommt man auch sehr schnell einen guten Sound raus.
Aber was Softwaremodeller angeht - da ist die meiste Bezahlsoftware skurrilerweise der freien Software in Ansprache, Klangverhalten und "Echtheit" meist unterlegen, zumindest in Verbindung mit guten Impulsantworten. So klingt ein LePou LeCto direkt in die Röhrenendstufe meines SV deutlich besser als die eigene Vorstufe des SV - zumindest meinem Soundempfinden zufolge (POD Farm, Guitar Rig und Amplitube mag ich garnicht, klingt für mich total platt und 2D, abgesehen davon haben die immer trotz Lowpass so ein Fisseln, das ist nicht meins.). Man braucht natürlich trotzdem Zeit, sich reinzuarbeiten, grade bei der schieren Auswahl allein was Impulsantworten angeht ist es nicht sehr wahrscheinlich, gleich auf den ersten Klick einen guten Sound zu zaubern.
Ich versteh aber nicht, warum sich hier manche aufregen wenn man sagt, dass viele Presets bei den meisten Geräten ziemlich besch..eiden kingen. Das sagt ja weniger was über die Modeller, als mehr über die Entwickler und deren Soundempfinden aus. POD und andere Modeller bis 500€ (ausgenommen die POD HD-Serie, die ich nicht kenne) oä. sind nett zum üben und als Backuplösung live, aber ein Album würd ich damit nie und nimmer produzieren. Mit den freien VST-Sims im Internet allerdings schon eher, da kriegt man richtig gutes Zeug raus.
 
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Ich verabschied mich wieder... weil der Thread läuft schon wieder in die gleiche Richtung wie alle so gelagerten Themen: es wird Verallgemeinert, Vorurteile gepostet und die Erfahrung weniger Geräte auf alle transportiert so wie wieder vergessen wird, dass Ton etwas sehr individuell Empfundenes ist.

Ach, jetzt sei doch nicht direkt persönlich beleidigt, weil mal ein paar verallgemeinernde Vorurteile gepostet werden ;)... sicherlich ist der Ton etwas, das sehr vom persönlichen Geschmack abhängt, aber man wird sich doch zumindest auf irgend einer Art und Weise in bestimmten Genres (z.B., wenn's um nen typischen Rocksound oder nen typischen Metal Sound geht) einig werden, was gut klingt, und was nach Tonne.

Gut vs. sehr gut kann dann meinetwegen Geschmackssache sein, genauso wie schlecht vs. grottig, aber es wird wohl kaum ein Gitarrist hier sagen, dass z.B. der Cleankanal eines VH100R oder eines Twin Reverb an sich beschissen klingen würde, oder? Genauso wenig, wie irgend jemand behaupten würde, ein MicroCube wäre (ohne zusätzliche Verstärkung :p) proberaumtauglich :D... es gibt einfach Sachen, bei denen man sich trotz sehr subjektiver Wahrnehmnung immer noch einig wird. :)

Hinzu kommen die objektiveren Eigenschaften des Sounds:

1. Passt er gut in einen beliebigen Mix, passend zu der angestrebten Stilrichtung?
2. Reagiert der Sound dynamisch genug auf Änderungen seitens des Gitarristen? Anschlag, Pickupwahl, gar Gitarrenwechsel...?
3. Ist der Sound überhaupt in Bühnenlautstärke koppelfrei auf den Monitor zu bringen (es ist erstaunlich, wie oft das in die Hose geht, besonders wenn man die Sounds auf ner HiFi Anlage oder Kopfhörern eingestellt hat...)?

Usw....


Was steht hier dnen jetzt schon:
Ein Röhrenamp klingt in der 12Uhr Stellung mal grundsätzlich brauchbar, mach das mit einem Rectifier und er klingt in meinem Ohren wie in nem Klo...

Ausnahmen gibt es natürlich - aber eben in beide Richtungen... allerdings kommt es mir so vor, als wären bei Modellern die Geräte, die ohne mühselige Einstellungsarbeit schon gut klingen, seltener. Kann natürlich auch nur Empfindungssache sein, und ich bewege mich auch eher im Mainstream-Modeller Bereich (also Floorboards im Preisbereich bis 500€)...

Bleibt nur die Frage, wieso Boss scheinbar die negativen Eigenschaften des Rectifier einfach übernommen haben... da gefällt mir die Axe-FX Philosophie aber deutlich besser.



Der Modeller braucht mehr zeit und Beschäftigung, um einen vernünftigen Sound zu erstellen - ich habe POD, POD Pro, HD II, HD 147, Vetta gespielt und spiele immer noch und diese Geräte haben sich mir durch Plug and Play erschlossen und komischerweise, diese Amps klangen in der 12Uhr Stellung brauchbar.

Du widersprichst Dir aber gewaltig. Klingen die Amps nun in "Default" Einstellungen gut, oder muss man mehr Zeit investieren? :p

Gerade die PODs bis X3 (da haben sie scheinbar ein Bisschen aufgehellt) fand ich immer ein klein Wenig muffig im Mix, besonders im FRFR Betrieb. Als Preamp durchaus annehmbar, aber im Proberaum oder gar live direkt per DI in die Anlage habe ich die Teile (auch bei anderen Gitarristen, die teilweise schon sehr viel Zeit damit verbracht haben) bis jetzt nur sehr selten mit einem durchsetzungsfähigen aber trotzdem noch schönen Sound gehört.

Mich störte beim selbst Testen eben immer, dass ich bei allen Ampsims erst mal grundsätzlich Höhen hinzugeben und Bässe entziehen musste...


Probleme bereitet der Sansamp, der wirklich schwer zu bedienen ist, aber er belohnt einen dann auch mit richtig gutem Sounds, sowohl an einer Endstufe, wie auch direkt ins Pult wie auch ein ENGL SE etwas mehr Zeit braucht (das ist nur meine Meinung).

Hmmm, vlt. nur der Sansamp? Soll ja allgemein sehr schwer einzustellen sein... Den Tri-AC dagegen fand ich sehr intuitiv und in so ziemlich jeder normalen (also jetzt nichts Extremes a la Hi/Mid/Lo=10/0/10) Einstellung wohlklingend - unterschiedlich genug, dass man damit viele unterschiedliche Stilistiken bedienen kann, aber nie an sich *schlecht*. Genau so, wie's also sein sollte...

Aber hier entfernt man sich eigentlich eher von dem Gedanken des traditionellen Modelling - ist ja eher wieder die analoge Welt, wenn ich mich recht erinner'?


Man kann nicht den Modeller grundsätzlich mit dem Röhrenamp vergleichen und daran Maßstäbe erheben. Es gibt den 100€ Bodentreter Modeller und das 2.5K teure Axe FX - es gibt den 400€ Röhrenamp und es gibt den 4K teuren Diezel.

Womit dürfen wir die Teile dann sonst vergleichen? Dann halt mit nem 500€ Transistoramp, da gibt es nämlich auch Einige gut klingende, die auf 12 uhr Einiges hermachen ;) - kommt nur hier bei den Tone-Snobs nicht besonders gut an :D...



Danke! :p



Zum GT-8: Das liegt vllt auch am Hersteller. Ich fand das vorprogrammierte Zeugs im GT-10 nicht besser und hatte das VG-99. Da das VG-99 ALLES kann, war da ALLES an. Immer. Selbst beim AC/DC-Imitats-Preset war irgendwelcher Firlefanz zugeschaltet (ich glaub es war der D-Beam, also dieser Laser).

Abgesehen davon, dass ich fast alle Boss-Pedale echt schlimm finde (soundmäßig, insbesondere alle Distortions) und absolut null Verständnis für deren Erfolg aufbringen kann, habe ich von Boss/Roland ganz ganz selten nicht zugekleisterte Presets gehört. Auch die Workstation Fantom. Da sind brauchbare Sachen DABEI, aber unglaublich vieles, was nicht mit der Einsatzrealität in einem Song oder gar einer Band zu tun hat.

Ja, Boss macht da teilweise wirklich schräge Sachen. Aber von komischen Presets könnte ich ja noch absehen - alleine schon die Ampmodelle sind in ner normalen Einstellung einfach nur... naja. Grütze eben :p

Es gibt ja auch andere Hersteller (Vox z.B.), die beweisen, dass es auch wesentlich schöner bzw. besser geht... insgesamt im Sound zwar nicht ganz so super-flexibel, aber dafür auch wesentlich weniger Platz für Bedienungsfehler.

AmpliTube wurde überarbeitet und ist nun teilweise kostenlos
http://www.ikmultimedia.com/amplitubefree/features/
Das Konzept scheint zu funktionieren, weil sich viele nur noch ihren Bedarf zusammenkaufen.

Danke für den Tipp, ist ja cool... :great:
 
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Koebes
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Das für mich Unbegreifliche ist ja, dass beim POD X3 und auch beim Vetta II die Regler nie auf 12 Uhr stehen, wenn man ein Model anwählt, sondern immer da, wo man sie nicht braucht. Deswegen ist das Anwählen eines Models nicht dasselbe wie einen traditionellen Verstärker einschalten, man muss erst die EQ nullen. Das ist total bescheurt, dass das so ist, es ist aber so. Und alles auf 12 mit dem JCM 800 Model an meinen Studioboxen klingt schon annehmbar, meistens bewege ich die EQ selten radikal über 12 Uhr hinaus, Bass ausgenommen, der ist bei allen Line6 Produkten überbelichtet, aber das ist einmal drehen. Ich habe mal über einen Marshall JVM gespielt, mein Multi davorgehangen, wo der Bass schon abesenkt war und endete am Gig mit Bass auf 0. Das passiert auch bei Röhrenamps, offensichtlich.

Die Presets sind bei allen mir bekannten Herstellern, sei es nun Zoom, Boss oder Line6 völlig unbrauchbar. Ich glaube aber, dass es daran liegt, dass die Leute die Dinger im Geschäft ohne Band, aber mit beeindruckender Geräuschkulisse anspielen, da hilft dann viel natürlich viel, vor allem bei der Masse der Leute, die nicht wirklich weiss, wie ein Gitarrensound sein muss, damit er im Mix gut klingt. Ich habe mir auf meinem X3 ca. 15 Grundsounds gebaut und ändere die nach Bedarf. Ich kenne Virus Access User, die das mit ihrem Synth genauso machen. Selber drehen ist sowieso mein Ding, deswegen stört mich das nicht besonders, wer aber das Knöpfchendrehen nicht so im Zentrum seines Interesses hat, für den ist das dan ätzend und ein Modeller wirklich Schrott.

Der X3 setzt sich über PA gut durch, habe ich bei der Musikmesse dieses Jahr so gefahren, hat funktioniert auch gegen einen Soldano war mein Signal ohne infernialisch laut zu sein, gut im Mix zu hören. Das Problem ist natürlich, dass der Gitarrensound dann mit der verwendeten PA steht und fällt, und die Dynacord-Boxen, die die da hatten, schrieen ihre Höhen Dynacord-typisch in den Frankfurter Sonnenhimmel, an dem dadurch aber auch keine Wolken sichtbar wurden...
 
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Ich spiele seit 1999 ausschließlich über Modeller von Line6 vom Pod 1.0 bis zum X3, immer Bohne mit Floorboard. Beim Erscheinen des ersten Pods war für mich entscheidend das Vorhandensein aller Regler, also von Drive über Bässe, Mitten, Höhen, Presence, Reverb mit normalen Knöpfen. Dazu der geringe Aufwand beim Aufbau und das geringe Gewicht der Gesamtlösung. Verstärker und Effekte alles in einer Kiste, optimal.
Nebenbei kam dabei schon etwas heraus, das wie ein echter Verstärker klang und nicht bloß irgendwas Frequenzkorrigiertes, wie das was hinter den H&K Red Box-Dingern herauskam, die ich vorher in Kombination mit einer 2x12 Kombo verwendet habe.

Ob der Sound jetzt schlechter oder besser ist, als von einem richtigen "amtlichen" Verstärker, war und ist mir komplett egal, denn wichtig ist, wie man und was man spielt, der Sound muss lediglich akzeptabel sein. Wenn er gut ist, oder auch sehr gut, umso besser.

Wobei ich der Meinung bin, dass ich da auch einen sehr guten hinbringe. :)

---------- Post hinzugefügt um 20:19:16 ---------- Letzter Beitrag war um 20:13:50 ----------

Das für mich Unbegreifliche ist ja, dass beim POD X3 und auch beim Vetta II die Regler nie auf 12 Uhr stehen, wenn man ein Model anwählt, sondern immer da, wo man sie nicht braucht.
Ich habe es zwar nie verwendet, aber man kann für die Verstärkermodelle auch festlegen, wie die default Einstellung aussehen soll und dieses wie Patches abspeichern.

Ich habe mir aber gleich für jedes Verstärkermodell, dass ich verwende einen Patch mit dem Namen desselben, mit passendem Sound abgespeichert und wähle nie ein Verstärkermodell aus, außer beim Erstellen eines neuen Patches.
 

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