Das seh ich anders. Es ist das schlimmste Gefühl, ahnungslos zu Hause zu sitzen und stundenlang auszuprobieren, bis man meint, etwas Eigenes entwickelt zu haben, um hinterher zu erkennen, dass es das scheinbar Neue schon seit Jahren gibt. Eine Entwicklung des eigenen Stils ist am schnellsten möglich, wenn man sich von allen Stilrichtungen beeinflussen lässt. Es macht keinen Sinn, wenn die ganzen negativen Sound-Erfahrungen, die die Rockgitarristen in ihrer langen Geschichte durchlebt hatten, von den Jazzgitarristen noch mal gemacht werden.
Diese Einstellung gilt übrigens für alles, was ich im Internet und auch in Zeitschrift, Zeitung und Buch lese. Zunächst einmal halte ich (genau wie du?) ALLES für Blödsinn. Dann entscheide ich nach dem "Wer wird Millionär" - Auswahlprinzip, welche Variante für mich in Frage kommt. Dabei überlege ich nicht, was wahr sein könnte, sondern was definitiv falsch ist. Was dann übrig bleibt, ist wahrscheinlich das Richtige. Um so zu verfahren, muss ich die (scheinbar) falschen Varianten kennen. Die falschen Varianten zu ignorieren, halte ich für einen großen Fehler.