Eurovision Song Contest 2026

Strato Incendus

Strato Incendus

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Alle Jahre wieder eröffne ich traditionsgemäß den ESC-Thread. :) Die Songs sind schon seit längerem bekannt, die ersten Pre-Parties laufen bereits — und ein Parallelthread zum britischen Repräsentanten wurde ja ebenfalls bereits eröffnet.
Für mich scheint es seit Corona der erste Jahrgang zu sein, mit dem es qualitativ insgesamt wieder etwas bergauf geht. Die vergangenen Jahre schien mir jeder Jahrgang schwächer als der davor.

Anstatt den Gesamtüberblick über alle Songs zu posten — aus den Recaps sticht ja meistens selten etwas direkt heraus — hebe ich direkt mal ein paar meiner Highlights hervor:

Finnland — Linda Lampenius & Pete Parkkonen — “Liekinheitin” (=Flammenwerfer)

View: https://youtu.be/9bfwNIYb96Q?is=ykqKXS42QpRw1rvq

Spätestens seit Käärjä schwimmt Finnland in den letzten Jahren immer bei den Favoriten mit. Hier also jetzt der “Flammenwerfer” als Symbol für unerwiderte Liebe trotz erwiderter Lust. Zumindest lyrisch kreativer als die am gleichen Wochenende ausgewählte exotherme Reaktion aus unserem Lande. :p Bei Sarah Engels’ Song geht es halt nur um die Performance, wie bei den eindeutigen Inspirationsgebern “Fuego” von Eleni Foureira und Chanels “Slo Mo” auch.

Finnland hingegen inszeniert sich eher wie das Duett, was Geigerin Greta Salome vor vielen Jahren für Island beim ESC auf die Bühne brachte; klingt dafür mehr wie etwas, das Lindsey Stirling schreiben würde.
Wie viele verschiedene Geigentechniken kann man in einen 3-minütigen Song quetschen? Linda Lampenius: “Ja.” :)
Sänger Pete Parkkonen hat seine Mixed Voice im Passagio gut im Griff; wenn er am Ende aufs G5 raufmöchte, müsste er das wahrscheinlich noch etwas üben.

Wir bleiben direkt unter der Gürtellinie (naja, die Frage ist, unter wessen :D ) mit folgendem Song:


Rumänien — Alexandra Căpitănescu — “Choke Me”

View: https://youtu.be/JrSl0sTX5W4?is=1GWorwPJScwJMmhF

Letztes Jahr beim 69. ESC hatten wir Titel wie “Ich komme”, “Serving Kant” und den australischen “Milkshake Man”. Dieses Jahr will uns Rumänien, das erneut eine The Voice-Gewinnerin schickt, mit seinem Pressestatement glauben lassen, in dem Song gehe es um einen inneren Dialog mit sich selbst, Selbstvertrauen / Selbstliebe… serviert uns das aber mit Zeilen wie “love me, make my lungs explode”. Nee, ist klar. :D Insbesondere in Kombination mit der Tatsache, dass die Titelzeile lautet “all I need is your love, I want IT to choke me” (nicht nur “I want YOU to choke me”), ist jedoch zumindest in der Tat davon auszugehen, dass das Würgen nicht mit der Hand passiert… ;)


Schweden — Felicia — “My System”

View: https://youtu.be/ibbfS8iG450?is=Behm5Zxm9LtEWQfa

Schweden sind bekanntlich immer Mit-Favoriten, mehr oder weniger egal, was sie machen — weil Melodifestivalen als “Maschine” eben funktioniert wie immer.
“Now you’re in my head, my heart, my body part” und “I can’t get you out of my system”. Auch hier darf man sich also fragen, ob da jemand bloß schwer verliebt ist, oder eher gerade nach der “Pille danach” sucht… ;)


Australien — Delta Goodrem — “Eclipse”

View: https://youtu.be/KsFY11nOQDo?is=qE95huVigef591MN

Zehn Jahre nach Dami Im probiert Australien es nochmal mit Stimmakrobatik und einer im Land etablierten Sängerin — und den Unterschied zu den diversen Newcomern, die es jedes Jahr gibt, merkt man hier mMn direkt. Strategie scheint also ganz klar zu sein, vor allem das Jury-Voting zu gewinnen. Beim ersten Live-Auftritt auf der nordischen ESC-Party hat Delta sich die G5s noch gespart. Gab aber wohl auch mal wieder Sound-Probleme dort, dann spielt man lieber auf Nummer sicher, wenn man sich selbst nicht durchgehend hört.


Aber auch Spaßsongs muss es ja beim ESC immer geben, auch wenn die dann immer noch kompetent performt werden müssen. Mein unfreiwilliger Ohrwurm in dieser Hinsicht kommt dieses Jahr aus:

Bulgarien — Dara — “Bangaranga”

View: https://youtu.be/_pkC9J6BPFY?is=ydg3BpsfcqvLPpzX

Solange die Background Vocals noch weiterhin vom Band kommen dürfen (eine weitere von vielen schwedischen Regeländerungen beim ESC seit Corona, übernommen vom Melodifestivalen), wird dieses charakteristische, mit eng-gequetschter Stimme gesungene und diversen Effekten verfremdete “I’m the bangaran” wahrscheinlich auch “live” genau so klingen. Wenn das hingegen jemand live mit der Stimme nachmachen müsste, fiele es wahrscheinlich ziemlich flach.


Immerhin schicken damit mehr Länder wieder Künstler, die in ihrem jeweiligen Land einigermaßen bekannt sind, anstatt den ESC als Newcomer-Wettbewerb misszuverstehen. Das gilt in dem Fall überraschenderweise auch für Deutschland, denn Sarah Engels dürfte hier aus dem Mainstream kommend (bzw. “für den Mainstream gemacht”) mehr Leuten ein Begriff sein als z.B. Lord of the Lost vor drei Jahren, wenngleich die ebenfalls bereits lange etabliert waren. Ob das internationale Publikum das deshalb mit den üblichen “Yas, Slay, Queen”s feiert, oder die offensichtliche Fuego / Slo-Mo-Kopie ihnen eher ein Gähnen entlockt, bleibt abzuwarten.

Aber zumindest scheint es besser, sich an jenen erfolgreichen ESC-Songs zu orientieren, die schon ein paar Jahre her sind, als einfach den Vorjahressieger nachzumachen. Denn letzteres gelingt fast nie — JJ als weiterer Countertenor nach Nemo war letztes Jahr die Ausnahme (vielleicht noch abgesehen von Helena Paparizou, die 2005 auf Wild Dances folgte, also gab es damals zwei Ethno-Tanz-Songs als Sieger hintereinander).

Hauptsache, es gibt nicht einen einzigen klaren Favoriten im Vorfeld, der den Wettbewerb langweilig macht. Jetzt muss man nur noch hoffen, dass die neuen Regeln der EBU tatsächlich verhindern, dass erneut das Ergebnis verzerrt wird durch organisierte Voting-Kampagnen von Leuten mit mehreren Handys / SIM-Karten, die den ESC gar nicht schauen — dann könnte es dieses Jahr wieder ganz unterhaltsam werden. :)
 
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Danke! Toller Start des Threads :prost:

Ich geh nochmal auf die innerdeutsche Entscheidung ein. Der Song von Sarah Engels ist - alles natürlich immer nach meinem Geschmack - nicht schlecht, aber irgendwie kommen er und die Darbietung/Aufmachung mir vor, wie das, was massenhaft vor 5 bis 15 Jahren als Beiträge vieler Länder ins Rennen geschickt wurde. Meine Meinung ist also: Old-fashioned. Und dann die Konkurrenz von "Sexy Beasts" aus anderen Ländern - da wirkt Sarah dann doch recht bieder. Ob das "Fire" wirklich aussichtsreich ist - meins wäre es nicht.

wavviboy mit "black glitter" ist zwar individueller, hat aber in meinen Augen auch den Makel, dass es Beiträge aus den letzten Jahren etwas nachzuahmen scheint. Trotzdem hätte ich hier vor allem wegen der Eingängigkeit bessere Chancen gesehen, die aber mangels Zustimmung nicht überprüft werden können.

Am eigenständigsten erschien mir Molly Sue mit "Optimist", da Künstlerin und Song jeweils eine sehr vielfältige Mischung ist. Für mich der frischeste und modernste Beitrag, der sich aber auch nicht beweisen kann.

Die "trögen" Deutschen haben sich hat für die gute Sarah entschieden, ich denke mal wegen einfach dem Umstand, dass sie die meisten praktische Erfahrung einbringt.

Na, wir werden sehen und die Daumen drücken werde ich natürlich für DE.
 
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  • #3
Die "trögen" Deutschen haben sich hat für die gute Sarah entschieden, ich denke mal wegen einfach dem Umstand, dass sie die meisten praktische Erfahrung einbringt.
Was sich live auch auszahlt:

View: https://youtu.be/0cPethGH6Ps?is=kqE8t8QdKNRRDCmu

In den Kommentaren meinte jemand, sie habe besser gesungen als Delta Goodrem aus Australien. Gut, “Fire” ist auch einfacher als “Eclipse”, aber man muss ja immer die Herausforderung vom Singen und Tanzen zusammen beurteilen (Instrumental-Können hingegen ist beim ESC irrelevant, weil die Instrumente ja vom Band kommen — die Geigerin aus Finnland z.B. ist somit nur Teil der Bühnenshow, kann aber weder zeigen, was sie kann, noch kann bei ihr musikalisch irgendetwas schiefgehen).
 
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Finde auch, dass das Niveau dieses Jahr insgesamt wieder etwas höher wirkt als in den letzten Jahren.
Finnland gehört für mich definitiv zu den spannendsten Beiträgen – die Kombination aus Geige und moderner Produktion hat schon was Eigenständiges. Ist vielleicht kein typischer Gewinner-Song, aber bleibt im Kopf.

Was Deutschland angeht, sehe ich es ähnlich wie ihr: solide Performance, aber irgendwie nichts wirklich Neues. Könnte im Vergleich zu den auffälligeren Acts etwas untergehen.
Bin gespannt, wie das am Ende live wirkt – beim ESC entscheidet das ja oft nochmal alles.
 
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Ja, "dat jute Saraaah" ... Sie kann ja nichts dafür, hat halt den Song angenommen, den man ihr bot und macht brav, was der Choreograph sagt. Song und Performance des deutschen Beitrages sind für mich einfach im Stil dessen, was "die Ostländer" mit irgendwelchen halbnackten langhaarigen Hüftschwing-Dolen vor 10 Jahren ins Rennen geschickt haben. Also in meinen Augen wenig frisch und zeitgemäß, weshalb ich keinen Platz unter den Top 10 sehe.

Na, wenn's nicht einfach auch spannend wäre, gäb es den Hype um den ESC sicher nicht. Also ganz im Sinne des Kaisers Franz (R.I.P):
Schau mer moi, dann seng mas scho :cool:
 
Was ich dieses Jahr auch spannend finde: Viele Beiträge wirken für mich eher wie “Grower” als sofortige Ohrwürmer. Also Songs, die man nicht beim ersten Hören komplett feiert, aber die mit jeder Wiederholung besser funktionieren.

Gerade Finnland ist für mich so ein Fall – nicht unbedingt der typische Gewinner-Song, aber definitiv einer, der hängen bleibt, je öfter man ihn hört.

Und ich glaube auch, dass wir dieses Jahr wieder sehen werden, wie wichtig das Gesamtpaket ist. Es reicht nicht, nur gut zu singen oder nur eine starke Idee zu haben – wenn die Inszenierung nicht passt, geht ein Beitrag schnell unter.

Deshalb würde ich auch noch nichts abschreiben. Es gab oft genug Jahre, in denen ein eher unauffälliger Song durch den Live-Auftritt plötzlich ganz vorne mitspielt.
 
Habe heute zum ersten Mal bewusst den deutschen Beitrag wahrgenommen. Performance ist echt gelungen und absolut ESC-würdig. Das Lied an sich ist allerdings eher so mäh...
Sagen wir mal so - mit einem grundsätzlich wohlmeinenden Publikum wäre das was für die Top Ten. Aber ein Siegertitel ist das wohl nicht.
Ich drücke Sarah aber auf jeden Fall die Daumen - ist ne sympathische Frau.
 
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  • Ersteller
  • #9
Ich bin in der Tat kurz davor, eine Metal-Version davon hochzuladen… :D

In der Zwischenzeit erstmal meine Vorhersage für heute Abend - da es ja nur 15 Teilnehmer sind, geht es letztendlich nur darum, die 5 zu bestimmen, die rausfliegen.

  1. 🇫🇮
  2. 🇬🇷
  3. 🇭🇷
  4. 🇸🇪
  5. 🇮🇱
  6. 🇲🇩
  7. 🇷🇸
  8. 🇲🇪
  9. 🇵🇱
  10. 🇬🇪
  11. 🇱🇹
  12. 🇵🇹
  13. 🇸🇲
  14. 🇧🇪
  15. 🇪🇪
Ob jetzt Georgien gerade noch so ins Finale kommt oder Litauen, da lege ich mich nicht fest. Georgien vielleicht eher, wenn die Televote sich durchsetzt; Litauen vielleicht eher, wenn die Jury überwiegt.
 
  • #11
Schaut jemand bereits die Halbfinals an?
 
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  • #12
Klar, ich doch immer. :) Ich finde es gerade kurios, dass Österreich zwei “-owskis” als Moderatoren gefunden hat. :D
 
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  • #13
Klar, ich doch immer. :) Ich finde es gerade kurios, dass Österreich zwei “-owskis” als Moderatoren gefunden hat. :D
Wobei ich grad lese, dass Ostrowski beim Moderator nur ein Künstlernamen ist und er bürgerlich Stockinger heißt. Interessante Wahl!

​

 
  • #14
Meine Favoriten bislang:
1. Italien
2. Israel
 
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  • #15
Also, das letzte Mal, dass ich so viele versemmelte Töne gehört habe wie heute Abend, war vor 11 Jahren, ebenfalls in Wien. Soweit ich weiß, ist das auch die gleiche Halle wie 2015. Auch damals schienen sich viele Künstler nicht richtig hören zu können, die im Vorentscheid daheim noch live abgeliefert hatten.

Liebe Österreicher, habt ihr keine anderen Hallen in Wien? :) Wir Deutschen haben ja auch aus gutem Grund nie einen ESC in der Köln-Arena ausgetragen, die ebenfalls für ihre suboptimale Akustik bekannt ist (und ja, wir haben mehr als zweimal den ESC gehostet :D, auch wenn wir bislang nur zweimal gewonnen haben).
 
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  • #16
Also, bei aller Liebe, aber mir kann keiner erzählen, dass die schwedische Sängerin tatsächlich alles live gesungen hat.


View: https://www.youtube.com/watch?v=az6XIorzZxM

Klar wird die Stimme vom Playback gedoppelt, aber ich habe den Eindruck, dass man über weite Strecken nur die Unterstützung hört.
 
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  • #17
Gestern konnte ich mich nicht aufraffen, während des Halbfinales zu posten.

Das hüpfende Pelzmännchen wäre bei mir als erstes nicht weitergekommen. Das ist für mich (und der Meinung war ich schon öfter, bis hin zu einschließlich Guildo Horn; Raab war so grenzwertig) nichts, was ich in einem Songwettbewerb sehen will.

Auch der "Silbermann" und die angeblichen Metal-Progger waren nicht mein Geschmack. Ich sag mal "beides zu düster", ersterer erzeugte bei mir null-komma-null Gefühle und zweitere waren mir zu matschig (ich bin ja ProgRock Fan aus vollem Herzen, aber ich liebe es eben gerade, Details und Differenziertheit zu hören und diesbezüglich ist der Song einfach "drüber").

Klar im Finale wäre bei mir Vanilla Ninja mit "Too Epic to Be True" gewesen - ein klassisches nettes Mädels-Rockstück; aber ich bin ja auch ein Dinosaurier. Lieber als jeder der mir nicht gefallenden Beiträge wären mir außerdem die aus Georgien und Montenegro gewesen.

Nachdem ich ja bezüglich des deutschen Beitrages von der Vorentscheidung an negativ eingestellt war, muss ich sagen, dass mir gestern die Performance eigentlich ganz gut gefiel (man beachte die immer noch sehr vorsichtige Ausdrucksweise). Es war optisch nicht so plump wie die - meiner Meinung nach immer noch - Vorbilder osteuropäischer Länder vor 10 Jahren. Für ganz vorne taugen für mich aber Song und Auftritt trotzdem nicht, auch wenn Stimme und Gesang durchaus ihre Momente haben.

Der italienische Beitrag gefiel mir gar nicht - Punkt.

Der Teaser gestern auf das 2. Halbfinale erzeugte bei mir den Eindruck, als lägen alle Beiträge deutlich näher beieinander als gestern. Na, sind wir mal gespannt ...
 
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  • #18
Liebe Österreicher, habt ihr keine anderen Hallen in Wien? :) Wir Deutschen haben ja auch aus gutem Grund nie einen ESC in der Köln-Arena ausgetragen, die ebenfalls für ihre suboptimale Akustik bekannt ist (und ja, wir haben mehr als zweimal den ESC gehostet :D, auch wenn wir bislang nur zweimal gewonnen haben).
Keine in der Größenordnung und eigentlich ist die Akustik in der Stadthalle voll in Ordnung?
Wien hat 2 große Stadien, aber den ESC als open air abzuhalten ist halt auch etwas gewagt.
Alle anderen Hallen sind zu klein.
 
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  • #19
Danke für die Rückmeldung, @Uwi1976 ! :) Dann ist wahrscheinlich doch eher der Tontechniker schuld, wenn viele sich so schlecht hören, dass sie daneben hauen.

Die finnische Geigerin hatte wohl den Vorteil, dass sie ihr live gespieltes Instrument nun einmal direkt am Ohr hatte, und eine akustische Geige halt auch nicht allzu leise ist. Der Sänger hingegen klang, als hätte er sich nicht gehört, wohingegen er im finnischen Vorentscheid fast gar keine Intonationsprobleme hatte (hauptsächlich bei der Schlussnote).

Auch die Kroatinnen schienen mir mehrstimmig sehr gegen die Soundkulisse ankämpfen zu müssen. Interessanterweise waren die schwächeren Songs oft besser gesungen (Belgien, Estland, San Marino), und bei Belgien hat das sogar fürs Finale gereicht.

Der Litauer hingegen hat nach einem starken Start gegen Ende mal so richtig daneben gesemmelt, der Israeli hatte auch einen eher gebrüllten Ton gegen Schluss. Hat aber trotzdem nicht den Finaleinzug verbaut.

Mir scheint also, dass viele für ihren Lieblingssong angerufen haben unabhängig von der Live-Performance. Im Zeitalter von Streaming und Social Media wird der ESC halt nicht mehr nur am Abend der Show entschieden. Sonst hätten vom Gesanglichen her eigentlich Portugal, Estland, San Marino und Georgien weiterkommen müssen und einige Favoriten überraschend nicht. Das gab es in vergangenen Jahren alles auch schon. Aber in dem Fall waren die Songs der nicht-Qualifizierten wohl alle zu belanglos.

Insgesamt scheint mir das zweite Semi ebenfalls stärker / konsistenter, auch ohne den Topfavoriten Finnland.

Der Däne z.B. (auch ein Favorit) hat allerdings im Preview der Songs aus dem zweiten Semi seine Money Note ebenfalls hörbar flat gesungen. Ich hoffe also, dass das nicht morgen so weitergeht.
 
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  • #20
Ich fand die Geige von Finnland extrem stark gespielt. Und der Moderator sagt dann, er höre keinen Unterschied...wird ja auch auf Band live eingespielt?
Ich bin weg vom Zeitgeist. Was ich musikalisch gut fand, 5 Titel, 3 sind schon raus. Anrufen klappte nicht, immer alle Nummern besetzt.
Wieso die Halle bei IEM trotzdem stört, verstehe ich nicht. Habe da keinerlei Erfahrung. Aufregung erscheint mir plausibel. Manche Acts wollen ja Zuhörer aufregen. Das Auge hört mit und freut sich. Diese lustigen Comics & Pos.👍
 
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